Durch den raschen technologischen und wirtschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte hat die betriebliche Bildungsarbeit stark an Bedeutung gewonnen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und weiter auszubauen werden gezielte Investitionen in Weiterbildungsmaßnahmen notwendig. Mit zunehmenden Investitionen steigt auch das Interesse eines Nachweises, der belegt, dass die Weiterbildung erfolgreich war.
Der Einsatz von Erfolgskontrollen ist im Gegensatz dazu in der Praxis jedoch gering. Dieses Defizit greift diese Arbeit auf und bietet dem Leser einen tiefer gehenden Einblick in die Weiterbildungs-Evaluation. Es wird gezeigt, wie der Erfolg von Weiterbildungsmaßnahmen praxisrelevant beurteilt werden kann. Dafür werden ausgewählte Methoden und Instrumente dargestellt.
Im Hauptteil wird die Erfolgsermittlung systematisiert und dafür ein Stufenmodell ausgewählt, das den Weiterbildungserfolg in vier Ebenen -Zufriedenheit, Lernerfolg, Transfererfolg und Organisationserfolg - unterteilt. Jede dieser Stufen wird ausführlich erklärt, geeignete Evaluierungsinstrumente zugeordnet und die jeweiligen kritischen Erfolgsfaktoren aufgezeigt.
Im Praxisteil dieser Arbeit werden Beispiele von namhaften Unternehmen vorgestellt, die aufzeigen, dass es mit relativ einfachen Methoden und Mitteln möglich ist, systematisch eine Erfolgskontrolle durchzuführen. Neben diesen Beispielen gewährt die eigene empirische Untersuchung, explorativen Charakters, Einblicke in die alltägliche betriebliche Weiterbildungsarbeit und liefert interessante Informationen darüber, wie sich die Evaluation in ausgewählten Unternehmen gestaltet.
Abschließend werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen, die sich für die Weiterbildungspraxis ergeben, abgeleitet und dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 DIE BETRIEBLICHE WEITERBILDUNG ALS ELEMENT DER PERSONALENTWICKLUNG
2.1 Begriffsbestimmung Personalentwicklung
2.2 Das Wesen der betrieblichen Weiterbildung
2.2.1 Begriffsbestimmung Weiterbildung
2.2.2 Aufgaben und Ziele der betrieblichen Weiterbildung
2.2.3 Inhalte der betrieblichen Weiterbildungsarbeit
2.2.4 Weiterbildungsmethoden
2.2.4.1 Training on the job
2.2.4.2 Training off the job
2.2.4.3 Weiterbildungsmethoden in der Praxis
2.2.5 Phasen des betrieblichen Weiterbildungsprozesses
2.2.5.1 Bedarfsermittlung
2.2.5.2 Zieldefinition
2.2.5.3 Planung
2.2.5.4 Durchführung
2.2.5.5 Erfolgskontrolle
3 EVALUATION ODER/UND BILDUNGSCONTROLLING?
3.1 Definition Bildungscontrolling
3.2 Begriffsbestimmung Evaluation
3.3 Bildungscontrolling vs. Evaluation
4 EVALUIERUNG VON WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN
4.1 Zielsetzungen von Evaluation
4.2 Erstreckungsbereich der Evaluation
4.3 Formen der Evaluation
4.3.1 Formative und summative Evaluierung
4.3.2 Selbst- und Fremdevaluierung
4.3.3 Subjektive und objektive Evaluierung
4.4 Evaluationsdesigns
4.4.1 Kontrollgruppendesign
4.4.2 Institutionelle Zyklus-Analyse
4.4.3 Mehrphasen-Design
5 INSTRUMENTE ZUR EVALUIERUNG VON WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN
5.1 Auswahlkriterien
5.2 Ausgewählte Instrumente zur Erfolgsermittlung
5.2.1 Fragebogen
5.2.2 Feedback-Bogen
5.2.3 Semantisches Differential
5.2.4 Stimmungsbarometer
5.2.5 Interviews
5.2.6 Gruppenfeedback
5.2.7 360 Grad Feedback
5.2.8 Beobachtung
5.2.9 Mystery-Shopping
5.2.10 Tests
5.2.11 Informelle Testmethoden
5.2.12 Simulationsübungen
5.2.13 Aktionspläne
5.2.14 Selbstkontrakt
5.2.15 Follow-up Veranstaltung
5.2.16 Kennzahlen
6 SYSTEMATISCHE EVALUIERUNG IM STUFENMODELL
6.1 Konzeption des Gegenstandes
6.2 Wirkungszusammenhänge im Stufenmodell
6.3 Evaluieren in den einzelnen Stufen
6.3.1 Stufe 1: Zufriedenheit
6.3.1.1 Charakteristika
6.3.1.2 Kritische Erfolgsfaktoren
6.3.1.3 Geeignete Evaluierungsmethoden und Anwendungshinweise
6.3.1.4 Schlussbetrachtung
6.3.2 Stufe 2: Lernerfolg
6.3.2.1 Charakteristika
6.3.2.2 Kritische Erfolgsfaktoren
6.3.2.3 Geeignete Evaluationsmethoden und Anwendungshinweise
6.3.2.4 Schlussbetrachtung
6.3.3 Stufe 3: Transfererfolg
6.3.3.1 Kritischer Erfolgsfaktor - Transfer
6.3.3.1.1 Transferbegriff und Transferproblematik
6.3.3.1.2 Transfereffekte und Transferlücke
6.3.3.1.3 Transferfördermaßnahmen
6.3.3.2 Geeignete Evaluationsmethoden und Anwendungshinweise
6.3.3.3 Schlussbetrachtung
6.3.4 Stufe 4: Organisationserfolg
6.3.4.1 Charakteristika
6.3.4.2 Geeignete Evaluationsmethoden und Anwendungshinweise
6.3.4.3 Schlussbetrachtung
7 PRAXISTEIL
7.1 Beispiele aus der Literatur
7.1.1 Henkel CEE
7.1.2 TÜV Deutschland
7.1.3 BASF AG
7.1.4 Deutsche Telekom AG
7.2 Eigene empirische Untersuchung
7.2.1 VKB-Bank AG
7.2.2 Zürich AG
7.2.3 Hartlauer GmbH
7.2.4 Miba Gleitlager GmbH
7.2.5 Resümee der empirischen Untersuchung
8 RESÜMEE UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, dem interessierten Leser einen tiefergehenden Einblick in die Sphäre der Weiterbildungs-Evaluation zu gewähren. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie kann im Rahmen von Bildungscontrolling der Erfolg von Weiterbildungsmaßnahmen praxisrelevant gemessen werden?“ Die Arbeit verfolgt dabei den Ansatz, Methoden und Instrumente aufzuzeigen, um Weiterbildungserfolge systematisch festzustellen.
- Systematische Erfolgskontrolle von Weiterbildungsmaßnahmen
- Abgrenzung und Zusammenhang von Bildungscontrolling und Evaluation
- Anwendung von Stufenmodellen zur Evaluierung (Zufriedenheit, Lernerfolg, Transfer, Unternehmenserfolg)
- Vorstellung praktischer Instrumente (z.B. Fragebögen, Aktionspläne, Kennzahlen)
- Empirische Untersuchung der Praxis in namhaften österreichischen Unternehmen
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Weiterbildungspraxis
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Fragebogen
Der Fragebogen gehört zu den gängigsten Methoden in der Evaluation von Weiterbildungsveranstaltungen und erfreut sich vor allem aufgrund der vielschichtigen Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis großer Beliebtheit.168
Ein Fragebogen kann sehr flexibel eingesetzt werden, er ermöglicht es Informationen aller Art zu erhalten. So können persönlichen Einstellung, Auffassungen und Meinungen erhoben, aber auch konkrete Leistungsverbesserungen auf diese Weise überprüft werden.169
Es kann zwischen unstrukturierten und strukturierten Fragen unterschieden werden:170
Unstrukturierte Methode
Offene Fragen
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema, Darlegung der Problemstellung und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 DIE BETRIEBLICHE WEITERBILDUNG ALS ELEMENT DER PERSONALENTWICKLUNG: Einordnung der Weiterbildung in die Personalentwicklung, Definition der Begriffe, Methoden und Prozessphasen.
3 EVALUATION ODER/UND BILDUNGSCONTROLLING?: Abgrenzung der Begriffe Evaluation und Bildungscontrolling und Einordnung in den Kontext der Arbeit.
4 EVALUIERUNG VON WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN: Darstellung der theoretischen Grundlagen, Zielsetzungen und Formen der Evaluation sowie Evaluationsdesigns.
5 INSTRUMENTE ZUR EVALUIERUNG VON WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN: Detaillierte Vorstellung praxisrelevanter Methoden und Instrumente zur Erfolgsermittlung.
6 SYSTEMATISCHE EVALUIERUNG IM STUFENMODELL: Systematisierung der Erfolgsermittlung anhand des Vier-Stufen-Modells (Zufriedenheit, Lernerfolg, Transfererfolg, Organisationserfolg).
7 PRAXISTEIL: Vorstellung von Beispielen aus der Literatur sowie Präsentation der Ergebnisse der eigenen empirischen Untersuchung.
8 RESÜMEE UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Ableitung konkreter Empfehlungen für die Praxis.
Schlüsselwörter
Bildungscontrolling, Evaluation, Weiterbildungsmaßnahmen, Personalentwicklung, Erfolgskontrolle, Transfererfolg, Lernerfolg, Organisationserfolg, Feedback, Fragebogen, Aktionsplan, Kennzahlen, Transfersicherung, Weiterbildungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Erfolgskontrolle von betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen im Kontext des Bildungscontrollings.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Erfolgsermittlung, dem Stufenmodell der Evaluation und der praktischen Anwendung dieser Instrumente in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Erfolg von Weiterbildungsmaßnahmen praxisrelevant gemessen werden kann, um den Rechtfertigungsdruck gegenüber dem Management zu adressieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturrecherche führt die Autorin eine eigene empirische Untersuchung durch, basierend auf leitfadenorientierten Experteninterviews in vier Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil systematisiert die Evaluierungsarbeit in einem Stufenmodell (Zufriedenheit, Lernerfolg, Transfererfolg und Organisationserfolg) und ordnet diesen Stufen konkrete Instrumente zu.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Bildungscontrolling, Evaluation, Transfererfolg, Erfolgskontrolle und Personalentwicklung.
Welche Rolle spielt die "Transferlücke" in der Arbeit?
Die Transferlücke beschreibt die Diskrepanz zwischen dem erlernten Wissen im Training und der tatsächlichen Anwendung am Arbeitsplatz, was eine der zentralen Herausforderungen der Erfolgsermittlung darstellt.
Warum wird im Praxisteil zwischen Produktions- und beratungsintensiven Unternehmen unterschieden?
Die Untersuchung zeigt, dass beratungsintensive Unternehmen wie Banken oder Versicherungen häufiger Transferförderung betreiben als Produktionsbetriebe, bei denen Lernen und Arbeiten oft direkt zusammenfallen.
- Quote paper
- Sandra Hinterplattner (Author), 2005, Die systematische Erfolgskontrolle von Weiterbildungsmaßnahmen beim Bildungscontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46852