Kryptowährungen. Geld der Zukunft oder riskantes Spekulationsobjekt?


Masterarbeit, 2019

90 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Währungssystem einer Marktwirtschaft
2.1 Geld
2.1.1 Definition und Eigenschaften des Geldes
2.1.2 Entstehungsgeschichte und Erscheinungsformen des Geldes
2.1.3 Bedeutung des Geldes
2.1.4 Funktionen des Geldes
2.2 Währung
2.2.1 Abgrenzung und Definition des Währungsbegriffs
2.2.2 Aufbau und Akteure des Währungssystems

3 Das System der Kryptowährungen
3.1 Definition von Kryptowährungen
3.2 Hintergrund und Entstehungsgeschichte der Kryptowährungen
3.3 Die Blockchain-Technologie
3.4 Bitcoin – Der Urvater aller Kryptowährungen
3.4.1 Ein historischer Überblick des Bitcoins
3.4.2 Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerks
3.4.3 Funktionsweise des Bitcoin-Systems
3.4.4 Aktuelle Daten zum Bitcoin-Markt
3.5 Ethereum – Blockchain
3.6 Die neuen „Altcoins“ – Alternative Kryptowährungen der nächsten Generation
3.6.1 Stellar – Die hybride Banking Blockchain
3.6.2 EOS – Das bessere Ethereum?
3.6.3 IOTA – Währung für das Internet of Things

4 Analyse von Kryptowährungen anhand der Geldfunktionen
4.1 Eignung als Tauschmittel
4.1.1 Kritische Masse
4.1.2 Transaktionskosten
4.1.3 Skalierbarkeit
4.1.4 Energieverbrauch
4.1.5 Rückerstattungen und Interventionen
4.1.6 Geschwindigkeit
4.1.7 Unabhängigkeit von räumlichen Distanzen und administrativen Grenzen
4.1.8 Volatilität
4.1.9 Transparenz
4.1.10 Nutzung als Spekulationsobjekt
4.1.11 Widerstand staatlicher Institutionen
4.1.12 Die deflationäre Natur des Bitcoins
4.2 Eignung als Recheneinheit
4.2.1 Volatilität
4.2.2 Vergleichbarkeit der Beträge
4.2.3 Preisfragmentierung im Krypto-Markt
4.3 Eignung als Wertspeicher
4.3.1 Sicherheit
4.3.2 Wertentwicklungen
4.3.3 Volatilität
4.3.4 Marktbeeinflussung
4.3.5 Inflationsresistenz
4.4 Rechtliche Aspekte von Kryptowährungen
4.4.1 Staatliche Regulierungen
4.4.2 Nutzung für illegale Aktivitäten

5 Länderspezifischer Vergleich des Krypto-Marktes
5.1 Die einflussreichsten Märkte
5.1.1 China
5.1.2 Die Vereinigten Staaten
5.1.3 Die Eurozone
5.1.4 Japan
5.2 Fallbeispiel: Der Krypto-Markt in Südkorea

6 Weitere Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie

7 Fazit und Ausblick
7.1 Fazit
7.2 Ausblick

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang:

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau einer Blockchain

Abbildung 2: Kapitalisierung des Bitcoin-Markts

Abbildung 3: Anzahl der Bitcoin-Transaktionen pro Tag

Abbildung 4: Anzahl der Bitcoins im Umlauf

Abbildung 5: Verteilung der Bitcoins

Abbildung 6: Google Trendanalyse zum Begriff „Bitcoin“

Abbildung 7: Geldmenge des Ethers

Abbildung 8: Das Stellar Netzwerk

Abbildung 9: Das „Tangle“ Prinzip von IOTA

Abbildung 10: Der Bitcoin-Volatilitätsindex

Abbildung 11: Anteil der Fiat-Währungen am Bitcoin-Markt

Abbildung 12: Ein Bitcoin-Automat in München

Abbildung 13: Das Blockchain-Krypto Konglomerat Südkoreas

1 Einleitung

“I do think Bitcoin is the first [encrypted money] that has the potential to do something like change the world”

Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal, November 2013 (vgl. Coindirect.com, https://blog.coindirect.com/21-cryptocurrency-quotes-from-supporters-and-naysayers/, Zugriff vom 27.01.2019).

“I can say almost with certainty that cryptocurrencies will come to a bad end”

Warren Buffett, Januar 2018 (vgl. Lovelace, https://www.cnbc.com/2018/01/10/buffett-says- cyrptocurrencies-will-almost-certainly-end-badly.html, Zugriff vom 27.01.2019).

Diese Zitate bekannter Persönlichkeiten spiegeln die aktuell kontrovers geführte Debatte zur Zukunft von Kryptowährungen wider. Infolge ihrer jüngsten Preisexplosion Ende des Jahres 2017 ließen sich vermehrt Erwartungen wahrnehmen, dass dezentrale Kryptwährungen, wie der Bitcoin, die traditionellen Zahlungsmittel in näherer Zukunft ablösen könnten. In den vergangenen Jahren wurden diese Erwartungen befeuert durch die steile Entwicklung des Bitcoins, der den neu entstandenen Krypto-Markt zu immer neuen Höchstständen trieb.

Auf der anderen Seite führte diese Entwicklung zur Bildung einer großen Blase im Krypto-Markt, die im Jahr 2018 ihr jähes Ende fand und den Preis vieler Kryptowährungen um über 80% einbrechen ließ. Dadurch sahen sich die „Krypto-Gegner“ in ihrer These bestätigt, dass es sich bei Kryptowährungen um reine Spekulationsobjekte handele, die keinen eigenen Wert besäßen.

Unter der Leitfrage „Kryptowährungen – Geld der Zukunft oder riskantes Spekulationsobjekt?“ soll diese Arbeit einen ökonomisch fundierten Beitrag zu diesem Diskurs liefern. Da diese Debatte in jüngster Vergangenheit häufig stark von subjektiven und fundamentalen Standpunkten geprägt wurde, besteht der Anspruch dieser Arbeit darin, durch sachlich fundierte Fakten Pro- und Contra Argumente zu entwickeln, um so zu einer differenzierten Analyse der Thematik zu gelangen. Methodisch wird dabei auf eine Vielzahl bestehender Studien und Analysen zurückgegriffen, die sich aufgrund der noch jungen Thematik und der schnellen Entwicklung überwiegend aus Internetquellen zusammensetzten.

Zur Bearbeitung dieser Fragestellung wird in dieser Arbeit zunächst das Währungssystem einer Marktwirtschaft betrachtet, um Erkenntnisse über die Funktionsweise des Systems gewinnen zu können, auf dessen Grundlage die weitere Analyse erfolgt. Um die Frage, ob Kryptowährungen das Geld der Zukunft sind, beantworten zu können, muss zunächst die Bedeutung des Geldes in einer Marktwirtschaft geklärt werden. Daher wird im ersten Teil des einführenden Kapitels Geld definiert und dessen Eigenschaften erläutert. Anschließend wird im folgenden Kapitel ein Überblick über die Geschichte des Geldes gegeben und die verschiedenen Erscheinungsformen beleuchtet, die das Geld im Laufe der Zeit angenommen hat, um so einen Eindruck von seiner stetigen Entwicklung zu gewinnen. Im folgenden Abschnitt wird die Bedeutung des Geldes im Kontext des Wirtschaftskreislaufs aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden die drei zentralen Funktionen, die ein Medium erfüllen muss, um als Geld dienen zu können, anhand von Beispielen erläutert. Im zweiten Teil des Kapitels liegt der Fokus auf dem Währungssystem einer Marktwirtschaft. Dabei wird zunächst der Währungsbegriff definiert und vom Begriff des Geldes abgegrenzt, um anschließend den Aufbau und die Rollen der wichtigsten Akteure in dem System zu klären.

Im dritten Kapitel steht das System der Kryptowährungen im Mittelpunkt. Zunächst wird der Begriff „Kryptowährung“ erläutert. Um die Hintergründe und Motive verstehen zu können, aus denen heraus Kryptowährungen entwickelt wurden, schließt sich ein kurzer Überblick über ihre Entstehungsgeschichte an. Mit der Blockchain wird anschließend die technische Grundlage sämtlicher Kryptowährungen vorgestellt. Anschließend soll mit dem Bitcoin die älteste und populärste der Kryptowährungen in den Fokus gerückt werden. Um einen Überblich über den Krypto-Markt zu erhalten, werden mit Ethereum, Stellar, EOS und IOTA weitere Krypto-Systeme betrachtet.

Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird im vierten Kapitel dieser Arbeit die ökonomische Eignung von Kryptowährungen anhand der drei Grundfunktionen des Geldes analysiert. Dabei wird die Erfüllung der Tauschmittelfunktion, der Recheneinheitsfunktion und der Funktion als Wertspeicher von Kryptowährungen anhand vielfältiger Kriterien geprüft, um so eine Aussage treffen zu können, inwieweit Kryptowährungen die Rolle des Geldes in Zukunft übernehmen könnten.

Als Teil der ökonomischen Analyse von Kryptowährungen wird im fünften Kapitel ein länderspezifischer Vergleich des Krypto-Marktes angestellt. Dazu werden im ersten Teil die einflussreichsten Märkte analysiert. Im zweiten Teil soll exemplarisch der südkoreanische Krypto-Markt beleuchtet werden. Dabei fließen gesellschaftliche und ökonomische Faktoren sowie persönliche Erfahrungen des Autors in die Analyse der Besonderheiten des südkoreanischen Marktes mit ein.

Da die Entwicklung der Kryptowährungen eng mit der Entwicklung der Blockchain verbunden ist, erfolgt im sechsten Kapitel dieser Arbeit ein Ausblick auf weitere Anwendungsfelder und Potentiale der Blockchain-Technologie.

Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit werden im siebten Kapitel zusammengefasst und im Hinblick auf die eingangs formulierte Forschungsfrage abschließend bewertet.

2 Das Währungssystem einer Marktwirtschaft

2.1 Geld

2.1.1 Definition und Eigenschaften des Geldes

Was ist eigentlich Geld? Geld ist aus unserem alltäglichen Leben kaum wegzudenken. Es zu definieren fällt jedoch meist gar nicht so leicht. Es gibt vielzählige Definitionen von Geld, die sich hauptsächlich an dessen unterschiedlichen Funktionen orientieren (vgl. Moritz, 2012, 5). So definiert Wildmann beispielsweise Geld als „[…] mit der Entwicklung der Tauschwirtschaft entstandenes Medium, das den zweiseitigen Moment des Naturaltausches durch zwei einseitige Momente des Kaufs und des Verkaufs ersetzt und somit das Wirtschaften erleichtert“ (Wildmann, 2015, 119).

Juristisch gesehen schließt Geld alle gesetzlichen Zahlungsmittel einer Volkswirtschaft ein. Aus Sicht der nominalistischen Geldtheorie, die annimmt, dass das Geld seinen Wert durch ein staatliches Gesetz erhält, ist Geld somit eine Schöpfung der Rechtsordnung eines Staates Aus dieser Sichtweise stellen also alle Finanzaktiva Geld dar, die zur Bezahlung von Gütern und Dienstleistungen verwendet werden müssen. In der Vergangenheit wurde allerdings deutlich, dass staatlich geschaffenes Geld besonders in Krisenzeiten nicht immer in der Lage war die ökonomischen Funktionen zu erfüllen. Daher ist die juristische Definition oft nicht ausreichend. Moderne ökonomische Definitionen sind aus diesem Grund weiter gefasst. So können als Geld alle Finanztitel bezeichnet werden, die in der Lage sind, die Grundfunktionen des Geldes zu erfüllen (vgl. Peto, 2002, 14; Moritz, 2012, 5). Dabei sollte das Geld folgende Eigenschaften erfüllen:

Homogenität: Alle Geldeinheiten sind homogen und austauschbar. Daher ist auch der Besitz anonym und jede Geldeinheit hat dieselbe Kaufkraft für unterschiedliche Besitzer.

Teilbarkeit: Die Geldeinheiten können ohne einen Wertverlust in kleinere standardisierte Einheiten unterteilt werden.

Haltbarkeit: Das Medium des Geldes, wie Papier oder Metall, ist in eingeschränktem Maß dauerhaft haltbar. Im weiteren Sinne ist damit auch der Wert des Geldes eingeschlossen, das heißt, dass sich seine Kaufkraft nicht maßgeblich verringert.

Knappheit: Geld muss knapp sein, damit es seinen Wert bewahren kann. Wird die Geldmenge erhöht, kommt es zur Inflation und der Wert des Geldes sinkt

Vertrauenswürdigkeit: Geld besitzt immer nur so viel Wert, wie die Menschen in die Funktionsfähigkeit des Geldes vertrauen (vgl. Scheiffele, 2006, 122f).

2.1.2 Entstehungsgeschichte und Erscheinungsformen des Geldes

Geld besitzt eine lange Geschichte und unterliegt einem stetigen Wandel in seinen Erscheinungsformen. Schon früh in der Geschichte wurden Formen von Geld eingesetzt, um den Handel zu erleichtern und Möglichkeiten zu schaffen Werte zu speichern.

Die ursprünglichste Form des Geldes ist das Natural- oder Warengeld, die bereits 25.000 v.Chr. eingesetzt wurde. Diese Form des Geldes bezeichnet sämtliche Güter, die als Zwischentauschmittel verwendet wurden (vgl. Wildmann, 2015, 120). Der Wert des Geldes ist bei dieser Form durch den Wert der Ware selbst bestimmt. Sie besitzen also einen inneren Wert und können daher auch anderweitig genutzt werden. Die Erscheinungsformen waren dabei sehr vielfältig und reichen über Muscheln, Perlen oder Fellen bis hin zu Nutztieren (vgl. Moritz, 2012, 8). In der jüngeren Geschichte spielte das Naturalgeld kaum noch eine Rolle. Jedoch kam es in Krisenzeiten dazu, dass Warengeld als alternative Währung eingesetzt wurde. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte „Zigarettenwährung“ der Nachkriegszeit (vgl. Wildmann, 2015, 121). Natural- oder Warengeld besitzt jedoch einige entscheidende Nachteile, denn es war nicht in der Lage, die oben beschriebenen Eigenschaften des Geldes zu erfüllen. Daher wurde diese Geldform durch andere Formen abgelöst, die besser in der Lage waren diese Eigenschaften zu erfüllen (vgl. Peto, 2002, 19).

Eine dieser Formen war das Wägegeld. Dies waren unbearbeitete Edelmetalle, die durch das Wiegen bewertbar gemacht wurden. Vor allem Gold und Silber wurden dafür verwendet. Das Wägegeld stellte den Übergang vom Naturalgeld zum Münzgeld dar. Es bot den Vorteil, dass es sich besser transportieren ließ, da bereits kleine Mengen einen hohen Wert besaßen. Die unbearbeitete Form hatte allerdings den Nachteil, dass jedes Stück separat gewogen und auf seine Reinheit überprüft werden musste. Damit waren die Eigenschaften der Homogenität und Teilbarkeit nicht, oder nur sehr eingeschränkt erfüllt (vgl. Moritz 2012, 8f; Wildmann, 2015, 121).

Daher bildeten sich aus den Edelmetallen geprägte Münzen heraus. Somit mussten keine einzelnen Bewertungen mehr vorgenommen werden, da alle Münzen einen bestimmten Wert besaßen. Zunächst waren die Münzen Kuratmünzen, bei denen der Wert dem Metallwert entsprach. Später war der aufgeprägte Wert höher als der entsprechende Metallwert. Die sogenannten Scheidemünzen entstanden (vgl. Moritz 2012, 9; Wildmann, 2015, 121f).

Da der Transport der Goldmünzen mit Risiken des Diebstahls verbunden war, wurden sie bei Goldschmieden hinterlegt. Im Gegenzug erhielten die Besitzer eine Quittung über den Besitz. Damit konnten die Menschen wieder ihre Geschäfte tätigen. Das Prinzip des Papiergelds entstand (vgl Moritz, 2012, 10). Das Papiergeld stellt nun lediglich ein verbrieftes Versprechen dar, dass eine Person einer anderen etwas schuldet und bildet so den Übergang von einer werthaltigen zu einer intrinsisch wertlosen Form des Geldes (vgl Wildmann, 2015, 122). Da nicht die gesamten Goldmünzen zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeholt wurden, konnten die Goldschmieden zusätzliche Quittungen ausstellen und gegen eine Zinszahlung verleihen. Die Kreditwirtschaft war entstanden. Heutzutage sind in den meisten Fällen von Zahlungsvorgängen keine materiellen oder verbrieften Versprechen einer Schuld notwendig. Die reine Information reicht aus. Diese bargeldlose und immaterielle Form des Geldes wird als Giral- oder Buchgeld bezeichnet. Sie ist nun ein vollkommen stoffwertloses Geld und verfügt über keinen eigenen Gebrauchswert mehr (vgl Moritz, 2012, 10f).

Ein weiterer Begriff, der in dieser Arbeit häufig im Zusammenhang mit Kryptowährungen verwendet wird, ist der Begriff Fiatgeld bzw. Fiat-Währungen. Dieser Begriff bezeichnet ein Zahlungsmittel, welches staatlich ausgegeben wird und keinen intrinsischen Materialwert mehr besitzt. Damit sind heute quasi sämtliche staatliche Währungen, die durch eine Zentralbank ausgegeben werden, als Fiat-Währungen zu bezeichnen (vgl. Scherzer, 2015, 340).

In der gesamten Entwicklung des Geldes lässt sich eine zunehmende Entmaterialisierung erkennen. Am Ende dieser Entwicklung wird eine vollständige Abschaffung des materiellen Geldes stehen und es werden dann nur noch virtuelle Vereinbarungen ausgetauscht werden (vgl. Wildmann, 2015, 123).

2.1.3 Bedeutung des Geldes

Es scheint offenkundig zu sein, dass Geld in einem modernen, hochkomplexen Wirtschaftskreislauf einen überaus bedeutenden Stellenwert besitzt. Der heutige Wohlstand und das vielfältige Angebot an Produkten und Gütern wären ohne das Geld wohl gar nicht erst möglich geworden, da Geld eine Voraussetzung für rationales ökonomisches Handeln ist. Für die Bedeutung des Geldes spielt die Art des Wirtschaftssystems eine entscheidende Rolle. In einer Marktwirtschaft, die durch Preise und damit durch Geld gesteuert wird, besitzt Geld eine weitaus größere Bedeutung als in einer Planwirtschaft, bei der die Preise im Vorhinein festgelegt worden sind (vgl. Scheiffele, 2006, 115).

Für den Stellenwert des Geldes, wie wir es heute kennen, ist außerdem eine Wirtschaftsverfassung Voraussetzung, in der arbeitsteilig produziert wird und Privateigentum nicht nur an Konsumgütern, sondern auch an Produktivgütern besteht. Auf dem Markt findet dann der Ausgleich zwischen Produktion und Konsum statt, auf denen die Produzenten und Konsumenten im freien Verkehr Waren und Dienstleistungen austauschen. In diesem Tauschverkehr nimmt das Geld seinen bedeutenden Stellenwert im Wirtschaftskreislauf ein (vgl. von Mises, 2007, 3).

Aus diesem Grund beschreiben Ökonomen die Bedeutung des Geldes meist mit seinen Funktionen, die im folgenden Abschnitt noch einmal genauer erläutert werden.

2.1.4 Funktionen des Geldes

„Money is what money does” (Hicks, 1967, 1). Dieser in der Ökonomie bekannte Satz beschreibt Geld aus einem funktionalen Standpunkt. Wie bereits festgestellt, ist es unerlässlich die Funktionen des Geldes zu betrachten, wenn man das Wesen des Geldes beschreiben möchte. Daher sollen an dieser Stelle die drei wesentlichen Funktionen, die Geld erfüllt, genauer beleuchtet werden.

Die erste Grundfunktion des Geldes besteht in seiner Eignung als Tauschmittel. Sie dient dem reibungslosen Kauf und Verkauf von Gütern. Der einst direkte Naturaltausch wird durch Geld als indirektes Tauschmittel ersetzt oder anders ausgedrückt, der zweiseitige Güteraustausch wird in zwei einseitige Tauschvorgänge überführt. (vgl. Wildmann 2015, 117). Denn der direkte Naturaltausch bringt einige Schwierigkeiten mit sich. So muss beispielsweise immer der passende Marktpartner für einen Tausch gefunden werden. Dadurch entstehen den Marktteilnehmern hohe Aufwendungen durch die Suche passender Tauschpartner, sogenannte Informationskosten. Bei einem Ringtausch mit mehreren Marktteilnehmern können zudem Verluste durch mehrere Tauschvorgänge entstehen (vgl. Peto, 2002, 15). Führt man sich die Vielfalt der heutigen Bandbreite an Gütern vor Augen, so wird schnell die Bedeutung der Tauschmittelfunktion des Geldes klar. Ohne die Funktion als Tauschmittel müssten alle Marktteilnehmer ständig über die korrekten Tauschverhältnisse zwischen sämtlichen Gütern informiert sein (vgl. Rothengatter, Schaffer, Sprink, 2009, 171). Bei n Gütern wären es allgemein somit n² Tauschverhältnisse. Lässt man die Tauschverhältnisse mit den jeweils gleichen Gütern und das jeweils umgekehrte Verhältnis der Güter zueinander (z.B. Gut A zu B verhält sich genauso wie Gut B zu A) dann benötigt man folglich ௡;ି௡ Tauschverhältnisse. Bei 4 Gütern wären dies somit 6 relevante ଶ Tauschverhältnisse. Bei den rund 750 Gütern des Preisindex‘ für die Lebenserhaltung wären dies jedoch bereits über 280.000 relevante Tauschverhältnisse! (vgl. Peto, 2002, 16) Dadurch wird deutlich, dass eine hohe Diversifikation an Gütern und der hohe Grad an Arbeitsteilung einer modernen Volkswirtschaft fest an die Funktion des Geldes als Tauschmittel gebunden sind (vgl. Rothengatter, Schaffer, Sprink, 2009, 171).

Des Weiteren besitzt Geld auch eine Funktion als Recheneinheit. Damit bietet Geld den Vorteil, dass der Wert von Gütern in einem einzigen Wertmaßstab ausgedrückt werden kann. Durch den Ausdruck eines bestimmten Preises können Werte miteinander verglichen und verrechnet werden. Diese Funktion sorgt für mehr Transparenz auf dem Markt. Besonders in der heutigen eng vernetzten Welt spielt die Vergleichbarkeit von Preisen eine große Rolle. So können Wertigkeiten verschiedenster Produkte miteinander vergleichbar gemacht werden. Die Vergleichbarkeit wird jedoch durch die Umrechnung in die verschiedenen Währungen erschwert. Fehle allerdings das Geld als zentrale Rechenmittelfunktion, wäre eine Vergleichbarkeit schier unmöglich (vgl. Rothengatter, Schaffer, Sprink, 2009, 171f; Wildmann, 2015, 117). Darüber hinaus ist die Rechenmittelfunktion des Geldes auch eine Voraussetzung für die Buchhaltung und das betriebliche sowie das volkswirtschaftliche Rechnungswesen. Auf diese Weise können die weltweiten Handelsströme in Zahlen ausgedrückt und in einer Bilanz miteinander verglichen werden. Eine funktionierende Weltwirtschaft ohne das Geld, das diese Funktion übernimmt, ist daher heutzutage schwer vorstellbar (vgl. Scheiffele, 2006, 123f).

Als dritte Funktion dient das Geld als Wertaufbewahrungsmittel. Dabei kann mithilfe des Geldes als Wertspeicher die Zeit zwischen dem Erhalt des Geldes und dessen Verwendung überbrückt werden. Schließlich müssen Käufer das Geld nicht sofort ausgeben, sobald sie es erhalten haben (vgl. Wildmann, 2015, 118). Diese Funktion bietet also die Möglichkeit, die Kaufkraft von der Gegenwart in die Zukunft zu übertragen. Damit wird das zeitliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf ermöglicht. Für die Wertaufbewahrungsfunktion ist allerdings ein stabiler Geldwert über einen längeren Zeitraum notwendig (vgl. Moritz, 2012, 7; Rothengatter, Schaffer, Sprink, 2009, 172). Ein weiterer Faktor der Wertaufbewahrungsfunktion ist die einfache Transportfähigkeit des Geldes. Denn erst durch die Entwicklung des Geldsystems ist es möglich geworden, große Vermögen aufzubauen und diese zu transportieren oder zu übertragen. Diese drei Grundfunktionen werden heutzutage als vollständige Funktionen angesehen. Kann ein bestimmtes Medium also alle diese Funktionen erfüllen, kann es als Geld bezeichnet werden (vgl. Scheiffele, 2006, 124).

2.2 Währung

2.2.1 Abgrenzung und Definition des Währungsbegriffs

Im Gegensatz zum Geld, welches sich anhand seiner Funktionen beschreiben lässt, bezieht sich der Begriff der Währung auf eine übergeordnete Struktur des Geldes. Wie bereits festgestellt, können Münzen oder Banknoten als Geld bezeichnet werden. Währung hingegen beschreibt das gesamte staatlich geregelte Geldwesen eines Landes. Die deutsche Bundesbank definiert den Begriff der Währung wie folgt:

Der Begriff Währung bezeichnet das hoheitlich geordnete Geldwesen eines Staates oder Gebietes einschließlich aller Regelungen zur Sicherung der Geldwertstabilität (Geldverfassung). Der Begriff Währung steht deshalb auch für den Namen der Geldeinheit (z.B. Euro, US-Dollar, Yen)“ (siehe Deutsche Bundesbank, https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32060 &lv3=61744, Zugriff vom 16.09.2018).

Eine Währung beinhaltet also die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die das Geldwesen regulieren. Ein entscheidender Unterschied zwischen Geld und Währung liegt zudem in dessen Wert. Während Geld über einen gewissen Zeitraum einen festen Wert besitzt, verändert sich der Wert einer Währung auf Grund von Kursschwankungen ständig (vgl. o. V. https://www.solit- kapital.de/geld-ist-nicht-gleich-waehrung, Zugriff vom 16.09.2018).

2.2.2 Aufbau und Akteure des Währungssystems

Die Struktur eines Währungssystems ist meist historisch gewachsen und unterscheidet sich demnach von anderen Währungssystemen insbesondere hinsichtlich des Mandats und der Unabhängigkeit der Zentralbank. Jedoch ist die Grundstruktur in einer Marktwirtschaft weitestgehend ähnlich (vgl. Gudehus, 2016, 3).

An der Spitze des Systems steht die Zentralbank, oder auch Notenbank genannt, da sie die Banknoten in den Umlauf bringt. Sie ist eine staatlich geschaffene, unabhängige Institution. Die Zentralbank arbeitet autonom und kann ihre Entscheidungen ohne Weisungen der Politik treffen. Sie besitzt eine hohe Bedeutung für die Wirtschaft, insbesondere durch ihr Monopol zur Ausgabe einer Währung. Ihre übergeordneten Aufgaben sind neben der Ausgabe der Währung auch die Sicherung der Währungsstabilität. Sie soll die richtige Geldmenge auf den Markt bringen, die benötigt wird, um alle Transaktionen effizient vollziehen zu können. Denn ist zu wenig Geld im Umlauf können nicht alle Transaktionen durchgeführt werden. Ist zu viel Geld im Umlauf, können der Geld- und Gütermarkt aus dem Einklang geraten. Es kommt zur Inflation. Zur Sicherung dieser Aufgaben stehen der Zentralbank einige Instrumente zur Verfügung. Eines davon ist die Mindestreservepolitik. Sie bestimmt die Höhe der jeweiligen Einlagen, die die Kreditinstitute und Geschäftsbanken bei der Zentralbank als Mindestreserve zu hinterlegen haben. Damit kann die Zentralbank direkt den Geldschöpfungsspielraum und die Kreditvergabe der Geschäftsbanken beeinflussen und damit wiederum Einfluss auf die nachgelagerten Wirtschaftseinheiten nehmen. Die Refinanzierungspolitik der Zentralbank erfolgt, indem die Konditionen, zu denen sich die Kreditinstitute bei der Zentralbank refinanzieren, geändert werden. Die Zentralbank kann dabei direkt Veränderungen über die Höhe des Kreditvolumens und dessen Zinssatzes entscheiden. Auch damit kann sie direkten Einfluss auf die Konditionen, mit denen sich die anderen Akteure Geld bei den Geschäftsbanken leihen können, nehmen. Durch einen höheren Zinssatz kommt es zu einer Verringerung der Kreditmenge durch die Geschäftsbanken und zu einer Erhöhung der Kreditkosten. Eine Senkung des Zinssatzes bewirkt das Gegenteil. Durch diese und andere Maßnahmen kann die Zentralbank Einfluss auf die Geldmenge, die Zinsen und die Liquidität der Marktteilnehmer nehmen, um damit die Stabilität der Währung und den Schutz der Wirtschaft zu gewährleisten (vgl. Herger, 2015, 2ff; Witte, 2015, 21ff).

Die Kreditinstitute stellen die Verbindung zwischen der Zentralbank und den anderen Marktteilnehmern dar. Die Geschäfts- und Staatsbanken verleihen das Geld der Zentralbank untereinander auf dem Zentralbankgeldmarkt, dass sie sich als Kredit oder durch Verkauf von Wertpapieren bei der Zentralbank beschaffen können. Aufgabe der Kreditinstitute im Währungssystem ist es, die nichtkreditwirtschaftlichen Wirtschaftseinheiten (private- und öffentliche Haushalte und Unternehmen) mit Geld zu versorgen. Diese Funktion erfüllen sie über ihre Einlage- und Kreditaktivitäten. Darüber hinaus haben sie je nach Art des Kreditinstitutes eine Vielzahl weiterer Aufgaben übernommen. Die Rechtsgrundlagen und Aufgaben dieser verschiedenen Kreditinstitute unterschieden sich zum Teil stark. Dennoch erfüllen sie im Kern die ursprünglichen Aktivitäten im Währungssystem (vgl.Gudehus, 2016, 3f; Witte, 2015, 25).

Nachgelagert im System ist die eigentliche Wirtschaft angesiedelt. Dazu zählen alle Marktteilnehmer, die nicht zur Zentralbank oder den Kreditinstituten zählen. Ihre Aufgabe im Währungssystem ist zum einem die Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen und zum anderen die Breitstellung von Arbeitsplätzen, damit die Wirtschaftsakteure Geld verdienen können, um die Produkte der Wirtschaft kaufen zu können. Die Produzenten bieten ihre Produkte auf dem Gütermarkt an, während die Arbeitskräfte ihre Arbeitsleistung auf dem Arbeitsmarkt anbieten. Dabei sollte der Geldmarkt stets die Verbindung zum Güter- und Arbeitsmarkt sichern, denn eine Entkopplung des Geldmarktes kann negative Folgen für den Wirtschaftskreislauf mit sich bringen (vgl. Witte, 2015, 25f).

Eine weitere wichtige Instanz ist der Staat bzw. dessen Regierung. Sie nimmt eher indirekten Einfluss auf das Währungssystem, da sie keine direkten Instrumente zur Regulierung, beispielweise der Zinsen, besitzt. Sie kann allerdings Einfluss auf die Wirtschaft durch Gesetzgebungen und indirekte Regulierungen ausüben. Ein Beispiel dafür ist die Aufsicht und Regulierung der privaten und staatlichen Banken. Die Entscheidungen werden meist von Interessenverbänden und Lobbyisten beeinflusst. Lobbyisten versuchen dabei Kontakt zu Regierungsmitgliedern aufzunehmen, um sie bei Vorbereitungen zu Gesetzen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Ihre Stärke hängt vor allem vom Grad der Beeinflussbarkeit der Regierung und der Intensität der Interessenvertretung ab. In der Geschichte hat der Lobbyismus eine lange Tradition. Damit ist mindestens ein indirekter Einfluss der Lobbyisten auf das Währungssystem festzustellen (vgl. Witte, 2015, 26f; Gudehus, 2016, 4).

3 Das System der Kryptowährungen

3.1 Definition von Kryptowährungen

Wie bereits festgestellt wurde, hat sich das Geld im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt und immer abstraktere Formen angenommen. Kryptowährungen stellen in diesem Prozess die letzte Stufe, also die vollkommene Entmaterialisierung des Geldes dar. Zunächst soll hier die Frage geklärt werden, was der Begriff Kryptowährung bedeutet. Im eigentlichen Sinne bedeutet der Begriff Kryptowährung nichts anderes als eine Währung, die mithilfe der Technologie der Kryptographie verschlüsselt wird. Julian Hosp, ein Experte auf dem Gebiet der Kryptowährungen definiert diese wie folgt:

„[…] eine Applikation der Blockchain-Technologie, um mit deren Hilfe Informationen zur Währung per Kryptographie zu sichern“ (siehe Hosp, 2018, 47).

Kryptowährung ist also eine Kombination aus den Worten Kryptographie und Währung. Die Kryptographie wird dafür verwendet, um Transaktionen zu sichern und zusätzliche Einheiten einer Währung zu generieren. Kryptowährungen sind eine dezentrale Version einer virtuellen Währung, die auf einer Blockchain gehandelt und generiert werden. Dezentralität in diesem Kontext meint, dass keine dritte Partei für die finanziellen Transaktionen benötigt wird (vgl. Dungan, 2018, 6). Warum dies so ist, wird in dem Abschnitt zum Thema Blockchain genauer erläutert.

3.2 Hintergrund und Entstehungsgeschichte der Kryptowährungen

Die Wurzeln der Kryptowährungen liegen bereits in den frühen 90er Jahren. In dieser Zeit begann eine kleine Gruppe von Programmierern, die unter den Namen „Cyberpunks“ bekannt wurden, sich über die Möglichkeiten der Verschlüsselung von Daten und Nachrichten auszutauschen. Sie nutzten die Technologie der Kryptographie, um ihre Privatsphäre zu schützen. Ihrer Ansicht nach müsse der Bürger selbst für diese Sicherheit sorgen, da er mehr mathematisch nachweisbaren Technologien vertrauen könne als umgehbaren Gesetzen. Dadurch ist auch eine gewisse Grundhaltung der Skepsis gegenüber zentralisierten Systemen entstanden. Bis heute gelten in der Informatik dezentrale Systeme in Sicherheitsaspekten gegenüber zentralisierten Systemen als überlegen, da bei zentralisieren Systemen nur ein einziger Fehlerpunkt ausreicht, um das gesamte System zu gefährden. Viele der damals entwickelten Verschlüsselungstechnologien finden bis heute Anwendung (vgl. Meisser, 2015, 2f).

Die Idee dieser Technologie wurde erstmals im Jahr 1998 durch einen chinesischen Programmierer namens Wei Dai genutzt, um damit eine Form einer kryptographisch verschlüsselten Währung zu entwickeln. Er schaffte es erstmals, durch verschlüsselte Pseudonyme eine vertragliche Bindung zwischen zwei Parteien zu erschaffen und so eine Möglichkeit zu eröffnen, kryptografisch gesicherte Zahlungsmittel zuverlässig untereinander zu tauschen, ohne dabei auf die Gewährleistung Dritter angewiesen sein zu müssen. Dabei diente die Kryptographie nicht nur der Sicherung der Transaktionen, sondern auch der Generierung neuer Geldeinheiten, ein System, welches später im Bitcoin erstmals Anwendung fand (vgl. Oh, Nguyen, 2018, 35f).

Nick Szabo, ein amerikanischer IT Wissenschaftler, arbeitete in den Jahren 1998 bis 2005 an dem ersten digitalen Coin. Er nannte es „Bit Gold“. Das System wurde zwar nie veröffentlicht, gilt aber bis heute als Vorläufer vieler Kryptowährungssysteme. Wenige Jahre später wurde mit Bitcoin die erste vollständig funktionierende Kryptowährung vorgestellt (vgl. Nagpal, 2017, 3).

3.3 Die Blockchain-Technologie

Um die Funktionsweise von Kryptowährungen verstehen zu können, ist es notwendig, die dahinterstehende Blockchain-Technologie genauer zu beleuchten, denn sie bildet die Basis für sämtliche Transaktionen der Kryptowährungen. Entwickelt wurde das Modell einer Blockchain erstmals im Zuge der Kryptowährung Bitcoin (vgl. Hülsbömer, Genovese, https://www.computerwoche.de/a/blockchain-was-ist-das,3227284, 2017). Daher wird die Funktionsweise einer Blockchain meist anhand des Bitcoins erläutert.

Doch zunächst soll geklärt werden, was der Begriff Blockchain bedeutet. Der Begriff Blockchain setzt sich aus den Wörtern „block“ und „chain“ (englisch für Kette) zusammen. Wie dieser Begriff bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Kette von einzelnen aneinandergereihten Blöcken. Hosp beschreibt eine Blockchain als eine […] vollständige und unveränderliche Transaktions-Historie zu allen Transaktionen einer dezentralen Community, der jeder, der Teil davon ist, zustimmt“ (s. Hosp, 2018, 45).

Die zentralen Eigenschaften einer Blockchain sind also eine ewige Transaktions-historie, Dezentralität und ein allgemeiner Konsens.

Jeder Nutzer einer Blockchain, der das entsprechende System besitzt, verfügt über eine vollständige Kopie der gesamten Transaktionshistorie. Neue Transaktionen werden zunächst durch den Sender digital signiert. Anschließend wird die Transaktion durch die Hashfunktion in ein standardisiertes Format überführt. Sämtliche Informationen werden in einen sogenannten „Hash“ codiert und daraufhin hierarchisch verdichtet. Diese Zusammenfassung der einzelnen Hashes wird auch als Hashbaum bezeichnet, an dem sich sämtliche Informationen der darin enthaltenen Transaktionen ablesen lassen. Alle Werte werden nun gebündelt und zu einem Block zusammengefasst. Die so entstandenen Blöcke werden zeitlich hintereinander gereiht, ähnlich wie bei einer Kette. Ist ein Block vollständig, wird der nächste Block erzeugt. Jeder Block enthält eine Prüfsumme, der auf den vorangegangenen Block verweist. Der folgende Block verweist dann wieder auf den Hashwert des vorangegangenen usw. Durch die Kodierung der Informationen sind diese dabei gegen Manipulationen geschützt, da bereits die kleinste Änderung einer Information den Hashwert des ganzen Blocks verändern würde und somit auch die gesamte Blockchain nicht mehr konsistent wäre (vgl. Fraunhofer-Gesellschaft, 2017, 10).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau einer Blockchain

Quelle:http://www.databaseanswers.org/data_models/blockchain/index.htm, Zugriff vom 24.09.2018

Die nächste Eigenschaft der Blockchain beschreibt dessen Dezentralität. Anders als in einem herkömmlichen Zahlungssystem gibt es in einer Blockchain keine zentrale Kontrollinstanz. Solche Aufgaben übernimmt normalerweise eine Bank oder ein anderer Zahlungsdienstleist er, wie z.B PayPal (vgl. Bradbury, 2013, 1). In einer Blockchain, wie beispielsweise im Falle Bitcoins, existieren solche zentralen Autoritäten nicht. Das Vertrauen liegt hierbei also vollständig in der Gemeinschaft selbst. Auch die Entwickler von Bitcoin haben keinen Einfluss auf die Transaktionen, die in dem Netzwerk ablaufen. Es handelt sich hierbei um ein Netzwerk von gleichberechtigten Parteien, auch „Peer-to-Peer-Netzwerk“ genannt (Savelyev, 2016, 4).

Da in einem dezentralen System keine Bank eine Transaktion validieren kann, muss in einem gleichberechtigten System ein Konsens erzeugt werden, damit dieses System funktionieren kann. Dabei verarbeitet jeder Knotenpunkt eine Information oder Transaktion und verifiziert diese anschließend. Es wird dann ein Protokoll über diese Informationen erstellt, auf dessen Grundlage ein Konsens erzeugt wird (vgl. Negin, https://blockchainwelt.de/dlt-distributed-ledger- technologie-ist-mehr-als-blockchain/, 2018). Bei vielen Blockchains wie die einiger Kryptowährungen wird dieser Konsens zudem durch einen programmierten Algorithmus gesichert, das sogenannte „Proof-of-Work“. Dieser Algorithmus soll sicherstellen, dass alle Transaktionen eines Blocks korrekt sind und keine Informationen manipuliert werden können. Deswegen wird durch den Algorithmus die Erzeugung eines Blocks künstlich erschwert. Die Nutzer müssen dabei durch sehr aufwendige Rechenoperationen ein Ergebnis mit bestimmten Eigenschaften finden. Dabei wird die sogenannte „Hash-Funktion“ verwendet. Dies ist eine Folge von Zahlen und Zeichen, die am Ende ein Ergebnis mit einer bestimmten Länge haben muss. Bei den Berechnungen muss ein bestimmter Wert „erraten“ werden. Dieser bestimmte Wert wird durch das milliardenfache Ausprobieren von Zahlenkombinationen herausgefunden (vgl. O.V https://www.btc-echo.de/tutorial/was-ist-proof-of-work-wie-funktioniert-konsens- mechanismus/, Zugriff vom 26.09.18). Wurde der korrekte Wert gefunden, wird diese individuelle Signatur an den jeweiligen Block angehängt. Ähnlich wie bei dem Prinzip der Buchführung wird der jeweilige Block mit einem Zeitstempel versehen und geschlossen. Im Anschluss wird dieser Block dann mithilfe eines kryptographischen Verfahrens versiegelt und an den vorangegangenen Block angehängt. Somit ergibt sich eine Kette von aneinander gehängten Blöcken, die Blockchain. Sie beinhaltet so sämtliche Transaktionen oder Informationen, die je ausgetauscht worden sind. Die einzelnen Blöcke können nun nicht mehr voneinander getrennt werden, da jeder die Funktion in Form einer Nummer des vorherigen Blocks enthält. (vgl Bradbury, 2013, 5f). Da alle Teilnehmer der Blockchain den Algorithmus kennen, können sie nun überprüfen ob die Lösung des Blocks korrekt ist und eine valide Blockchain vorhanden ist. Der Konsens wird erreicht, indem die Mehrheit der Nutzer die Lösung des Blocks überprüft und für valide befunden haben. Die anderen Nutzer akzeptieren den errechneten Block nur, wenn die darin enthaltenen Transaktionen mit ihren Informationen übereinstimmen. Eine Akzeptanz führt dann zur Übernahme der Informationen und zur Weiterführung des Systems. Durch diesen Algorithmus wird ein Konsens über den Inhalt sowie über den Zeitpunkt jeder einzelnen Transaktion erzeugt. Dadurch haben alle Teilnehmer zu einem Zeitpunkt den gleichen Wissensstand, ohne auf eine zentrale Instanz zurückgreifen zu müssen (vgl. Sixt, 2017, 31f).

Der sogenannte „Proof“, also der Beweis in Form der mathematischen Lösung, ist dabei sehr aufwendig und schwer zu erbringen. Die Überprüfung dessen ist hingegen überaus leicht. (vgl O.V https://www.btc-echo.de/tutorial/was-ist-proof-of-work-wie-funktioniert-konsens- mechanismus/ Zugriff vom 26.09.18). Dies ist entscheidend, denn sollte ein Angreifer Informationen in der Blockchain manipulieren wollen, müsste er sämtliche vorangegangenen Blöcke neu berechnen. Dabei würde es allerdings zu Konflikten mit dem Konsens kommen. Daher würde dieser Angriff nicht nur unvorstellbar rechenaufwendig sein, sondern es wäre zudem noch der Konsens durch die anderen Nutzer notwendig (vgl Bradbury, 2013, 6). Dies beutet also, dass eine Blockchain immer valider und sicherer wird, je mehr Teilnehmer diese verifizieren.

3.4 Bitcoin – Der Urvater aller Kryptowährungen

3.4.1 Ein historischer Überblick des Bitcoins

Die Geschichte des Bitcoins begann am 1.November 2008, als eine unbekannte Person unter dem Pseudonymen „Satoshi Nakamoto“ ein neunseitiges Whitepaper auf einem online Forum zum Thema Kryptographie postete. Es trug den Titel: „Bitcoin - A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ (siehe Anhang), die erste namentliche Erwähnung von Bitcoin in der Öffentlichkeit (vgl. Meisser, 2015, 3)

Auf dem Papier erläuterte Nakamoto seinen Entwurf eines dezentralen elektronischen Zahlungssystems, das keine Kontrolle einer dritten Instanz benötige. Es können hier erstmals Währungseinheiten direkt und sicher von einer Partei zu einer anderen geschickt werden, eine bis dahin revolutionäre Erfindung im digitalen Zahlungsverkehr. (vgl. Nakamoto, 2008, 1).

Doch die wahre Identität von Satoshi Nakamoto bleibt bis heute ungeklärt. Auch ob es sich um eine einzelne Person oder um eine Gruppe von Personen handelt, ist nicht eindeutig. Klar ist allerdings, dass der oder die Schöpfer des Bitcoins eine überaus hohe Begabung im Bereich des Programmierens und der Kryptographie gehabt haben müssen und noch dazu ein tiefes ökonomisches Verständnis. Denn Nakamoto war der Erste, der es schaffte, das zentrale Problem sämtlicher vorheriger Versuche, eine dezentrale Währung zu entwickeln, lösen konnte: die Möglichkeit dieselbe Münze zweimal ausgeben zu können. Anfang 2009 startete Nakamoto die Bitcoin-Software und schuf damit den ersten Block in der Bitcoin-Blockchain, den sogenannten „Genesis Block“. Seit dem Jahr 2011 ist Satoshi Nakamoto allerdings spurlos aus der Öffentlichkeit verschwunden (vgl. Rosenberger, 2018, 25ff).

Im Mai 2010 wurde Bitcoin das erste Mal als Zahlungsmittel verwendet, als sich ein Programmierer aus Florida eine Pizza für 10.000 Bitcoins bestellte. Die Bitcoins besäßen heute einen Wert von rund 36 Millionen US-Doller (Stand 20.01.2019). Es war damit wohl die bis heute teuerste Pizza aller Zeiten. Anfang 2010 ging die erste Wechselbörse Mt.Gox, mit Sitz in Japan online. Am ersten Handelstag wurden 20 Bitcoins zum Kurs von 0,0495 USD pro Bitcoin verkauft (vgl. Yermack, 2013, 6).

Rund ein Jahr später war der Bitcoin erstmals mehr wert als der US-Dollar. Das öffentliche Interesse wuchs. International bekannte Medien wie das Time Magazine und Forbes berichten schließlich auch über die neue Kryptowährung. 2012 wird in Washington D.C die Bitcoin Foundation ins Leben gerufen, eine Stiftung mit dem Ziel, die Währung zu überwachen und fortlaufend zu verbessern. Zudem ist sie internationaler Ansprechpartner für Industrie und Medien und veranstaltet jedes Jahr eine Konferenz zum Thema Bitcoin. Finanziert wird sie von Unternehmen, die die Bitcoin-Technologie verwenden. Der Bitcoin gewann in den folgenden Monaten zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen akzeptierten Bitcoin als Zahlungsmittel. 2013 wurden in den USA die ersten Bitcoin Bankautomaten aufgestellt, an denen Kunden auf der Straße Bitcoins für Bargeld kaufen oder verkaufen können. Im selben Jahr eröffnete das Bitcoin-Centre im Finanzdistrikt Manhattans (vgl. Money Museum, https://www.moneymuseum.com/pdf/PictureTours_bitcoin/Geschichte%20von%20Bitcoin_de- shrunk.pdf, Zugriff vom 28.09.2018).

Die Zahl der Akzeptanzstellen wuchs stetig weiter und die zusätzliche mediale Aufmerksamkeit befeuerte den Bitcoin-Preis weiter. Dies führte jedoch auch zu teilweise heftigen Kursschwankungen von über 20% am Tag. So entstand beispielsweise ein starker Schub aus China, als der Internetgigant Alibaba Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptierte. Bis zum Ende des Jahres 2013 überschritt Bitcoin erstmals die 1000 US-Dollar Marke (vgl. Scheve, https://finanzkun.de/artikel/geschichte-des-bitcoin/, 2016).

Im Februar 2014 ging die größte Online Bitcoin Börse insolvent. Vor einem US-Gericht erklärte die Börse zudem, dass sie Opfer eines Hackerangriffes geworden seien und 850.000 Bitcoins verloren gegangen seien. Dies führte zu heftigen Kurseinbrüchen (vgl. O.V.: https://www.krypto- magazin.de/die-geschichte-des-bitcoin/, Zugriff vom 30.09.2018).

Infolgedessen brauchte es drei Jahre, bis der Bitcoin-Preis zu seinen alten Hochs zurückfand. Dies lockte schließlich auch die traditionelle Finanzindustrie an. Große Banken und Investmentfonds entwickelten neue Finanzprodukte, mit denen Anleger in Bitcoin investieren können. Namhafte Unternehmen wie Goldman Sachs investierten Millionen in Bitcoin. Dies löste einen riesigen Hype aus, als der Preis im Laufe des Jahres 2017 von anfänglich 800 US-Dollar auf bis über 19.000 US-Dollar anstieg. Diese Preissprünge zogen auch viele unerfahrene Kleinanleger an. Wie häufig in der Geschichte des Bitcoins kam es auch in Folge dieser Preisexplosion zu einer großen Korrektur, die bis heute anhält (vgl. Willmroth, https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/digitalwaehrung-das-grosse-gluecksspiel-mit-dem- bitcoin-hype-1.3773966, 2017; CoinMarketCap, https://coinmarketcap.com/currencies/bitcoin/, Zugriff vom 30.09.18).

3.4.2 Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerks

Die zentralen Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerks können wie folgt zusammengefasst werden:

- Es handelt sich um ein vollständig dezentralisiertes System, von gleichberechtigten Parteien, auch „Peer-to-Peer“ System, wie es Nakamoto beschreibt (vgl. Nakamoto, 2009, 1).
- Es gibt keine zentrale Autorität, die verantwortlich für die Vorgänge ist oder Einfluss auf Prozesse innerhalb des Netzwerks nehmen kann
- Das Bitcoin System ist ein Open-Source Programm, das heißt, dass jeder, der sich die Bitcoin Software heruntergeladen hat, Teil des Netzwerks sein kann.
- Mathematische Algorithmen regeln alle Abläufe innerhalb des Systems.
- Für Transaktionen werden digitale Adressen innerhalb des Netzwerks verwendet, die von jedem Nutzer in unbegrenzter Anzahl erstellt und mit anderen Nutzern geteilt werden können.
- Alle Transaktionen finden direkt zwischen den Nutzern ohne Zeitverzögerung und unabhängig von räumlichen Distanzen statt.
- Bitcoins sind die digitalen Währungseinheiten innerhalb des Bitcoin-Netzwerks, bestehend aus einer Zeichenkette.
- Zum Schutz vor Cyberangriffen und zur Wahrung der Anonymität verwendet das Bitcoin- System eine asymmetrische, kryptographische Verschlüsselungstechnik für jede Transaktion.
- Mithilfe eines privaten Schlüssels kann jeder Nutzer zweifelsfrei nachweisen, dass er zugriffsberechtigt für die Bitcoins auf der öffentlich einsehbaren Adresse ist.
- Die Nutzer bestätigen in einem Konsensverfahren die Gültigkeit und Validität jeder einzelnen Transaktion.
- Alle Transaktionen werden auf einer dezentralen Datenbank öffentlich einsehbar und irreversibel gespeichert (vgl. Iwamura, Kitamura, Matsumoto, 2014, 4f; Sixt, 2017, 29f).

3.4.3 Funktionsweise des Bitcoin-Systems

In dem Bitcoin-Netzwerk wird Geld nicht wie gewohnt durch eine zentrale Instanz in Umlauf gebracht. Bitcoins werden durch dessen Nutzer geschürft. Dieser Prozess wird „mining“ genannt. Die Miner sind in diesem Prozess unabhängige Nutzer der Bitcoin-Blockchain und nutzen ihre Rechenleistung, um zusätzliche Geldeinheiten zu generieren. Die besondere systemische Eigenschaft liegt darin, dass die Nutzer, die zusätzliche Bitcoins in Umlauf bringen, in diesem Prozess gleichzeitig die Transaktionen in diesem System durchführen (vgl. Bradbury, 2013, 5).

Wenn ein Nutzer einem anderen Nutzer Bitcoins überweisen möchte, so versendet die Bitcoin- Software im Hintergrund die Informationen über die Transaktion an alle anderen Nutzer in dem System. Die anderen Nutzer fungieren dabei als Knotenpunkte, die sogenannten Nodes. Sie überprüfen und bestätigen die Transaktion und senden die Informationen, die sowohl die Adresse des Versenders und des Empfängers als auch die Höhe des Betrags enthalten, an alle anderen Nodes. So breiten sich die Informationen über das gesamte Netzwerk aus, bis schließlich alle Nodes davon informiert sind. Nun kommen die Miner ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, die Transaktionen zu überwachen und auf ihre Einmaligkeit hin zu überprüfen. Dabei kommt in der Bitcoin-Blockchain das Proof-of-Work-Verfahren zum Einsatz, welches in Kapitel 3.3 bereits beschrieben worden ist. Alle zehn Minuten entsteht so ein neuer Block in der Bitcoin-Blockchain (vgl. Rosenberger, 2018, 19; Rogojanu, Badea, 2014, 107).

Als Belohnung für ihre Rechenleistung werden die Miner nun mit zusätzlichen Bitcoins vergütet. Auf diese Weise kommen neue Bitcoins in das System. Für jeden gelösten Block erhalten die Miner eine bestimmte Anzahl an Bitcoins. Da es sehr schwierig für einen einzelnen Nutzer ist einen kompletten Block zu berechnen, schließen sich viele von ihnen zu sogenannten „mining pools“ zusammen, um sich die Rechenleistung und die Entlohnung zu teilen (vgl. Farmer, 2014, 87f).

Die Belohnung, die die Miner für einen gelösten Block erhalten, halbiert sich allerdings alle vier Jahre. Dadurch soll das Angebot verknappt werden, ähnlich wie bei Gold. Da sich die Anzahl an neuen Währungseinheiten fortlaufend halbiert, ist die gesamte Zahl an Bitcoins auf 21 Millionen Stück limitiert. So lässt sich prognostizieren, dass bis zum Jahr 2040 99% aller Bitcoins geschürft sein werden. Die verbleibenden 1% werden dann in den folgenden 100 Jahren geschürft (vgl. Cermak, 2017, 8ff).

3.4.4 Aktuelle Daten zum Bitcoin-Markt

Um sich die Entwicklung des Bitcoins bewusst zu machen, sollen in diesem Abschnitt kurz einige wichtige Kennzahlen und Daten zum Bitcoin-Markt analysiert werden.

Zunächst soll die Marktkapitalisierung im Zeitverlauf betrachtet werden. In der langfristigen Betrachtung fällt auf, dass der Trend stark steigend ist. Während zu Beginn des Jahres 2013 die Marktkapitalisierung bei 1,2 Milliarden US-Dollar lag stieg sie auf bis über 13 Milliarden Dollar zum Ende des Jahres an. Infolgedessen kam es zu einer längeren Korrektur und erst drei Jahre später überstieg die Kapitalisierung des Bitcoin-Marktes das alte Hoch, als sich die Marktkapitalisierung erneut vervielfachte und auf bis zu über 330 Milliarden US-Dollar anstieg. Auch dieses Mal folgte eine größere Korrektur. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei rund 64 Milliarden US-Dollar (vgl. Coinmarketcap, https://coinmarketcap.com/de/currencies/bitcoin/, Zugriff vom 18.01.2019).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Kapitalisierung des Bitcoin-Markts

Quelle: https://coinmarketcap.com/de/currencies/bitcoin/, Zugriff vom 18.01.2019

Auch bei den Bitcoin-Transaktionen pro Tag lässt sich ein deutlicher Aufwärtstrend erkennen. Im ersten Jahr nach dem Start des Bitcoin-Netzwerks fanden lediglich einige 100 Transaktionen am Tag statt. Seitdem steigen die Transaktionen auf der Bitcoin Blockchain stetig an (mit einigen größeren Schwankungen zwischen den Tagen). Heutzutage werden zwischen 200.000 und 280.000 Bitcoin Transaktionen am Tag durchgeführt (vgl. blockchain.com, https://www.blockchain.com/de/charts/n-transactions?timespan=all, Zugriff vom 18.01.2019).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anzahl der Bitcoin-Transaktionen pro Tag

Quelle: https://www.blockchain.com/de/charts/n-transactions?timespan=all, Zugriff vom 18.01.2019

Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Bitcoins im Zeitverlauf. Wie im vorherigen Kapitel beschrieben, halbiert sich die Zahl der Bitcoins pro erstelltem Block alle vier Jahre. Somit ergibt sich eine exponentielle Annäherung an die Grenze von 21 Millionen Bitcoins. Aktuell befinden sich rund 17,5 Millionen Bitcoins im Umlauf (vgl. Bookmap, https://bookmap.com/blog/how-crypto-trading-differs-from-other-types-of-trading/, Zugriff vom 06.10.2018).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Anzahl der Bitcoins im Umlauf

Quelle: https://bookmap.com/blog/how-crypto-trading-differs-from-other-types-of-trading/,Zugriff vom 06.10.2018

Interessant dürfte auch die Verteilung der Bitcoins auf die jeweilige Größe der digitalen Konten, den sogenannten „Wallets“, sein. Auffällig ist, dass auf dem Großteil der Wallets weniger als 0,0001 Bitcoins liegen. Etwas mehr als eine halbe Million Nutzer besitzen mehr als einen Bitcoin, rund 1500 Nutzer besitzen mehr als 1.000 Bitcoins und nur auf 3 Wallets liegen mehr als 100.000 Bitcoins. Dies zeigt, dass der Großteil der Nutzer nur sehr wenige Bitcoins besitzt und insgesamt die Anzahl der Bitcoins sehr ungleich verteilt ist (vgl. https://innovationsblog.dzbank.de/2017/07/03/bitcoin-in-zahlen-daten-und-fakten/, Zugriff vom 06.10.2018).

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Ende der Leseprobe aus 90 Seiten

Details

Titel
Kryptowährungen. Geld der Zukunft oder riskantes Spekulationsobjekt?
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
90
Katalognummer
V468825
ISBN (eBook)
9783668933255
ISBN (Buch)
9783668933262
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum, IOTA, EOS, Stellar Lumen, Geld, Währung, Ökonomie, Geldfunktionen, Blockchain, Wirtschaft, Volkswirtschaft, Geldtheorie, Masterarbeit
Arbeit zitieren
Simon Lorenz (Autor), 2019, Kryptowährungen. Geld der Zukunft oder riskantes Spekulationsobjekt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468825

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