Das Führen eines Pkws wird immer komplexer. Hierfür bestehen vielfältige Gründe. So lässt sich die stetig wachsende Verkehrsdichte durch eine immer größer werde Anzahl von Kfzs bei gleichzeitig schlechter werdender Infrastruktur als einer dieser Gründe anführen. Verbunden mit immer längeren Fahrstrecken und -dauern erhöht dies im großen Maße auch die Unfallwahrscheinlichkeit. Zum einen ist die Häufigkeit einer Kollision zweier Verkehrsteilnehmer erhöht und zum anderen wird häufiger unter Einfluss von Ermüdung gefahren.
Um die Unfallschäden bei gleichzeitig höherer Fahrleistung zu reduzieren, beschäftigen sich sowohl die Automobilhersteller als auch Automobilzulieferer mit technischen Verbesserungen. Diese Verbesserungen sind sowohl im fahrdynamischen Bereich als auch bei Bremseinrichtungen zu finden. Zudem wurde viel in den Bereich der passiven Fahrzeugsicherheit investiert, bspw. durch Airbags um die Insassenschäden durch den Aufprall eines Unfalls zu mindern. Parallel dazu sind jedoch in den letzten Jahren zunehmend Systeme der aktiven Fahrzeugsicherheit eingeführt worden. Diese sollen einen Unfall verhindern, so bspw. das Anti-Blockier-System (ABS), das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) oder die Adaptive Cruise Control (ACC).
Ob allein die Aussagen und Statistiken der Automobilindustrie genügen, damit Kunden das ACC als Fahrzeugfunktion kaufen, soll die vorliegende Studienarbeit klären. Es wird anhand verschiedener Erfolgsfaktoren empirisch hergeleitet, wie sich die Innovation des ACC in der Automobilindustrie durchgesetzt hat. Hierfür wird der größte Automobilhersteller der Welt, der VW-Konzern, als Beispiel gewählt. Daher lautet die Zielsetzung dieser Studienarbeit, die Marktdiffusion des ACC am Beispiel des VW Konzerns zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung, Aufbau und Methodisches Vorgehen
2 Grundlagen zur Marktdiffusion eines Innovationserfolges
2.1 Innovationstheorien als Fundament einer Marktdiffusion
2.2 Herausstellen der Erfolgsfaktoren für eine Marktadoption
2.2.1 Attribute der Innovation
2.2.2 Kommunikationskanäle der Innovation
2.2.3 Zeitliche Aspekte der Innovation
2.2.4 Soziales System der Innovation
2.3 Analysemethode zur Ermittlung des Innovationserfolgs
3 Adaptive Cruise Control (ACC)
3.1 Begriffsexplikation
3.2 Technik und Fahrsicherheit
3.3 Einsatz und Verbreitung bei den Automobilherstellern
4 Analyse des Innovationserfolges der Adaptive Cruise Control (ACC)
4.1 Produktbezogene Erfolgsfaktoren
4.1.1 Relativer Vorteil & Gefühlter Kundennutzen
4.1.2 Kompatibilität
4.1.3 Komplexität
4.1.4 Erprobbarkeit
4.1.5 Sichtbarkeit & Beobachtbarkeit
4.1.6 Kommunizierbarkeit
4.1.7 Wiedererfindung durch den Nutzer
4.2 Kommunikationsbezogene Erfolgsfaktoren
4.2.1 OEM-Kommunikation
4.2.2 Hersteller Website
4.2.3 Presseartikel
4.3 Emotionsbezogene Erfolgsfaktoren
4.3.1 Sozialer Nutzen & Coolness
4.3.2 Beziehungsnutzen
4.3.3 Convenience & Komfort
4.3.4 Design
4.3.5 Image, Persönlichkeit & Status
4.3.6 Spielerischer Mehrwert
4.4 Umweltbezogene Erfolgsfaktoren
4.4.1 Ökonomische Faktoren
4.4.2 Sozio-kulturelle Faktoren
4.4.3 Politisch-rechtliche Faktoren
4.4.4 Technologische Faktoren
4.5 Kunden-Nutzen-Matrix
5 Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit analysiert die Marktdiffusion der Adaptive Cruise Control (ACC) im VW-Konzern, um zu verstehen, wie sich diese Innovation durchgesetzt hat. Ziel ist es, durch die Untersuchung verschiedener Erfolgsfaktoren und die Erstellung einer Kunden-Nutzen-Matrix die Adoptionsdynamik des Systems empirisch zu durchleuchten und zukünftige Potenziale aufzuzeigen.
- Grundlagen der Innovationstheorie und des Adoptionsprozesses nach Rogers
- Technische Funktionalität und Historie der Adaptive Cruise Control
- Analyse produkt-, kommunikations-, emotions- und umweltbezogener Erfolgsfaktoren
- Empirische Untersuchung der ACC-Verbreitung im VW-Konzern
- Entwicklung eines heuristischen Erklärungsmodells für den Innovationserfolg
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Relativer Vorteil & Gefühlter Kundennutzen
73 % der deutschen Pkw Nutzer vertrauen auf Fahrerassistenzsysteme und damit auf aktive Sicherheitskomponenten des Fahrzeugs. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Prüforganisation DEKRA mit über 1.300 Autofahrern. Der Nutzen eines Abstandsregelassistenten wird mit 60 % eingestuft, die automatische Geschwindigkeitsanpassung mit 36 %. Die Autofahrer spüren also einen erhöhten Komfort durch den Einsatz von ACC-Funktionen. Durch diesen relativen Produktvorteil werden die ACC Nutzer beim Autofahren entlastet und dies trägt im Allgemeinen zur Verkehrssicherheit und -effizienz bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung steigender Verkehrsdichte ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Marktdiffusion der ACC.
2 Grundlagen zur Marktdiffusion eines Innovationserfolges: Hier werden theoretische Fundamente durch die Innovationstheorie von Rogers gelegt, um die Adoptionsprozesse und Erfolgsfaktoren für Marktdiffusionen zu erläutern.
3 Adaptive Cruise Control (ACC): Dieses Kapitel widmet sich der technischen Definition, der Sicherheit und der historischen Verbreitung des ACC-Systems in der Automobilindustrie.
4 Analyse des Innovationserfolges der Adaptive Cruise Control (ACC): Der Hauptteil analysiert detailliert 20 verschiedene Erfolgsfaktoren in vier Kategorien und führt die Ergebnisse in einer Kunden-Nutzen-Matrix zusammen.
5 Konklusion: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Treiber der Adoption und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung des ACC für das autonome Fahren.
Schlüsselwörter
Adaptive Cruise Control, ACC, Innovationsmanagement, Marktdiffusion, VW-Konzern, Fahrerassistenzsysteme, Adoptionstheorie, Erfolgsfaktoren, Kunden-Nutzen-Matrix, Automobilindustrie, Aktive Sicherheit, Rogers, Technologieakzeptanz, Autonomes Fahren, Kundennutzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit der Analyse der Marktdiffusion und dem Erfolg der Adaptive Cruise Control (ACC) innerhalb des VW-Konzerns.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Innovationstheorie, die technische Funktionsweise von Fahrerassistenzsystemen sowie die verschiedenen Faktoren, die den Markterfolg einer neuen Technologie beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand von Erfolgsfaktoren empirisch hergeleitet zu verstehen, wie und warum sich das ACC-System im VW-Konzern am Markt durchgesetzt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine heuristische Analyse, basierend auf der Innovationstheorie von Rogers, und überführt die identifizierten Erfolgsfaktoren in eine Kunden-Nutzen-Matrix.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt die detaillierte Untersuchung von produkt-, kommunikations-, emotions- und umweltbezogenen Erfolgsfaktoren für das ACC.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Marktdiffusion, ACC, Fahrerassistenzsysteme, Innovationsmanagement und Kundennutzen.
Wie unterscheidet sich die Erprobbarkeit des ACC heute von früher?
Zu Beginn war ACC nur in teuren Oberklassemodellen verfügbar, während es heute in vielen Fahrzeugklassen serienmäßig oder als Option angeboten wird, was die Marktdiffusion massiv beschleunigt hat.
Warum ist laut Autor die Wiedererfindung durch den Nutzer beim ACC ausgeschlossen?
Der Autor begründet dies damit, dass es sich beim ACC nicht um eine disruptive, sondern um eine rein inkrementelle Innovation handelt, die auf der bereits etablierten Geschwindigkeitsregelanlage (GRA) aufbaut.
Welche Rolle spielen "Meinungsführer" bei der Verbreitung dieser Technologie?
Meinungsführer wie der ADAC beeinflussen durch ihre Testurteile das Vertrauen der Kunden und können so Innovationen zum "Selbstläufer" machen.
- Quote paper
- Pascal Limburg (Author), 2018, Analyse der Diffusion von Innovationen in der Automobilindustrie. Adaptive Cruise Control (ACC) im VW-Konzern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468999