Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über ausgewählte Studien zu geben, um dann zusammenfassende Ergebnisse zu präsentieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Familienunternehmen sich bezüglich ihrer Performance von Nicht-Familienunternehmen und untereinander unterscheiden und welche familienbezogenen Faktoren einen Einfluss auf die wirtschaftliche Performance ausüben.
Dazu wird zunächst auf den Begriff Familienunternehmen und dessen definitorische Herausforderungen eingegangen, im dritten Kapitel werden dann spezifische Performancemaße erläutert und theoretische Erklärungsansätze für den Einfluss von Familien auf die Performance präsentiert. Das vierte Kapitel gibt einen Überblick über die betrachteten empirischen Studien, die in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Dabei werden die Forschungsergebnisse sowie Limitationen der Forschung dargestellt. Zuletzt werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick für das Forschungsgebiet Familienunternehmen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Familienunternehmen
2.1 Begriff und definitorisches Dilemma
2.2 Erklärungsansätze zur Definition von Familienunternehmen
2.2.1 Komponentenansatz
2.2.2 Essenzansatz
2.2.3 F-PEC Ansatz
3 Performance – Definition und Theorie
3.1 Begriff und Performancemaße
3.2 Einfluss der Familie auf die Performance – theoretische Erklärungsansätze
3.2.1 Resource Based View
3.2.2 Agency Theory
3.2.3 Stewardship Theory
4 Performance von Familienunternehmen – Überblick über den Stand der Forschung und deren Limitationen
4.1 Untersuchungsdesign
4.1.1 Übersicht über die gewählten Studien
4.1.2 Kategorisierung der Studien
4.2 Performance von Familienunternehmen und deren Einflussfaktoren
4.2.1 Ownership
4.2.2 Governance
4.2.3 Management und Succession
4.3 Weitere Erkenntnisse zum Einfluss der Familie auf die Performance von Familienunternehmen
4.3.1 Länderspezifische Einflussfaktoren der Performance
4.3.2 Stabilität von Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht Familienunternehmen
4.4 Zusammenfassung der Studienergebnisse
4.5 Kritik und Limitationen des bisherigen Stands der Forschung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Performance von Familienunternehmen zu geben. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich Familienunternehmen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Performance von Nicht-Familienunternehmen unterscheiden und welche familienbezogenen Faktoren – wie Eigentümerschaft, Governance, Management oder Nachfolge – diesen Zusammenhang maßgeblich beeinflussen.
- Theoretische Grundlagen zur Definition und Klassifizierung von Familienunternehmen.
- Einsatz ökonomischer Theorien (Resource Based View, Agency Theory, Stewardship Theory) zur Erklärung von Performanceunterschieden.
- Analyse empirischer Studien hinsichtlich ihrer methodischen Herangehensweise und Performancemaße.
- Untersuchung der Einflussfaktoren Ownership, Governance, Management und Nachfolge auf den Unternehmenserfolg.
- Kritische Reflexion der bisherigen Forschungsliteratur und Ableitung von Empfehlungen für zukünftige Arbeiten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Resource Based View
Laut Habbershon, Williams und MacMillan (2003) gibt es in Unternehmen, die von Familien beeinflusst werden, eine komplexe Anordnung von Faktoren, die sich auf strategische Prozesse und die wirtschaftliche Performance auswirken. Diese Faktoren setzen sich aus denen Attributen zusammen, die von den Familien mit in das Unternehmen eingebracht werden. Der Resource Based View, zu Deutsch ressourcenbasierter Ansatz, hilft diejenigen Ressourcen und Fähigkeiten zu identifizieren, die Familienunternehmen charakterisieren und ihnen zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen können. Nach Sirmon und Hitt (2003) setzen sich die Schlüsselressourcen, die Familien von Nichtfamilienunternehmen unterscheiden, aus Humankapital, Sozialkapital, Finanzkapital, Überlebensfähigkeit und Kontrollstruktur zusammen. Das Humankapital entsteht durch das Wissen und die Fähigkeiten, die Familienmitglieder aufgrund ihrer dualen Tätigkeit in Familie und Unternehmen erlangen. Es kann sowohl positive, als auch negative Attribute beinhalten. Humankapitalattribute, die sich positiv auf die Performance auswirken können sind beispielsweise außerordentliche Verpflichtung und ein tiefgehendes Verständnis der Unternehmenstaktik, während die limitierte Quantität und Qualität negative Attribute darstellen. Das Sozialkapital beinhaltet die Beziehungen zwischen Individuen oder Organisationen im Netzwerk.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Forschungsgebiet der Familienunternehmen ein, beleuchtet deren Bedeutung und stellt die Forschungsziele sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2 Familienunternehmen: Hier wird das definitorische Dilemma im Forschungsfeld diskutiert und es werden verschiedene Ansätze wie der Komponenten-, Essenz- und F-PEC-Ansatz zur Abgrenzung von Familienunternehmen erläutert.
3 Performance – Definition und Theorie: Dieses Kapitel definiert Performancemaße und stellt theoretische Erklärungsansätze (Resource Based View, Agency Theory, Stewardship Theory) vor, um den Einfluss von Familien auf den unternehmerischen Erfolg zu verstehen.
4 Performance von Familienunternehmen – Überblick über den Stand der Forschung und deren Limitationen: Dieser Hauptteil analysiert empirische Studien, kategorisiert deren Ergebnisse nach Einflussfaktoren (Ownership, Governance, Management, Succession) und hinterfragt methodische Limitationen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach eine Tendenz zu einer überlegenen Performance von Familienunternehmen existiert, die jedoch stark von spezifischen Einflussfaktoren abhängt, und gibt einen Ausblick für die zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Familienunternehmen, Performance, Unternehmenserfolg, Ownership, Governance, Management, Nachfolge, Resource Based View, Agency Theory, Stewardship Theory, Empirische Studien, Familienkapital, Humankapital, Unternehmensführung, Strategisches Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Forschung zum Thema Performance von Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf die Definition von Familienunternehmen, theoretische Erklärungsmodelle für deren Performance sowie die Auswirkungen spezifischer Einflussfaktoren wie Ownership, Governance und Management.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer Literaturübersicht zusammenfassende Ergebnisse zu liefern, inwieweit Familienunternehmen hinsichtlich ihrer Performance differieren und welche familienbezogenen Faktoren diesen Unterschied erklären können.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Untersuchung herangezogen?
Der Autor verwendet den Resource Based View, die Agency Theory sowie die Stewardship Theory, um die Einflüsse von Familien auf die wirtschaftliche Leistung eines Unternehmens theoretisch zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden 25 empirische Studien kategorisiert und analysiert. Dabei werden die Auswirkungen der Komponenten Ownership, Governance, Management und Nachfolge auf die finanzielle Performance kritisch bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familienunternehmen, Performance, Ownership, Governance, Management, Nachfolge, Agency Theory und Stewardship Theory charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Eigentümerstruktur für die Performance?
Die Arbeit zeigt, dass die Familieneigentümerschaft tendenziell einen positiven Einfluss auf die Performance hat, wobei jedoch bei steigenden Firmenanteilen oft ein umgekehrt U-förmiger Zusammenhang beobachtet wird.
Wie beeinflusst ein Gründer-CEO im Vergleich zu einem Nachfolger-CEO die Performance?
Die Literaturanalyse ergibt, dass ein Gründer-CEO in der Regel einen positiven Effekt auf die Performance ausübt, während der Übergang auf einen Nachfolger-CEO häufig mit einer Performanceverschlechterung einhergeht.
- Citar trabajo
- Tobias Haslböck (Autor), 2017, Performance von Familienunternehmen. Ein Überblick über empirische Studien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468369