Entlastung der überschuldeten Staaten – das war der Grundgedanke der europäischen Zentralbank, als diese beschloss verschiedene geldpolitische Maßnahmen einzuleiten. Hiermit einher gingen sinkende Leitzinsen sowie Anleihenkaufprogramme. Seitdem bewegt sich ganz Europa in einem historisch niedrigen Zinsumfeld. Dies ist ein Segen für viele Staaten, Unternehmen und auch Privatleute, denn so können alte, teure Kredite abgelöst und durch zinsgünstigere ersetzt werden. Weiterhin wird durch die Vergabe zinsgünstiger Darlehen an Investoren sowie Privatleute die Wirtschaft angekurbelt. Die genannten Auswirkungen helfen vor allem Staaten bei der Bewältigung Ihrer Zahlungsschwierigkeiten. Doch auch Privatpersonen profitieren von der aktuellen Zinslandschaft. Sie nutzen das Niedrigzinsniveau beispielsweise zur Finanzierung eines lang ersehnten Urlaubes, eines neuen Autos oder den eigenen vier Wänden. Gerade für Letzteres sind die aktuellen Zeiten günstig. Lag der durchschnittliche Darlehenszins für ein zehnjähriges Hypothekendarlehen im Jahr 2007 noch bei 5,2 Prozent, erhält man Immobiliendarlehen im Jahr 2017 schon mit einer Verzinsung von 1,4 Prozent.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in Immobilienfonds
2.1. Offene Immobilienfonds
2.1.1. Historie
2.1.2. Funktionsweise
2.2. Geschlossene Immobilienfonds
2.2.1. Historie
2.2.2. Funktionsweise
3. Rechtliche Rahmenbedingungen
4. Steuerliche Betrachtung
5. Vergleich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die wesentlichen Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unter Berücksichtigung der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, um Anlegern eine Entscheidungsgrundlage für ihre Anlagestrategie zu bieten.
- Grundlagen offener und geschlossener Immobilienfonds
- Historische Entwicklung der beiden Fondsformen
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen nach KAGB
- Steuerliche Behandlung von Immobilienfonds
- Vergleich von Chancen, Risiken und Liquidität
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Funktionsweise
Open-end Fonds oder auch offene Fonds, werden so genannt, weil weder Anlegerzahl noch Fondsvermögen limitiert sind. Somit können theoretisch unendlich viele Personen Anteile eines offenen Immobilienfonds erwerben. In der Praxis erhalten die Vertriebspartner der Kapitalverwaltungsgesellschaft sowie die Gesellschaft selbst oft ein Jahreskontingent an Immobilienfondsvolumen welches neu abgesetzt werden kann. Dies liegt an der Anlageklasse des Immobilienfonds. Für die Anlage des Geldes werden verschiedenste Bürogebäude, Industriegebäude oder Wohngebäude in Metropolen gekauft. Diese stehen nicht unbegrenzt und täglich zur Verfügung. Das knappe Angebot an geeigneten Investitionsobjekten sorgt dafür, dass das Fondswachstum jährlich von Seiten der Kapitalanlagegesellschaft meist begrenzt wird, um große Liquiditätsansammlungen zu vermeiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Niedrigzinsumfeld und die resultierende Attraktivität von Immobilien als Geldanlage sowie die Relevanz von Immobilienfonds für Privatanleger.
2. Einführung in Immobilienfonds: Dieses Kapitel erläutert die Vorteile von Immobilieninvestitionen und differenziert zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds.
3. Rechtliche Rahmenbedingungen: Hier werden die regulatorischen Grundlagen durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und die Unterscheidung in OGAW und AIF dargelegt.
4. Steuerliche Betrachtung: Dieses Kapitel beschreibt die Besteuerung von Fonds nach dem Investmentsteuergesetz und die Besonderheiten bei der Besteuerung von offenen und geschlossenen Immobilienfonds.
5. Vergleich: Ein direkter Vergleich der beiden Fondsarten hinsichtlich Rendite, Risiken, Liquidität und steuerlicher Aspekte wird hier gezogen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Eignung der Fondsformen für verschiedene Anlegertypen zusammen und betont ihre Rolle als Stabilisator in einem diversifizierten Portfolio.
Schlüsselwörter
Immobilienfonds, offene Immobilienfonds, geschlossene Immobilienfonds, KAGB, Investmentsteuergesetz, Diversifikation, Risikostreuung, Immobilienanlage, Kapitalanlage, Rendite, Liquidität, Besteuerung, Sachwerte, Assetklasse, Anlegerschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Vergleich zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds als Anlageoptionen für Investoren im aktuellen Marktumfeld.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie, der Funktionsweise, den rechtlichen Rahmenbedingungen und der steuerlichen Behandlung beider Fondsarten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifischen Eigenschaften der Fonds gegenüberzustellen, um Anlegern die Auswahl der passenden Anlagestrategie zu erleichtern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse sowie dem Vergleich von rechtlichen und steuerlichen Merkmalen und Marktdaten.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Funktionsmechanismen, die regulatorische Einordnung nach dem KAGB und die steuerlichen Konsequenzen für Anleger.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Immobilienfonds, KAGB, InvStG, Liquidität, Diversifikation und Anlegerschutz.
Warum gibt es bei offenen Immobilienfonds seit 2013 neue Haltefristen?
Diese wurden eingeführt, um in Krisenzeiten eine ausreichende Liquidität sicherzustellen und zu verhindern, dass Immobilien unter Preis veräußert werden müssen.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung bei offenen und geschlossenen Immobilienfonds?
Offene Immobilienfonds unterliegen dem Investmentsteuergesetz mit spezifischen Teilfreistellungen, während geschlossene Immobilienfonds steuerlich als Direkteinkünfte aus Vermietung und Verpachtung behandelt werden.
- Citation du texte
- Lisa Reichenbacher (Auteur), 2019, Offene und geschlossene Immobilienfonds im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470548