Was ist Globalisierung eigentlich? Auf was nimmt die Globalisierung eigentlich Einfluss? Gibt es überhaupt noch Bereiche im Leben, die nicht von der Globalisierung betroffen sind?
Der Begriff Globalisierung ist weit umfasst und vielseitig zu definieren. Dabei geht es um die Fragen, was die Globalisierung vorantreibt, welche Wege die Globalisierung beschreitet und welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft, Kultur und Politik hat. Daher ist die Diskussion um die Globalisierung sehr umstritten und es kann keine eindeutige Aussage über die Globalisierung getroffen werden. Die Auswirkungen der Globalisierung werden daher sehr unterschiedlich aufgefasst und wahrgenommen. Die Globalisierung kann als Auslöser für Arbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeit und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich gesehen werden. Sozusagen bildet die Globalisierung den Ursprung für alle negativen Entwicklungen. Auf der anderen Seite kann die Globalisierung allerdings ganz gegenteilig gesehen werden. Die Globalisierung ist der Motor der positiven weltwirtschaftlichen und menschlichen Entwicklungen. Sie bildet den Grund, warum Know-How und Fortschritt jedem Menschen zu Gute kommen können und keine nationalen Grenzen kennen. Diese verschiedenen Meinungen lassen sich über die ganze Bandbreite zwischen Positivem und Negativem verteilen.
Die folgende Definition soll daher einen kurzen Einblick in die Begriffsklärung der Globalisierung aufzeigen. Dabei geht es vor allem um den geschichtlichen Hintergrund und die Gegebenheiten der Globalisierung, um für diese Arbeit einen gemeinsamen Ausgangspunkt zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedeutung der Globalisierung
1.1 Definition „Globalisierung“
1.2 Theorien zur Globalisierung
2. Kinderarbeit
2.1 Definition Kinderarbeit
2.2 Auswirkungen der Kinderarbeit
2.3 Kinder für Kinderarbeit
2.4 Globalisierung, Armut und Kinderarbeit
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die sozialen Auswirkungen der Globalisierung mit einem besonderen Fokus auf die Problematik der Kinderarbeit. Dabei wird analysiert, inwiefern globale ökonomische Prozesse bestehende soziale Ungleichheiten verschärfen und ob ein pauschales Verbot von Kinderarbeit in armen Regionen zielführend ist oder die Lebensbedingungen der betroffenen Familien weiter destabilisieren könnte.
- Definition und theoretische Grundlagen der Globalisierung
- Soziale Folgen globaler ökonomischer Entwicklungen
- Rechtliche und ethische Einordnung von Kinderarbeit (ILO-Standards)
- Die Perspektive betroffener Kinder und ihre Forderungen
- Zusammenhang zwischen Armut, Globalisierung und Ausbeutung
Auszug aus dem Buch
2.3 Kinder für Kinderarbeit
Wenn man die gerade angesprochene Frage an Kinder stellt, die von Kinderarbeit betroffen sind, ist die Antwort für viele Menschen der westlichen Regionen ehr unerwartet. Am Beispiel Boliviens zeigt sich aber sehr deutlich, welche Hintergründe Kinder sehen und was sie statt dem Verbot der Kinderarbeit fordern.
Über 800.000, also etwa 20% der Kinder in Bolivien, einem Land in Südamerika, dass sehr stark von Armut betroffen ist, arbeiten. Für die Menschen der Industrieländer sind diese Zahlen erschreckend und es entsteht ein drängen auf ein Verbot der Kinderarbeit. Diese Industrieländer wollen schließlich nicht die Schuld tragen, dass sich weltweit Millionen Kindern unter schlimmsten Rahmenbedingungen für unsere Klamotten ihre Gesundheit ruinieren. Doch nicht nur die Kinder Boliviens sondern auch in anderen Ländern haben Kinder eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Für die Kinder ist klar, dass ihnen ein Verbot der Kinderarbeit nicht weiterhilft. Was sie fordern sind die richtigen Rahmenbedingungen wie Sicherheit am Arbeitsplatz, eine gesundheitliche Absicherung und Arbeitszeiten, die ihnen eine Schulbesuch ermöglichen. Sie kämpfen also, ganz entgegen der westlichen Welt, für ihr Recht auf Arbeit. Dieser Kampf nimmt schon seit mehreren Jahrzehnten unter den Kindern organisierte Formen an. Solche Organisationen sind in über 30 Ländern der Welt vertreten. Die Kinder wollen für sich selbst entscheiden und nicht andere für sich entscheiden lassen, die sie nicht nach ihrer Meinung fragen. Ansatzpunkt sollte in erster Linie nicht die Kinderarbeit sein, sondern die Beendigung der Ausbeutung. Wenn die Eltern dieser Kinder angemessen verdienen würden, würde sich das Problem der Kinderarbeit automatisch dezimieren. Gleiches gilt für den Aufbau eines Sozialsystems, das die Familien in Armut unterstützen kann. Doch durch ein Verbot der nötigen Kinderarbeit muss diese illegal durchgeführt werden und es wird den Kindern das Recht genommen, für ihre Rechte kämpfen zu können und sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedeutung der Globalisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Globalisierung und beleuchtet verschiedene ökonomische Theorien, die sowohl die Chancen als auch die Risiken globaler Verflechtungen aufzeigen.
2. Kinderarbeit: Hier wird die Thematik Kinderarbeit detailliert analysiert, von der ILO-Definition über die Auswirkungen auf das Kindeswohl bis hin zur Perspektive der Kinder selbst, die oft für bessere Arbeitsbedingungen statt für ein Verbot kämpfen.
3. Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst zusammen, dass anstatt eines pauschalen Verbots die Bekämpfung der Ursachen, wie Armut und Ausbeutung, sowie die Stärkung von Bildungszugängen im Vordergrund stehen sollte.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Kinderarbeit, Armut, Ausbeutung, Internationale Arbeitsorganisation, ILO-Übereinkommen, Soziale Standards, Weltwirtschaft, Entwicklungsländer, Kinderrechte, Soziale Ungleichheit, Teufelskreis, Bildung, Arbeitsbedingungen, Handelsbeziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den sozialen Auswirkungen der Globalisierung und der damit einhergehenden Problematik der Kinderarbeit in verschiedenen Weltregionen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Globalisierung, den ökonomischen Theorien dazu, den rechtlichen Aspekten der Kinderarbeit gemäß ILO sowie den Lebensrealitäten von arbeitenden Kindern.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die Globalisierung primär Wohlstand bringt oder soziale Ungerechtigkeit fördert und wie mit dem Dilemma der Kinderarbeit unter prekären Bedingungen umgegangen werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf offiziellen Übereinkommen der International Labour Organization (ILO) sowie soziologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung und Theoriediskussion der Globalisierung sowie eine vertiefende Analyse der Kinderarbeit, inklusive der Sichtweise betroffener Kinder und der Zusammenhänge zwischen Armut und globalen Lieferketten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Kernbegriffe sind Globalisierung, Kinderarbeit, Armut, Ausbeutung, Soziale Standards und Menschenrechte.
Warum fordern arbeitende Kinder in manchen Ländern kein Verbot der Kinderarbeit?
Betroffene Kinder argumentieren oft, dass ein sofortiges Verbot ihre ökonomische Existenzgrundlage entzieht und sie in noch prekärere, illegale Arbeitsverhältnisse drängt, weshalb sie stattdessen sicherere Arbeitsbedingungen fordern.
Welche Rolle spielt die Globalisierung bei der Entstehung von Kinderarbeit?
Die Arbeit zeigt, dass die globale Nachfrage nach günstigen Waren oft den Druck auf lokale Märkte erhöht, was zur Ausbeutung führen kann, da Familien aus Armut gezwungen sind, auf das Einkommen ihrer Kinder angewiesen zu sein.
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- Natalie Müller (Autor), 2018, Soziale Aspekte der Globalisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469726