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Nationalsozialismus in Christian Krachts "Faserland"

Titel: Nationalsozialismus in Christian Krachts "Faserland"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 16 Seiten , Note: 2

Autor:in: Jan Seehorst (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Popliteratur werden die vermehrte Nennung von Markenprodukten und der Konsum innerhalb der Gesellschaft als Leitmotive genutzt. Dies gilt auch für den Christian Krachts Roman "Faserland". Dieser hebt sich in seiner Gestaltung und dem Erzählstil, wie in der Popliteratur typisch, von üblichen Romanen ab. In "Faserland" werden vom Ich-Erzähler einzelne Erwähnungen und Anspielungen zum Nationalsozialismus gezogen. Zunächst erscheinen diese als unbedeutend, jedoch bilden sie in ihrer Gesamtheit ein weiteres mögliches Leitmotiv. Dies wirft die Frage auf, welche Rolle das nationalsozialistisch geprägte Motiv innerhalb des Romans einnimmt und was dieses über den Ich-Erzähler zum Ausdruck bringt. Dieser Fragestellung wird in den nächsten Analyseabschnitten nachgegangen. Der Titel der Hausarbeit lautet "Nationalsozialismus in Christian Krachts Faserland".

Zunächst wird der Protagonist prägnant charakterisiert um dessen Einstellung zur NS-Zeit gezielter deuten zu können. Im Folgenden wird der Roman bezüglich dessen nationalsozialistischer Erwähnungen analysiert. Dabei werden die Verbindungen der Reiseziele des Ich-Erzählers und der des nationalsozialistischen Motivs betrachtet. Zu Beginn werden die vom Ich-Erzähler gezogenen Verbindungen seiner bereisten Orte mit der NS-Zeit eingegangen. Dazu wird im weiteren die Verhaltensweise des Protagonisten bezüglicher dieser Textpassagen gedeutet. Dabei werden auch teilweise die Erinnerungen des Ich-Erzählers in Verbindung mit dem Nationalsozialismus betrachtet. Außerdem wird konkret auf die Begrifflichkeit Nazi und dessen Verwendung im Roman eingegangen. In diesem Abschnitt werden zudem die vom Ich-Erzähler gezogenen Verbindungen von Personen und der NS-Zeit analysiert.

Die Einstellung des Ich-Erzählers zur deutschen Gesellschaft, seiner Generation und der älteren Generation wird ebenfalls betrachtet. Dabei wird auf die Veränderung des Gemütszustands des Protagonisten bei dessen Schweizaufenthalts eingegangen. Zuletzt werden die gesammelten Erkenntnisse über die NS-Zeit im Roman und dessen Einfluss beim Protagonisten zusammengefasst und in Form eines abschließenden Fazits gedeutet. Im Fazit wird auf die Haltung zur jüngeren Geschichte, die Person des Ich-Erzähler und seine Verhaltensweise eingegangen. Bei der Gestaltung der Arbeit wurde zentral mit der Primärliteratur als Analysematerial gearbeitet, da der Forschungsstand dieses Themas gering ausfiel.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ich-Erzähler

3. Einfluss vom Nationalsozialismus in den bereisten Städten

4. Nationalsozialismus in den Erinnerungen des Ich-Erzählers

5. Das Verhältnis des Protagonisten zu Deutschland und der Schweiz

6. Verwendung des Begriffs Nazi

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Nationalsozialismus als Leitmotiv in Christian Krachts Roman "Faserland" und analysiert, wie dieses Motiv die Psyche, die Wahrnehmung und das gesellschaftliche Verhältnis des Ich-Erzählers prägt.

  • Charakterisierung des Ich-Erzählers als Vertreter der "Generation Golf"
  • Verknüpfung von bereisten Orten mit der deutschen NS-Vergangenheit
  • Analyse des "negativen Gedächtnisses" in der deutschen Erinnerungskultur
  • Die psychologische Bedeutung des Begriffs "Nazi" als Instrument der Abwertung
  • Kontrastierung der Entfremdung von Deutschland mit dem Schweiz-Aufenthalt

Auszug aus dem Buch

4. Nationalsozialismus in den Erinnerungen des Ich-Erzählers

Das problematische negative Gedächtnis der deutschen Erinerungskultur spielt auch bei dem Protagonisten aus Faserland eine zentrale Rolle. Dafür gilt allgemein:

„Die Vermittlung dieser kulturspezifischen Problematik bietet sich in der Beschäftigung mit einer Form von Gegenwartsliteratur an, welcher immer wieder „Geschichtsvergesenheit“ und radikale Affirmation an die Konsumgesellschaft vorgeworfen wurde. Die Rede ist von der sogennanten Popliteratur der neunziger Jahre, als deren wesentlicher Distinktionmerkmal angeführt werden kann, dass sie in einer Entwicklungslinie zu sehen ist, welche bestrebt ist, die Grenzen zwischen Hoch- und Trivialliteratur aufzulösen.“

Der Ich-Erzähler denkt aber nicht nur während gegenwärtigen Situationen und Orten an die NS-Zeit, sondern Erinnert sich auch an frühere Bezugspunkte zurück. Der Zwang sich zu erinnern, welcher durch das Verb muss deutlich wird zeigt sich auch in der folgenden Passage der Erinnerung:

„Das Flugzeug kreist weiter über Frankfurt, taucht immer mal wieder durch die Wolken, dann glitzert das Sinnenlicht plötzlich auf den Flügeln, und ich sehe aus dem Fenster und muß daran denken, daß mich Landeanflüge immer an die großartige Anfangsszene aus Triumpf des Willens erinnern, wo der blöde Führer in Nürnberg oder sonstwo landet, jedenfalss kommt er so von oben herab zum Volk. Ich meine, das ist ja ganz gut gemacht, so, als ob er von Gott heruntergesand wird nach Deutschland, um da mal aufzuräumen. Die Deutschen haben das sicher geglaubt, damals, so schlau ist da gemacht. Den Film haben sie uns mal in der Schule gezeigt, zusammen mit Panzerkreuzer Potemkin, damit wir sehen, wie man durch Film fein manipulieren kann.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Rolle des Nationalsozialismus als Leitmotiv in Krachts Roman und Skizzierung der methodischen Vorgehensweise.

2. Der Ich-Erzähler: Analyse der sozioökonomischen Herkunft und der psychologischen Verfassung des Protagonisten, der als unpolitischer Yuppi charakterisiert wird.

3. Einfluss vom Nationalsozialismus in den bereisten Städten: Untersuchung der Art und Weise, wie Orte und Architektur durch die NS-Vergangenheit für den Erzähler negativ konnotiert sind.

4. Nationalsozialismus in den Erinnerungen des Ich-Erzählers: Beleuchtung des Zwangsimpulses des Erzählers, persönliche und filmische Erinnerungen mit der NS-Zeit zu verknüpfen.

5. Das Verhältnis des Protagonisten zu Deutschland und der Schweiz: Kontrastierung der Entfremdung vom deutschen Vaterland mit der subjektiv empfundenen Ruhe während des Aufenthalts in der Schweiz.

6. Verwendung des Begriffs Nazi: Analyse der inflationären und abwertenden Verwendung des Begriffs durch den Erzähler gegenüber seinen Mitmenschen.

7. Fazit: Zusammenfassende Deutung der NS-Thematik als Ausdruck einer gestörten Innenwelt und der Unfähigkeit des Protagonisten, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Schlüsselwörter

Christian Kracht, Faserland, Nationalsozialismus, Popliteratur, Generation Golf, Erinnerungskultur, Identitätsfragen, psychologische Zwangsstörung, negative Konnotation, NS-Vergangenheit, Entfremdung, Deutschland, Schweiz, Gesellschaftskritik, kollektives Gedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Nationalsozialismus als Leitmotiv in Christian Krachts Roman "Faserland" und dessen Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Ich-Erzählers.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Erinnerungskultur, die psychologische Verfassung des Ich-Erzählers, dessen Verhältnis zu seinem Herkunftsland Deutschland und die Wirkung der NS-Vergangenheit auf die Generation des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum und wie der Ich-Erzähler Orte und Personen systematisch mit der NS-Zeit verknüpft und welche Rolle diese Verdrängungs- bzw. Erinnerungsmechanismen für seine Identität spielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert primär auf einer detaillierten Analyse des Primärtextes, ergänzt durch die Einordnung in den literaturwissenschaftlichen Diskurs zur Popliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Charakterisierung des Erzählers, der geografischen und biografischen Verknüpfung mit dem Nationalsozialismus sowie einer detaillierten Untersuchung des Begriffsgebrauchs (speziell "Nazi").

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Identitätsverlust, kollektives Gedächtnis, Popliteratur, NS-Konnotation und psychologische Entfremdung beschreiben.

Wie verändert sich die Wahrnehmung des Protagonisten in der Schweiz?

Der Aufenthalt in der Schweiz wirkt auf den Erzähler befreiend; er findet dort zur Ruhe, da er das Land nicht zwanghaft mit der deutschen NS-Vergangenheit verknüpft.

Warum verwendet der Ich-Erzähler den Begriff "Nazi" so inflationär?

Der Erzähler nutzt den Begriff nicht primär zur Identifizierung von Nationalsozialisten, sondern als Instrument, um sein Gefühl der gesellschaftlichen Überlegenheit oder Abneigung gegenüber Mitmenschen auszudrücken.

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Details

Titel
Nationalsozialismus in Christian Krachts "Faserland"
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
2
Autor
Jan Seehorst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V468878
ISBN (eBook)
9783668941359
ISBN (Buch)
9783668941366
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kracht Faserland kracht faserland erzähler ns national sozialismus pop literatur popliteratur wissenscahft hausarbeit wissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Seehorst (Autor:in), 2017, Nationalsozialismus in Christian Krachts "Faserland", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468878
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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