Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen Sachverhalte der Marketingformen in ihrer Komplexität voneinander abzugrenzen und den Marketing-Mix auf den sozialen Bereich zu übertragen.
Wir befinden uns in einem Zeitalter, in welchem der Wettbewerb zwischen Unternehmern größer ist denn je. Die Masse von angebotenen Produkten und Leistungen ist unzählbar. Doch eine konkrete Absicht haben alle Anbieter dieser Produkte und Leistungen gemeinsam: Verkauf des eigenen Angebots! Auch im Sozialbereich hat der Kampf um den Kunden längst begonnen und setzt Anbieter von sozialen Gütern und Leistungen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Die Zeiten der stetigen Vollbelegung von sozialen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Kindertagesstätten sind vorbei.
Hier kommt nun das Marketing ins Spiel: Ein Umdenken hin zum aktiven, effektiven Marketing – fokussiert auf die Bedürfnisse und Anliegen der Gesellschaft – ist unabdingbar. Zunächst geht es darum, Marketing in seinem Wesenskern zu erläutern. Im weiteren Verlauf liegt der Fokus auf der praktischen Seite des Marketings – dem Marketinginstrumentarium. Anhand dessen soll die Frage beantwortet werden, inwieweit Marketing mehr sein kann als nur reine Werbung eines Produktes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführende Betrachtung
2 Grundlagen des Marketings
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Ziele und Formen von Marketing
2.2.1 Marketingziele
2.2.2 Anwendungsfelder von Marketing
2.3 Besonderheiten des Sozialmarketings
3 Der Marketingmix
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Das Marketinginstrumentarium
3.2.1 Produkt- und Leistungspolitik
3.2.2 Preispolitik
3.2.3 Vertriebspolitik
3.2.4 Kommunikationspolitik
3.3 Der Marketing-Mix Am Beispiel einer sozialen Einrichtung
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten des klassischen Marketing-Mix im Kontext sozialer Einrichtungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit Marketinginstrumente, die ursprünglich für erwerbswirtschaftliche Kontexte entwickelt wurden, zur Bewältigung des zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Sozialwesen beitragen können.
- Grundlagen und Definitionen des modernen Marketings
- Differenzierung zwischen ökonomischen und psychologischen Marketingzielen
- Besonderheiten des Sozialmarketings gegenüber dem kommerziellen Marketing
- Detaillierte Analyse des klassischen Marketinginstrumentariums (4 P's)
- Praktische Übertragung des Marketing-Mix auf eine beispielhafte soziale Einrichtung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Preispolitik
Bei der Preispolitik geht es primär darum, die Gegenleistung, welche das Unternehmen von seinen Kunden erwartet, zu gestalten. Dabei ist die Preisbildung eins von vier weiteren Instrumenten der Preispolitik (vgl. Abb. 5), weshalb sie auch als Kontrahierungspolitik bezeichnet wird.
Das anzubietende Produkt steht mittlerweile fest. Nun ist es Aufgabe des Marketingmanagements diesem einen marktoptimalen Preis zuzuordnen, zu welchem der Verbraucher das Produkt erwerben kann. Es gibt verschiedene Methoden, welcher sich ein Unternehmen bei der Preisbildung bedienen kann.
Es lassen sich u.a. folgende Möglichkeiten der Preisbildung unterscheiden:
Kostenorientierte Preisbildung,
Nachfrageorientierte Preisbildung,
Wettbewerbsorientierte Preisbildung,
Preisorientierung entsprechend Gesetzen und Regelung.
Bei der kostenorientierten Preisbildung ist der Preis von den anfallenden Kosten abhängig. Demnach werden die betrieblichen Kosten, welche durch das Produkt entstehen, ermittelt. Entweder wird auf diese Kosten eine Gewinnspanne aufgeschlagen oder vom Preis werden die Kosten abgezogen und so der Gewinn ermittelt. Eine weitere Methode ist die nachfrageorientierte Preisbildung. Hier ist der Preis vom Preisverhalten der Nachfrager abhängig. Es muss geklärt werden, wie der Verbraucher das bereitzustellende Produkt preislich einschätzt und welchen Preis dieser bereit ist zu zahlen. Zu bedenken gilt hier allerdings, dass der Nachfrager auf Preissenkungen stark reagiert, umgekehrt führen Preiserhöhungen zu einer sinkenden Nachfrage des Produktes.
Innerhalb der wettbewerbsorientierten Preisfindung wird der Preis losgelöst von Kosten getroffen. Dabei orientiert sich das Unternehmen entweder am Preis des Marktführers, indem dieser und die Preisführerschaft übernommen wird, oder das Unternehmen orientiert sich am durchschnittlichen Branchenpreis und hebt sich durch andere Faktoren wie bspw. Serviceleistungen positiv von der Konkurrenz ab, sodass hier ein gewisser preispolitischer Spielraum entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführende Betrachtung: Einführung in die Allgegenwärtigkeit von Marketing und die wachsende Bedeutung wettbewerbsorientierten Handelns für soziale Einrichtungen.
2 Grundlagen des Marketings: Definition der zentralen Marketingbegriffe sowie Erläuterung der Zielkategorien und der spezifischen Anforderungen an das Sozialmarketing.
3 Der Marketingmix: Detaillierte Darstellung der vier Marketinginstrumente (Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik) und deren praktische Anwendung in sozialen Kontexten.
4 Schlussbetrachtung: Fazit zur Übertragbarkeit des Marketinginstrumentariums auf das deutsche Sozialwesen und dessen zunehmende Relevanz für die Zukunftsfähigkeit sozialer Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Marketing, Marketing-Mix, Sozialmarketing, Nonprofit-Organisationen, Produktpolitik, Preispolitik, Vertriebspolitik, Kommunikationspolitik, Wettbewerb, soziale Einrichtungen, Kundennutzen, Dienstleistungsmarketing, Zielgruppenorientierung, Marketinginstrumentarium, Sozialwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz und Anwendbarkeit von Marketingkonzepten in sozialen Einrichtungen, um den zunehmenden ökonomischen Herausforderungen in diesem Sektor zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Marketings, der Aufbau des Marketing-Mix sowie die spezifischen Besonderheiten, die beim Einsatz dieser Instrumente in einem nicht-kommerziellen Umfeld berücksichtigt werden müssen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, das Marketinginstrumentarium theoretisch zu fundieren und praktisch aufzuzeigen, wie soziale Einrichtungen ihre Angebote durch strategische Marketingaktivitäten effektiver gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse etablierter Marketingtheorien und deren deduktive Anwendung sowie Transformation auf den Bereich sozialer Dienstleistungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden der Marketing-Mix mit seinen vier Instrumenten (Produkt, Preis, Ort, Promotion) und deren spezifische Modifikation für den sozialen Sektor anhand von Modellen und einer Fallbetrachtung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Marketing-Mix, Sozialmarketing, Nonprofit-Organisationen, Dienstleistungsqualität und wettbewerbsorientiertes Handeln.
Wie unterscheidet sich die Preispolitik in sozialen Einrichtungen von kommerziellen Unternehmen?
Im Sozialwesen wird häufig nicht von einem klassischen Preis gesprochen, sondern von Gebühren, Beiträgen oder Pflegesätzen, wobei die Finanzierung oft durch staatliche Mittel oder Spenden ergänzt wird.
Warum ist die Qualitätsbewertung im Sozialmarketing so komplex?
Da soziale Leistungen meist immateriell sind und einen hohen personellen Anteil haben, fällt es Konsumenten schwer, die Qualität vor der Inanspruchnahme zu beurteilen, was das Erscheinungsbild und das Personal zu zentralen Qualitätsfaktoren macht.
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- Anonym (Author), 2017, Einsatz des Marketingmix in sozialen Einrichtungen. Möglichkeiten und Herausforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468554