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Der Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse

Title: Der Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sebastian Voigt (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Domäne der Neuro- und Psycholinguistik versucht in Studien Beweise für die Beschaffenheit des kognitiven Systems zu liefern und ein tiefgreifendes Verständnis darüber zu erlangen, wie Sprachproduktion und Sprachrezeption funktionieren. Um diese Aspekte zu untersuchen, werden in Studien Messungen der Hirnströme der Probanden aufgezeichnet. Die ereigniskorrelierten Hirnpotentiale, die dabei aufgezeichnet werden, lassen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen darüber zu, was im Sprachverarbeitungszentrum des Gehirns gerade passiert.

In der vorliegenden Arbeit werden Studien examiniert, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Äußerung und Diskurs beschäftigen. Ziel soll es sein, einen repräsentativen Überblick einerseits darüber zu geben, wie der Diskurs eine Äußerung beeinflussen kann und andererseits, wann und mit welcher Priorität der Diskurs vom Rezipierenden in die Bedeutungsinterpretation involviert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale

2.1 N400

2.2 P600

3. Die Korrelation zwischen Äußerung und Diskurs

3.1 Lexikalisch-semantische Verletzungen

3.2 Referentielle Abhängigkeiten

3.3 Reanalyse und Reparatur

3.4 Enriched Composition

3.4.1 Type-Shifting

3.4.2 Referenztransfer

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Diskursinformationen auf die menschliche Satzverarbeitung. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie der Kontext die Bedeutungsinterpretation beeinflusst und unter welchen Bedingungen das Gehirn beim Verstehen einer Äußerung zusätzliche kognitive Kosten aufwendet.

  • Neurophysiologische Grundlagen (ereigniskorrelierte Hirnpotentiale)
  • Die N400-Komponente als Indikator für semantische Integrationsschwierigkeiten
  • Die P600-Komponente als Indikator für Reanalyse und Diskursaktualisierung
  • Interaktion zwischen lokaler Satzstruktur und globalem Diskurskontext
  • Mechanismen der „Enriched Composition“ (Type-Shifting und Referenztransfer)

Auszug aus dem Buch

3.1 Lexikalisch-semantische Verletzungen

Reale Erfahrungen und weltliches Allgemeinwissen haben einen unmittelbaren Effekt auf die Sprachverarbeitung. Weltliche Ereignisse beispielsweise laufen sequentiell von der Vergangenheit zur Gegenwart ab und können zukünftige Ereignisse hervorrufen; dieses Wissen haben wir durch unsere eigenen Erfahrungen gelernt (vgl. u. a. Münte et al. 1998: 71). Im Einklang damit sind unsere Erwartungen an narrative Diskurse simultan. Wir erwarten, dass Zeit, Raum, Kausalität etc. der realen Welt entsprechen. Dieses Wissen wird im Verarbeitungsprozess ziemlich direkt abgerufen.

Deshalb erfordert ein Diskurs, der Ereignisse in chronologisch umgekehrter Reihenfolge beschreibt, automatisch zusätzlichen Verarbeitungsaufwand (vgl. Münte et al. 1998: 71). Erhöhter Verarbeitungsaufwand zeigt sich in der EKP-Messung durch eine N400. Diese neuronalen Belege unterstützen die Tatsache, dass unsere Wahrnehmung und unser Verständnis der Welt um uns fundamental dazu beitragen, wie wir Ideen und Informationen über die Welt kommunizieren (vgl. u. a. Nieuwland & Van Berkum 2006: 1098).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die neuro- und psycholinguistische Fragestellung der Arbeit und Erläuterung des Fokus auf die Wechselwirkung zwischen Äußerung und Diskurs.

2. Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale: Grundlagen zu EKP-Messungen, inklusive der Erläuterung der N400- und P600-Komponenten als zentrale Indikatoren für Sprachverarbeitungsprozesse.

3. Die Korrelation zwischen Äußerung und Diskurs: Untersuchung des Einflusses von Diskursinformationen auf die Verarbeitung, unterteilt in verschiedene kognitive Phänomene und Anpassungsstrategien des Gehirns.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, die bestätigt, dass Sprache in einem Einschrittmodell unter Einbeziehung des globalen Kontexts verarbeitet wird.

Schlüsselwörter

Neuropsycholinguistik, Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale, EKP, N400, P600, Diskursverarbeitung, Satzverarbeitung, Semantik, Pragmatik, Enriched Composition, Type-Shifting, Referenztransfer, Wiederholungsfehler, Repeated Name Penalty, Mentales Modell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der neurophysiologischen Untersuchung, wie das menschliche Gehirn Sprache verarbeitet und wie dabei Informationen aus dem Diskurskontext in die Interpretation von Sätzen einfließen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind ereigniskorrelierte Hirnpotentiale (EKPs), die Interaktion zwischen lokalen Satzstrukturen und globalem Kontext sowie Strategien zur Überwindung von semantischen Verletzungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Einfluss von Diskursinformationen auf die Satzverarbeitung zu beleuchten und aufzuzeigen, wie das Gehirn durch Prozesse wie Reanalyse oder Enriched Composition Kohärenz erzeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse neuro- und psycholinguistischer Studien, die elektrophysiologische Messungen (EEG/EKP) zur Beobachtung von Sprachverarbeitungsprozessen nutzen.

Was ist der Inhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die N400- und P600-Potentiale, diskutiert referentielle Abhängigkeiten wie die "Repeated Name Penalty" und erläutert Mechanismen wie Type-Shifting und Referenztransfer.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Charakteristische Begriffe sind unter anderem Sprachverarbeitung, EKP, Diskurskontext, N400, P600 und Enriched Composition.

Was ist der Unterschied zwischen N400 und P600 im vorliegenden Kontext?

Die N400 tritt bei semantischen Integrationsschwierigkeiten auf, während die P600 mit Modifikations- und Aktualisierungsprozessen des mentalen Modells, oft aufgrund pragmatischer Anforderungen, assoziiert wird.

Warum spielt die "Repeated Name Penalty" eine Rolle?

Sie illustriert, dass die wiederholte Nennung eines Namens anstelle eines Pronomens in bestimmten Kontexten kognitive Kosten verursacht, die sich in einer negativen Amplitude (N400) widerspiegeln.

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Details

Title
Der Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur I)
Course
Psycho- und Neurolinguistik: Garden-Path und andere Fragen der Satzverarbeitung
Grade
2,3
Author
Sebastian Voigt (Author)
Publication Year
2018
Pages
19
Catalog Number
V468963
ISBN (eBook)
9783668945005
ISBN (Book)
9783668945012
Language
German
Tags
Psycholinguistik neurolinguistik Satzverarbeitung diskursverarbeitung N400 P600 Referentielle Abhängigkeiten Reanalyse Enriched Composition Type-Shifting Referenztransfer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Voigt (Author), 2018, Der Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468963
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