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Rationale Politik am Beispiel von Machiavellis "Il Principe"

Title: Rationale Politik am Beispiel von Machiavellis "Il Principe"

Essay , 2005 , 8 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Herz (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Otto Keck zufolge kann rationale Politik verschiedene Formen annehmen. In der Realität ist ihnen allen jedoch gemeinsam, dass bei den vermeintlich rational agierenden Akteuren keine idealtypischen Voraussetzungen wie etwa eine vollständig geordnete Präferenzordnung, vollständige Informationen sowie ein vollkommener innerer Rechner vorzufinden sind. Es kann also nicht darum gehen, reales politisches Handeln mit den selben Maßstäben zu messen, wie es die formale Wissenschaft tun kann. Vielmehr ist ein Fürstenspiegel, wie ihn Machiavelli mit dem Principe vorlegt, eine Arbeit die ihre Ansichten und Ratschläge nicht aus der Vogelperspektive gewinnt, sondern sie sieht die Welt aus den Augen derer, denen sie letztlich nützen soll.
Unter dieser Einschränkung soll Kecks Arbeit nun auf Machiavellis Principe angewendet werden, um zu untersuchen ob der Fürstenspiegel in gewissen Punkten die Ansicht Kecks bezüglich einer rationalen Politik wiedergibt. Dabei kann dieser Essay natürlich nicht den Anspruch erheben, eine abschließende Analyse über die Rationalität des Principe zu bieten. Es soll lediglich anhand von Beispielen belegt werden, ob und inwieweit rationale Politik im Principe zu finden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Principe aus realwissenschaftlicher Sicht

2. Sind Machiavellis Präferenzen konsistent?

3. Die Mittel als Ergebnis kognitiver Präferenzen

4. Sind die Mittel in ihrer Durchführung ebenfalls rational?

5. Das Resultat von Machiavellis Politik

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, Niccolò Machiavellis Werk „Il Principe“ auf seine Rationalität hin zu untersuchen, wobei der theoretische Rahmen durch Otto Kecks Konzept der „Möglichkeit rationaler Politik“ definiert wird. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Konsistenz der Präferenzen des Fürsten und die Rationalität seiner empfohlenen Mittel, insbesondere in der Außenpolitik und dem Heerwesen.

  • Anwendung realwissenschaftlicher Kriterien auf klassische politische Theorie
  • Analyse der Konsistenz egoistischer Präferenzen bei Machiavelli
  • Untersuchung des Sicherheitsdilemmas und der Notwendigkeit der Bewaffnung
  • Kritische Beleuchtung der Neutralitätsstrategie und Bündnispolitik
  • Bewertung des „Principe“ als Beispiel rationaler Politikberatung

Auszug aus dem Buch

4. Sind die Mittel in ihrer Durchführung ebenfalls rational?

Es versteht sich, dass in dieser Arbeit nicht alle kognitiven Präferenzen gegeneinander abgewogen werden können. Nachdem jedoch festgestellt wurde, dass primäre kognitive Präferenz vorhanden ist, lässt sich nun fragen, ob auch die Durchführung bestimmter Maßnahmen ebenfalls rational ist.

Da der Fürst sich in wesentlichen Teilen der Außenpolitik sowie dem Heerwesen widmet, soll nun versucht werden, diesen Bereich auf seine Rationalität hin zu untersuchen.

„Ein Mensch, der immer nur das Gute möchte, wird zwangsläufig zugrunde gehen inmitten von so vielen Menschen, die nicht gut sind.“7

Zunächst soll das Zitat verdeutlichen, dass der Fürst gerade im Umgang mit anderen Staaten durch eine misstrauische Sicht der Dinge einer kognitiven Präferenz folgt, die bereits beschrieben wurde.

Der Principe Nuovo ist also umgeben von Akteuren, von denen zumindest immer anzunehmen ist, dass sie dem Fürsten feindselig gegenüber stehen. Aus diesem Umstand ergibt sich also die logische Konsequenz der Bewaffnung: „Es widerstrebt auch der Vernunft, anzunehmen, dass ein Herrscher, der gerüstet ist, einem Waffenlosen gern gehorcht und der Unbewaffnete unter bewaffneten Mietlingen sicher ist.“8 Dieses Szenario soll zunächst unter dem Begriff des Gefangenendilemmas behandelt werden, wenn der Fürst die Alternativen „bewaffnet“ und „unbewaffnet“ als Gradmesser im Umgang mit anderen Staaten sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Principe aus realwissenschaftlicher Sicht: Einführung in die Fragestellung, ob Machiavellis Werk vor dem Hintergrund von Kecks Definition rationaler Politik als rational eingestuft werden kann.

2. Sind Machiavellis Präferenzen konsistent?: Untersuchung der egoistischen und zweckrationalen Motivation des Fürsten und Nachweis, dass dessen Handeln einer konsistenten Präferenz des Machterhalts untergeordnet ist.

3. Die Mittel als Ergebnis kognitiver Präferenzen: Analyse des pessimistischen Menschenbildes als kognitive Grundlage für die Strategien des Fürsten, wobei die kognitive Konsistenz trotz teils brutaler Mittel bejaht wird.

4. Sind die Mittel in ihrer Durchführung ebenfalls rational?: Überprüfung spezifischer außenpolitischer Strategien wie Bewaffnung und Bündnispolitik mittels spieltheoretischer Ansätze wie dem Gefangenendilemma.

5. Das Resultat von Machiavellis Politik: Abschließende Bewertung, die den Principe als weitgehend rationales Werk der Politikberatung einstuft, wenngleich punktuelle Inkonsistenzen bei der Neutralitätsstrategie verbleiben.

Schlüsselwörter

Rationale Politik, Niccolò Machiavelli, Il Principe, Otto Keck, Zweck-Mittel-Rationalität, Gefangenendilemma, Machtgewinn, Machtbehauptung, Kognitive Präferenzen, Realwissenschaft, Außenpolitik, Heerwesen, Konsistenz, Politische Theorie, Sicherheitsdilemma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Il Principe“ von Machiavelli unter Anwendung des Konzepts „Die Möglichkeit rationaler Politik“ von Otto Keck.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Analyse konzentriert sich auf die Rationalität politischer Präferenzen, das Menschenbild des Fürsten, außenpolitische Strategien sowie die Spieltheorie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das Handeln des Fürsten bei Machiavelli als rational im Sinne Kecks bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine textanalytische Untersuchung, ergänzt durch spieltheoretische Modelle wie das Gefangenendilemma zur Bewertung politischer Entscheidungen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Konsistenz der Präferenzen, die Bedeutung des Menschenbildes für politische Mittel und die Rationalität in spezifischen Szenarien wie Außenpolitik und Bündnisbildung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Analyse wird maßgeblich durch Begriffe wie Zweck-Mittel-Rationalität, kognitive Konsistenz, Machterhalt und Sicherheitsdilemma definiert.

Inwiefern spielt das Gefangenendilemma eine Rolle für die Bewaffnung des Fürsten?

Das Gefangenendilemma dient als Modell, um zu begründen, dass eine Aufrüstung des Fürsten in einem unsicheren Umfeld eine rationale Strategie zur Vermeidung kollektiver Selbstschädigung darstellt.

Wie bewertet der Autor Machiavellis Haltung zur Neutralität?

Der Autor stellt fest, dass Machiavellis Empfehlung, Partei zu ergreifen, einer rationalen Logik folgt, jedoch im Kontext der Gleichgewichtsstrategie Inkonsistenzen aufweisen kann.

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Details

Title
Rationale Politik am Beispiel von Machiavellis "Il Principe"
College
University of Augsburg  (Phil.-Soz.-Fakultät)
Course
Theorie und Ideengeschichte II
Grade
1,3
Author
Andreas Herz (Author)
Publication Year
2005
Pages
8
Catalog Number
V47001
ISBN (eBook)
9783638440615
Language
German
Tags
Rationale Politik Beispiel Machiavellis Principe Theorie Ideengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Herz (Author), 2005, Rationale Politik am Beispiel von Machiavellis "Il Principe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47001
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