Diese Bachelorarbeit befasst sich mit den steuerlichen Vor- und Nachteilen der Verwaltung von Immobilien in den Organisationsformen privater Bereich (natürliche Personen) und vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft. Beispiele für Letzteres sind die vermögensverwaltende GmbH oder vermögensverwaltende Immobiliengesellschaft. Die Arbeit gibt so einen Einblick in den Gestaltungsspielraum der Versteuerung von Vermietungseinkünften.
Sie untersucht die Frage, wie eine optimale steuerliche Behandlung der Verwaltung von Immobilien erreicht werden kann und wann die Gründung einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft vorteilhaft sein kann. Entstehen über einen längeren Zeitraum Überschüsse aus der Vermietung und Verpachtung von Objekten, unterliegen diese im privaten Bereich der Einkommensteuer mit einem Steuersatz von bis zu 42%.
Erzielt eine vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft einen gleich hohen Gewinn, entsteht eine steuerliche Belastung durch Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag von insgesamt 15,825%. Unterliegt dieser Gewinn dabei den gewerbesteuerlichen Befreiungsvorschriften, fällt darüber hinaus keine weitere steuerliche Belastung an.
Die gesamtsteuerliche Belastung der vermögensverwaltenden GmbH klingt unter Optimierungsgesichtspunkten zunächst überzeugend. Soll der Gewinn aber an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, damit diese als natürliche Personen darüber verfügen können, ist noch die Abgeltungsteuer in Höhe von 25% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag einzubehalten. Das erhöht die steuerliche Belastung.
Die Frage ist also, ob die Besteuerung im privaten Bereich oder in der vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft zu einer günstigeren Gesamtversteuerung und dadurch zu einer geringeren Zahllast an den Fiskus führt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Verwaltung von Immobilien im Privatvermögen
2.1 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
2.2 Zeitliche Erfassung von Einnahmen und Ausgaben
2.3 Einnahmen, Werbungskosten und Besonderheiten
2.3.1 Begriff der Einnahmen und Werbungskosten
2.3.2 Anschaffungskosten, Herstellungskosten und Erhaltungsaufwand
2.3.3 Anschaffungsnahe Aufwendungen
2.3.4 Verbilligte und unentgeltliche Nutzungsüberlassung von Wohnraum
2.3.5 Vermietung mit selbstgenutztem Anteil in der Immobilie
2.4 Abschreibung
2.4.1 Absetzbare Wirtschaftsgüter und Bemessungsgrundlage
2.4.2 Lineare Abschreibung
2.4.3 Degressive Abschreibung
2.4.4 Erhöhte Abschreibung und Sonderabschreibungen
2.4.4.1 Erhöhte Absetzungen bei Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen
2.4.4.2 Erhöhte Abschreibung bei Baudenkmalen
2.4.4.3 Geringwertige Wirtschaftsgüter
2.5 Fallbeispiel: Berechnung aus Vermietung und Verpachtung
3 Verwaltung von Immobilien in einer vermögensverwaltenden GmbH
3.1 Allgemeines zur vermögensverwaltenden GmbH
3.2 Pauschale Gewerbesteuerkürzung nach § 9 Nr. 1 S. 1 GewStG
3.3 Erweiterte Gewerbesteuerkürzung nach § 9 Nr. 1 S. 2 ff. GewStG
3.3.1 Grundsatz der Ausschließlichkeit sowie erlaubte, aber nicht begünstigte Tätigkeiten
3.3.2 Eigener Grundbesitz und dessen Verwaltung und Nutzung
3.3.3 Errichtung und Veräußerung von Immobilien-Objekten
3.3.4 Mitvermietung von Betriebsvorrichtung
3.3.5 Begünstigungsschädliche Tätigkeiten
3.4 Gebäudeabschreibung
3.4.1 Planmäßige Gebäudeabschreibung
3.4.2 Außerplanmäßige Gebäudeabschreibung
3.5 Fallbeispiel: Steuerberechnung in einer vermögensverwaltenden GmbH
3.5.1 Gewinnberechnung in der GmbH
3.5.2 Gewinnverwendung
4 Steuerlicher Belastungsvergleich
4.1 Prozentualer Steuerbelastungsvergleich in der GmbH
4.2 Anwendung der prozentualen Anteile auf den Gewinn
4.3 Auswertung der Ergebnisse
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Bachelorarbeit ist der Vergleich der steuerlichen Belastung von Immobilieninvestitionen im privaten Bereich gegenüber der Verwaltung durch eine vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft, um eine optimale Gestaltungsform für Vermietungseinkünfte zu identifizieren.
- Steuerrechtliche Behandlung von Vermietungseinkünften im Privatvermögen
- Analyse der erweiterten Gewerbesteuerkürzung für vermögensverwaltende GmbHs
- Gegenüberstellung der steuerlichen Belastung anhand von Fallbeispielen
- Untersuchung der Voraussetzungen für die Gewerbesteuerbefreiung
- Bewertung der steuerlichen Konsequenzen von Gewinnausschüttungen an Anteilseigner
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit den steuerlichen Vor- und Nachteilen der Verwaltung von Immobilien in den Organisationsformen „privater Bereich“ (natürliche Personen) und „vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft“, wie z.B. vermögensverwaltende GmbH oder vermögensverwaltende Immobiliengesellschaft, um einen Einblick in den Gestaltungsspielraum der Versteuerung von Vermietungseinkünften zu geben. Sie untersucht die Frage, wie eine optimale steuerliche Behandlung der Verwaltung von Immobilien erreicht werden kann und wann die Gründung einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft vorteilhaft sein kann. Entstehen über einen längeren Zeitraum Überschüsse aus der Vermietung und Verpachtung von Objekten, unterliegen diese im privaten Bereich der Einkommensteuer mit einem Steuersatz von bis zu 42%.
Erzielt eine vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft einen gleich hohen Gewinn, entsteht eine steuerliche Belastung durch Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag von insgesamt 15,825 %. Unterliegt dieser Gewinn dabei den gewerbesteuerlichen Befreiungsvorschriften, fällt darüber hinaus keine weitere steuerliche Belastung an. Die gesamtsteuerliche Belastung der vermögensverwaltenden GmbH klingt unter Optimierungsgesichtspunkten zunächst überzeugend. Soll der Gewinn aber an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, damit diese als natürliche Personen darüber verfügen können, ist noch die Abgeltungsteuer i.H.v. 25% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag einzubehalten. Das erhöht die steuerliche Belastung. Die Frage ist also, ob die Besteuerung im privaten Bereich oder in der vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft zu einer günstigeren Gesamtversteuerung und dadurch zu einer geringeren Zahllast an den Fiskus führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die steuerliche Vorteilhaftigkeit der Immobilienverwaltung zwischen Privatvermögen und einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft zu prüfen.
2 Verwaltung von Immobilien im Privatvermögen: Dieses Kapitel erläutert die einkommensteuerlichen Grundlagen der Vermietung und Verpachtung sowie die korrekte Ermittlung von Einnahmen, Werbungskosten und Abschreibungen.
3 Verwaltung von Immobilien in einer vermögensverwaltenden GmbH: Das Kapitel analysiert die gewerbesteuerliche Behandlung von Kapitalgesellschaften mit Fokus auf die erweiterte Gewerbesteuerkürzung gemäß § 9 Nr. 1 GewStG.
4 Steuerlicher Belastungsvergleich: Hier werden die in den vorangegangenen Kapiteln hergeleiteten Steuerlasten in einem quantitativen Vergleich gegenübergestellt und ausgewertet.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine allgemeingültige Aussage möglich ist, sondern stets eine einzelfallspezifische Prüfung erfolgen muss.
Schlüsselwörter
Immobilienverwaltung, Einkommensteuer, Vermietung und Verpachtung, Kapitalgesellschaft, vermögensverwaltende GmbH, Gewerbesteuer, erweiterte Gewerbesteuerkürzung, Werbungskosten, Abschreibung, Steuerbelastungsvergleich, Abgeltungsteuer, Grundbesitz, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Steueroptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die steuerliche Vorteilhaftigkeit der Verwaltung von Immobilien im Privatvermögen im Vergleich zu einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die Themenfelder umfassen die einkommensteuerliche Behandlung privater Vermietungseinkünfte sowie das Körperschaft- und Gewerbesteuerrecht bei vermögensverwaltenden GmbHs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Organisationsform zu einer geringeren Gesamtsteuerbelastung und damit zu einer geringeren Zahllast an den Fiskus führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtswissenschaftliche Analyse der relevanten Steuergesetze sowie ein quantitativer Belastungsvergleich anhand praxisorientierter Fallbeispiele durchgeführt.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die steuerlichen Grundlagen, die Voraussetzungen der erweiterten Gewerbesteuerkürzung sowie die Durchführung konkreter Steuerberechnungen in verschiedenen Varianten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Immobilienverwaltung, Gewerbesteuerkürzung, Werbungskosten, Abschreibung und Steuerbelastungsvergleich.
Wann ist eine vermögensverwaltende GmbH steuerlich besonders vorteilhaft?
Eine GmbH kann vorteilhaft sein, wenn hohe Gewinne erzielt werden, die von der erweiterten Gewerbesteuerkürzung profitieren und langfristig reinvestiert werden sollen, ohne sie zeitnah auszuschütten.
Welche Rolle spielt die Abgeltungsteuer bei diesem Vergleich?
Die Abgeltungsteuer stellt eine zusätzliche Belastung dar, wenn Gewinne aus der GmbH an natürliche Personen als Anteilseigner ausgeschüttet werden, was den Steuervorteil der GmbH reduzieren kann.
Warum ist eine Einzelfallprüfung notwendig?
Da verschiedene Faktoren wie der Steuertarif, die Höhe der Gewinne und die Absicht der Gewinnausschüttung variieren, ist keine allgemeingültige steuerliche Aussage für alle Fälle möglich.
- Citar trabajo
- Guido Teigeler (Autor), 2017, Steuerliche Vor- und Nachteile der Verwaltung von Immobilien im privaten Bereich oder einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469967