Camilo José Celas "La familia de Pascual Duarte". Eine Übersetzungskritik


Hausarbeit, 2010
37 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Die Skopstheorie
2.1.1 Die Handlungstheorie als Grundlage der Skopostheorie
2.1.2 Die Skopostheorie
2.1.3 Regeln _
2.2 Einführung in das Original
2.2.1 Aufbau
2.2.2 Inhalt der Memoiren
2.2.3 Erzählform
2.3 Die Übersetzung von George Leisewitz
2.3.1 Nota del transcriptor
2.3.2 Cláusula del testamento
2.3.3 Widmung
2.3.4 Beginn des sechzehnten Kapitels

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis
4.1 Primärliteratur
4.2 Sekundärliteratur

5. Anhang
5.1 Textstellen Original
5.2 Textstellen Übersetzung

Einleitung

Im Januar 1942 vollendet Camilo José Cela seinen ersten Roman La familia de Pascual Duarte, findet zunächst jedoch keinen Verlag, der ihn veröffentlichen will. Auch Pío Baroja ahnt, dass der Roman auf Widerstand stoßen würde und lehnt es daher ab, das Geleitwort zur ersten Ausgabe zu schreiben, die gegen Jahresende in einem kleinen Verlag in Madrid mit einer Auflage von 1.500 Exemplaren erscheint. Die zweite Ausgabe wird 1943 verboten, so dass sich Cela dazu gezwungen sieht, die dritte Edition außerhalb Spaniens zu publizieren. Auch drei Jahre später wird La familia de Pascual Duarte von den Zensoren stark kritisiert. So schreibt der Propagandachef Pedro Rocamora in einem Brief an den Pressechef Tomás Cerro Folgendes:

"Camilo José Cela me parece un hombre anormal. Tengo la satisfácción de haberle suspendido en Derecho Civil. Su novela me la leí el otro día a la vuelta de Barcelona, en las dos horas que duró el viaje en avión. Después de llegar a mi casa me sentí enfermo y con un malestar físico inexplicable. Mi familia lo atribuía al avión, pero yo estoy convencido que tenía la culpa Cela. Realmente es una novela que predispone inevitablemente a la náusea.”1

Trotz aller Kritik erscheint 1946 die vierte Auflage in Barcelona.

Mit der Übersetzung des Pascual Duarte von George Leisewitz beginnt auch in Deutschland die Cela-Rezeption. Nachdem der erste Versuch einer Eindeutschung noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs gescheitert ist, wird die erste deutsche Fassung 1949 im Hamburger Toth Verlag veröffentlicht. Inzwischen liegen über 100 Auflagen und Übersetzungen in mehr als zwanzig Sprachen vor. La familia de Pascual Duarte gilt nach dem Don Quijote als das meistgelesene Werk der spanischen Literatur.

Ausgehend von der Skopostheorie von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer soll nun untersucht werden, worauf es bei einer gelungenen Übersetzung ankommt, welchen Problemen und Herausforderungen sich der Übersetzer stellen muss und inwieweit die Übertragung ins Deutsche von George Leisewitz dem Ausgangstext gerecht wird. Die Übersetzung aus dem Jahre 1949 soll dabei im Zentrum der Betrachtung stehen und stellenweise mit der 1960 im Arche Verlag erschienenen Fassung, die unter Mitarbeit des Autors und Gerda Theile-Bruhns entstanden ist, verglichen werden. Da, laut Reiß, der „Kritik eine bessere Lösung gegenübergestellt werden sollte“2, werden eigene Übersetzungsvorschläge oder andere denkbare Übersetzungsmöglichkeiten angeführt.

2. Hauptteil

2.1 Die Skopostheorie

In den 1980er Jahren folgte auf die „pragmatische Wende“ in der Linguistik eine Umorientierung der Übersetzungstheorie. Katharina Reiß und Hans J. Vermeer entwickelten eine Übersetzungstheorie, die den Anspruch erhebt, die sprachlichen und außersprachlichen Faktoren, die den Übersetzungsprozess steuern, „adäquat zu erfassen und so die Verbindung zwischen Übersetzungstheorie und Übersetzerpraxis“3 zu schaffen. Die Grundlage dieser sogenannten Skopostheorie ist eine Handlungstheorie, die zunächst dargestellt werden soll.

2.1.1 Die Handlungstheorie als Grundlage der Skopostheorie

Da jedes sprachliche Verhalten eine zielgerichtete Handlung ist, entwickelten Katharina Reiß und Hans J. Vermeer für Übersetzungen eine Handlungstheorie. Das Ziel oder den Zweck einer Handlung bezeichnen sie mit dem griechischen Wort ‚skopós‘. Übersetzen und Dolmetschen werden als Handeln unter dem Oberbegriff „Translation“ zusammengefasst. Der Leitsatz ihrer Theorie lautet: „Die Dominante aller Translation ist deren Zweck.“4

Handeln soll aber nicht nur der „Erreichung eines Zieles“5 dienen, sondern soll auch situationsadäquat sein. Handeln ist somit in doppeltem Sinn „intentional“ und kann als Funktion zweier Faktoren beschrieben werden: „der Einschätzung einer gegebenen Situation und der dadurch bedingten Intention (Funktion der Handlung).“6

Wie Handeln ablaufen muss, wird in den „Situationstypen“ von Normen vorgeschrieben, d.h. also, dass die „geltenden kulturspezifischen Normen“7 bestimmen, was in der gegebenen Situation „sinnvoll“ ist. Somit wird das aktuelle Handeln durch die „aktuelle Einschätzung von Situationsfaktoren“8 bedingt. „Als sinnvoll gilt Handeln da, wo es kulturspezifisch (!) als situationsadäquat erklärt werden kann, und für den, der diese Erklärung abgeben kann.“9 Reiß/ Vermeer nehmen an, dass jeder Mensch in der gegebenen Situation „sinnvoll (motiviert) handeln will, d.h. sein Verhalten als situationsadäquat behaupten kann.“10 Kann eine Handlung als situationsadäquat (sinnvoll) erklärt werden, dann gilt sie als „geglückt.“

2.1.2 Die Skopostheorie

Ausgangspunkt für eine Translationstheorie ist eine Situation, „in der bereits immer schon ein Ausgangstext als ‚Primärtext‘ vorhanden ist; die Frage ist also nicht: ob und wie gehandelt, sondern ob, was und wie weitergehandelt (übersetzt/ gedolmetscht) werden soll. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine Translationstheorie also eine k o m p l e x e Handlungstheorie.“11 Die Entscheidungen, die ein Übersetzer oder Dolmetscher treffen muss, „hängen also von einer dominierenden Grundregel ab; ob und was transferiert wird, entscheidet sich an ihr ebenso wie das Wie, die Translationstheorie.“12

Wie bereits erwähnt, schreiben Normen vor, dass und wie gehandelt wird. Allerdings lassen sie „einen gewissen Spielraum für die Art der Handlung zu.“13

Entscheidend ist nicht, wie eine Norm erfüllt wird, sondern dass „auf eine Situation so reagiert wird, dass die Reaktion als sinnvoll erklärt werden kann“14, dass also der Versuch unternommen wird, die Norm zu erfüllen. Auf die Translation übertragen heißt das, dass „Abwandlung […] unter gegebenen Bedingungen legitim“15 ist, wobei die Bedingungen „im Kulturspezifischen liegen, z. B. im gleichen Grad des Üblichen als Adäquatheitsbedingung.“16 Es ist also wichtiger, „dass ein gegebener Translat(ions)zweck erreicht wird, als daß eine Translation in bestimmter Weise durchgeführt wird.“17 Daraus folgt, dass es nicht „d i e Übersetzung(sform) des Textes“18 geben kann und dass die Translate „in Abhängigkeit von den vorgegebenen Skopoi“19 variieren.

Kann eine Handlung als situationsadäquat (sinnvoll) erklärt werden, dann gilt sie als „geglückt“. Ob eine Handlung als „geglückt“ bezeichnet werden kann, ist eine Feststellung, „die von Produzent und Rezipient getrennt getroffen wird und für die beide (und evtl. dritte) getrennt gilt.“20 Der Produzent muss seine „Intention“ angeben und der Rezipient sucht nach einer Erklärung, einer „Interpretation“ für das Verhalten des Produzenten. Diese Erklärungen der Interaktionspartner müssen nicht übereinstimmen. „Beide versuchen, die gegenseitigen Erklärungen vorwegnehmend einzuschätzen und in ihrem Handeln zu berücksichtigen.“21 „Eine Handlung gilt dann (beidseitig) als (voll) ‚geglückt‘, wenn die Stellenwerte für Sender und Empfänger innerhalb eines näher zu bestimmenden zulässigen Variantenraumes nicht signifikant voneinander abweichen, so daß von keiner der beiden Parteien her ein ‚Protest‘ erfolgt.“22 Für die Translation heißt dies, dass das Translat „in sich kohärent (verständlich) ist.“23 Protestiert werden könnte gegen „die Übermittlung (als Ereignis) und gegen die Art der Übermittlung“24, gegen „den gemeinten Sachverhalt als Informationsangebot“25, sowie gegen „die Interpretation (d.h. Protest seitens des Produzenten gegen die Reaktion des Rezipienten)“26. Becorte von Transfer“27 ist, kann zum einen der Transfer als solcher und zum anderen der Skopos des Transfers beurteilt werden. Wird gegen den Transfer als solchen protestiert, so heißt dies nicht, dass die Translation nicht glücken kann, denn es kann sich um eine gute Translation handeln, auch wenn man mit dem Inhalt des Ausgangstextes „nicht einverstanden ist.“28 Es kann allerdings dagegen protestiert werden, „dass eine Sache so transferiert wird, wie sie in einem gegebenen Translat transferiert worden ist.“29 Es wird also gegen den Skopos des Transfers und/ oder die Art des Transfers protestiert.

Die oberste Regel der Translationstheorie ist die sogenannte „Skoposregel“. Sie besagt: „Eine Handlung wird von ihrem Zweck bestimmt (ist eine Funktion ihres Zwecks)“30: Trl. = f (Sk). Anders ausgedrückt heißt dies: „Der Zweck heiligt die Mittel.“31 Es gibt nicht nur einen, sondern mehrere Zwecke, die hierarchisch geordnet werden. Jeder der Zwecke muss begründbar („sinnvoll“) sein.

„Der intendierte Rezipient („Adressat“) kann als Sondersorte (Untermenge) des Skopos beschrieben werden. Die Durchführung einer Interaktion hängt von den Relationen zwischen den Interaktionspartnern mit ab.“32 Daraus ergibt sich die soziologische Regel, die als Unterregel der Skoposregel bezeichnet wird und die besagt, dass der Skopos „als rezipientenabhängige Variable beschreibbar“33 ist: Sk = f (R).

Der Skopos eines Translats muss nicht dem Skopos des Ausgangstextes entsprechen, d.h. Abweichungen vom Skopos des Ausgangstextes sind möglich. Grund dafür ist die Tatsache, dass eine Translation grundsätzlich „eine andere Produktionshandlung als die Herstellung des Ausgangstextes“34 ist. Daraus folgt, dass eine Translation einem anderen Zweck als der Ausgangstext dienen kann. Für Reiß/ Vermeer ist das Beibehalten eines Zwecks eine kulturspezifische Regel, aber „keine Grundforderung einer allgemeinen Translationstheorie.“35 Eine weitere Begründung ist, dass Translation „als Sondersorte des Informationsangebot“36 definiert wurde. Eine Information wird also dann angeboten, wenn der Sender erwartet, dass sie für den Empfänger etwas Neues enthält und somit interessant für ihn ist. Als dritte Begründung führen Reiß/ Vermeer an, dass Translationen stets kulturellen und sprachlichen Transfer bedeuten. „Kulturen und Sprachen bilden je ein eigenes Gefüge, in denen jedes Element seinen Wert durch die Stellung zu anderen Elementen desselben Gefüges erhält (‚où tout se tient‘), kurz: Kulturen und Sprachen sind Individua, damit sind auch Texte als Gefüge aus Teilen kultureller und sprachlicher Gefüge Individua.“37 Reiß/ Vermeer kommen zu dem Schluss, dass man, „wenn also allemal ein ‚anderer‘ Text herauskommt“, nur fordern kann, dass dieser „möglichst nahe beim Ausgangstext“38 bleibt. „Denkbar wäre, daß dies gerade durch Funktionsänderung erreicht wird.“39

Die allgemeine Translationstheorie nach Reiß/ Vermeer lässt sich mit den nun folgenden Regeln zusammenfassen.

2.1.3 Regeln

Nach Reiß/ Vermeer: „Zusammenfassung der allgemeinen

Translationstheorie“40

(1) Ein Translat ist skoposbedingt.
(2) Ein Translat ist ein Informationsangebot in einer Zielkultur und -sprache über ein Informationsangebot in einer Ausgangskultur und -sprache.
(3) Ein Translat bildet ein Informationsangebot nichtumkehrbar eindeutig ab. (4) Ein Translat muss in sich kohärent sein.
(5) Ein Translat muss mit dem Ausgangstext kohärent sein.
(6) Die angeführten Regeln sind untereinander in der angegebenen Reihenfolge hierarchisch geordnet („verkettet“).

2.2 Einführung in das Original

2.2.1 Aufbau

Der Roman La familia de Pascual Duarte erzählt die Lebensgeschichte des zum Tode verurteilten Pascual Duarte, der im Gefängnis seine Memoiren schreibt. Diese Memoiren bestehen insgesamt aus 17 Kapiteln, die man in drei Teile aus jeweils fünf Kapiteln zusammenfassen kann („La familia de Pascual. no creada por él“, „Pascual crea su propia familia“, „La descomposición de la familia de Pascual“41 ). Die einzelnen Teile werden durch einen Monolog, den Pascual in seiner Zelle führt, unterbrochen.

Diese Memoiren sind eingebettet in verschiedene Dokumente, die man als Rahmenkonstruktion bezeichnen könnte.

Vorangestellt ist eine „Nota del transcriptor“, in der er erklärt, wo er die Memoiren gefunden hat und was er mit ihnen getan hat.

Darauf folgt ein Brief von Pascual Duarte an Joaquín Barrera López, der den Memoiren beilgelegt ist, und eine Klausel aus dem Testament von Joaquín Barrera y López, in der er festlegt, was mit den Memoiren geschehen soll. Im Anschluss daran steht eine Widmung an Jesús González de la Riva.

Nach den Memoiren folgt eine weitere „nota del transcriptor“, sowie ein Brief des Gefängnispfarrers und ein Brief des Guardia Civil, in denen beide Pascuals Tod beschreiben.

2.2.2 Inhalt der Memoiren

Pascual Duarte wächst in einem kleinen Dorf in der Provinz Badajoz auf. Sein Vater ist gewalttätig und seine Mutter eine Alkoholikerin, die, als ihr Mann stirbt, lacht, anstatt zu weinen. Seine jüngere Schwester Rosario ist eine Prostituierte und sein Bruder Mario, dessen Vater der Geliebte seiner Mutter ist, stirbt im Alter von zehn Jahren. Bei der Beerdigung verliebt sich Pascual in Lola, seine zukünftige Frau. Nach der Hochzeitsreise, die sie in Mérida verbracht haben, hat Lola eine Fehlgeburt. Ein Jahr später wird sie wieder schwanger und bringt einen Sohn zur Welt, dem sie den Namen Pascual geben. Doch das Kind wird nicht älter als elf Monate. Lola und seine Mutter machen Pascual das Leben mit ihren Vorwürfen unerträglich, so dass Pascual der Gedanke kommt, seine Mutter umzubringen, was ihn erschreckt und ihn dazu veranlasst, nach Madrid zu fliehen, von wo aus er nach La Coruña gelangen möchte, um nach Amerika zu reisen. Pascual verbringt fünfzehn Tage in der Hauptstadt und zwei Jahre in La Coruña, doch das Heimweh und die Sehnsucht bringen ihn zurück nach Hause. Dort gesteht ihm Lola, die ihn liebevoll empfangen hat, dass sie von einem anderen Mann schwanger ist. Pascual vermutet, dass seine Mutter hinter dieser Beziehung steckt und schlägt Lola eine Abtreibung vor, was sie aber verweigert. Er verzeiht ihr, besteht aber darauf, zu erfahren, wer der Vater des Kindes ist. Sobald sie ihm verraten hat, dass es der Estirao ist, stirbt Lola. Pascual macht sich in Almendralejo auf die Suche nach ihm und sieht dort seine Schwester Rosario wieder, die mit ihm nach Hause zurückkehrt. Kurze Zeit später taucht der Estirao auf, um Rosario mitzunehmen. Pascual tötet ihn, „den Mörder meiner Frau […] den, der meine Schwester geschändet hatte“42 und muss daraufhin ins Gefängnis. Nach drei Jahren wird Pascual frühzeitig entlassen und kehrt nach Hause zurück. Dort findet er heraus, dass seine Schwester mit seinem Trauzeugen nach Almendralejo gegangen ist. Als Rosario von Pascuals Rückkehr erfährt, besucht sie ihn und berichtet ihm, dass sie nach einer Frau für ihn gesucht hat. Pascual heiratet Esperanza, doch seine Mutter macht ihm das Leben immer noch schwer, so dass Pascual sie eines Nachts ermordet.

2.2.3 Erzählform

Wie der Aufbau des Romans La familia de Pascual Duarte zeigt, ist Pascual nicht die einzige Figur mit einer erzählenden Funktion. Man kann folgende zwei Ebenen unterscheiden: Auf der ersten Ebene wird über Pascuals Leben und Tod berichtet. Die Figuren, die hierbei eine erzählende Funktion innehaben, sind Pascual, der Herausgeber, der Gefängnispfarrer und der Guardia Civil. Auf der zweiten Ebene wird über die Umstände der Memoirenabfassung vom Schreibakt im Gefängnis bis zur Veröffentlichung berichtet. Auf dieser Ebene schildert Pascual, „warum und wie er diese geschrieben hat“43, der Guardia Civil erzählt, wie er die Memoiren Don Joaquín Barrera gegeben hat und dieser, was mit ihnen geschehen soll. Vom Herausgeber erfahren wir, wo er die Memoiren gefunden und was er mit ihnen getan hat. Der Gesamttext ist somit „nicht identisch mit der bloßen Erzählung Pascuals; daher handelt es sich keinesfalls INSGESAMT um eine Ich- Erzählsituation.“44

Auch wenn Pascuals Autobiographie den größten Raum innerhalb des Romans einnimmt, beinhaltet sie nicht alle von ihm verfassten Memoiren, sondern ist nur eine Auswahl, die vom Herausgeber getroffen wurde. Somit zeigt sich, dass der Herausgeber über das Erzählte dominiert. „Aufgrund der Tatsache, daß der Herausgeber über die Memoiren Pascuals verfügt, könnte man von einem ‚auktorialen Roman‘ sprechen.“45 Von Bedeutung ist also sowohl „die erzählende Figur und ihr Blickpunkt“, als auch „diejenige Instanz, die das Erzählmaterial distribuiert und organisiert.“46 Für die Erzählsituation heißt dies, dass sie „nicht von der Quantität, sondern von dem Rang, der die erzählende Person besitzt, abhängig“47 ist.

Außerdem ist hervorzuheben, dass Pascual nur eine bestimmte und begrenzte Leserschicht anspricht („a algunos de aprender“48 ), wohingegen der Herausgeber den Roman an jeden „curioso lector“49 widmet.

Da in La familia de Pascual Duarte neben den Memoiren auch die rahmenbildenden Dokumente von entscheidender Bedeutung sind, habe ich für die Untersuchung der Übersetzung von George Leisewitz verschiedene Textstellen ausgewählt, die die einzelnen Erzähler und deren Sprachstil widerspiegeln sollen.

[...]


1 http://www.elpais.com/articulo/cultura/CELA/_CAMILO_JOSE_/ESCRITOR/Cartas/censores/elpepic ul/19820304elpepicul_8/Tes

2 Reiß 1971, S. 12

3 Harhoff 1991, S. 3

4 Reiß/ Vermeer 1984, S. 96

5 Reiß/ Vermeer 1984, S. 98

6 ebda

7 Reiß/ Vermeer 1984, S. 96

8 Reiß/ Vermeer 1984, S. 97

9 ebda

10 ebda

11 Reiß/ Vermeer 1984, S. 95

12 ebda

13 ebda

14 ebda

15 ebda

16 ebda

17 Reiß/ Vermeer 1984, S. 100

18 Reiß/ Vermeer 1984, S. 101

19 ebda

20 Reiß/ Vermeer 1984, S. 99

21 ebda

22 ebda

23 Stolze 2008, S. 172

24 Reiß/ Vermeer 1984, S. 108

25 ebda

26 ebda

27 ebda

28 Reiß/ Vermeer 1984, S. 109

29 ebda

30 Reiß/ Vermeer 1984, S. 101

31 ebda

32 ebda

33 ebda

34 Reiß/ Vermeer 1984, S. 103

35 ebda

36 ebda

37 Reiß/ Vermeer 1984, S. 104

38 ebda

39 ebda

40 Reiß/ Vermeer 1984, S. 119

41 http://www.xtec.es/~rsalvo/cela/propuest/estructu.htm

42 Cela, Camilo José: Pascual Duartes Familie, übers. von George Leisewitz. Hamburg: J. P. Toth Verlag 1949

43 Díaz Arenas 1984, S. 107

44 Díaz Arenas 1984, S. 108

45 ebda

46 Díaz Arenas 1984, S. 109

47 ebda

48 Cela, Camilo José: La familia de Pascual Duarte. Barcelona: Ediciones Destino 20093, S. 17

49 Cela, Camilo José: La familia de Pascual Duarte. Barcelona: Ediciones Destino 20093, S. 115

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Camilo José Celas "La familia de Pascual Duarte". Eine Übersetzungskritik
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,0
Jahr
2010
Seiten
37
Katalognummer
V468463
ISBN (eBook)
9783668944732
ISBN (Buch)
9783668944749
Sprache
Deutsch
Schlagworte
camilo, josé, celas, pascual, duarte, eine, übersetzungskritik
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Camilo José Celas "La familia de Pascual Duarte". Eine Übersetzungskritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468463

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