Das High-Intensity-Intervall-Training (HIIT) gilt seit über 100 Jahren als gute Möglichkeit zur Verbesserung der Ausdauer und Kraft. Schon in den 1920er Jahren trainierte der neunfache Olympiasieger Pavoo Nurmi nach dieser Methode. Doch was für Erwachsene inzwischen allgemein anerkannt ist, muss nicht unbedingt auch für Kinder die richtige Trainingsmethode sein.
Die Angst vor unangemessenen Überlastungen führte lange dazu, hochintensive Trainingsprotokolle bei Kindern zu meiden. Aber wie gehen diese Lehrmeinungen damit zusammen, dass sich Kinder oft von alleine intensiv und in kurzen Intervallen bewegen? Alexander Hildebrandt verdeutlicht in seinem Buch, dass HIIT nicht gleich HIIT ist.
Kann ein High-Intensity-Intervall-Training für Kinder vor der Pubertät angemessen sein? Um diese Frage zu beantworten, betrachtet Hildebrandt sowohl die orthopädische als auch die metabolische Sichtweise. Er klärt so, welche Auswirkungen ein HIIT bei Kindern hat und unter welchen Bedingungen es sinnvoll ist.
Aus dem Inhalt:
- Gesundheit;
- Sport;
- Bewegung;
- Kinder und Jugendliche;
- Training
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 HIIT - Definition
2 Angemessenheit von HIIT aus orthopädischer Sicht
2.1 Die Ossifikation
2.2 Potentielle gesundheitliche Beeinträchtigungen durch HIIT
2.3 Ossifikation und Sport
2.4 HIIT aus orthopädischer Sicht
3 Angemessenheit von HIIT aus metabolischer Sicht
3.1 Potentielle gesundheitliche Beeinträchtigungen durch HIIT
3.2 Belastungsresistenz von präpuberalen Kindern und Erwachsenen
3.3 Der Energiestoffwechsel
3.4 Der Energiestoffwechsel beim HIIT
3.5 Altersspezifische Unterschiede im Energiestoffwechsel
4 Adaptive metabolische Prozesse durch HIIT
4.1 Verbesserung der aeroben Kapazitäten
4.2 Verbesserung der anaeroben Kapazitäten
5 Diskussion
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung von High-Intensity-Intervall-Training (HIIT) für präpuberale Kinder, indem sie bestehende physiologische und metabolische Bedenken analysiert und gegen das natürliche kindliche Bewegungsverhalten abwägt. Ziel ist es, auf Basis der aktuellen Studienlage zu klären, ob HIIT mit sehr kurzen Intervallen eine kindgerechte und sichere Trainingsmethode zur Förderung der Ausdauer- und Kraftleistung darstellt.
- Orthopädische Auswirkungen auf das kindliche Skelettwachstum
- Analyse der metabolischen Belastungsverträglichkeit (Laktat und Stresshormone)
- Vergleich der Ermüdungsresistenz zwischen Kindern und Erwachsenen
- Untersuchung von adaptiven Stoffwechselprozessen durch HIIT
Auszug aus dem Buch
2.4 HIIT aus orthopädischer Sicht
Die positiven Auswirkungen von körperlicher Bewegung auf die Ossifikation konnten durch die Studienübersicht deutlich gezeigt werden. Es wurde jedoch ersichtlich, dass nicht jede Aktivität oder Sportart zwangsläufig zu einem Adaptationsprozess des Skelettsystems führt. Ungewöhnliche Belastungen mit höchsten Geschwindigkeiten und hohen Intensitäten haben trotz kleinen Trainingsvolumina das größte Potential (Gregov und Salaj 2014).
HIIT ist mit seiner Intensität und Schnelligkeit durch eben diese Parameter gekennzeichnet. Ein Training mit Sprungelementen, welches in mehreren Studien angewendet wurde, hat ebenfalls minimale Kontraktionszeiten mit maximaler Intensität und kommt damit dem HIIT sehr nahe. Die positiven Effekte legen die Vermutung nahe, dass kurze Intervalle unter 10 s ebenfalls begünstigend auf die Ossifikation wirken, sofern hohe Intensitäten erreicht werden. Aus der Literatur lässt sich demnach ableiten, dass ein HIIT für das Knochenwachstum präpuberaler Kinder nicht schädlich ist. Die aktuelle Studienlage legt genau das Gegenteil nahe, dass HIIT zur Entwicklung eines gesunden und widerstandsfähigen Skelettsystems dienlich ist. Je früher ein Kind mit hohen Intensitäten trainiert, desto mehr Knochenmasse kann akkumuliert werden (Kemper 2000). Van Langendonck et al. (2003), MacKelvie et al. (2001) und Fuchs et al. (2001) betonen besonders für präpuberale Kinder die Notwendigkeit von hohen Intensitäten, wie zum Beispiel Sprungübungen mit dem 8-Fachen des Körpergewichts.
Zusammenfassung der Kapitel
1 HIIT - Definition: Erläutert die Grundlagen und Begrifflichkeiten des High-Intensity-Intervall-Trainings und grenzt es von anderen Trainingsformen ab.
2 Angemessenheit von HIIT aus orthopädischer Sicht: Untersucht die Ossifikation, mögliche Verletzungsrisiken und Wachstumsprozesse bei Kindern im Kontext von intensivem Training.
3 Angemessenheit von HIIT aus metabolischer Sicht: Analysiert die Belastung des kindlichen Stoffwechsels, die Belastungsresistenz und die spezifischen metabolischen Anpassungen bei HIIT.
4 Adaptive metabolische Prozesse durch HIIT: Beschreibt, wie HIIT aerobe und anaerobe Kapazitäten verbessert und welche physiologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.
5 Diskussion: Reflektiert die Studienergebnisse kritisch und bewertet die Eignung von HIIT für die Zielgruppe der präpuberalen Kinder.
6 Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die Ausgangsfrage nach der Eignung von HIIT für Kinder.
Schlüsselwörter
HIIT, High-Intensity-Intervall-Training, präpuberale Kinder, Knochenwachstum, Ossifikation, Stoffwechsel, Laktat, Belastungsresistenz, VO2max, anaerobe Kapazität, aerobe Kapazität, Kindertraining, Sportmedizin, Skelettsystem, Metabolismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob hochintensives Intervalltraining (HIIT) eine sichere und effektive Trainingsmethode für Kinder vor der Pubertät darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet primär die orthopädischen Auswirkungen auf das Knochenwachstum sowie die metabolische Belastungsverträglichkeit im kindlichen Organismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der Literatur zu klären, ob HIIT mit sehr kurzen Intervallen (unter 10 Sekunden) kindgerecht ist und keine negativen Folgen für die Gesundheit hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine tiefgehende Literaturanalyse und Synthese aktueller Studien und Metaanalysen durch, um physiologische und metabolische Fragestellungen zu beantworten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine orthopädische und eine metabolische Analyse, in denen unter anderem die Knochenbildung, Enzymaktivitäten, Laktatkinetik und Sauerstoffaufnahme untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
HIIT, Ossifikation, Metabolismus, Belastungsresistenz, Kindertraining und präpuberale Entwicklung.
Welche Bedeutung hat die "Trigger-Hypothese" nach Katch in diesem Kontext?
Sie gilt als veraltet; die Arbeit widerlegt die Annahme, dass das Training bei präpuberalen Kindern aufgrund fehlender hormoneller Steuerung weitgehend ergebnislos oder gefährlich sei.
Warum sind kurze Intervalle unter 10 Sekunden für Kinder besonders relevant?
Studien zeigen, dass das natürliche Bewegungsverhalten von Kindern aus kurzen, hochintensiven Stößen besteht, weshalb solche Intervalle physiologisch besser zum kindlichen Stoffwechsel passen als lange Intervalle.
- Quote paper
- Alexander Hildebrandt (Author), 2019, Ist HIIT für Kinder ein Hit? Auswirkungen und Grundlagen eines High-Intensity-Intervall-Trainings für Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468938