Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit dem Verfahren der Komposition in der spanischen Wortbildung.
Ständige Veränderungen stellen eine Grundeigenschaft der menschlichen Sprache dar. Dies zeigt sich insbesondere im Wortschatz, dem Lexikon, aus dem einerseits einzelne Lexien im Laufe der Zeit verschwinden und das andererseits immer wieder durch neu entstehende Lexien erweitert wird.
Für diesen Ausbau des Lexikons steht unter anderem das Verfahren der Komposition zur Verfügung, das sich als "proceso de formación de palabras en virtud del cual a partir de dos lexemas se crea un nuevo" definieren lässt. Doch so wie wissenschaftliche Arbeiten die Wortbildung unterschiedlichen Bereichen der Sprachwissenschaft zuordnen, so ist auch bei den Ergebnissen der Wortbildung nicht immer eine einheitliche Zuordnung zu Wortbildungsverfahren vorhanden.
Da die Komposition entscheidend zum Ausbau des Lexikons beiträgt, soll sich diese Hausarbeit mit den für das Spanische am bedeutendsten Kompositionsarten auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht dabei, welche Möglichkeiten der Zusammensetzung es gibt, wie produktiv sie sind und welche Probleme bei der Zuordnung zur Komposition bestehen. In der Schlussfolgerung steht der Versuch, zu klären, welcher Stellenwert die Komposition bei der spanischen Wortbildung zukommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Endozentrische vs. Exozentrische Komposita
2.1.1 Endozentrische Komposita
2.1.2 Exozentrische Komposita
2.2 Substantivkomposita
2.2.1 Substantiv + Substantiv => Substantiv
2.2.2 Verb + Substantiv => Substantiv
2.2.3 Adjektiv + Substantiv => Substantiv
2.2.4 Adverb + Substantiv => Substantiv
2.2.5 Präposition + Substantiv => Substantiv
2.3 Adjektivkomposita
2.3.1 Substantiv + Adjektiv => Adjektiv
2.3.2 Adjektiv + Adjektiv => Adjektiv
2.3.3 Adjektiv + Substantiv => Adjektiv
2.3.4 Adverb + Adjektiv => Adjektiv
2.4 Verbalkomposita
2.4.1 Substantiv + Verb => Verb
2.4.2 Adverb + Verb => Verb
2.5 Gelehrte Komposita
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verfahren der Komposition im Spanischen, um dessen Stellenwert und Produktivität bei der Wortbildung zu bestimmen. Dabei werden zentrale Kompositionsarten analysiert, deren formale und semantische Eigenschaften betrachtet sowie Schwierigkeiten bei der sprachwissenschaftlichen Einordnung diskutiert.
- Unterscheidung zwischen endozentrischen und exozentrischen Komposita
- Analyse von Substantiv-, Adjektiv- und Verbalkomposita
- Diskussion der Produktivität und Klassifizierung verschiedener Kompositionstypen
- Untersuchung von gelehrten Komposita und ihrer Wortbildungsmuster
- Abgrenzung der Komposition gegenüber anderen Wortbildungsverfahren wie der Derivation
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Endozentrische Komposita
Formal betrachtet bestehen endozentrische Komposita aus einem Kopf und einem modifizierenden Element. Der Kopf legt dabei die formalen Eigenschaften wie Wortart, Genus (bei Substantiven) und Flexionsklasse des Gesamtwortes fest. So handelt es sich beispielsweise bei pez sierra (Sägefisch) um ein maskulines Substantiv, da es el pez und nicht la pez heißt.
Unter semantischem Blickwinkel sind sogenannte Determinativkomposita endozentrisch. Der Kopf, das Determinatum, wird durch das andere Kompositionsglied, das Determinans, näher bestimmt. Dabei liegt dem Spanischen das romanische Determinationsverhältnis zugrunde, d.h. auf das Determinatum folgt das Determinans (conferencia de prensa, coche cama), wohingegen im Deutschen das Determinans vorangeht (Pressekonferenz, Schlafwagen). Durch das Determinans wird somit eine Eigenschaft oder Funktion ausgedrückt, „die dem Determinatum im wirklichen oder im übertragenen Sinn zugesprochen wird“2. So ist ein vagón restaurante (Speisewagen) „’un vagón que es restaurante’“3. Außerdem kann die Relation durch Paraphrasen wie „’sirve de’ (dient als)“, „’hace la función de’ (hat die Funktion)“, „’actua como’ (handelt wie)“, „’parece’ (sieht aus wie)“ oder „’es considerado como’ (wird betrachtet als)“4. präzisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Komposition für den lexikalischen Ausbau einer Sprache und definiert das Forschungsziel der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil systematisiert verschiedene Kompositionstypen, analysiert deren linguistische Struktur und diskutiert die Abgrenzung zu anderen morphologischen Verfahren.
2.1 Endozentrische vs. Exozentrische Komposita: Das Kapitel differenziert zwischen Komposita mit und ohne internen Kopf auf Basis formaler und semantischer Merkmale.
2.2 Substantivkomposita: Hier werden Verbindungen untersucht, die als Ergebnis ein Substantiv liefern, wobei insbesondere die hohe Produktivität im Spanischen hervorgehoben wird.
2.3 Adjektivkomposita: Es wird die begrenzte Produktivität der Adjektivkomposition dargestellt und verschiedene Kombinationstypen der Wortarten analysiert.
2.4 Verbalkomposita: Das Kapitel behandelt die seltene Form der verbalen Komposition und beleuchtet die Problematik der Bestimmung von Verb-Konstituenten.
2.5 Gelehrte Komposita: Es werden Bildungen aus lateinischen oder griechischen Bausteinen analysiert, die oft in Fachsprachen vorkommen und nicht immer den klassischen Kompositionsregeln folgen.
3. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass die Komposition im Spanischen im Vergleich zum Deutschen weniger produktiv ist und meist auf festen Mustern basiert.
Schlüsselwörter
Spanische Wortbildung, Komposition, Endozentrische Komposita, Exozentrische Komposita, Substantivkomposita, Adjektivkomposita, Verbalkomposita, Gelehrte Komposita, Derivation, Wortschatzerweiterung, Produktivität, Linguistik, Morpheme, Determinationsverhältnis, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Verfahren der Komposition innerhalb der spanischen Wortbildung und untersucht deren strukturelle Eigenschaften sowie Produktivität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Kategorisierung in endo- und exozentrische Komposita, die Analyse von Wortartkombinationen (Substantiv, Adjektiv, Verb) sowie die Betrachtung gelehrter, aus dem Griechischen oder Lateinischen stammender Bildungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Stellenwert der Komposition im Spanischen zu klären und aufzuzeigen, wie produktiv verschiedene Zusammensetzungstypen sind und welche Klassifizierungsprobleme dabei auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische linguistische Vorgehensweise, basierend auf einer Auswertung fachsprachlicher Literatur und morphologischer Kriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der verschiedenen Wortbildungstypen, angefangen bei der Unterscheidung von Komposita-Typen bis hin zur Analyse gelehrter Wortbausteine.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Hauptthema spanische Wortbildung sind Begriffe wie Produktivität, Kompositionstypen, Morpheme und Sprachvergleich (Spanisch-Deutsch) für die Arbeit charakteristisch.
Warum ist die Zuordnung von Komposita oft problematisch?
Die Zuordnung ist schwierig, da bei vielen Bildungen nicht eindeutig ist, ob sie zur Komposition oder zur Derivation gehören, insbesondere wenn Präfixe mit Präpositionen oder Adverbien formal identisch sind.
Was unterscheidet endozentrische von exozentrischen Komposita?
Endozentrische Komposita besitzen einen Kopf, der die grammatikalischen Eigenschaften des Gesamtwortes festlegt, während exozentrische Komposita keinen internen Kopf haben und ihre Eigenschaften von außen beziehen.
Welche Rolle spielt die Produktivität im Spanischen?
Im Vergleich zum Deutschen ist die Komposition im Spanischen weniger produktiv; nur bestimmte Typen, wie Nominalkomposita aus zwei Substantiven, treten häufig auf.
Wie werden gelehrte Komposita gebildet?
Diese bestehen meist aus lateinischen oder griechischen Wurzeln, die oft mit einem Übergangsvokal verbunden werden und häufig in wissenschaftlichen Fachterminologien anzutreffen sind.
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- Anonym (Author), 2008, Das Verfahren der Komposition bei der spanischen Wortbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468547