Diese Arbeit befasst sich zunächst mit den Grundlagen des demografischen Wandels und geht dann auf die regionalen Auswirkungen ein. Danach wird anhand der Stadt Gelsenkirchen der Demografie Typ 7 vorgestellt und am Beispiel des Projekts QuatiersNETZ ein „zukunftsweisendes Konzept für die Gestaltung des demografischen Wandels im Ruhrgebiet“ präsentiert.
Grundsätzlich beschreibt der demografische Wandel die Entwicklung der Bevölkerung hinsichtlich ihrer Zusammensetzung (Fendrich und Pothmann 2015). Dabei gilt es, die Bevölkerungsstruktur von dem Bevölkerungsprozess zu unterscheiden. Die Bevölkerungsstruktur wird genutzt, um die Einwohner eines Landes nach demografischen Indikatoren zu gliedern (Huinink und Schröder 2014). Unter demografische Indikatoren fallen unter anderem das Geschlecht, das Alter, der Wohnort, die Staatsangehörigkeit sowie die Religionszugehörigkeit. Vom Bevölkerungsprozess hingegen spricht man, wenn man demografische Ereignisse innerhalb eines Zeitraumes beobachtet. Dabei spielen drei Faktoren eine zentrale Rolle für den demografischen Wandel namentlich: Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo (Brunsbach 2018).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Grundlagen des demografischen Wandels
2 Demografischer Wandel auf kommunaler Ebene
3 Die Veranschaulichung des Demografie Typ 7 anhand der Stadt Gelsenkirchen
4 Das Projekt QuartiersNETZ in Gelsenkirchen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des demografischen Wandels auf kommunaler Ebene am konkreten Beispiel der Stadt Gelsenkirchen, um Strategien und Potenziale für einen proaktiven Umgang mit diesen gesellschaftlichen Veränderungen aufzuzeigen.
- Grundlagen des demografischen Wandels und dessen gesellschaftliche Relevanz
- Regionale Disparitäten und kommunale Handlungsspielräume im demografischen Wandel
- Analyse der Stadt Gelsenkirchen als Vertreterin des "Demografie Typs 7"
- Vorstellung des Projekts QuartiersNETZ als innovatives Gestaltungskonzept
- Bedeutung der Sozialen Arbeit bei der Umsetzung partizipativer Quartiersentwicklung
Auszug aus dem Buch
3 Die Veranschaulichung des Demografie Typ 7 am Beispiel der Stadt Gelsenkirchen
Laut Bertelsmann Stiftung (2017: 4 ff.) handelt es sich beim Demografie Typ 7 um Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik. Dieser Typ umfasst überwiegend heterogene Groß- und Mittelstädte, wozu große Industriestädte, mittelgroße regionale Zentren, Universitätsstädte, Touristenorte sowie Altersruhesitze zählen (Bertelsmann Stiftung 2017: 4). Kommunen des Demografie Typs 7 weisen typischerweise folgende Merkmale auf: stagnierende bzw. schrumpfende Einwohnerzahlen, zunehmende Alterung der Bevölkerung, geringe Kaufkraft, viele Empfänger*innen von Sozialleistungen, unterschiedlich starke Steuerkraft sowie eine hohe Verschuldung (Bertelsmann Stiftung 2017: 4). Kurz gesagt, zeichnen sich Kommunen des Demografie Typs 7 durch viele Menschen aus, welche auf engstem Raum leben und arbeiten und oftmals durch eine prekäre Haushaltslage in ihren Handlungsspielräumen eingeschränkt sind.
140 deutsche Städte und Gemeinden gehören zu Typ 7, was fast einem Fünftel der Einwohner aller Kommunen mit mehr als 5.000 Bewohnern entspricht (Bertelsmann Stiftung 2017: 3 f.). Die Stadt Gelsenkirchen, welche sich im Jahr 2015 auf Platz 25 der größten Städte Deutschland befand (Statistisches Bundesamt 2017: 30), wird hier als Bespielkommune herangezogen, um die Merkmale, Herausforderungen sowie Potenziale des Demografie Typs näher zu erläutern.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert den demografischen Wandel als zentrale gesellschaftspolitische Herausforderung und skizziert das Ziel der Arbeit, regionale Auswirkungen und Lösungsansätze anhand Gelsenkirchens zu beleuchten.
1 Grundlagen des demografischen Wandels: Dieses Kapitel differenziert zwischen Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsprozess und erläutert die wesentlichen Faktoren wie Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo.
2 Demografischer Wandel auf kommunaler Ebene: Hier werden die regionalen Unterschiede der Bevölkerungsentwicklung sowie die Problematik schrumpfender Kommunen und deren finanzielle Handlungsspielräume diskutiert.
3 Die Veranschaulichung des Demografie Typ 7 anhand der Stadt Gelsenkirchen: Das Kapitel charakterisiert Gelsenkirchen als Kommune des Typs 7 und analysiert deren spezifische soziale und wirtschaftliche Problemlagen.
4 Das Projekt QuartiersNETZ in Gelsenkirchen: Dieses Kapitel stellt das QuartiersNETZ als Modellprojekt vor, das durch Partizipation und digitale Vernetzung einen positiven Beitrag zur Daseinsvorsorge leistet.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass demografische Herausforderungen durch gezielte, ressourcenorientierte und kooperative Ansätze in Chancen für die Stadtentwicklung transformiert werden können.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Gelsenkirchen, Bevölkerungsprozess, Demografie Typ 7, QuartiersNETZ, Soziale Arbeit, Kommunalpolitik, Daseinsvorsorge, Bevölkerungsalterung, Ressourcenorientierung, Partizipation, Haushaltslage, Fachkräftemangel, Stadtentwicklung, Sozialleistungsempfänger
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen des demografischen Wandels in Deutschland und wie Kommunen, speziell am Beispiel von Gelsenkirchen, proaktiv mit diesen Veränderungen umgehen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der demografischen Entwicklung auf kommunaler Ebene, den sozioökonomischen Auswirkungen in Städten des Typs 7 und der Umsetzung von Gestaltungskonzepten wie dem QuartiersNETZ.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen eines durch schrumpfende Dynamik geprägten Wirtschaftsstandorts aufzuzeigen und Strategien zu identifizieren, wie Soziale Arbeit und kommunales Handeln diese positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse, bei der aktuelle Statistiken und Konzepte zur Stadt- und Demografieentwicklung systematisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der kommunalen Ebene, eine Fallstudie zu Gelsenkirchen als "Demografie Typ 7" und eine detaillierte Projektbeschreibung des QuartiersNETZ.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie demografischer Wandel, Gelsenkirchen, QuartiersNETZ, kommunale Daseinsvorsorge, soziale Teilhabe und Demografie Typ 7 beschreiben.
Was macht Gelsenkirchen zu einem besonderen Fallbeispiel im demografischen Wandel?
Gelsenkirchen fungiert als Beispiel für den sogenannten "Demografie Typ 7", eine Kategorie für Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik, hoher Sozialleistungsquote und prekärer Haushaltslage.
Warum ist das Projekt QuartiersNETZ für die Soziale Arbeit von Bedeutung?
Es verknüpft Netzwerkmanagement, technisches Empowerment und soziale Teilhabe älterer Menschen, was zentrale Aufgabenbereiche der modernen Sozialen Arbeit in schrumpfenden oder alternden Quartieren darstellt.
- Citation du texte
- Julia Kopania (Auteur), 2019, Demografischer Wandel anhand der Stadt Gelsenkirchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468641