Das Handwerk in Deutschland zählt mit seinen zahlreichen Waren und Dienstleistungen zu einer wichtigen Stütze des hiesigen Mittelstandes und trägt einen wesentlichen Teil zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Egal ob Privatverbraucher, Handel, Industrie oder öffentliche Auftraggeber – die Leistungen des Handwerks werden täglich millionenfach in Anspruch genommen.
Nicht zu Unrecht warb die Branche daher unlängst mit dem Slogan "Die Wirtschaftsmacht von nebenan", um der Öffentlichkeit die Bedeutung der Handwerksbetriebe für die heimische Wirtschaft vor Augen zu führen. Diese Relevanz soll ein Grund dafür sein, sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen dieser Unternehmen im Rahmen des operativen Controllings auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Untersuchungsansatz
1.1 Gegenstand des Problems
1.2 Aktueller Forschungsstand
1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Handwerksbetriebe
2.1.1 Definition Handwerk
2.1.1.1 Gesetzliche Regelung
2.1.1.2 Abgrenzung zu anderen Wirtschaftszweigen
2.1.2 Klein- und Kleinstunternehmen
2.1.2.1 Quantitative Merkmale
2.1.2.2 Qualitative Merkmale
2.1.3 Wirtschaftliche Bedeutung
2.1.4 Familienunternehmen
2.2 Controlling
2.2.1 Definition und Kernaufgaben
2.2.1.1 Operatives Controlling
2.2.1.2 Dienstleistungscontrolling
2.2.2 Controllingbedarf von Handwerksunternehmen
2.2.3 Anforderungen an das Controlling
2.2.4 Methoden und Instrumente
2.2.4.1 Kosten- und Leistungsrechnung
2.2.4.2 Zuschlagskalkulation und Zielkostenrechnung
2.2.4.3 Finanzplanung
2.2.4.4 Bilanzanalyse, Kennzahlen und Indikatoren
3 Problembereiche – Möglichkeiten – Grenzen
3.1 Vergangenheitsorientierte Unternehmensführung
3.1.1 Kosten- und Leistungsrechnung
3.1.2 Kennzahlen und Indikatoren
3.2 Handwerk als Dienstleistung
3.2.1 Kostenstruktur
3.2.2 Preiskalkulation
3.3 Unternehmensleitung
3.3.1 Inhaberkonzentration
3.3.2 Unternehmensnachfolge
3.4 Finanzielle Situation
3.4.1 Finanzierungsmöglichkeiten
3.4.2 Bedeutung finanzieller Risiken
3.5 Ausgestaltung des Controllings
3.5.1 Internes Controlling / Selbstcontrolling
3.5.2 Externes Controlling
3.5.3 Anforderungen an den Controller
4 Abschlussbetrachtung
4.1 Erkenntnisse dieser Arbeit
4.2 Mögliche Forschungsfragen und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Thesis analysiert die Möglichkeiten und Grenzen des operativen Controllings in Handwerksbetrieben, um kritische Erkenntnisse zu gewinnen und Lösungsansätze zur Einführung eines Controllingsystems zu entwickeln.
- Analyse des spezifischen Controllingbedarfs und der Anforderungen in Handwerksbetrieben
- Untersuchung von Problembereichen wie vergangenheitsorientierter Unternehmensführung und Inhaberkonzentration
- Evaluation geeigneter Methoden und Instrumente des operativen Controllings für Handwerksunternehmen
- Bewertung der Rolle von internem vs. externem Controlling sowie der Anforderungen an den Controller
- Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Dienstleistungscontrolling auf das Handwerk
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kennzahlen und Indikatoren
Um einer zukunftsorientierten Betrachtung gerecht zu werden, stellen Kennzahlen und Indikatoren eine wichtige betriebswirtschaftliche Größe dar. Dabei ist die Auswahl geeigneter Kennzahlen notwendig, um die Ziele der Unternehmung sicherzustellen. Die Kennzahlen dienen dem Unternehmer nicht nur zur Informationsversorgung, sondern sind auch im Rahmen der Bankenkommunikation und Insolvenzprophylaxe wichtig.145 Der engen Beziehung von Handwerksbetrieben zu ihren Hausbanken wird hier erneut Rechnung getragen.
Ein Kennzahlen-Set sollte möglichst solche Zahlen enthalten, welche Unabhängig von Unternehmensgröße, Branche oder Standort zur Unternehmenssteuerung herangezogen werden können. Um das Erreichen der genannten Ziele „Unternehmenserfolg“ und „Liquidität“ zu prüfen, können absolute Zahlen, wie Umsatz oder Gewinn, oder aber Rentabilitätskennzahlen, Kapital- und Vermögensstrukturkennzahlen, Verschuldungsdauer oder der Cashflow genutzt werden.146 Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass aus der Fülle vorhandener Kennzahlen möglichst wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen herangezogen werden. Empfehlungen liegen hier zwischen 15 und 25 ausgewählter Kennzahlen, um die Entwicklung kleiner Unternehmen möglichst schnell zu veranschaulichen. Zudem kann im Rahmen eines s.g. Quick-Tests anhand von Schlüsselkennzahlen eine schnelle Analyse der Ertrags-, Finanz-, und Vermögenskraft erfolgen.147
Zusammenfassung der Kapitel
1 Untersuchungsansatz: Diese Einleitung thematisiert die Relevanz des Handwerks für die Wirtschaft und identifiziert Defizite in der betriebswirtschaftlichen Steuerung kleinerer Betriebe.
2 Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt die Definition von Handwerksbetrieben, Kleinunternehmen und Controlling, inklusive der Erläuterung von Methoden wie Kostenrechnung und Finanzplanung.
3 Problembereiche – Möglichkeiten – Grenzen: Dieses Kapitel untersucht die typischen Herausforderungen wie vergangenheitsorientierte Führung und Finanzrisiken und diskutiert Lösungsansätze für ein operatives Controlling.
4 Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf weiterführende Forschungsfelder sowie eine kritische Würdigung.
Schlüsselwörter
Operatives Controlling, Handwerksbetriebe, Kleinunternehmen, Unternehmenssteuerung, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzplanung, Kennzahlen, Dienstleistungscontrolling, Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Liquidität, Unternehmenserfolg, KMU, Bilanzanalyse, Kostenträgerrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes eines operativen Controllings in Handwerksbetrieben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung des Handwerks, Controlling-Instrumente für Klein- und Kleinstunternehmen sowie die Bewältigung spezifischer Herausforderungen in inhabergeführten Familienbetrieben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Controllingbedarf im Handwerk zu untersuchen, Instrumente für dessen Lösung zu identifizieren und einen Anstoß zur Einführung solcher Systeme zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Controlling-Literatur unter Berücksichtigung branchenspezifischer Besonderheiten und der Unternehmensgröße von Handwerksbetrieben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Problemfelder wie die vergangenheitsorientierte Führung, die Kostenstruktur, die Unternehmensnachfolge und die finanzielle Situation sowie die Ausgestaltung des Controllings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie operatives Controlling, Handwerksbetriebe, KMU, Unternehmenssteuerung und Kostenmanagement charakterisiert.
Wie gehen Handwerksbetriebe mit der Unternehmensnachfolge um?
Die Nachfolge wird oft als emotionale Übergabe des Lebenswerkes betrachtet, bei der neben wirtschaftlichen Aspekten auch familiäre Ziele und die Einbindung der Nachfolger eine zentrale Rolle spielen.
Warum ist die Kosten- und Leistungsrechnung für Handwerker oft schwierig?
Häufig mangelt es an betriebswirtschaftlichem Spezialwissen, zeitlichen Ressourcen und an einer strukturierten Erfassung von Daten, was die Anwendung komplexer Instrumente erschwert.
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- Daniel Ebert (Author), 2019, Möglichkeiten und Grenzen des operativen Controllings in Handwerksbetrieben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468367