Die Arbeit beschäftigt sich mit dem in SAP ERP integrierten Variantenkonfigurator und dessen Anwendung am Beispiel eines fiktiven Motorradherstellers. Den Schwerpunkt bildet dabei die Erarbeitung eines Konzeptes zum Abbilden der Produktmodelle mit anschließender prototypischer Umsetzung im System.
Zunächst wird durch eine theoretische Einführung in das Thema Variantenkonfiguration der Grundstein für das weitere Verständnis der Arbeit gelegt. Darauf aufbauend folgt eine detaillierte Betrachtung des in SAP integrierten Produktkonfigurators und der zum Erstellen eines Produktmodelles erforderlichen Objekte. Außerdem gibt die Arbeit hier einen kurzen Ausblick über Erweiterungen im Umfeld der SAP Variantenkonfiguration.
Im Anschluss erfolgt eine Analyse der Fertigungs- und Konfigurationsszenarien der Motorradhersteller BMW, Harley Davidson und Horex. Dies erfolgt auf nationaler und internationaler Ebene und bezieht eine internationale Betrachtung der Listenpreise mit ein. Die hier gewonnen Erkenntnisse dienen anschließend bei der Spezifikation des Leistungsumfangs als Grundlage.
Der Autor beschreibt schließlich den fiktiven Motorradhersteller KSBM GmbH, der seine Motorradmodelle als konfigurierbare Materialien im System integrieren möchte. Weiterhin werden die Aufgabenstellung und der Handlungsrahmen für das weitere Vorgehen spezifiziert und eine Anforderungsanalyse durchgeführt. Die Bachelorarbeit beinhaltet die Erarbeitung des Konzeptes zum Abbilden der Motorradmodelle im System. Dieses Konzept bildet die Grundlage, für die Umsetzung eines Motorradmodelles im System.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der Variantenkonfiguration
2.1 Definition Variante
2.2 Definition und Problem der Variantenvielfalt
2.3 Variantenmanagement
2.4 Einsatz der Variantenkonfiguration in logistischen Szenarien
2.5 Das modulare Baukastenkonzept
2.6 Produktkonfiguratoren
3 Technologische Gegebenheiten in SAP ERP
3.1 SAP ERP
3.2 Die Variantenkonfiguration (LO VC)
3.3 High- und Low-Level-Konfiguration
3.4 Materialstamm
3.5 Materialvarianten
3.6 Merkmale
3.7 Klassensystem
3.8 Konfigurationsprofil
3.9 Arbeitsplan
3.10 Stückliste
3.11 Beziehungswissen
3.11.1 lokales / globales Beziehungswissen
3.11.2 prozedurales / deklaratives Beziehungswissen
3.11.3 Arten von Beziehungswissen
3.11.4 Abarbeitungsreihenfolge von Beziehungswissen
3.12 Variantenfunktionen
3.13 Variantentabellen
3.14 Preisfindung im Vertrieb
3.15 Weiterentwicklungen und Add-ons
4 Analyse der Hersteller BMW, Harley Davidson und Horex
4.1 Allgemeine Betrachtung der Motorradhersteller
4.2 Analyse und Gegenüberstellung der Motorräder auf ihre Konfigurierbarkeit
4.3 Länderspezifische Unterschiede bei der Konfiguration, dem Material und Preis
4.4 Erkenntnisse
5 Spezifikation des Leistungsumfangs
5.1 Ausgangssituation
5.2 Aufgabenstellung und Handlungsrahmen
5.3 Anforderungsanalyse
6 Konzeption
6.1 Klassifizierung
6.2 Produktstrukturierung
6.3 High-Level-Konfiguration
6.4 Low-Level-Konfiguration
6.5 Preisfindung
7 Implementierung des Motorradmodelles X21G
7.1 Implementierung
7.2 Präsentation des Ergebnisses
8 Schlussbetrachtung und kritische Auseinandersetzung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts zur Abbildung konfigurierbarer Produkte innerhalb von SAP ERP, veranschaulicht an einem fiktiven Motorradmodell (KSBM GmbH). Dabei liegt der Fokus auf der Erarbeitung einer effizienten Wissensmodellierung, die eine fehlerfreie Konfiguration im Vertrieb sowie die automatische Auflösung für die Produktion ermöglicht.
- Grundlagen der Variantenkonfiguration und des Variantenmanagements
- Analyse und Vergleich der Konfigurationsszenarien führender Motorradhersteller
- Detaillierte Spezifikation und Konzeption der Wissensbasis in SAP ERP (High-Level und Low-Level)
- Prototypische Umsetzung des Motorradmodells X21G unter Berücksichtigung von Preisfindung und Produktionsprozessen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Die in den letzten Jahren immer größer werdende Nachfrage nach differenzierteren, individuelleren Produkten, der zunehmende globale Wettbewerbsdruck sowie immer kürzere Produktlebenszyklen haben dazu geführt, dass viele Unternehmen ihre Kernstrategie überdenken mussten. In der Vergangenheit stand meistens ein bestimmtes Produkt oder eine Technologie im Vordergrund. Dies ist heutzutage aufgrund der geänderten Wettbewerbsbedingungen für viele Unternehmen nicht mehr möglich. Die Ausrichtung vieler Unternehmen zielt nun mehr denn je, auf die Nutzung bestehender und die Schaffung neuer Absatzchancen. Durch die neue strategische Ausrichtung hat die Kundenorientierung in vielen Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen und führt zu immer differenzierteren und komplexeren Leistungsprogrammen.
Viele Unternehmen müssen sich mit einer immer größer werdenden Variantenvielfalt und deren Auswirkungen auf das Unternehmen auseinandersetzen. Variantenreiche Produkte führen zwangsläufig zu immer komplexeren betrieblichen Strukturen und Prozessen. Die Auswirkungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Betrieb. So sind z.B. die Entwicklung, der Einkauf, die Produktion, die Logistik, das Rechnungswesen, der Service und Vertrieb von den Folgen eines variantenreichen Produktprogramms betroffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Motivation zur Beschäftigung mit Variantenkonfiguration aufgrund steigender Komplexität und der Erläuterung des Ziels der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen der Variantenkonfiguration: Einführung in die Begriffe der Variantenvielfalt und die logistischen Konzepte zur Beherrschung dieser Komplexität.
3 Technologische Gegebenheiten in SAP ERP: Detaillierte technische Betrachtung der für die Konfiguration relevanten SAP-Objekte und Methoden.
4 Analyse der Hersteller BMW, Harley Davidson und Horex: Untersuchung praktischer Ansätze in der Motorradbranche zur Vorbereitung des Konfigurationsszenarios.
5 Spezifikation des Leistungsumfangs: Definition der Anforderungen und des Handlungsrahmens für das fiktive Beispiel der KSBM GmbH.
6 Konzeption: Ausarbeitung des theoretischen Modells zur Abbildung des Motorradmodells X21G.
7 Implementierung des Motorradmodelles X21G: Praktische Umsetzung des Konzepts im SAP-System inklusive Preisfindung und Auftragsabwicklung.
8 Schlussbetrachtung und kritische Auseinandersetzung: Evaluation der Ergebnisse und kritischer Blick auf das erstellte Konzept.
Schlüsselwörter
Variantenkonfiguration, SAP ERP, LO-VC, Produktkonfigurator, Variantenvielfalt, Stücklistenauflösung, Arbeitsplan, Beziehungswissen, Constraints, Materialstamm, High-Level-Konfiguration, Low-Level-Konfiguration, Preisfindung, Motorradhersteller, KSBM GmbH
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und prototypischen Umsetzung eines Variantenkonfigurators im SAP ERP-Umfeld für einen fiktiven Motorradhersteller.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind das Variantenmanagement, die technologischen Möglichkeiten des SAP-Moduls LO-VC und die praktische Anwendung von Beziehungswissen zur Steuerung von Konfigurationsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines vollfunktionsfähigen Modells eines konfigurierbaren Motorrads, das von der Vertriebskonfiguration bis hin zur automatisierten Produktionsplanung reicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu den theoretischen Grundlagen, eine explorative Analyse realer Marktszenarien sowie eine konstruktive prototypische Umsetzung im System.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Branchenanalyse, die Spezifikation der Anforderungen an ein fiktives Unternehmen sowie das konkrete technische Konzept für das Motorradmodell X21G.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Variantenkonfiguration, SAP ERP, LO-VC, Beziehungswissen, Constraints und Materialkonfiguration.
Warum wurde ein fiktiver Motorradhersteller für die Untersuchung gewählt?
Da keine Kooperation mit einem realen Unternehmen bestand, ermöglichte das fiktive Szenario der "Kasseler Bike Manufaktur" eine fokussierte und methodisch saubere Darstellung der komplexen SAP-Objekte.
Welchen Stellenwert nimmt das Beziehungswissen ein?
Das Beziehungswissen ist das Herzstück der Konfiguration, da es die logischen Abhängigkeiten zwischen Bauteilen, Preisen und Fertigungsvorgängen steuert und somit erst die automatische Konfiguration ermöglicht.
Warum wird zwischen High-Level und Low-Level-Konfiguration unterschieden?
Die High-Level-Konfiguration betrifft das interaktive Auswahlmenü für den Endanwender, während die Low-Level-Konfiguration die im Hintergrund ablaufende, automatisierte technische Stücklisten- und Arbeitsplanauflösung für die Fertigung regelt.
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- Andreas Langmann (Author), 2014, Konfigurierbare Produkte. Eine prototypische Umsetzung für einen fiktiven Motorradhersteller in SAP ERP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470522