Der Aufstieg des IS. Globlisierung und Terrorismus


Hausarbeit, 2015
11 Seiten

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Globalisierung
2.2 Terrorismus

3. Globalisierung als Ursache von Terrorismus
3.1 Kulturelle Ursachen
3.2 USA als dominierende Weltmacht

4. Merkmale und Strategien internationaler Terrororganisationen

5. IS als Beispiel einer internationalen Terrororganisation
5.1 Entstehung und Aufstieg des IS
5.2 Merkmale und Strategien des IS

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Globalisierung und Terrorismus stehen spätesten seit Beginn des 21. Jahrhunderts in engem Zusammenhang zueinander. Ein Terrorismus ist entstanden, dessen Machenschaften zunehmend über die Grenzen einzelner Staaten hinausgehen. Diese Art Terrorismus zielt nicht mehr nur gegen die politische Ordnung innerhalb eines Staates, sondern ist auch auf die Bekämpfung der politischen Weltordnung ausgerichtet. International tätige Terrororganisationen agieren durch Anschläge weltweit und verunsichern dadurch die Weltöffentlichkeit (Reddig 2007: 280). Spätesten seit dem 11. September 2001 als die dschihadistische Organisation Al-Qaida Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und auf das Pentagon in Washington verübten, dominiert vor allem der islamistische Terror die internationalen Schlagzeilen. Dieser Dschihadismus bietet ein Beispiel, wie sich Terrorgruppen über ihr Handeln hinaus territorial konsolidieren und global agieren (Röhrich 2015: 1). Oftmals wird der globale Dschihad auch als Reaktion auf die Schattenseiten der Globalisierung gedeutet. Individuen, die unter den ökonomischen, politischen und sozialen Folgen der Globalisierung leiden, setzen sich mit terroristischen Mitteln gegen deren Ausdrücke und Symbole zur Wehr. Solche Terroranschläge gelten als Ausdruck eines gewalttätigen Antiglobalismus und richten sich primär gegen den Westen (Reddig 2007: 280).

In dieser Arbeit sollen anhand unterschiedlicher Theorien mögliche Ursachen und Erklärungen für die Entstehung von international aktiven Terrororganisationen erläutert werden. Dabei soll weniger die der religiöse Fundamentalismus einzelner Gruppierungen, sondern vielmehr die Frage nach der Wechselwirkung zwischen Globalisierung und Terrorismus in jüngerer Vergangenheit im Zentrum stehen. Dazu werden zuerst die beiden für diese Arbeit zentralen Begriffe Globalisierung und Terrorismus genauer definiert. Anschliessend werden mögliche Zusammenhänge zwischen Globalisierung und der Entstehung und Verbreitung internationaler Terrororganisationen beschrieben. Daraufhin soll in diesem Kontext die momentan wohl am meisten beachtete Terrororganisation IS genauer analysiert werden. Zum Schluss soll ein Fazit aus der Thematik gezogen werden.

2. Definitionen

In diesem Kapitel sollen die Begriffe Globalisierung, und Terrorismus möglichst allgemein definiert werden. Es bleibt festzuhalten, dass zu jedem dieser Begriffe zahlreiche Definitionen existieren, die unterschiedlichste Aspekte berücksichtigen und sich im Verlauf der Geschichte stark verändert haben. Die nachfolgenden Beschreibungen sollen vor allem für ein besseres Verständnis der anschliessenden Erläuterungen dienen.

2.1 Globalisierung

Unter Globalisierung wird generell die zunehmende Anzahl menschlicher Beziehungen über grosse Distanzen in vielfältiger Art und Weise verstanden. Dieser Anstieg der grenzüberschreitenden zwischenmenschlichen Verbindungen vollzieht sich in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft, primär in den Feldern Wirtschaft, Politik und Kultur. Die Auswirkungen der Globalisierung zeigen sich auf der individuellen Ebene genauso wie bei der Weltgesellschaft als Ganzes. Wesentlich erleichtert wurde das Zustandekommen und Aufrechterhalten dieses Verdichtungsprozesses durch den technischen Fortschritt, insbesondere die Entwicklung moderner Kommunikationsmittel (Gronholz 2013: 101).

2.2 Terrorismus

Kirsten Schmalenbach (2000: 20) definitere Terrorismus beziehungsweise internationaler

Terrorismus wie folgt: Terrorismus ist jedes nach innerstaatlichem Recht und Völkerrecht rechtswidrige kriminelle Verhalten von Individuen bzw. einer Gruppe von Individuen, das subjektiv darauf gerichtet ist, mit dem Mittel der Angstverbreitung (gesellschafts-) politische Ziele bzw. Veränderungen zu erreichten. Von internationalem Terrorismus kann immer gesprochen werden, wenn der Tatort, die Staatsangehörigkeiten von Tätern und/oder Opfer bzw. die Staatsangehörigkeit von Einrichtungen sowie der Aufenthaltsort der Täter vor, während oder nach dem Attentat die internationalen Beziehungen berührt.

Peter Waldmann (2005: 15) fügt bei seiner Definition von Terrorismus an, dass es Terroristen bei ihren Aktionen weniger um den eigentlichen Zerstörungseffekt an sich gehe, sondern viel mehr um ein Mittel sich einer Vielzahl von Menschen mitzuteilen. Folglich Terrorismus sei primär eine Kommunikationsstrategie.

3. Globalisierung als Ursache von Terrorismus

Wie schon eingangs erwähnt, beschränkt sich die Beschreibung der Ursachen von Terrorismus in dieser Arbeit vor allem auf die Globalisierung. Zum Ursprung dieses Zusammenwirkens werden in den Sozialwissenschaften unterschiedliche Gründe erwähnt.

3.1 Kulturelle Ursachen

Einerseits wird als Hauptmotiv für den derzeit vorherrschenden Terrorismus die Abwehr des globalen Modernisierungs- und Säkularisierungsdrucks sowie der Rückkehr zu einer ausschliesslich auf religiösen Grundlagen beruhenden Gemeinschaftsform genannt. Wogegen sich viele Menschen vorwiegend im islamischen Raum wenden, ist die Dominanz der Werte der westlichen Modernisierung, wie beispielsweise Pluralismus, religiöse Indifferenz und Materialismus (Hirschmann 2001: 13). Oftmals wird als Ursache für diese Abneigung die Hypothese vertreten, dass Bedingungen relativer Benachteiligung und Ungleichheit sowie fehlende Alternativen in unterentwickelten Gesellschaften die Rekrutierung potentieller Terroristen erleichterten. Deren Ziel besteht folglich darin, besser entwickelte Gesellschaften zu treffen und dadurch auch eine Veränderung globaler Entwicklungen herbeizuführen (Zimmermann 2011: 187).

Bereits 1993 erregt der Harvard-Professor Huntington mit seiner These zum Clash of Civilization Aufsehen. Er behauptete, dass sich die zukünftigen internationalen Konfliktlinien nicht mehr zwischen Staaten, sondern zwischen Zivilisationsgruppen abspielen. Die westlichen Staaten würden sich daher der Herausforderung der sich modernisierenden Staaten der islamischen Welt gegenübersehen. Diese würden beim Versuch, sich zu modernisieren und den Stand ihrer Technologie, ihres Wohlstandes und ihrer militärischen Stärke zu verbessern, nicht zwingend automatisch westliche Werte annehmen. Sie werden aber insbesondere an wirtschaftlicher und militärischer Macht gewinnen und damit eine Herausforderung für die westliche Welt darstellen (Beyer 2007: 63).

3.2 USA als dominierende Weltmacht

Quantitativ betrachtet sind amerikanische Einrichtungen Hauptziel des internationalen Terrorismus. Gründe dafür können nebst in der vorhin erwähnten Abneigung gegen westliche Werte, im Einfluss der USA als führende weltpolitische Macht gesucht werden. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Rolle der USA im Konflikt zwischen Israel und Palästina. Die offensichtliche Unterstützung Israels durch die USA gilt als einer der Hauptgründe für den Anti-Amerikanismus in der arabischen Welt (Beyer 2007: 60). Ausserdem haben die Vereinigten Staaten ihre weltpolitische Rolle politisch oder militärisch gegenüber dem Mittleren und Nahen Osten speziell dadurch ausgeübt, dass sie militärische Interventionen unterstützten oder selber durchführten. Die Liste solcher Aktionen aus jüngster Vergangenheit ist lang: 1953 im Iran, 1979 in Afghanistan, 1983 im Libanon, 1992 mit der Operation Desert Storm im Irak, 1998 mit der Operation Desert Fox im Irak, 2001 in Afghanistan, 2003 im Irak, 2011 in Libyen und schliesslich 2014 wieder im Irak (Beyer 2007: 59f; Die Zeit 2014).

Kritiker dieser Vorgänge behaupten, dass der Hintergrund dieses politischen Interesses meist der Ölreichtum der Region war. Eine andere Behauptung, dass die regelmässigen Interventionen der Vereinigten Staaten im Ausland zu mehr Terrorismus führen, lässt sich wissenschaftlich bestätigen. Laut dem Wissenschaftsrat für Verteidigung des Pentagon existiert ein starker Zusammenhang zwischen der Involvierung der Vereinigten Staaten auf der internationalen Bühne und dem Anstieg von terroristischen Anschlägen gegen die USA. Ausserdem listet Ivan Eland in einer Studie für den amerikanischen Think Tank Cato 65 Fälle zwischen 1915 und 1998 von Terrorismus gegen die Vereinigten Staaten auf, bei denen sich als Ursache der Interventionismus der Vereinigten Staaten im Ausland nachweisen lässt (Beyer 2007: 60).

4. Merkmale und Strategien internationaler Terrororganisationen

Klassische Begründungen des Terrorismus sind vornehmlich in den Bereichen von ideologischen, ethno-politischen und religiösen Motiven zu suchen. Oftmals werden für Anschläge nicht eine singuläre Motivation angegeben, sondern es fliessen verschiedene Beweggründe ineinander, die häufig kaum voneinander zu trennen sind (Hirschmann 2001: 8f).

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Details

Titel
Der Aufstieg des IS. Globlisierung und Terrorismus
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V468887
ISBN (eBook)
9783668945944
ISBN (Buch)
9783668945951
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terrorismus, Globalisierung, IS, ISIS, Krieg, Frieden, naher Osten, Irak, Syrien, Islamwissenschaft, Politik, Internationale Beziehungen
Arbeit zitieren
Angela Gubser (Autor), 2015, Der Aufstieg des IS. Globlisierung und Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468887

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