Der Anspruch der Stakeholder-Gruppen, wie z.B. Investoren, Kunden, Staat, Lieferanten und Gesellschaft an die Unternehmensberichterstattung von großen Unternehmen von öffentlichem Interesse, im folgenden PIEs, ist in den letzten Jahren, spätestens seit der Finanzkrise 2008/2009 gestiegen. Die Stakeholder verlangen mehr Transparenz von den PIEs. So wird erwartet, dass PIEs neben ihren Finanzdaten auch Angaben zu nichtfinanziellen Themen wie Achtung der Menschenrechte, Umweltbelange oder soziale Belange in die Berichterstattung aufnehmen, umso mehr Informationen über deren Geschäftstätigkeit preis zu geben. So kommen die Stakeholder schneller zu einer Entscheidungsfindung darüber, ob sie mit den Unternehmen in ein Geschäftsverhältnis treten wollen. Auch unternehmensintern spielen nichtfinanzielle Faktoren im Rahmen der Risikoanalyse und Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit eine bedeutsame Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Untersuchung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der nichtfinanziellen Berichterstattung
2.1 Anwenderkreis
2.2 Ausweis und Offenlegungsoptionen
3 Inhalte der nichtfinanziellen Berichterstattung
3.1 Geschäftsmodell
3.2 Nichtfinanzielle Aspekte
3.3 Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten
3.3.1 Konzepte
3.3.2 Due-Diligence-Prozesse
3.3.3 Ergebnisse der verfolgten Konzepte
3.3.4 Wesentliche Risiken
3.3.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
3.3.6 Hinweise und ergänzende Erläuterungen zum Jahresabschluss
3.4 Nutzung von Rahmenwerken
3.5 Weglassen nachteiliger Angaben
4 Prüfung
5 Zusammenfassung und Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesetzlichen Anforderungen an die nichtfinanzielle Berichterstattung für Unternehmen von öffentlichem Interesse (PIEs) gemäß dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und analysiert, wie diese Unternehmen ihre sozialen, ökologischen und ethischen Verantwortlichkeiten transparent gegenüber Stakeholdern offenlegen.
- Anwendungsbereich und Offenlegungsoptionen des CSR-RL-UG
- Inhaltliche Mindestanforderungen an die nichtfinanzielle Erklärung
- Umgang mit Due-Diligence-Prozessen und Risikomanagement
- Methoden der Leistungsindikatoren und Nutzung internationaler Rahmenwerke
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Due-Diligence-Prozesse
Bei der Beschreibung der verfolgten Konzepte ist auf die von dem Unternehmen angewandten Due-Dilligence-Prozesse einzugehen. Dies sind „Verfahren, mit denen die Kapitalgesellschaft Sorgfaltspflichten und -obliegenheiten identifiziert und erfüllt, insbesondere etwaige Risiken für einzelne nichtfinanzielle Aspekte ermittelt und Maßnahmen zu deren Eindämmung oder Beseitigung festlegt“. Eine Pflicht zur Durchführung und zur Begründung bei Nichtdurchführung besteht allerdings nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das gestiegene Interesse von Stakeholdern an nichtfinanziellen Informationen seit der Finanzkrise und erläutert die Entstehung des CSR-RL-UG zur Verbesserung der Berichterstattungsqualität.
2 Grundlagen der nichtfinanziellen Berichterstattung: Dieses Kapitel spezifiziert den Anwenderkreis des Gesetzes – primär große kapitalmarktorientierte Unternehmen und Kreditinstitute – sowie die formalen Möglichkeiten der Offenlegung im oder außerhalb des Lageberichts.
3 Inhalte der nichtfinanziellen Berichterstattung: Der Hauptteil beschreibt detailliert die notwendigen Angaben, von der Darstellung des Geschäftsmodells über spezifische Aspekte wie Umwelt- und Arbeitnehmerbelange bis hin zur Handhabung von Risiken und der Nutzung von Rahmenwerken.
4 Prüfung: Hier wird erläutert, dass die inhaltliche Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung durch den Abschlussprüfer zwar nicht gesetzlich verpflichtend ist, jedoch die freiwillige externe Prüfung durch den Aufsichtsrat empfohlen wird.
5 Zusammenfassung und Bewertung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den Herausforderungen der Implementierung, wie dem hohen administrativen Aufwand und der Datenbeschaffung, und blickt auf zukünftige Evaluationen der EU-Kommission.
Schlüsselwörter
Nichtfinanzielle Berichterstattung, CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, Corporate Social Responsibility, PIEs, Lagebericht, Due-Diligence-Prozesse, Nachhaltigkeit, Transparenz, Stakeholder, CSR, Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Rahmenwerke, Risikomanagement, Jahresabschluss, Geschäftsmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und inhaltlichen Anforderungen an die nichtfinanzielle Berichterstattung, die durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz für große Unternehmen in Deutschland verbindlich wurden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Offenlegung von Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, die Einhaltung von Menschenrechten sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung innerhalb der Unternehmensberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die gesetzlich geforderten Inhalte und Prozesse zu geben, die Unternehmen erfüllen müssen, um ihre nichtfinanzielle Verantwortung transparent darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse der aktuellen Gesetzestexte (HGB, CSR-RL-UG), relevanter Entwürfe des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) sowie Fachliteratur zur Berichterstattungspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Geschäftsmodellen, die fünf zentralen nichtfinanziellen Aspekte, die Pflichtangaben zu Konzepten und Risiken sowie die Möglichkeiten und Grenzen bei der Nutzung internationaler Rahmenwerke.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind CSR, PIEs, Due-Diligence-Prozesse, Comply-or-Explain-Regelung, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und die Transparenzsteigerung gegenüber Stakeholdern.
Was bedeutet das im Text erwähnte „Comply-or-Explain“-Prinzip?
Es besagt, dass ein Unternehmen, falls es für einen bestimmten nichtfinanziellen Aspekt kein Konzept verfolgt, dies klar und begründet erläutern muss, anstatt einfach nur zu schweigen.
Wie hoch ist der Aufwand für Unternehmen bei der Erfüllung dieser Pflichten?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Umsetzung mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden ist, da Informationen aus vielen Unternehmensbereichen gesammelt und termingerecht für die Berichterstattung zusammengeführt werden müssen.
- Quote paper
- Bahri Mutlu (Author), 2018, Nichtfinanzielle Berichterstattung nach CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468920