Im Zuge der Erarbeitung sollen die Schüler Medien eigenständig nutzen, in Kleingruppen kooperieren und eine Buchseite kreativ und sinnvoll gestalten. Weiterhin müssen sie eine Dehnübung vor der Klasse präsentieren und ihre Mitschüler in der Durchführung der Übung verbessern. Ziel der Sequenz ist, dass die Schüler eigenverantwortlich selbsttätig werden und regelmäßig Stretching-Übungen aus dem entwickelten Dehnhandbuch zuhause durchführen.
Die Bedeutung der motorischen Fähigkeiten bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist in der Sportpädagogik unumstritten und vielfach wissenschaftlich belegt. Gut entwickelte sportmotorische Fähigkeiten bilden zudem einen lebenslangen Schutzfaktor zur Bewältigung von Alltagsanforderungen und wirken dem Risikofaktor Bewegungsmangel entgegen.
Da die Beweglichkeit als eine der motorischen Leistungsfähigkeiten zu nennen ist, lässt sich die Erarbeitung eines Stretching-Programms im Schulsport rechtfertigen und unter dem Punkt "Gesundheit" im Lehrplan der bayrischen Realschule wiederfinden. Durch die Durchführung der Unterrichtssequenz sollen die Schüler die wichtigsten Grundlagen des Dehnens verinnerlichen.
Dehnen vor dem Sport kann Leistungen optimieren. Dehnen nach dem Sport kann eine regenerative Funktion einnehmen. Allgemein kann Dehnen als gezieltes Beweglichkeitstraining eingesetzt werden. Die Schüler werden durch die Durchführung des Stretching-Programms das nötige Wissen erwerben, um sich selber auch außerhalb der Schule zielführend zu erwärmen und zu regenerieren.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SACHANALYSE
2.1 Sportmotorische Fähigkeiten
2.1.1 koordinative Fähigkeiten
2.1.2 konditionelle Fähigkeiten
2.1.3 Beweglichkeit
2.1.3.1 Einflussfaktoren auf Beweglichkeit
2.1.3.2 Arten der Beweglichkeit
2.1.3.3 Beweglichkeitstraining
2.1.3.4 Methoden des Beweglichkeitstrainings
2.1.3.5 Beweglichkeitstraining im Kindes- und Jugendalter
2.2 Kompetenzorientierter Unterricht
2.2.1 Kompetenzorientierter Sportunterricht
3 DIDAKTISCHE ANALYSE
3.1 Pädagogische Analyse
3.2 Lehrplanbezug
3.3 Einordnung der Unterrichtssequenz
3.4 Lernziele
3.4.1 Hauptziel
3.4.2 Teilziele
3.5 Didaktische Überlegungen
4 METHODIK
4.1 Testung der motorischen Leistungsfähigkeit der Schüler
4.1.1 1. Und 2. Durchführung der Testverfahren
4.1.2 Angewandte Testverfahren
4.1.2.1 Rumpfbeuge
4.1.2.2 Grätschsitz
4.1.2.3 Active Straight-Leg Raise
4.1.2.4 Links-Rechts-Sprünge
4.1.2.5 Shuttle-Run Test
4.2 Darstellung der Unterrichtssequenz
4.3 Bereitstellen von Medien
4.3.1 Film „Notwendigkeit guter Beweglichkeit“
4.3.2 PowerPoint Präsentation
4.3.3 Arbeitsblätter
4.3.4 9a Stretching Buch
4.3.5 Dehn-Tagebuch
5 EVALUATION
5.1 Auswertung der Testungen zur motorischen Leistungsfähigkeit
5.2 Notengebung
5.3 Auswertung der Dehn-Tagebücher
6 REFLEXION DER UNTERRICHTSEINHEIT
7 LITERATURVERZEICHNIS
8 ANHANG
8.1 Geplante Stundenverläufe
9.1.1 1. Unterrichtseinheit
9.1.2 Folgestunden
9.2 1. Arbeitsauftrag Gruppenarbeit
9.3 2. Arbeitsauftrag Gruppenarbeit
9.4 Linkempfehlungen
9.5 Dehn-Tagebuch
9.6 Dehn-Tagebuch Rückseite
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Planung, Durchführung und Analyse einer Unterrichtssequenz in einer 9. Klasse, in der die Schüler im Rahmen einer kompetenzorientierten Erarbeitung ein eigenes Stretching-Programm entwickeln und erproben. Ziel ist es, den Schülern ein grundlegendes Verständnis für die Notwendigkeit von Dehnübungen zu vermitteln, sie zu eigenverantwortlichem Handeln zu motivieren und ihre Beweglichkeit sowie ihr Gesundheitsbewusstsein nachhaltig zu fördern.
- Theoretische Grundlagen sportmotorischer Fähigkeiten mit Fokus auf Beweglichkeit
- Erarbeitung eines kompetenzorientierten Stretching-Programms im Schulsport
- Methodik zur Testung motorischer Leistungsfähigkeit der Schüler
- Förderung der Medienkompetenz und Kooperationsfähigkeit durch Gruppenarbeit
- Evaluation der Übungsergebnisse und der Wirksamkeit des Dehn-Tagebuchs
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Beweglichkeit
Beweglichkeit ist ein relativ eigenständiges Merkmal der sportlichen Leistungsfähigkeit. Der Beweglichkeit lässt sich innerhalb der motorischen Hauptbeanspruchungsformen, nebst konditioneller und koordinativer Fähigkeit eine Mittelstellung zuschreiben (Weineck, 2007). Sportwissenschaftlich lässt sich die Beweglichkeit wie folgt definieren: „Beweglichkeit ist eine motorische Fähigkeit. Sie ist gekennzeichnet durch die Amplitude, die durch innere oder mit Hilfe äußerer Kräfte in der Endstellung des Gelenks erreicht werden kann“ (Manfred Grosser, Starischka, & Zimmermann, 2004, p. 13). Oft werden für Beweglichkeit Begriffe wie Dehnfähigkeit, Flexibilität oder Gelenkigkeit synonym verwendet. Diese Begriffe gilt es allerdings zu unterscheiden. Die Begriffe Dehnfähigkeit und Flexibilität beziehen sich auf Muskeln, Sehnen, Bänder, Faszien und Gelenkkapseln. Jedoch nicht auf die Gelenke, da diese nicht gedehnt werden können. Wohingegen sich Gelenkigkeit auf die Gelenksstruktur bezieht. Somit lässt sich die Beweglichkeit als ein Zusammenspiel aus Dehnfähigkeit und Gelenkigkeit beschreiben. Die Notwendigkeit von Beweglichkeit wird durch folgende Punkte deutlich. Sie ist elementar um die Verletzungsanfälligkeit der beanspruchten Muskeln, Sehnen und Bänder zu reduzieren und um den motorischen Lernprozess beschleunigt ablaufen zu lassen. Weiterhin ist sie notwendig um bei Kraft-, Schnelligkeits- und Ausdauerleistungen die Antagonisten nicht zu behindern und um längere Beschleunigungswege nutzen zu können. Ebenso wichtig ist sie um eine ökonomische Bewegungsausführung zu gewährleisten. Des Weiteren werden durch Beweglichkeit muskuläre Dysbalancen vermieden (Weineck, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz motorischer Fähigkeiten, insbesondere der Beweglichkeit, für Kinder und Jugendliche und führt in die Zielsetzung der geplanten Unterrichtssequenz ein.
2 SACHANALYSE: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der sportmotorischen Fähigkeiten, differenziert zwischen Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination und beleuchtet den kompetenzorientierten Unterricht.
3 DIDAKTISCHE ANALYSE: Hier werden die Voraussetzungen der Klasse, der Lehrplanbezug sowie die spezifischen Lernziele und didaktischen Überlegungen zur Umsetzung der Unterrichtsreihe dargestellt.
4 METHODIK: Dieses Kapitel beschreibt die Testverfahren zur motorischen Leistungsfähigkeit, den Ablauf der Unterrichtssequenz sowie die Bereitstellung notwendiger Medien wie Videos und Dehn-Tagebücher.
5 EVALUATION: Die Evaluation analysiert die Ergebnisse der durchgeführten Beweglichkeitstests, reflektiert die Notengebung der Schülerleistungen und wertet die Dehn-Tagebücher aus.
6 REFLEXION DER UNTERRICHTSEINHEIT: Die Reflexion bewertet den Verlauf der Unterrichtseinheit kritisch, hinterfragt die methodischen Entscheidungen und diskutiert die Herausforderungen bei der Umsetzung und Mitarbeit der Schüler.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Beweglichkeit, Stretching, motorische Fähigkeiten, Kompetenzorientierung, Dehn-Tagebuch, Schulsport, Gesundheitserziehung, Leistungsfähigkeit, Gruppenarbeit, Beweglichkeitstraining, Bewegungsanalyse, 9. Klasse, Sportpädagogik, LehrplanPLUS.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Planung, Durchführung und Evaluation einer Unterrichtsreihe zum Thema Stretching und Beweglichkeit in einer 9. Realschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die sportwissenschaftlichen Grundlagen der Beweglichkeit, die methodische Erarbeitung von Stretching-Übungen im Team sowie die Bedeutung des eigenverantwortlichen Trainings.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, den Schülern durch aktive Mitarbeit ein grundlegendes Verständnis für die Notwendigkeit von Dehnübungen zu vermitteln und sie langfristig zu einer gesundheitsbewussten Lebensweise zu animieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden verschiedene motorische Testverfahren zur Beweglichkeit (z.B. Rumpfbeuge, Grätschsitz) eingesetzt, um die Auswirkungen des Stretching-Programms bei den Schülern zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Sachanalyse, eine didaktische Einordnung im Lehrplan, eine detaillierte methodische Darstellung der Unterrichtssequenz sowie eine anschließende Auswertung und Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sportunterricht, Beweglichkeit, Stretching, Kompetenzorientierung und Gesundheitsbewusstsein.
Warum wurde das Dehn-Tagebuch als Instrument gewählt?
Das Tagebuch soll die Schüler dazu motivieren, regelmäßig zu Hause aktiv zu werden und ihre Dehnübungen eigenständig durchzuführen, um die Wirksamkeit des erlernten Programms zu steigern.
Welche Rolle spielte die Gruppenarbeit in diesem Projekt?
Die Gruppenarbeit war zentral für die Entwicklung der Stretching-Programme, da sie die Kooperation unter Mitschülern förderte und die Schüler als Experten für ihre selbst erarbeiteten Inhalte in die Verantwortung nahm.
- Citation du texte
- Jonathan Kimpel (Auteur), 2019, Kompetenzorientierte Erarbeitung und Erprobung eines Stretching- Programms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470049