Die vorliegende Seminararbeit widmet sich der Fragestellung, welche ökonomischen Bedeutungen Organisationskulturen beizumessen sind. Hierzu wird im zweiten Kapitel eine Herleitung des Begriffs Organisationskultur vorgenommen und anschließend die Definition von Edgar H. Schein von Organisationskulturen gegeben. Nachfolgend werden starke Organisationskulturen charakterisiert.
Das Kapitel drei beschreibt die originären und die derivativen Funktionen der Kultur in einer Organisation. Im Weiteren werden in diesem Kapitel die ökonomischen Auswirkungen der Kultur in einer starken Organisation analysiert. Die Auswirkungen sind in positive und negative Auswirkungen gegliedert. Die Probleme, die im Zusammenhang mit der Messung dieser ökonomischen Auswirkungen von Organisationskulturen auftreten, werden im Anschluss beschrieben. Kapitel vier zeigt Implikationen auf, die aus den ökonomischen Auswirkungen von starken Organisationskulturen für Organisationen entstehen. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung und ein Fazit im fünften Kapitel.
„Bei uns machen wir das eben so!“. Diese Aussage erhält man oft, wenn Mitglieder von Organisationen danach gefragt werden, warum sie bestimmte Dinge tun, Rituale durchführen oder auf eine bestimmte Art und Weise mit Kunden umgehen. Erklären, warum sie sich so verhalten und ob diese Verhaltensweisen, die Ausdruck der Kultur in der Organisation sind, eine ökonomische Bedeutung haben, können sie meist jedoch nicht. Sie wissen nur, dass diese Art richtig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1. Herleitung des Begriffs Organisationskultur
2.2. Definition von Organisationskultur nach Schein
2.3. Charakteristika einer starken Organisationskultur
3. Funktionen und Auswirkungen von Organisationskulturen
3.1. Funktionen der Organisationskultur
3.1.1. Originäre Funktionen der Organisationskultur
3.1.2. Derivative Funktionen der Organisationskultur
3.2. Auswirkungen von starken Organisationskulturen
3.2.1. Positive Auswirkungen
3.2.2. Negative Auswirkungen
3.2.3. Probleme der Messung von Organisationskulturen
4. Implikationen
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Bedeutung von Organisationskulturen, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse starker Organisationskulturen liegt. Ziel ist es, die positiven und negativen Auswirkungen einer ausgeprägten Kultur auf den Unternehmenserfolg darzulegen und die Herausforderungen bei deren Messbarkeit zu identifizieren.
- Herleitung und Definition des Begriffs Organisationskultur nach Edgar H. Schein
- Analyse der originären und derivativen Funktionen von Organisationskulturen
- Untersuchung ökonomischer Auswirkungen starker Kulturen auf Unternehmenserfolg
- Darstellung der Problematik bei der Quantifizierung und Messung von Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Positive Auswirkungen
Eine positive Auswirkung der starken Organisationskulturen ist die klare Handlungsorientierung. Diese stellt für die Mitglieder eine Art Wegweiser dar, der ihnen eine Orientierungshilfe für die Umwelt gibt. Mit den klaren Handlungsorientierungen werden für verschiedene Situationen und Ereignisse mögliche Sichtweisen und Interpretationsmuster aufgezeigt. Ein Mitglied der Organisation verschwendet also nicht viel Zeit, zu entscheiden, wie es sich in einer gegebenen Situation verhalten soll. Dies bedeutet eine Verringerung der Transaktionskosten und eine Erhöhung der Produktivität. Beispielsweise kann es Situationen mit hoher Unsicherheit bezüglich der Interpretation der Umwelt geben. Diese Unsicherheiten werden durch eine aus der starken Organisationskultur abgeleiteten Handlungsorientierung reduziert. Wenn z. B. ein Treffen mit einem Kunden ansteht und Unsicherheit über die Kleiderordnung oder ähnliches besteht, kann sich das Mitglied der Organisation an den Handlungsorientierungen orientieren. Diese können ihm vermitteln, welche Art von Kleidung in dieser speziellen Situation angebracht ist.
Zusätzlich sind starke Kulturen durch eine reibungslosere Kommunikation gekennzeichnet. Wie bereits in der Koordinationsfunktion beschrieben, ist zum Abstimmen der verschiedenen Organisationsteile Kommunikation nötig. Die starke Organisationskultur gestaltet diese durch ihr komplexes Kommunikations-Netzwerk, welches auf homogenen Verständigungsmustern basiert. Die Kommunikations- und Abstimmungsprozesse sind durch ihre gemeinsame Sprache, konsistente Präferenzsysteme etc. deutlich leichter und schneller.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach der ökonomischen Bedeutung von Organisationskulturen ein und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel widmet sich der Herleitung des Begriffs Organisationskultur, der zentralen Definition nach Edgar H. Schein sowie den wesentlichen Merkmalen einer starken Organisationskultur.
3. Funktionen und Auswirkungen von Organisationskulturen: Hier werden die originären und derivativen Funktionen erläutert sowie die positiven und negativen ökonomischen Auswirkungen starker Kulturen analysiert, ergänzt um die Problematik ihrer Messung.
4. Implikationen: Dieses Kapitel behandelt die Notwendigkeit für das Management, die Unternehmenskultur mittels gezielter Instrumente zu antizipieren und zu steuern, um den Unternehmenserfolg positiv zu beeinflussen.
5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Ergebnisse und dem Hinweis darauf, dass Organisationskultur ein individueller potenzieller Wettbewerbsvorteil ist, dessen quantitativer Zusammenhang zum ökonomischen Output jedoch noch weiter erforscht werden muss.
Schlüsselwörter
Organisationskultur, starke Organisationskultur, Unternehmenserfolg, Drei-Ebenen-Modell, Edgar H. Schein, Handlungsorientierung, Koordinationsfunktion, Integrationsfunktion, Motivationsfunktion, Unternehmenskultur, Managementinstrumente, ökonomische Auswirkungen, Unternehmenskulturmessung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Kultur einer Organisation ökonomisch bedeutsam ist und welche Rolle eine "starke" Ausprägung dieser Kultur für den Erfolg eines Unternehmens spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernbereichen gehören die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die verschiedenen Funktionen innerhalb einer Organisation sowie die daraus resultierenden Vor- und Nachteile für das Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökonomischen Bedeutungen von Organisationskulturen zu identifizieren, zu antizipieren und aufzuzeigen, wie diese durch Managementinstrumente positiv beeinflusst werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und nutzt das Drei-Ebenen-Modell von Edgar H. Schein als theoretischen Rahmen für die Untersuchung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begrifflichen Grundlagen, die Analyse der originären und derivativen Funktionen, die Untersuchung der Auswirkungen starker Kulturen sowie die Darstellung von Problemen bei deren Messung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Organisationskultur, Unternehmenserfolg, Drei-Ebenen-Modell, Handlungsorientierung und Managementinstrumente charakterisiert.
Warum wird die "starke" Organisationskultur als Untersuchungsgrundlage gewählt?
Die starke Organisationskultur dient als Untersuchungsgrundlage, da sie eine deutliche Ausprägung aufweist, an der sich die ökonomischen Effekte am besten sichtbar machen und analysieren lassen.
Welche Rolle spielen die "derivativen" Funktionen?
Die derivativen Funktionen leiten sich aus den originären Funktionen ab und beeinflussen direkt Effizienz und Effektivität sowie das Commitment und die Wettbewerbsposition der Organisation.
Warum ist die Messung von Organisationskultur so schwierig?
Die Messung gestaltet sich als schwierig, da keine einheitliche Begriffsbestimmung existiert, die Kultur oft nur eine von vielen Erfolgsdeterminanten ist und sie als latente Struktur schwer direkt quantifizierbar ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Die ökonomische Bedeutung von Organisationskulturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469307