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Das Für und Wider des Sprachlabors

Title: Das Für und Wider des Sprachlabors

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Susanne Weid (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies
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Mehrsprachigkeit war bisher immer das Privileg der Europäer, speziell der Kontinentaleuropäer gewesen. Jenseits des Kanals verließ man sich auf die altbewährte Muttersprache. Selbst in den USA, dem Land des Fortschrittes wurde in akademischen Kreisen selten eine Fremdsprache gesprochen. Einsprachigkeit galt „[...] als Unterpfand nationaler Zuverlässigkeit [...]“, (das heißt), „[...] Mehrsprachigkeit war «unamerikanisch».“ Bestärkt wurde dies durch den Niederschlag des lebenskräftigsten nichtenglischen Idioms, des Deutschen im Ersten Weltkrieg. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg wurde der Öffentlichkeit klar, dass umfassende Fremdsprachenkenntnisse aufgrund der weltweiten Verflechtungen und den sich daraus ergebenden Verpflichtungen unumgänglich sind. Daraufhin wurde der bis jetzt eher stiefmütterlich behandelte Unterricht neu belebt und im Folgenden durch den Erlass des Gesetzes zur Landesverteidigung durch Erziehung aus dem Jahr 1958 erstmals offiziell sanktioniert. „In dieser Situation hat das Sprachlabor seinen Siegeszug angetreten.“
In den USA fand in zahlreichen highschools und colleges die Einrichtung der ersten language labs statt. Die großen Erfolge dieser Einrichtung sind nicht zuletzt auf den vorherrschenden Lehrermangel zurückzuführen. Die Ziele dieser amerikanischen Art des Sprachlabors waren zwar rein pragmatisch, dennoch sind die in den USA gesammelten Eindrücke und Erfahrungen für den deutschen Sprachlaborunterricht relevant. Denn, die sich durchsetzende wirtschaftliche und politische Einigung Europas verlangt gerade zu nach einer Zwei- oder gar Dreisprachigkeit des größten Teils der Bevölkerung. Infolge dessen wurde im Jahre 1964 in einem nordhessischen Gymnasium eines der ersten deutschen Sprachlabors in Betrieb genommen.
Im Folgenden sollen die Vor -und Nachteile der Sprachlaborarbeit genauer untersucht werden, um Lösungen und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten und die Frage nach den Gründen für den Niedergang des Mediums zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Ausgangssituation in Deutschland

3. Die verschiedenen Labortypen

3.1 Das Hör-Sprech (HS) - Labor

3.2 Das Hör-Sprech-Aufnahme (HSA) - Labor

3.3 Die Vorteile des live monitoring

4. Die Nachteile und Probleme des Sprachlabors (SL)

4.1 Organisatorische Probleme

4.2 Personalprobleme

4.3 Schülerprobleme

4.4 Ergebnis

5. Vorteile und positive Wirkung des Sprachlabors

5.1 Offensichtliche didaktische Vorteile

5.2 Positive Auswirkungen auf den Einzelnen

5.3 Ergebnis

6. Der Einsatz des Sprachlabors

7. Die Hauptziele der Sprachlaborarbeit

8. Die Forderungen des Sprachlabors

9. Die Ausweitung des Anwendungsbereiches der Sprachlaborarbeit

10. Die Grenzen der Sprachlaborarbeit

11. Abschließende Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Für und Wider des Sprachlabors im Fremdsprachenunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welche didaktischen Vor- und Nachteile dieses Mediums bestehen, wie es sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann und welche Gründe für den historischen Niedergang dieses Mediums verantwortlich waren.

  • Historische Entwicklung des Sprachlabors in Deutschland
  • Differenzierung der technischen Labortypen (HS vs. HSA)
  • Analyse organisatorischer, personeller und schülerbezogener Probleme
  • Didaktische Potenziale und Grenzen der Sprachlaborarbeit
  • Integration von Sprachlabor und Klassenunterricht

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Hör-Sprech-Aufnahme (HSA) - Labor

Das Hör-Sprech-Aufnahme-Labor gab den einzelnen Schülern die Möglichkeit, das individuell Gesprochene aufzunehmen und wiederholt abzuspielen, da jeweils ein Aufnahmegerät pro „Zelle“ zur Verfügung stand. Im Gegensatz zum HS-Labor war aber eine Anwendung des Vierphasendrills im HSA-Labor ungünstig, da die Klasse sehr bald auseinander zu driften drohte, da leistungsschwache Schüler hinterherhinkten. Dafür war in dieser Form des Sprachlabors die Möglichkeit der Partnerarbeit nicht nur möglich, sondern sogar anzuraten. In diesem Fall arbeiteten ein leistungsschwacher und ein leistungsstarker Schüler zusammen an einem Tonband, indem sie sich von Satz zu Satz oder Übung zu Übung abwechseln. Dies führte zum Vorteil der ständigen gegenseitigen Kontrolle unter den Lernenden. Durch die Partnerarbeit wurde nun auch das stets vorhandene, durch die Kabinen verursachte, Gefühl der Isoliertheit aufgehoben. Im Vergleich zum HS-Labor genoss der Lehrer mehr Freiheiten in bezug auf Unterbrechungen, Belehrungen und Ermahnungen. Nachteilig waren vor allem auch die doch sehr hohen Anschaffungskosten, die den Kreis der Schüler unnötig einschränkten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Mehrsprachigkeit und die Einführung des Sprachlabors als Reaktion auf den zunehmenden Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen nach dem Zweiten Weltkrieg.

2. Die Ausgangssituation in Deutschland: Hier wird die Etablierung öffentlicher Sprachlabore in den 1960er Jahren unter dem Einfluss audio-lingualer Methoden und des Behaviorismus beschrieben.

3. Die verschiedenen Labortypen: Es werden die technischen Unterschiede zwischen Hör-Sprech-Laboren und Hör-Sprech-Aufnahme-Laboren sowie die Funktion des „live monitoring“ erläutert.

4. Die Nachteile und Probleme des Sprachlabors (SL): Dieses Kapitel analysiert organisatorische, personelle und schülerbezogene Schwierigkeiten, die den Erfolg der Sprachlaborarbeit beeinträchtigten.

5. Vorteile und positive Wirkung des Sprachlabors: Die didaktischen Vorteile, wie verbesserte Übungshäufigkeit und positive Effekte auf das Unterrichtsklima sowie den Lernerfolg, stehen hier im Fokus.

6. Der Einsatz des Sprachlabors: Es wird die These vertreten, dass der didaktisch sinnvolle Ort des Sprachlabors primär im Anfangsunterricht liegt.

7. Die Hauptziele der Sprachlaborarbeit: Hier werden die mediendidaktischen Ziele, wie das Einprägen von „speech patterns“ und die Entlastung des Lehrers durch technische Unterstützung, dargelegt.

8. Die Forderungen des Sprachlabors: Dieses Kapitel befasst sich mit den Anforderungen an die Integration des Labors in das normale schulische Unterrichtsumfeld.

9. Die Ausweitung des Anwendungsbereiches der Sprachlaborarbeit: Es wird aufgezeigt, wie der Einsatz des Sprachlabors über den Fremdsprachenunterricht hinaus in anderen Bildungsbereichen an Bedeutung gewann.

10. Die Grenzen der Sprachlaborarbeit: Das Kapitel thematisiert die Einschränkungen des Mediums im Hinblick auf den aktiven Sprachgebrauch und die Notwendigkeit der ergänzenden Funktion.

11. Abschließende Worte: Ein Rückblick auf die Ernüchterung seit Ende der 1970er Jahre und die Gründe für das Verschwinden des Sprachlabors aus der breiten schulischen Praxis.

Schlüsselwörter

Sprachlabor, Fremdsprachenunterricht, Hör-Sprech-Labor, HSA-Labor, Audio-linguale Methode, Medien-Sozialisation, Sprachlehranlagen, Fremdsprachenlernen, Didaktik, Lehrerrolle, Kommunikative Kompetenz, Technik, Unterrichtsmedien, Sprachlaborarbeit, Pattern Drill

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept, den Einsatz und die historische Entwicklung des Sprachlabors im Fremdsprachenunterricht in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die technischen Labortypen, die didaktische Einordnung, die organisatorischen Hürden und die Gründe für den späteren Bedeutungsverlust des Mediums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern bzw. den Erfolg der Sprachlaborarbeit zu identifizieren und die Rolle des Mediums im Kontext des Fremdsprachenlernens zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse fachdidaktischer Literatur, empirischer Erhebungen und historischer Erfahrungsberichte zur Medienarbeit im Fremdsprachenunterricht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Vor- und Nachteile sowie die Erörterung didaktischer Ziele und der tatsächlichen Einsatzbereiche des Sprachlabors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachlabor, Fremdsprachenunterricht, Audio-linguale Methode, didaktische Integration und die Unterscheidung von HS- und HSA-Labor.

Warum war die Partnerarbeit im HSA-Labor so wichtig?

Die Partnerarbeit im HSA-Labor diente der gegenseitigen Kontrolle, der Förderung des Austauschs und der Vermeidung des Gefühls der Isoliertheit in den Laborkabinen.

Was war die „Feuerwehrfunktion“ des Sprachlabors?

Dies bezeichnete die fälschliche Annahme, dass das Sprachlabor als eine Art Crash-Kurs für Fortgeschrittene dienen könne, was in der Praxis oft zu ineffektiven Ergebnissen führte.

Warum konnte das Sprachlabor den menschlichen Kommunikationspartner nicht ersetzen?

Das Labor konnte zwar technische Strukturen einüben, jedoch nicht die komplexe, interaktive und situative Dynamik eines echten menschlichen Dialogs simulieren.

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Details

Title
Das Für und Wider des Sprachlabors
College
University of Würzburg
Grade
1
Author
Susanne Weid (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V47049
ISBN (eBook)
9783638440929
Language
German
Tags
Wider Sprachlabors
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Weid (Author), 2004, Das Für und Wider des Sprachlabors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47049
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