Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von spezifischen Unternehmenscharakteristika auf die Kapitalmarktreaktionen nach einem Seasoned Equity Offering (SEO) Event.
Das Verkünden eines SEO Events geht einher mit einer Signalwirkung für potenzielle Investoren auf dem Kapitalmarkt, besonders wenn Manager über bessere Informationen verfügen als die Anleger. Im Falle einer Informationsasymmetrie zwischen den beiden Parteien können SEOs somit als negatives Signal über den tatsächlichen Wert eines Unternehmens angesehen werden. Generell deutet die Finanzliteratur darauf hin, dass die Reaktionen auf dem Kapitalmarkt vornehmlich negativ sind und sich in Form sinkender Aktienkurse widerspiegeln. In Abhängigkeit verschiedener firmenspezifischer Charakteristika muss die Reaktion jedoch nicht zwingend negativ sein.
Folglich werden in dieser Arbeit die Einflüsse verschiedener Unternehmenscharakteristika auf die Reaktionen des Kapitalmarkts als Folge eines SEO Events kritisch untersucht. Diese Charakteristika umfassen den Verschuldungsgrad sowie die Größe der Unternehmen. Ferner werden die Investitionsaufwendungen und das Wachstumspotential von Unternehmen als Kontrollvariablen mit aufgenommen. Die Untersuchungen dieser Variablen werden auf Grundlage einer durchgeführten Eventstudie zur Kapitalmarktreaktion vorgenommen. Die Einflüsse werden im Rahmen einer linearen multiplen Regression mit Hilfe des Event Study Metrics Programm berechnet.
Die Gesamtheit des spezifizierten Forschungsfeldes wurde in der empirischen Literatur bereits umfassend untersucht, jedoch weitestgehend im Hinblick auf unterschiedliche Variablen, die wiederum zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In dieser Arbeit stellt sich demnach die Frage, welchen Einfluss der Verschuldungsgrad sowie die Größe von Unternehmen auf die Verkündung von SEO Events am Kapitalmarkt haben. Im Rahmen der Untersuchungen stützt sich die vorliegende Arbeit auf einen Datensatz von SEOs unterschiedlicher im CDAX gelisteter Unternehmen.
Darüber hinaus wird im Verlauf dieser Arbeit zunächst die wissenschaftliche Einordnung vorgenommen sowie ein Literaturüberblick gegeben, sodass nachfolgendend die Hypothesen entwickelt werden. Danach werden der Datensatz, die Methodik sowie die Schlüsselvariablen vorgestellt. Anschließend werden die Ergebnisse der empirischen Analyse vorgestellt und im letzten Abschnitt dieser Arbeit diskutiert und abgeschlossen
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Ableitung der Hypothesen
2.1 Wissenschaftliche Einordnung und Literaturüberblick
2.2 Hypothesen
2.2.1 Einfluss von Firm Leverage
2.2.2 Einfluss von Firm Size
2.2.3 Tobin’s Q
2.2.4 Capex_ta
3 Methodik: Vorgehen bei der Analyse
3.1 Datensatz und deskriptive Statistik
3.2 Datenmessung und Datenanalyse
3.2.1 Abhängige Variable
3.2.2 Unabhängige Variablen
3.2.3 Kontrollvariablen
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Darstellung der Event Study Ergebnisse
4.2 Darstellung der Regressionsergebnisse
5 Diskussion
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss spezifischer Unternehmenscharakteristika auf die Kapitalmarktreaktionen im unmittelbaren Anschluss an die Ankündigung von Seasoned Equity Offerings (SEO), um zu klären, inwieweit Faktoren wie Verschuldungsgrad und Unternehmensgröße das Anlegersignal beeinflussen.
- Analyse der Marktreaktionen mittels Event-Study-Methodik
- Untersuchung des Einflusses von Firm Leverage und Firm Size
- Bewertung von Wachstumspotenzial (Tobin's Q) als Kontrollvariable
- Evaluation von Investitionsausgaben (Capex_ta) als Signalgeber
- Empirische Überprüfung von Signalling- und Agency-Theorien
Auszug aus dem Buch
2.1 Wissenschaftliche Einordnung und Literaturüberblick
Seasoned Equity Offerings (SEO), auch „secondaries” oder “follow-on-offerings” (Huang / Zhang, 2011) genannt, beschreiben Events, bei dem bereits börsennotierte Unternehmen neue Aktien an die Öffentlichkeit veräußern und damit einhergehend neues Eigenkapital aufnehmen (vgl. Bozos, 2011; Huang / Zhang, 2011). Für SEOs von Firmen werden in der Regel Investmentbanken beauftragt, die neben der Durchführung für die Informationsproduktion, die Analysten Berichterstattung, Zertifizierung und das Marketing zuständig sind (vgl. Corwin / Schultz, 2005; Huang / Zhang, 2011).
Die Auswirkungen von SEOs auf den Kapitalmarkt wurden in vielen wissenschaftlichen Arbeiten untersucht. Über die letzten drei Jahrzehnte ist eine Vielzahl empirischer Literatur entstanden, welche nach der öffentlichen Verkündigung von SEOs einen signifikanten Rückgang der Aktienpreise am Tag der Veröffentlichung nachweist. Der Fall des Aktienpreises liegt dabei im Durchschnitt bei -2% bis -3% (vgl. Lee / Masulis, 2009; Booth / Chang, 2011, Eckbo / Masulis, 1995). Zur Erklärung des Preisfalles wurde eine Vielzahl von Hypothesen aufgestellt und getestet. Eine häufig verwendete Begründung liegt in der Informationsasymmetrie (Booth/Chang, 2011).
Die Informationsasymmetrie lässt sich auf die Prinzipal-Agent Theorie zurückführen, nach der zwei oder mehr Vertragsparteien oder Marktteilnehmer nicht über dieselben Informationen verfügen. In der Regel besitzt der Agent (Beauftragter) einen Wissensvorsprung (Informationsasymmetrie), der zu Ungunsten des Prinzipals (Auftraggeber) eingesetzt wird. Somit verfügt der Prinzipal über unvollständige Informationen in der Beurteilung der Handlung des Agenten. Anhand der Asymmetric-Information Theorie Myers und Majluf (1984) lässt sich dies auf SEOs übertragen. Demnach verfügen Manager über bessere Informationen bezüglich des wahren Wertes des Unternehmens in der Gegenwart und über Wachstumsmöglichkeiten in der Zukunft als Außenstehende.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kapitalmarktreaktionen auf Seasoned Equity Offerings ein und definiert die Forschungsfrage sowie das Ziel der empirischen Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen und Ableitung der Hypothesen: Es werden die relevanten Theorien wie die Informationsasymmetrie und das Agency-Modell erläutert, um daraus die vier zentralen Hypothesen über den Einfluss von Unternehmenscharakteristika abzuleiten.
3 Methodik: Vorgehen bei der Analyse: In diesem Teil wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Durchführung der Event-Study und die Spezifikation der Regressionsanalyse mit den verwendeten Variablen.
4 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde der Event-Study sowie die statistischen Ergebnisse der Regressionsanalyse anhand der untersuchten Datensätze.
5 Diskussion: Die erzielten Ergebnisse werden hier kritisch interpretiert, in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet und hinsichtlich ihrer Aussagekraft diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Ausblicke auf Implikationen für das Management sowie zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Seasoned Equity Offering, SEO, Kapitalmarktreaktion, Event-Study, Informationsasymmetrie, Firm Leverage, Firm Size, Tobin’s Q, Capex, Eigenkapitalfinanzierung, Signalling-Theorie, Agency-Theorie, Aktienkurs, Rendite, Unternehmensperformance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Reaktionen des Kapitalmarktes auf die Ankündigung von sogenannten Seasoned Equity Offerings (SEO), also die Ausgabe neuer Aktien durch bereits börsennotierte Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Signalkraft von SEOs für Investoren, die Rolle von Informationsasymmetrien und der Einfluss verschiedener firmenspezifischer Charakteristika auf die Kursentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob und wie der Verschuldungsgrad, die Unternehmensgröße, das Wachstumspotenzial und die Investitionsausgaben die Aktienkursreaktionen am Tag der Ankündigung beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Event-Study-Methodik zur Ermittlung kumulierter abnormaler Renditen (CARs) mit einer multiplen linearen Regressionsanalyse (OLS), um die Einflussfaktoren statistisch zu isolieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hypothesen, die detaillierte Beschreibung der Datengrundlage und Methodik sowie die fundierte Darstellung und anschließende Diskussion der erzielten Regressionsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Seasoned Equity Offering (SEO), Informationsasymmetrie, Event-Study, Firm Leverage, Firm Size und Kapitalmarktreaktion.
Wie unterscheidet sich der Einfluss von Verschuldungsgrad und Firmengröße laut der Analyse?
Die Arbeit zeigt, dass beide Faktoren signifikant negativ mit der Kursreaktion korrelieren, was darauf hindeutet, dass der Markt die Aktienausgabe dieser Unternehmen bei der Ankündigung eher negativ bewertet.
Warum konnte die Hypothese zu Tobin’s Q nicht bestätigt werden?
Obwohl ein positiver Zusammenhang erwartet wurde, zeigten die Daten keinen signifikanten Effekt, was darauf hindeutet, dass Tobin’s Q in diesem spezifischen Datensatz die Markterwartungen bezüglich des Wachstums nicht hinreichend abbilden konnte.
- Arbeit zitieren
- Johannes Osterholt (Autor:in), 2018, Seasond Equity Offerings. Event Study, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469404