Die Unternehmensnachfolge eines Familienunternehmens ist nicht nur ein komplexer, sondern auch ein sehr emotionaler Prozess. Denn es spielen zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Unvorhergesehene Schwierigkeiten lassen sich oft nur mit einem externen Coaching bewältigen.
Inwieweit können die Beteiligten die Unternehmensnachfolge eines mittelständischen Familienunternehmens als Organisationsentwicklungsprozess angehen? Eine Unternehmensübergabe betrifft schließlich sämtliche Mitarbeiter. Martina Nolte verdeutlicht in ihrer Publikation, vor welchen Herausforderungen Übergebender und Übernehmender stehen.
Dabei orientiert Nolte sich am Konzept der Organisationsentwicklung. Diese steht für jegliche Formen von Transformations- und Veränderungsprozessen, in denen Mitarbeiter und Führungskräfte eingebunden sind. Sie motiviert so dazu, die neuen Strukturen mitzutragen. Die Autorin zeigt, wie eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge sowohl wirtschaftlich als auch zwischenmenschlich funktioniert.
Aus dem Inhalt:
- KMU;
- Mitarbeitermotivation;
- Organisationsanalyse;
- Businessplan;
- Existenzgründung
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung, Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2 Methodisches Vorgehen, Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen und Besonderheiten
2.1.1 Definition Erfolg
2.1.2 Definition Übernahme/Unternehmensnachfolge
2.1.3 Definition Familie
2.1.4 Definitionen Familienunternehmen
2.1.5 Definition Organisationsentwicklung (OE)
2.1.6 Definition Organisationsentwicklungsprozess
2.1.7 Besonderheiten von Familienunternehmen
2.1.8 Besonderheiten der Nachfolge bei Familienunternehmen
2.2 Emotionale Aspekte bei der Übergabe
2.3 Werte und Traditionen in Familienunternehmen
3 Formen der Unternehmensübergabe
3.1 Geplante versus ungeplante Unternehmensübergabe
3.2 Familieninterne, familienexterne sowie Sonderformen der Unternehmensnachfolge
3.2.1 Schenkung
3.2.2 Erbfolge per Testament
3.2.3 Verkauf
3.2.4 Übertragung (Verkauf) gegen wiederkehrende Leistung
3.2.5 Schrittweise Übertragung
3.2.6 Management-Buy-In (MBI)
3.2.7 Management-Buy-Out (MBO)
3.2.8 Employee-Buy-Out (EBO)
3.2.9 Verpachtung
3.2.10 Stiftung
4 Grundsätze der Unternehmensnachfolge
4.1 Goldene Regeln für die Nachfolge
4.2 Erfolgsfaktoren
4.3 Idealfall einer Unternehmensnachfolge
4.4 Von der Idee zum Konzept – vom St. Galler Nachfolge-Modell, der externen Beratung und der Prozessgestaltung bei der Nachfolge
4.5 Betriebsübernahme als Existenzgründung
4.6 Der Businessplan (Checkliste)
5 Wertermittlung und Finanzierung
5.1 Der emotionale Wert des Unternehmens
5.2 Bewertungsverfahren
5.3 Finanzierung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienunternehmen als komplexer Organisationsentwicklungsprozess initiiert werden kann, um sowohl strategische als auch emotionale Anforderungen erfolgreich zu bewältigen.
- Analyse des familiären Spannungsfeldes bei der Nachfolge
- Untersuchung von Handlungsoptionen der Unternehmensnachfolge
- Bedeutung der Organisationsentwicklung als Begleitprozess
- Einfluss von Werten, Traditionen und emotionalen Aspekten
- Anforderungen an eine strukturierte Nachfolgeplanung
Auszug aus dem Buch
2.2 Emotionale Aspekte bei der Übergabe
Wie bereits in Kapitel 2.1 erwähnt, spielen die emotionalen Aspekte bei der Übergabe eines Familienunternehmens eine besondere Rolle. Diese Emotionalität ist bspw. bei der Übergabe eines Konzerns eher untergeordnet, da dort andere strukturelle Gegebenheiten herrschen. Jedoch im Familienunternehmen steht und fällt der Erfolg einer Nachfolge auch und im Besonderen mit den »weichen Faktoren«, wie z.B. den emotionalen, familiären und psychologischen Phänomenen. Hier hat das Verhältnis des Unternehmers zum Nachfolger, wie bspw. der Eltern zu ihren Kindern (interne, familieninterne Nachfolge), der Leitung mit ihren Mitarbeitern (interne Nachfolge) oder der Leitung mit einem externen Nachfolger (Verpachtung, etc.) einen besonderen Stellenwert. Die Gefahr, dass nach einem Fehlgriff das ganze Lebenswerk des Seniors zerstört ist und damit auch die persönliche Existenz des Unternehmers, ist besonders hoch, und es muss frühzeitig eine angemessene Vorsorge getroffen werden. Emotionen können sehr mannigfaltige Ausprägungen haben und dadurch auch unterschiedliche Risiken beinhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung und Relevanz der Unternehmensnachfolge als emotionaler Organisationsentwicklungsprozess ein und definiert das methodische Vorgehen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Erfolg, Übernahme, Familie und Organisationsentwicklung definiert sowie die Besonderheiten von Familienunternehmen und deren Nachfolgeprozessen beleuchtet.
3 Formen der Unternehmensübergabe: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Arten der Unternehmensnachfolge, wie Schenkung, Erbfolge, Verkauf, MBO/MBI, Pacht und Stiftung.
4 Grundsätze der Unternehmensnachfolge: Das Kapitel behandelt Erfolgsfaktoren, goldene Regeln, den Idealfall einer Nachfolge sowie das St. Galler Nachfolge-Modell und die Betriebsübernahme als Existenzgründung.
5 Wertermittlung und Finanzierung: Hier stehen der emotionale Wert, diverse Bewertungsverfahren sowie verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für die Nachfolge im Fokus.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung einer frühzeitigen, ganzheitlichen Planung.
Schlüsselwörter
Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Nachfolgeprozess, Übernahme, Mittelstand, Organisationsentwicklungsprozess, Familienlogik, Unternehmenslogik, Nachfolgeplanung, Coaching, Mediation, emotionale Faktoren, Nachfolgestrategie, Betriebsübernahme, Unternehmenswert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienunternehmen und analysiert diese primär als einen komplexen Organisationsentwicklungsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Besonderheiten von Familienunternehmen, emotionale Aspekte der Übergabe, verschiedene Rechts- und Übernahmeformen, Erfolgsfaktoren sowie die Rolle der Beratung bei der Nachfolge.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, abzuleiten, inwieweit eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienbetrieben als Organisationsentwicklungsprozess initiiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Konzepte, Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenführt und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von theoretischen Grundlagen über die verschiedenen Formen der Unternehmensübergabe bis hin zu praktischen Grundsätzen, Strategien, Wertermittlung und Finanzierungsmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Familienunternehmen, Nachfolgeprozess, Organisationsentwicklung, emotionale Faktoren, Nachfolgeplanung und Unternehmensbewertung beschreiben.
Welche Rolle spielen Emotionen bei der Nachfolge?
Emotionen sind ein zentraler Faktor, da Familienmitglieder stark mit dem "Lebenswerk" verbunden sind. Sie können den Prozess hemmen oder fördern und erfordern daher oft professionelle Begleitung durch Coaching oder Mediation.
Was ist das "Drei-Kreise-Modell"?
Es dient dazu, die überschneidenden Interessensphären von Familie, Unternehmen und Eigentum zu veranschaulichen, um Rollenkonflikte im Nachfolgeprozess besser zu verstehen und zu lösen.
- Quote paper
- Martina Nolte (Author), 2019, Die Unternehmensübergabe als Organisationsentwicklungsprozess. Erfolgreiche Nachfolge im Familienunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469840