Dieses Essay behandelt die Frage, inwiefern das Lehramtsstudium angehende Lehrkräfte an beruflichen Schulen auf die Aufgaben im Zusammenhang mit Inklusion vorbereiten kann und soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Essay
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Essays ist es, kritisch zu hinterfragen, inwiefern das gegenwärtige Lehramtsstudium angehende Lehrkräfte an beruflichen Schulen adäquat auf die komplexen Anforderungen der Inklusion vorbereitet und welche strukturellen Anpassungen hierfür notwendig sind.
- Herausforderungen von Inklusion im beruflichen Bildungswesen
- Analyse des aktuellen Vorbereitungsgrades von Lehramtsstudierenden
- Die Rolle von Heterogenität in beruflichen Schulen
- Strukturelle Defizite in der akademischen Lehrerausbildung
- Notwendigkeit einer Vernetzung von sonderpädagogischen und regulären Studiengängen
Auszug aus dem Buch
Essay
„Hilfe! Förderschüler in meiner Klasse! – Dafür bin ich doch gar nicht ausgebildet!“, „Wie soll ich das als Lehrer alles schaffen?“, „Ich komme mit den Kindern nicht mehr zum Lernen“, so und ähnlich lauten zahlreiche Aussagen von Lehrkräften im Rahmen von Schule und Inklusion. Die Mehrheit der Lehrkräfte fühlt sich im Hinblick auf Inklusion unzureichend vorbereitet und überfordert. Dies bestätigt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts FORSA für den Lehrerverband Bildung und Erziehung aus 2017. Diese ergab, dass bei 79 % der befragten Lehrkräfte Inklusion kein Bestandteil ihrer Lehrerausbildung war. Des Weiteren gaben 54 % der Lehrkräfte an, dass sie über keine sonderpädagogischen Kenntnisse verfügen, die sie im Hinblick eines gelingenden inklusiven Unterrichts unterstützen könnten.
Zentrale Meilensteine für die Inklusion in Deutschland bilden die Salamanca-Erklärung aus 1994 der UNESCO mit der Leitidee „Bildung für alle!“ und die Inkraftsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland mit der Leitidee „Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft“ aus 2009. Infolgedessen hat sich Deutschland verpflichtet, ein „inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen“ sicherzustellen. Seit der Inkraftsetzung der Behindertenrechtskonvention gilt es die Inklusion in den Bildungssystemen der Länder umzusetzen mit der Tendenz, dass ein gemeinsamer Unterricht von Lernenden mit und ohne Behinderung bzw. mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf erfolgt und den Lernenden die Möglichkeit geboten wird, einen gleichberechtigten Zugang zu regulären und damit zu beruflichen Bildungsangeboten zu erhalten. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Inklusionsbegriff?
Zusammenfassung der Kapitel
Essay: Der Text beleuchtet die mangelnde Vorbereitung angehender Lehrkräfte auf die Inklusion an beruflichen Schulen und fordert eine praxisnahe, vernetzte Neugestaltung der universitären Lehramtsausbildung.
Schlüsselwörter
Inklusion, Lehrerbildung, berufliche Schulen, Lehramtsstudium, Heterogenität, sonderpädagogischer Förderbedarf, Bildungsgerechtigkeit, Didaktik, inklusive Schule, Lehrerausbildung, Unterrichtsgestaltung, Behinderung, Professionalisierung, Hochschulentwicklung, Praxisbezug
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Essay untersucht die aktuelle Situation der Inklusion im deutschen Bildungssystem, speziell an beruflichen Schulen, und bewertet, inwieweit das Studium Lehrkräfte auf diese Aufgabe vorbereitet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Herausforderungen durch Heterogenität, die Ergebnisse empirischer Befragungen zur Lehrerausbildung und die Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und der praktischen Umsetzung an Hochschulen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern soll und kann das Lehramtsstudium angehende Lehrkräfte an beruflichen Schulen auf die Aufgaben im Zusammenhang mit Inklusion vorbereiten?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Studien (z.B. Monitor Lehrerbildung, FORSA-Umfrage) sowie einer fachwissenschaftlichen Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Meilensteine der Inklusion, die Heterogenität beruflicher Schulen, der Mangel an sonderpädagogischen Inhalten im Studium und konkrete Lösungsansätze wie die Vernetzung von Studiengängen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Lehramtsstudium, Heterogenität, berufliche Schulen, sonderpädagogischer Förderbedarf und Lehrerbildung.
Warum sind gerade berufliche Schulen in diesem Kontext besonders zu betrachten?
Berufliche Schulen zeichnen sich durch eine außerordentlich heterogene Schülerschaft aus, die unterschiedliche Bildungsbiografien und Qualifizierungsbedarfe mitbringt, was die Inklusion vor spezifische Herausforderungen stellt.
Welche Rolle spielt die Trennung von Sonderpädagogik und Regelschullehramt?
Die Autorin argumentiert, dass die getrennte Ausbildung ein Hindernis darstellt; eine stärkere Vernetzung und gemeinsame Veranstaltungen könnten Synergien schaffen und die Inklusionskompetenz zukünftiger Lehrkräfte erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Inklusive Berufsbildung. Soll und kann das Lehramtsstudium auf die Aufgaben im Zusammenhang mit Inklusion vorbereiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469419