Entwicklung der Kraftausdauerfähigkeit bei Fitnesseinsteigern. TRX-Training im Vergleich zu gerätegestütztem Krafttraining


Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
1.1 Fitnesstrend Schlingentraining am Beispiel TRX

2 ZIELSETZUNG

3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Begriffserklärungen und Definitionen
3.1.1 Definition Kraftausdauerfähigkeit
3.1.2 Begriffserklärung Schlingentraining / TRX
3.1.3 Definition Fitnesseinsteiger
3.2 Erwartungen

4 METHODIK
4.1 Zielgruppe
4.2 Kraftausdauertest nach Spring
4.2.1 Beschreibung und Interpretation des Testverfahrens
4.2.2 Beschreibung der einzelnen Testübungen (nach Spring, erstellt 1990)
4.2.2.1 Rumpfmuskulatur (Globaltest) (Unterarmstütz)
4.2.2.2 Bauchmuskulatur (Crunches)
4.2.2.3 Seitliche Rumpfmuskulatur (Seitstütz)
4.2.2.4 Hintere Oberschenkel- und Hüftmuskulatur (Hüftheben)
4.2.2.5 Vordere Oberschenkelmuskulatur (einbeinige Kniebeuge)
4.2.2.6 Hintere Oberarmmuskulatur (Liegestütz)
4.3 Studienverlauf
4.4 Vorstellung der erstellten Trainingspläne
4.4.1 Trainingsplan TRX
4.4.1.1 Übungsbeschreibung Lat-Zug
4.4.1.2 Übungsbeschreibung Einarmiges Rudern mit Rotation
4.4.1.3 Übungsbeschreibung Plank Crunch
4.4.1.4 Übungsbeschreibung Seitstütz
4.4.1.5 Übungsbeschreibung Kniebeuge
4.4.1.6 Übungsbeschreibung Liegestütz
4.4.1.7 Übungsbeschreibung Bizeps Curls
4.4.1.8 Übungsbeschreibung Armstrecken
4.4.1.9 Übungsbeschreibung Leg Curls
4.4.1.10 Übungsbeschreibung Reverse Butterfly
4.4.2 Trainingsplan Geräte
4.4.2.1 Übungsbeschreibung Lat-Zug am Gerät
4.4.2.2 Übungsbeschreibung Rudern am Gerät
4.4.2.3 Übungsbeschreibung Bauchmaschine
4.4.2.4 Übungsbeschreibung Rumpfrotation am Gerät
4.4.2.5 Übungsbeschreibung Beinpresse
4.4.2.6 Übungsbeschreibung Brustpresse
4.4.2.7 Übungsbeschreibung Curlmaschine
4.4.2.8 Übungsbeschreibung Armstrecken am Gerät
4.4.2.9 Übungsbeschreibung Beinbeuger
4.4.2.10 Übungsbeschreibung Reverse Butterfly
4.5 Statistisches Verfahren

5 ERGEBNISSE
5.1 Ergebnisse der TRX-Gruppe und Interpretation
5.1.1 Ergebnisse der Testübungen
5.1.1.1 Ergebnisse der Testübung Unterarmstütz
5.1.1.2 Ergebnisse der Testübung Crunches
5.1.1.3 Ergebnisse der Testübung Seitstütz (beide Seiten addiert)
5.1.1.4 Ergebnisse der Testübung Hüftheben (beide Seiten addiert)
5.1.1.5 Ergebnisse der Testübung Einbeinige Kniebeuge (beide Seiten addiert)
5.1.1.6 Ergebnisse der Testübung Liegestütz
5.1.2 Gesamtergebnis TRX-Gruppe und Interpretation
5.2 Ergebnisse der Gerätegruppe und Interpretation
5.2.1 Ergebnisse der Testübungen
5.2.1.1 Ergebnisse der Testübung Unterarmstütz
5.2.1.2 Ergebnisse der Testübung Crunches
5.2.1.3 Ergebnisse der Testübung Seitstütz (beide Seiten addiert)
5.2.1.4 Ergebnisse der Testübung Hüftheben (beide Seiten addiert)
5.2.1.5 Ergebnisse der Testübung Einbeinige Kniebeuge (beide Seiten addiert)
5.2.1.6 Ergebnisse der Testübung Liegestütz
5.2.2 Gesamtergebnis der Gerätegruppe und Interpretation
5.3 Ergebnis des statistischen Testverfahrens
5.3.1 Gegenüberstellung der Gesamtergebnisse beider Testgruppen
5.3.2 Werte und Ergebnisse des t-Tests für unabhängige Stichproben

6 DISKUSSION

7 ZUSAMMENFASSUNG

8 LITERATURVERZEICHNIS

9 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

In den letzten Jahren verzeichnet der Fitnesstrend in Deutschland kontinuierlich regen Zuwachs. Im Jahr 2016 gab es rund 8.700 Fitnessclubs im ganzen Land, in denen insge- samt etwa 10,1 Millionen Menschen angemeldet waren, was ca. 12,3 % der Gesamtbe- völkerung ausmachte. Im Vorjahr waren es lediglich 11,6 % der Deutschen (Tusch, DSSV, 2017).

Durch das steigende Interesse der Menschen am Fitnesssport gibt es natürlich auch immer mehr Einsteiger- bzw. Anfänger, also Trainierende ohne Vorerfahrung und Kenntnisse. Da man in dieser Phase die schnellsten und eindeutigsten Ergebnisse erzielen kann, wird die folgende Untersuchung von genau diesem Trainingslevel handeln.

1.1 Fitnesstrend Schlingentraining am Beispiel TRX

Funktionell, populär und unglaublich effektiv – kaum eine Trainingsart bietet die Mög- lichkeit so viele motorische Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglich- keit) zeitgleich abzudecken, wie TRX-Training. Zusätzlich werden sowohl inter- als auch intramuskuläre Koordination (Transatlantic Fitness GmbH, 2017), das heißt, sowohl das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Muskeln, als auch das Zusammenwirken moto- rischer Einheiten in einem Muskel (Letzelter & Letzelter, 1990), geschult.

Möglich machen das über 300 verschiedene Kraftübungen und ihre Variationen. Während beim gerätegestützten Krafttraining häufig nur in einer Bewegungsebene (Fron- tal-, Median-, Transversal- oder Sagittalebene) trainiert wird, werden beim TRX-Training immer mehrere Ebenen beansprucht. Durch diese Vielseitigkeit und die Notwendigkeit stabilisierende Muskeln ständig unter Spannung zu halten, ist diese Trainingsform per- fekt, um die Kraftausdauerfähigkeit zu schulen.

Die sich stellende Frage ist nun allerdings, ob die neue Trainingsart mit dem Klassiker Gerätetraining mithalten kann.

2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob es zwischen Gerätetraining und TRX-Training hinsichtlich der Kraftausdauerentwicklung bei Fitnesseinsteigern einen Unterschied gibt, und wenn ja, inwiefern, wobei die Trainingsarten die unabhängige Variable und die Kraft- ausdauerentwicklung die abhängige Variable darstellt.

Dabei ist es nötig, das folgende Hypothesenpaar zu prüfen:

H0 Die Gerätegruppe unterscheidet sich nicht von der TRX-Gruppe hinsichtlich der Kraftausdauerentwicklung.

H1 Die Gerätegruppe unterscheidet sich von der TRX-Gruppe hinsichtlich der Kraftausdauerentwicklung.

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

Trotz vieler ähnlicher Schlingentrainermodelle, wie z.B. AeroSling® oder SlingFit®- Trainer, die vom Prinzip her ähnlich funktionieren, bleibt der TRX Suspension Trainer Marktführer und das „Original“, da er als Erster im Fitness- und Gesundheitsbereich ein- gesetzt wurde. Das aus Norwegen stammende Trainingskonzept, vorrangig für physio- therapeutische und rehabilitative Maßnahmen bei Rückenpatienten entwickelt, wurde von dem U.S. Amerikaner Randy Hetrick, Erfinder des TRX, bekannt gemacht und verein- facht.

Wissenschaftlich fundierte Studien gibt es leider wenige, weder zum Thema TRX Trai- ning, noch zum Vergleich von TRX Training zu Gerätetraining.

3.1 Begriffserklärungen und Definitionen

3.1.1 Definition Kraftausdauerfähigkeit

„Kraftausdauer ist die Fähigkeit bei einer bestimmten Wiederholungszahl von Kraftstö- ßen innerhalb eines definierten Zeitraumes die Verringerung der Kraftstoßhöhen mög- lichst gering zu halten“ (Martin et al., 1993, S. 109).

Die Kraftausdauerfähigkeit bezeichnet demnach Kraftleistungen, die pro Bewegung we- niger als 30 Prozent der maximal möglich realisierbaren Kraft benötigen. Sie wird also dann benötigt, wenn es um langanhaltende, kontinuierliche Bewegungen geht. Dies ist beispielsweise im Alltag beim Treppensteigen, aber auch bei vielen Sportarten der Fall (Froböse, 2002, S. 102), weshalb die Kraftausdauerleistung, vor Allem die der Rumpf- muskulatur, von sehr großer Bedeutung für jeden Menschen ist.

3.1.2 Begriffserklärung Schlingentraining / TRX

„Beim Schlingentraining wird über ein System von nicht-elastischen Seilen oder Gurten mit dem eigenen Körpergewicht trainiert.“ (Kempf, 2014, S. 356)

Beim Schlingentraining stellt der Körperkontakt zum Boden das Punktum fixum und die Hände oder Füße in den Schlingen das Punktum mobile dar. Dadurch bedingt trainiert man an einem Schlingentrainer frei und instabil. Ähnlich wie beim Seilzugsystem handelt es sich bei den Übungen am Schlingentrainer um Multigelenkübungen, bei denen immer mehrere Muskelgruppen gleichzeitig trainiert werden. Gearbeitet wird mit dem Körper- gewicht gegen die Schwerkraft. Abgesehen vom Krafttraining können am Schlingentrai- ner auch Dehn- und Mobilitätsübungen durchgeführt werden (Kempf, 2014).

3.1.3 Definition Fitnesseinsteiger

Nach Mark Rippetoe (2016) versteht man unter einem Fitnesseinsteiger „jemanden für den der Stress eines einzelnen Workouts und die Erholung von diesem einzelnen Stress ausreicht, um bis zum nächsten Workout eine Anpassung herbeizuführen“. Des Weiteren beschreibt er die Zielgruppe als unter einem Jahr Trainierende.

Für die folgende Studie wurden Fitnessstudiomitglieder ausgesucht, die entweder über- haupt keine Trainingserfahrung haben oder die weniger als sechs Monate nur in Kursen Sport machen und dementsprechend keine Erfahrung im gesteuerten Krafttraining haben.

3.2 Erwartungen

Durch die generelle Grundspannung, unter der bestimme Muskelketten beim TRX-Trai- ning stehen, um den Körper in einer geforderten Position zu halten, werden dauerhaft viele Muskeln gleichzeitig beansprucht. Deshalb ging ich vor Durchführung der Studie davon aus, dass sich die Kraftausdauerleistung der Teilnehmer der TRX-Gruppe deutli- cher verbessert, als die der Teilnehmer der Gerätegruppe, da hier meist nur ein Muskel isoliert trainiert wird und sich viele andere Muskeln unterdessen erholen können. Erwartet wird also, dass sich H1 als zutreffend herausstellt.

4 Methodik

4.1 Zielgruppe

Als Zielgruppe für die Studie wurden Fitnesseinsteiger ausgewählt, da man bei Diesen die schnellsten Erfolge und somit auch eindeutige Unterschiede feststellen kann. Als Ver- suchspersonen für die Gruppen wurden Teilnehmer eines Abnehmprogramms angespro- chen, die nach einer rapiden Ernährungsumstellung nun ohnehin mit einem moderaten Krafttraining begonnen hätten, sowie Neumitglieder eines Fitnessstudios, die direkt in den Erstterminen auf die Studie angesprochen wurden.

Anschließend wurden die Versuchspersonen nach dem Zufallsprinzip den beiden Grup- pen zugewiesen.

Insgesamt befanden sich zu Beginn der Studie in jeder Gruppe zehn Probanden.

4.2 Kraftausdauertest nach Spring

4.2.1 Beschreibung und Interpretation des Testverfahrens

Der Kraftausdauertest nach Spring wird mit Körperübungen, also ohne Hilfsmittel, durch- geführt. Die Bewegungen werden langsam und dynamisch ausgeführt (Spring, 2008, S. 101).

Anders als in der originalen Testung nach Spring werden in dieser Arbeit die Ergebnisse weder geschlechts- noch altersbezogen interpretiert, da dies für die Untersuchung der Hy- pothesen nicht relevant ist. Daher werden die Ergebnisse nicht in Leistungsstufen einge- ordnet, sondern als einfache Wiederholungswerte beibehalten.

Zudem werden nicht alle der von Spring vorgeschlagenen Testübungen durchgeführt, sondern nur die sechs Übungen, für die die meisten, sowie größten Muskeln benötigt werden.

Alle Übungen werden bis zum subjektiven Muskelversagen des Probanden durchgeführt.

4.2.2 Beschreibung der einzelnen Testübungen (nach Spring, erstellt 1990)

4.2.2.1 Rumpfmuskulatur (Globaltest) (Unterarmstütz)

Diese Übung beginnt in der Bauchlage. Der zu Testende stützt die Ellbogen unter den Schultern auf, die Unterarme zeigen dabei nach vorne und der Blick ruht auf der Matte zwischen den Händen. Nun werden die Zehen aufgesetzt und das Becken angehoben (Un- terarmstützposition). Wichtig hierbei ist es, dass die komplette Rumpfmuskulatur angespannt bleibt, sodass die Hüfte weder zu weit absinkt, noch zu hoch gehalten wird. Nun soll der Proband die gestreckten Beine im Wechsel im Einsekundentakt um eine Fußlänge anheben und wieder absetzen.

Diese Testübung gibt Aussage über die Kraftausdauer der gesamten Rumpfmuskulatur und ist damit eine der Wichtigsten der gesamten Testung.

4.2.2.2 Bauchmuskulatur (Crunches)

Zu testende Muskulatur: M. rectus abdominis

Aus der Rückenlage mit angewinkelten Beinen und auf der Brust verschränkten Armen soll der Proband die Schultern vom Boden abheben und dabei den Oberkörper „einrol- len“. Bei der Abwärtsbewegung darf der Kopf nicht abgelegt werden.

Die Bauchmuskulatur ist ein wichtiger Teil der Rumpfmuskulatur, da bei nicht ausrei- chender Spannung das Becken nach ventral kippt, was eine Lordosierung der Lendenwir- belsäule fördert (Spring, 2008, S. 107).

4.2.2.3 Seitliche Rumpfmuskulatur (Seitstütz)

Zu testende Muskulatur: M. quadratus lumborum, M. obliquus abdominis, M. glutaeus medius, M. glutaeus maximus und M. tensor fasciae latae

In der Seitenlage wird der Ellbogen des unten liegenden Armes unter der Schulter plat- ziert, der Unterarm zeigt hierbei nach vorne vom Körper weg. Die Beine sind ausge- streckt, der Rücken gerade und die Füße liegen aufeinander. Nun bringt der Proband die Hüfte nach oben, sodass sich Füße, Hüfte und Kopf in einer Linie befinden (Seitstützpo- sition). Jetzt senkt der Proband die Hüfte bis kurz über den Boden ab und hebt sie wieder in die Ausgangsposition.

Dieser Test wird beidseitig durchgeführt.

Vor allem für Arbeiten mit verdrehtem oder seitgeneigtem Rumpf, bzw. für die Becken- stabilisation beim Gehen, ist die seitliche Rumpfmuskulatur elementar wichtig (Spring, 2008, S. 111).

4.2.2.4 Hintere Oberschenkel- und Hüftmuskulatur (Hüftheben)

Zu testende Muskulatur: M. semimembranosus, M. semitendinosus, M. biceps femoris, M. glutaeus maximus und M. glutaeus medius

In Rückenlage winkelt der Proband die Beine an und stellt die Füße auf. Während die Oberschenkel parallel zueinander bleiben, wird ein Bein nach vorne, oben ausgestreckt, sowie die Hüfte angehoben (einbeinige Brücke). Die Arme bleiben neben dem Körper auf dem Boden liegen. Nun bewegt der Proband die Hüfte in Richtung Boden, ohne sie abzulegen und kommt wieder in die Streckung zurück.

Diese Übung wird beidseitig durchgeführt.

Bemerkung: Bei dieser Übung sind des Öfteren Krämpfe im hinteren Oberschenkel ent- standen. Diese Krämpfe treten häufig aufgrund von Kraftmangel in der hauptsächlich be- anspruchten Muskulatur (Mm. glutaei) und der dadurch entstehenden Überbelastung der Hilfsmuskulatur (ischiocrurale Muskulatur) auf. Aus diesem Grund musste der Test teil- weise vorzeitig abgebrochen werden.

Besonders wichtig ist die Kraftausdauer der genannten Muskulatur für die Beckenstabi- lisation im Stehen und somit für die Vermeidung einer verstärkten Lordose im Lenden- wirbelsäulenbereich und der damit verbundenen Überlastungsproblematik (Spring, 2008, S. 115).

4.2.2.5 Vordere Oberschenkelmuskulatur (einbeinige Kniebeuge)

Zu testende Muskulatur: M. quadriceps femoris, Mm. glutaei

Im Einbeinstand wird eine Kniebeuge bis 60° Hüftflexion durchgeführt. (Bemerkung: Da die Testbeschreibung weder von Spring, noch im Studienbrief ‚Trainingslehre I‘ der DHfPG genau beschreibt, wo ein 60° Winkel erreicht werden soll, wurde nach einigen Selbstversuchen entschieden, diesen Winkel mit aufrechtem Oberkörper im Hüftgelenk zu erreichen.) Wichtig ist es hierbei auf die Beinachse zu achten. Das Knie sollte mit Fuß und Hüftgelenk eine Linie bilden, also zu keiner Seite ausbrechen. Zur Stabilisation darf sich der Proband mit den Fingerspitzen leicht an der Wand abstützen.

Die Übung wird beidseitig durchgeführt.

4.2.2.6 Hintere Oberarmmuskulatur (Liegestütz)

Zu testende Muskulatur: M. triceps brachii

Der Proband befindet sich im Vierfüßlerstand, wobei sich die Hände leicht zueinander eingedreht, etwas weiter als schulterbreit, auf Schulterhöhe, auf dem Boden befinden. Ohne, dass die Becken- bzw. Beinstellung sich verändert, werden nun die Ellbogen ge- beugt, wodurch sich der Oberkörper senkt und anschließend wieder gestreckt. Dabei sollte die gesamte Rumpfmuskulatur durchgehend angespannt bleiben.

Um bei diesem Test gut abzuschließen, braucht die rumpfstabilisierende Muskulatur eine ausreichende Kraftausdauer (Spring, 2008, S. 121).

4.3 Studienverlauf

Durchgeführt wurde eine Längsschnittstudie mit insgesamt 20 Probanden. Eingeteilt wur- den sie in zwei Gruppen à 10 Personen. Gruppe 1 absolvierte ein gerätegestütztes Kraft- training, Gruppe 2 funktionelles Krafttraining mit Hilfe von TRX-Bändern. Alle Teilneh- mer unterzogen sich dem oben beschriebenen Eingangstest, trainierten danach 8 Wochen lang zwei Mal pro Woche und führten abschließend den Test erneut durch, um danach die dokumentierten Ergebnisse beider Gruppen gegenüberstellen zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Graphischer Studienverlaufsplan für beide Gruppen

4.4 Vorstellung der erstellten Trainingspläne

Bemerkung: Alle unter Punkt 4.4 zu sehenden Bilder sind eigens getätigte Fotos. Eine Einverständniserklärung zur Nutzung des Bildmaterials der Fotografierten ist in Anhang 1 zu finden.

Die im Folgenden beschriebenen Trainingspläne wurden den Probanden unmittelbar nach der Durchführung des Eingangstests vorgestellt und ausgehändigt. Zeitgleich wurden für die Geräte die Startgewichte bzw. für das TRX-Training die Winkelgrößen zum Boden festgelegt und schriftlich festgehalten, um eine kontinuierlich gleiche Übungsausführung zu gewährleisten. Den Probanden wurde freigestellt, nach 4 Wochen das Gewicht bzw. den Winkel zum Boden anzupassen, was im Falle dessen schriftlich festgehalten werden sollte.

4.4.1 Trainingsplan TRX

Tab. 1: Graphische Darstellung TRX-Trainingsplan und Parameter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.4.1.1 Übungsbeschreibung Lat-Zug

Primär trainierte Muskulatur: M. latissimus dorsi, M. biceps brachii, M. erector spinae und M. trapezius

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Lat-Zug TRX

Hierbei wird das TRX-Band auf Schulterhöhe des Trainierenden eingestellt (wenn es die Einstellungshilfen nicht hergeben, das Band so hoch einzustellen, kann man das Band über eine vor Ort vorhandene Stange legen und so die Höhe der Griffe beeinflussen). Die Griffe werden von unten gegriffen und die Handflächen nach vorne zeigend positioniert. Anschließend werden die Arme ausgestreckt, dementsprechend sinkt die Hüfte in Rich- tung Boden und die Beine werden gebeugt aufgestellt. Der Oberkörper sollte sich mög- lichst senkrecht direkt unter dem Ankerpunkt des TRX befinden.

Nun soll der Trainierende sich hauptsächlich mit der Kraft der Arme nach oben ziehen, während er die Schultern und die Schulterblätter aktiv nach hinten unten zieht. Festzulegen ist hierbei der Kniewinkel, durch dessen Veränderung die Übung leichter oder schwerer fällt, da man die Bewegung nach oben besser oder schlechter durch die Beinkraft unterstützen kann.

4.4.1.2 Übungsbeschreibung Einarmiges Rudern mit Rotation

Primär trainierte Muskulatur: M. latissimus dorsi, M. biceps brachii, M, erector spinae, abdominale Muskulatur, M. quadriceps femoris und ichiocrurale Muskulatur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Rudern Rotation TRX

Das Band wird auf Hüfthöhe des Trainierenden eingestellt und mit einer Hand, deren Handfläche nach innen zeigt, gegriffen. Nun wird der haltende Arm gestreckt, wodurch eine schräge Rücklage des Körpers entsteht, die Füße stehen schulterbreit in Richtung Band zeigend nebeneinander auf dem Boden.

Der zweite Arm ragt gestreckt in Richtung Ankerpunkt des TRX. Nun werden die Arme geöffnet, während die Fingerspitzen des freien Armes mit Hilfe einer großzügigen Rota- tion der gesamten Wirbelsäule, sowie einer leichten Kniebeuge in Richtung Boden be- wegt werden. Durch die Rückrotation in eine gerade Wirbelsäulenposition, das Beugen des Ellbogens, eine Retroversion des Oberarmes, sowie das Strecken der Beine wird die Ausgangsposition wieder eingenommen. Diese Übung wird beidseitig durchgeführt. Beeinflusst werden kann die Intensität durch eine Veränderung des Winkels zum Boden, sprich einem Vor- oder Zurücksetzen der Füße.

4.4.1.3 Übungsbeschreibung Plank Crunch

Primär trainierte Muskulatur: Abdominale Muskulatur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Plank Crunch

Das TRX-Band wird so eingestellt, dass sich die Griffe leicht oberhalb der Kniescheiben des Trainierenden befinden. Nun begibt sich dieser in Bauchlage auf eine Matte unter dem Band, wobei die Füße sich vorerst direkt unter dem Band befinden sollten. Anschlie- ßend hängt der Trainierende die Füße in die Schlaufen ein und positioniert die Ellbogen oder die Hände (wodurch die Intensität maßgeblich verändert wird) unter den Schultern. Jetzt hebt er die Hüfte an und baut Spannung im gesamten Körper und vor Allem im Rumpfbereich auf, wodurch die sogenannte Plank- und zeitgleich die hier benötigte Aus- gangsposition erreicht wird.

Aufgabe des Trainierenden ist es nun, die sich berührenden Knie nach vorne in Richtung Brust anzuziehen, was eine leichte Hebung der Hüfte mit sich bringt, dann die Beine wieder auszustrecken und erneut Grundspannung aufzubauen, was ihn zurück in die Aus- gangsposition bringt. Eine Veränderung des Winkels zwischen Körper und Band beein- flusst zusätzlich die Intensität.

[...]

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Entwicklung der Kraftausdauerfähigkeit bei Fitnesseinsteigern. TRX-Training im Vergleich zu gerätegestütztem Krafttraining
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Autor
Jahr
2017
Seiten
46
Katalognummer
V468990
ISBN (eBook)
9783668948570
ISBN (Buch)
9783668948587
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, kraftausdauerfähigkeit, fitnesseinsteigern, trx-training, vergleich, krafttraining
Arbeit zitieren
Michelle Veit (Autor), 2017, Entwicklung der Kraftausdauerfähigkeit bei Fitnesseinsteigern. TRX-Training im Vergleich zu gerätegestütztem Krafttraining, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468990

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