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Heinrich VIII. und die Ursachen seines Bruchs mit Rom

Title: Heinrich VIII. und die Ursachen seines Bruchs mit Rom

Seminar Paper , 2018 , 24 Pages , Grade: 14,00

Autor:in: Martin de Germareskauuensis (Author)

World History - General and Comparison
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Heinrich VIII. und sein Leben hat Autoren, Theologen und Historiker schont seit jeher beschäftigt und zu neuen Büchern und Texten inspiriert. So ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass eine der Hauptherausforderungen bei der Erstellung dieser Seminararbeit darin bestand, eine Auswahl an geeigneter Literatur zu treffen, da die Menge an Literatur, die es zu Heinrich VIII., seinem Leben und seinem Wirken gibt, aufgrund der seit Jahrhunderten andauernden Faszination, die der Tudor auf unterschiedlichste Gruppen von Menschen ausübt, wirklich immens und daher kaum überschaubar ist. Ich habe, um den neuesten Forschungsstand abzudecken, sowohl Werke älteren Datums mit früheren Ansichten, als auch Werke neueren Datums, berücksichtigt. Um die Fragestellung aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, beinhaltet die Literaturliste zudem sowohl Werke englischer als auch deutscher und französischer Autoren.

Anlässlich des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr beschäftigte ich mich mit dem Verlauf der Reformation in anderen Ländern und stieß so unweigerlich auf die englische Reformation und ihre Anfänge unter Heinrich VIII. Da ich schon immer sehr England-affin war und ich zudem begeistert die Serie Die Tudors, die vor einigen Jahren ausgestrahlt wurde, verfolgt hatte, wurde mir sehr schnell klar, dass ich mich in meiner Seminararbeit mit Heinrich VIII. beschäftigen wollte. Zudem bin ich der Meinung, dass die Gründung der Anglicana Ecclesia unter dem Tudor eine seiner bedeutendsten, weil noch immer bestehenden, Leistungen war und ich werde daher in meiner Arbeit analysieren, worin die Ursachen für die Herauslösung der englischen Kirche aus dem Machtbereich des Vicarius Dei, des Stellvertreters Christi auf Erden, lagen.

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Inhaltsverzeichnis

1.Dynastie der Tudors-Eine Vorgeschichte

1.1 Rechtfertigung der Herrschaft Heinrichs VII.

1.2. Heirat Heinrichs VIII. mit Katharina von Aragon

2.0. Heinrich VIII. und die Kirche

2.1. Verteidiger des Glaubens

2.2. Heinrich VIII. und die Rechtfertigung seines Suprematsanspruchs

2.2.1. Historische Belege für den königlichen Supremat

2.2.2. Literarische Belege für den königlichen Supremat

3.0. Heinrich VIII. und der Konflikt mit Rom

3.1. Heinrichs Suche nach einer Lösung in der Scheidungssache mit Katharina

3.1.1. Gründe für die Scheidung Heinrichs von Katharina

3.1.2. Argumentationsansätze Heinrichs VIII.

3.1.3. Clemens VII. und Karl V.

3.1.4. Das Reformationsparlament

3.2. Der Bruch mit Rom

3.2.1. Verlauf der Loslösung von Rom

3.2.2. Abwägung der Meinung verschiedener Autoren zur zeitlichen Verortung des Bruchs mit Rom

4.0. Thomas Cromwell und der Bruch mit Rom: seine Rolle und seine Motivation

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Ursachen, die zur Herauslösung der englischen Kirche aus dem Machtbereich des Papstes unter Heinrich VIII. führten, und analysiert dabei das Zusammenspiel von dynastischen Sorgen, persönlicher Motivlage des Königs und dem Einfluss seiner Berater.

  • Die dynastische Krise und das Bedürfnis nach einem männlichen Thronfolger
  • Die Rolle der Eheaffäre mit Katharina von Aragon und der Wunsch nach Annullierung
  • Die Rechtfertigung des königlichen Suprematsanspruchs durch historische und literarische Argumente
  • Der politische und diplomatische Konflikt mit Papst Clemens VII. und Kaiser Karl V.
  • Die maßgebliche Rolle von Thomas Cromwell als Architekt der englischen Reformation

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Argumentationsansätze Heinrichs VIII.

Wie bereits in dem Kapitel Gründe für Heinrichs Scheidung erwähnt bediente sich der König vor allem zweier Passagen aus dem Alten Testament, um seine These zu stützen. Die Argumentation Heinrichs war allerdings nicht ganz fehlerlos. So wird die Schwagerehe im 25. Kapitel des Buches Deuteronomium sogar vorgeschrieben, damit der Name des toten Bruders in Israel nicht ausstirbt und in Vergessenheit gerät. Heinrich VIII. ignorierte jedoch, trotz der Ratschläge vieler Bibelexperten, die sowohl in England als auch auf dem Kontinent befragt wurden, diese Hinweise (Richardt, 2012, S. 47 f.). Nach damaligem Eheverständnis hatte die Hochzeit Heinrichs VIII. mit Katharina von Aragon einen päpstlichen Dispens erforderlich gemacht, den Papst Julius II. ihnen, wie bereits im Kapitel Heirat Heinrichs VIII. mit Katharina von Aragon ausführlich erläutert, gewährte. Da aber die Dispensbulle des Papstes viele technische Fehler aufwies war diese, laut Heinrich, ungültig (Murphy, 1995, S. 137). So diente beispielsweise die Eheschließung Heinrichs und Katharinas der Friedenssicherung zwischen England und Spanien, was aber, da die beiden Länder bereits seit einiger Zeit Verbündete waren, unnötig war und damit die Bulle ungültig machte. Überdies wurde der Dispens im Namen Heinrichs beantragt, der aber zu dieser Zeit noch minderjährig war und diesen eigentlich gar nicht beantragen konnte (Newcombe, 1995, S. 30). Diese Argumentation war taktisch klug, da so die Befähigung des Papstes zum Erlass eines Dispensbriefes nicht in Frage gestellt wurde, zeitgleich aber die Entscheidung Julius II. in Frage gestellt wird (Murphy, 1995, S. 137). Des Weiteren wurde so Julius II. Motivation den Dispens zu gewähren als fehlerhaft dargestellt, was daher die Bulle selbst ungültig machte. (Newcombe, 1995, S. 30). Eine weitere, radikalere Argumentation Heinrichs, die jedoch als klarer Affront gegen die päpstliche Autorität zu werten ist, war, dass niemand, noch nicht einmal der Nachfolger Petri, das in Levitikus niedergelegte Verbot der Ehe eines Mannes mit seiner Schwägerin aufheben könne (Murphy, 1995, S. 137).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Dynastie der Tudors-Eine Vorgeschichte: Behandelt die Thronbesteigung Heinrichs VII. und die Notwendigkeit, die Legitimität der Tudor-Herrschaft gegenüber der englischen Bevölkerung und anderen Thronanwärtern zu festigen.

2.0. Heinrich VIII. und die Kirche: Analysiert Heinrichs ursprüngliches Engagement als Verteidiger des katholischen Glaubens und die Suche nach theoretischen sowie historischen Fundamenten für seine spätere Suprematie.

3.0. Heinrich VIII. und der Konflikt mit Rom: Untersucht die Hintergründe der gescheiterten Eheannullierung, die diplomatischen Verwicklungen mit dem Papsttum und den schrittweisen legislativen Prozess, der zum Bruch mit Rom führte.

4.0. Thomas Cromwell und der Bruch mit Rom: seine Rolle und seine Motivation: Beleuchtet den maßgeblichen Einfluss Cromwells auf die Ausgestaltung der englischen Reformation und wie er Heinrich VIII. bei der Emanzipation von der päpstlichen Jurisdiktion unterstützte.

Schlüsselwörter

Heinrich VIII., Englische Reformation, Katharina von Aragon, Bruch mit Rom, Suprematsakte, Thomas Cromwell, Papsttum, Eheannullierung, Dynastie der Tudors, Kirchengeschichte, Suprematieanspruch, Politische Geschichte Englands.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen, die Heinrich VIII. dazu bewogen, England aus der kirchlichen Abhängigkeit von Rom zu lösen und sich selbst zum Oberhaupt der Kirche von England zu erklären.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die dynastische Stabilität des Tudor-Hauses, die Eheproblematik Heinrichs VIII. sowie die rechtliche und politische Rechtfertigung des königlichen Suprematsanspruchs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Ursachen für den Bruch mit Rom aufzuzeigen und zu begründen, warum dieser Prozess nicht monokausal, sondern als komplexes Bündel von Ereignissen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, bei der sowohl klassische als auch neueste historische Forschungswerke herangezogen wurden, um die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte der Tudor-Dynastie, Heinrichs Verhältnis zum katholischen Glauben, die detaillierte Analyse der Scheidungssache mit Katharina von Aragon und die politische sowie ideologische Rolle Thomas Cromwells.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Akteur Heinrich VIII. prägen Begriffe wie Suprematsakte, Reformation, dynastische Sorgen und päpstliche Autorität das inhaltliche Profil der Arbeit.

Welche Bedeutung hatte der "Act of Appeals" für den Prozess?

Dieser Akt stellte das Anrufen päpstlicher Gerichte in Rechtsfällen unter Strafe und war ein entscheidendes legislatives Instrument, um die kirchliche Unabhängigkeit Englands unter königlicher Kontrolle zu erzwingen.

Wie bewertet der Autor den Zeitpunkt des endgültigen Bruchs mit Rom?

Der Autor argumentiert, dass der Bruch trotz verschiedener gesetzlicher Schritte erst mit der offiziellen Exkommunikation Heinrichs VIII. im Jahr 1538 als endgültig vollzogen betrachtet werden kann.

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Details

Title
Heinrich VIII. und die Ursachen seines Bruchs mit Rom
Grade
14,00
Author
Martin de Germareskauuensis (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V470039
ISBN (eBook)
9783668946941
ISBN (Book)
9783668946958
Language
German
Tags
Englische Geschichte Heinrich VIII. Bruch mit Rom Geschichte Reformation Englische Reformation Thomas Morus Thomas Cranmer Katharina von Aragon Sack of Rome Thomas Cromwell Karl V. Defensor fidei Reformation in England Anglikanische Kirche Ecclesia Anglicana Englische Kirche Loslösung von Rom Kirche von England Heinrich VII. Scheidung Luther Verteidiger des Glaubens Supremat Clemens VII. Papsttum Tudor Rosenkriege Ehehindernis Assertio septem Sacramentorum Collectanea sapis copiosa Schwagerehe
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Quote paper
Martin de Germareskauuensis (Author), 2018, Heinrich VIII. und die Ursachen seines Bruchs mit Rom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470039
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