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Die Rolle der Seelsorge in der Krisenintervention am Beispiel der Suizidgefährdung

Título: Die Rolle der Seelsorge in der Krisenintervention am Beispiel der Suizidgefährdung

Tesis , 2000 , 89 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Markus Dörre (Autor)

Teología - Teología práctica
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Am Beginn dieser Arbeit standen Gespräche mit Menschen, die täglich mit suizidgefährdeten Menschen in Kontakt stehen. Im Verlauf dieser Gespräche wurde mir sehr bald bewußt, daß eine Bearbeitung dieses Themas nicht in einer Weise geschehen kann, in der die Rolle der Seelsorge allein durch Unterscheidung und Abgrenzung zu den Aufgaben der anderen Hilfseinrichtungen, die sich mit Krisenintervention befassen, definiert wird, um darauf aufbauend ein Konzept zu entwerfen, das allein für die Seelsorge gültig ist. Im Bereich der Suizidalität ist es angebracht, wenn sie sich, im Bewußtsein ihres eigenen Selbstverständnisses und ihrer Motivation zur Krisenhilfe, die Ziele und die Vorgehensweise der Krisenintervention zunutze macht und darüber nachdenkt, wie sich diese mit ihrem Handeln vereinbaren bzw. in ihr Handeln integrieren lassen, damit sie so gut wie möglich dem vorrangigen Ziel gerecht werden kann. Dies besteht letztlich in der bestmöglichen Lösung des Lebenskonflikts eines hilfesuchenden Menschen, um ihm wieder die Fähigkeit zu geben, sein Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen.

Deshalb orientiert sich diese Arbeit an den Leitlinien, die allgemein als Standard für diejenigen gelten, die sich mit der Krisenintervention befassen und versucht, sie in den Bereich der Seelsorge zu übertragen. So wird zunächst, nach einer kurzen Einführung zu den Aufgaben und Zielen der Krisenintervention ausführlich in einem eigenen Kapitel auf die Ursachen und die Entwicklung der Suizidalität eingegangen, da jedes intervenierende Handeln auf diesem Wissen aufbauen muß, um situationsgerecht helfen zu können. Darauf folgen in einem Kapitel über die biblischen Hintergründe und pastoraltheologischen Ansätze zur Auseinandersetzung mit der Suizidalität, grundsätzliche Überlegungen über das Selbstverständnis der Seelsorge, das diese im Auge behalten muß, um nicht ganz im allgemeinen Verständnis von Krisenintervention unterzugehen und zu einer therapeutischen Hilfseinrichtung unter vielen zu werden, die von diesen nicht mehr zu unterscheiden ist. Aufbauend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Kapitel wird dann das Muster seelsorglicher Intervention entwickelt. Zunächst wird auf die Voraussetzungen eingegangen, die den Seelsorger als Krisenhelfer qualifizieren, bevor anschließend einige spezielle Handlungsperspektiven im Blick auf den Suizidgefährdeten, sein unmittelbares Umfeld und auf eine mögliche Vernetzung mit anderen Hilfseinrichtungen aufgezeigt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. VORWORT

1. KRISEN - WENDEPUNKTE DES LEBENS

1.1 KRISEN UND KRISENINTERVENTION

1.2 KRISENINTERVENTION ALS AUFGABE DER SEELSORGE

2. THEORIE DER SUIZIDALITÄT

2.1 SUIZID, SELBSTMORD, SELBSTTÖTUNG ODER FREITOD?

2.1.1 Selbstmord

2.1.2 Freitod

2.1.3 Selbsttötung

2.1.4 Suizid

2.2 MERKMALE FÜR AKUTE SUIZIDGEFÄHRDUNG

2.2.1 Beweggründe für einen Suizidversuch

2.2.2 Das präsuizidale Syndrom

2.2.3 Weitere Hinweise auf eine Suizidgefährdung

2.2.4 Der Suizid - Abschluß einer seelischen Krankheit?

3. DIE SUIZIDALITÄT IM FELD DER SEELSORGE

3.1 BIBLISCHE ANNÄHERUNG AN DAS PROBLEM DES SUIZIDS

3.1.1 Der Suizid und die Suizidabsicht im Alten und Neuen Testament

3.1.2 Jesu Begegnung mit den Abgründen menschlicher Lebens-konflikte - „Die Heilung des Besessenen von Gerasa“ (Mk 5,1-20)

3.2 HEILEN - ABER WIE? PASTORALE ANNÄHERUNG AN EINE ANGEMESSENE SEELSORGLICHE BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER

3.2.1 Pastoraltheologische Ansätze für die Suizidpastoral

3.2.2 Orientierungspunkte einer angemessenen Pastoral für Suizidgefährdete

4. DER BEITRAG DER SEELSORGE IN DER BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER

4.1 DER SEELSORGER

4.1.1 Voraussetzungen und Vorteile des Seelsorgers

4.1.2 Hinderungen und Gefahren für den Seelsorger

4. 2 ZIELE DER SEELSORGLICHEN BEGLEITUNG FÜR SUIZIDGEFÄHRDETE

4.2.1 Zwischen Lebenswunsch und Todessehnsucht

4.2.2 „Du bist wertvoll für mich!“ - Beziehung als Schlüssel zu neuem Lebensmut

4.3 DIE MENSCHEN IM UMFELD DES SUIZIDGEFÄHRDETEN

4.4 ZUSAMMENARBEIT MIT PROFESSIONELLEN HILFSEINRICHTUNGEN

5. SCHLUßBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Seelsorge bei der Begleitung suizidgefährdeter Menschen. Dabei wird das Ziel verfolgt, ein spezifisch pastoraltheologisches Konzept zu entwerfen, das sich von therapeutischen Ansätzen unterscheidet und dem notleidenden Menschen als Zeichen des Heils in Christus begegnet, um ihn bei der eigenverantwortlichen Lebensgestaltung zu unterstützen.

  • Grundlagen der Krisenintervention und ihre Bedeutung für die Seelsorge
  • Psychologische Theorien zur Suizidalität, insbesondere das präsuizidale Syndrom
  • Biblische Perspektiven und pastorale Annäherung an den Suizid
  • Qualifikationsanforderungen an Seelsorger und Herausforderungen in der Begegnung
  • Bedeutung von Beziehungen und das soziale Umfeld bei der Suizidprävention

Auszug aus dem Buch

2.2.2.2 Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression

Das, was Erwin Ringel mit diesem zweiten Element des präsuizidalen Syndroms beschreibt, läßt sich wohl am Besten durch den Vergleich mit einem Staudamm veranschaulichen. Der Mensch hat „einen natürlichen aggressiven Antrieb, der nach seiner Außenlenkung und nach Gestaltung verlangt“78. So also, wie ein Stausee nur ein gewisses Fassungsvermögen hat und deshalb immer ein Teil das Wassers durch den Staudamm abgegeben werden muß, so verlangt auch das aggressive Potential immer nach einem gewissen Ausgleich. Wenn aber die Möglichkeit zum Ausgleich nicht mehr gegeben ist, geschieht es, daß der Staudamm überläuft oder bricht.

Dem suizidgefährdeten Menschen kann aus verschiedenen Gründen die Fähigkeit fehlen, seine Aggression zu kanalisieren oder schöpferisch damit umzugehen. Häufig steht dies mit einer Erziehung im Zusammenhang, in der es versäumt wurde, auch die Aggression als Teil des Menschseins zu akzeptieren, weshalb sie tabuisiert wurde.79 Es wurde lediglich gelernt, die Aggressionen zu unterdrücken. Trotzdem ist die Aggressionsneigung vorhanden. Wird nun der Druck, der durch das Anstauen der aggressiven Tendenzen erzeugt wird zu hoch, und besteht keine andere Lösungsstrategie, als sie in sich „hineinzufressen“, besteht die Gefahr, daß sie gegen die eigene Person gerichtet wird.80 „Die Suizidhandlung ist in den allermeisten Fällen (...) eine besondere Mitteilung, daß man der Hilfe bedürftig ist und mit eigenen Kräften das Leben zu meistern nicht mehr imstande ist.“81

Zusammenfassung der Kapitel

1. KRISEN - WENDEPUNKTE DES LEBENS: Einführung in die Phasen der Krisenentstehung und die grundsätzliche Definition von Krisenintervention.

2. THEORIE DER SUIZIDALITÄT: Analyse der Begriffe der Suizidalität und Vorstellung des präsuizidalen Syndroms nach Erwin Ringel als Erklärungsmodell.

3. DIE SUIZIDALITÄT IM FELD DER SEELSORGE: Biblische Betrachtung des Suizids und Entwicklung eines pastoraltheologischen Modells basierend auf dem Vorbild Jesu.

4. DER BEITRAG DER SEELSORGE IN DER BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER: Praktische Konsequenzen für den Seelsorger, Anforderungen an die Haltung, Bedeutung von Beziehungen und Zusammenarbeit mit professionellen Stellen.

5. SCHLUßBEMERKUNGEN: Reflexion über die gesellschaftliche Tabuisierung des Suizids und die bleibende Verantwortung des Nächsten sowie der Seelsorge.

Schlüsselwörter

Seelsorge, Suizidalität, Krisenintervention, Suizidprävention, Lebenskrise, präsuizidales Syndrom, Hoffnung, Beziehung, Gottesbeziehung, Lebensmut, Seelsorger, Schuld, Aggression, Krisenbewältigung, Pastoral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den pastoraltheologischen Möglichkeiten und der Rolle der Seelsorge bei der Begleitung von suizidgefährdeten Menschen im Kontext einer Krisenintervention.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Suizidalität, das Selbstverständnis der Seelsorge, biblische und pastorale Ansätze sowie der Umgang mit suizidgefährdeten Menschen und ihrem sozialen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein pastoraltheologisches Konzept für die Seelsorge zu entwickeln, das Betroffene in ihrer Not begleitet und ihnen hilft, wieder Sinn und Lebensmut zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Reflexion pastoraltheologischer Ansätze sowie die Auseinandersetzung mit humanwissenschaftlichen und psychologischen Erkenntnissen zur Suizidalität.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Modell des präsuizidalen Syndroms, biblische Hintergründe, die Haltung des Seelsorgers, die Bedeutung der persönlichen Beziehung sowie die Zusammenarbeit mit professionellen Hilfssystemen analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Seelsorge, Suizidalität, Krisenintervention, Hoffnung, Beziehung und pastorale Begleitung.

Welche Bedeutung kommt der „Brückenfunktion“ des Seelsorgers zu?

Der Seelsorger dient als vermittelnde Instanz, die den Suizidenten aus der tödlichen Verzweiflung zur Hoffnung führen soll, ohne dabei die Eigenverantwortung des Betroffenen für seinen Weg zu ersetzen.

Wie geht die Arbeit mit dem Thema Schuldgefühle um?

Die Arbeit betont, dass Schuldgefühle oft als innere Barriere wirken und der Seelsorger durch eine vorbehaltlose Haltung und das Angebot von Vergebung den Suizidenten dabei unterstützen kann, diese Gefühle in konstruktive Veränderungen umzuwandeln.

Warum ist das Umfeld des Suizidenten so wichtig?

Suizidalität entsteht selten losgelöst vom sozialen Umfeld. Die Arbeit macht deutlich, dass eine erfolgreiche Intervention auch die Einbeziehung und Stärkung der engsten Bezugspersonen erfordert, um eine stabile Lebensbasis wiederherzustellen.

Final del extracto de 89 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle der Seelsorge in der Krisenintervention am Beispiel der Suizidgefährdung
Universidad
University of Augsburg  (Kath. Theol. Fakultät)
Calificación
1,0
Autor
Markus Dörre (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
89
No. de catálogo
V469411
ISBN (Ebook)
9783668944190
ISBN (Libro)
9783668944206
Idioma
Alemán
Etiqueta
rolle seelsorge krisenintervention beispiel suizidgefährdung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Markus Dörre (Autor), 2000, Die Rolle der Seelsorge in der Krisenintervention am Beispiel der Suizidgefährdung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469411
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