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Einwände Einsteins gegen Kants Raumverständnis in der "Kritik der reinen Vernunft"

Titel: Einwände Einsteins gegen Kants Raumverständnis in der "Kritik der reinen Vernunft"

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Pierre Huber (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Thesen Kants über den Raum mit den Einwänden Einsteins verglichen und auf Hieb- und Stichfestigkeit geprüft. Dabei wird die Einsteinsche Konzeption der Geometrie durchleuchtet, wobei auch die hilbertschen Axiomsschemata berücksichtigt werden.

Hierfür soll zu Beginn Kants Auffassung des Raumes innerhalb seines Werks verortet werden, um diese in einem nächsten Schritt zum einen in der metaphysischen sowie transzendentalen Erörterung darzustellen. Darauf folgen zwei differente Argumentationen Einsteins, welche sich auf beide Erörterungen Kants beziehen lassen können. Abschließend werden beide Positionen verglichen und mit Hilfe eines Aufsatzes von Wolff ein Vermittlungsversuch unternommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemaufriss

1.2 Ausgangspunkt dieser Arbeit: Synthetische Urteile a priori

2. Die Apriorität des Raumes

2.1 Die metaphysische Erörterung

2.2 Die transzendentale Erörterung

3. Einwände Einsteins

3.1 Geometrie und Anschauung

3.2 Objektivität des Raumes

4. Conclusio

4.1 Vergleich: Kongruenz des Anschauungsraums mit dem physikalischen Raum

4.2 Vergleich: Ist der Raum bei Kant frei von jeglicher Objektivität?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der kantischen Raumkonzeption in der "Kritik der reinen Vernunft" und den wissenschaftstheoretischen Einwänden von Albert Einstein, mit dem Ziel, beide Positionen kritisch gegenüberzustellen und Möglichkeiten einer begrifflichen Vermittlung zu prüfen.

  • Kants transzendentale Ästhetik und die Apriorität des Raumes
  • Einsteins Kritik an der Rolle der reinen Anschauung in der Geometrie
  • Die physikalische Objektivität des Raumes versus Kants transzendentale Idealität
  • Die Vereinbarkeit von euklidischer Geometrie und moderner physikalischer Raumtheorie

Auszug aus dem Buch

3.2 Objektivität des Raumes

Ausgangspunkt dieser Argumentation stellt einen Rückgang auf Descartes dar, welcher dem Raum als solchen keine Realität zusprach, sofern in ihm keine Gegenstände enthalten sind. Dies begründete er damit, dass der Raum nur mittelbar, also über die Gegenstände in ihm, erfahrbar sei21. Einstein setzt dieser Position ein Gedankenexperiment entgegen: Man stelle sich eine Schachtel vor, in der gewisse Dinge gelagert werden können. Die Schachtel bringt sonach den Raum als Eigenschaft mit sich. Ferner lässt sich diese Eigenschaft auf alle Schachteln anwenden, auch wenn sich in ihrem eingeschlossenen Raum keine Gegenstände befinden. Da sich die Möglichkeit, Dinge in der Schachtel zu lagern, unabhängig zu der Dicke ihrer Seiten verhält, lässt sich die Schachtel selbst aus diesem Experiment entfernen, sodass lediglich der Raum zurückbleibt. Dies führt Einstein zu der Annahme, dass es sich beim Raum um ein „selbstständiges Ding“22 handele, welches unabhängig von der Existenz der in ihm befindlichen Gegenständen vorkommt, was mit der Existenz von Vakua untermauert wird. An diesem Punkt stellt Einstein im Hinblick auf Descartes‘ Unwillen, den Raum als ein solches Ding zu betrachten, gegenüber Kant indigniert Folgendes fest:

„Kants Versuch, das Unbehagen durch Leugnung der Objektivität des Raumes abzuschaffen, kann doch kaum ernst genommen werden. Die Lagerungsmöglichkeiten, verkörpert durch den Innenraum einer Schachtel, sind in demselben Sinne objektiv wie die Schachtel selbst und die in demselben lagerbaren Objekte.“23

Einstein unterstellt also Kant, dass dieser dem Raum, welcher hier wesenhaft mit der Lagerungsmöglichkeit enggeführt wird, jegliches objektives Bestehen abspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung des Raumverständnisses bei Kant und die wissenschaftliche Rezeption durch Albert Einstein.

2. Die Apriorität des Raumes: Analyse von Kants metaphysischer und transzendentaler Erörterung, in denen er den Raum als notwendige reine Anschauung definiert.

3. Einwände Einsteins: Darstellung von Einsteins Kritik an der Kantischen Geometrie und seinem Verständnis von Raum als objektiv existierender Entität.

4. Conclusio: Kritischer Vergleich der Raumkonzeptionen zur Prüfung der Kongruenz zwischen Anschauungsraum und physikalischem Raum.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Argumente und Identifikation möglicher Schnittmengen für eine philosophische Vermittlung.

Schlüsselwörter

Kritik der reinen Vernunft, Immanuel Kant, Albert Einstein, Transzendentale Ästhetik, Apriorität, Raumvorstellung, Geometrie, Anschauung, Objektivität, Relativitätstheorie, Synthetische Urteile a priori, Transzendentale Idealität, Euklidische Geometrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Auseinandersetzung zwischen Immanuel Kants Verständnis des Raumes als apriorische Anschauungsform und der physikalischen Kritik Albert Einsteins an dieser Position.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die mathematische Begründung der Geometrie, der Status des Raumes als Anschauung oder als objektives Ding sowie das Verhältnis von Erfahrung und Erkenntnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Einwände Einsteins gegenüber Kants Argumentation in der "Kritik der reinen Vernunft" zu prüfen und zu untersuchen, ob diese Positionen miteinander vermittelt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Textanalyse der Primärquellen (Kant, Einstein) sowie ein systematischer Vergleich der jeweiligen Raumkonzeptionen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Kants metaphysischer und transzendentaler Erörterung sowie eine detaillierte Analyse der von Einstein angeführten Einwände bezüglich Geometrie und Raumobjektivität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Transzendentale Idealität, synthetische Urteile a priori, reine Anschauung, Objektivität des Raumes und das Verhältnis von Geometrie zur Erfahrung.

Warum hält Einstein Kants Raumverständnis für problematisch?

Einstein kritisiert, dass Kant durch die Leugnung der Objektivität des Raumes die wissenschaftliche Realität der "Lagerungsmöglichkeit" ignoriert, die er als genauso objektiv betrachtet wie die Gegenstände selbst.

Inwiefern beeinflusst das Gedankenexperiment der Schachtel die Argumentation?

Das Experiment dient dazu, den Raum als eine von den in ihm befindlichen Gegenständen unabhängige Entität zu demonstrieren, um Kants Annahme einer rein subjektiven Anschauungsform herauszufordern.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einwände Einsteins gegen Kants Raumverständnis in der "Kritik der reinen Vernunft"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,0
Autor
Pierre Huber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V469316
ISBN (eBook)
9783668944510
ISBN (Buch)
9783668944527
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einstein Kant Anschauung euklidische Geometrie Geometrie absoluter Raum physikalischer Raum Hilbert Axiome Frege
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pierre Huber (Autor:in), 2018, Einwände Einsteins gegen Kants Raumverständnis in der "Kritik der reinen Vernunft", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469316
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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