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Die Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt als dramatischer Konflikt in Yasmina Rezas "Le Dieu du carnage"

Titel: Die Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt als dramatischer Konflikt in Yasmina Rezas "Le Dieu du carnage"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jana Hesselfeld (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Literatur der Romantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Yasmina Reza wird nicht zu Unrecht als "Meisterin in der Inszenierung von Streit und Eklat" bezeichnet, wie und anderem ihr 2006 veröffentlichtes Stück "Le Dieu du Carnage" unter Beweis stellt. Es handelt von zwei Ehepaaren, Annette und Alain Reille sowie Véronique und Michel Houllié, deren Versuch, eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen ihren Söhnen Ferdinand Reille und Bruno Houllié möglichst zivilisiert zu schlichten, nicht nur vollkommen scheitert, sondern zusätzlich auch der Fassade ihres eigenen vermeintlich zivilisierten Verhaltens fundamentale Risse zufügt. Dies geht sogar so weit, dass sich die vier Protagonist/innen untereinander auf infantile bis gewaltvolle Weise angreifen, und der eigentliche Konflikt von zahlreichen weiteren Konfliktebenen verdrängt wird. So ist nicht nur der Streit der Kinder geprägt von der Opposition zwischen Gewalt und Zivilisation, sondern auch die Differenzen zwischen den Protagonist/innen.

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Analyse dieser Opposition und erläutert, inwieweit es sich hierbei um den grundlegenden dramatischen Konflikt handelt, der die Handlung des Stücks bestimmt. Zunächst wird dazu im Hauptteil die Funktion des dramatischen Konflikts genauer definiert, sodass darauf folgend die unterschiedlichen Konflikte in Le Dieu du carnage analysiert werden können. Dazu gehe ich sowohl auf den Ausgangskonflikt, als auch auf die sich dadurch entwickelnden zwischenmenschlichen und inneren Konflikte ein. Die Konfliktebene, die sich auf das Thema Sexismus bezieht, wird im Rahmen dieser Hausarbeit allerdings ausgeschlossen, da der Umfang zu weitreichend ist, und das Thema einer eigenständigen Analyse bedarf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1 Die Funktion des dramatischen Konflikts

II.2 Die Konflikte in Le Dieu du carnage

II.2.a Der Ausgangskonflikt

II.2.b Zwischenmenschliche Konflikte

II.2.c Innere Konflikte

II.3 Symbole für den Konflikt zwischen Gewalt und Zivilisation

III. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt als grundlegenden dramatischen Konflikt im Theaterstück "Le Dieu du carnage" von Yasmina Reza und analysiert, wie dieser Konflikt das Verhalten der Protagonisten sowie die Dynamik ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen maßgeblich beeinflusst.

  • Analyse des dramatischen Konflikts als konstitutives Element der Handlung
  • Untersuchung von Ausgangs-, zwischenmenschlichen und inneren Konflikten
  • Die Rolle der Zivilisation als Maske für Gewalt und Kontrollverlust
  • Symbolische Bedeutung von Schrift, Kunst und religiösen Anspielungen
  • Der Einfluss von Kommunikationsscheitern auf die Eskalation der Situation

Auszug aus dem Buch

II.2.c Innere Konflikte

Alle vier Protagonist/innen sind im Verlauf der Handlung gewissermaßen mit einem inneren Konflikt konfrontiert. Im Falle Alains ist dieser allerdings nur zu vermuten, da er sich - im Gegensatz zu allen anderen - kaum bemüht zeigt, sich in irgendeiner Weise zu verstellen, oder so zu verhalten, wie man es in einem höflichen, zivilisierten Umfeld erwarten könnte. Lediglich zu Beginn der Handlung redet er sowohl Véronique (vgl. S. 10) als auch seiner Frau förmlich nach dem Mund (vgl. S. 140), vermutlich, weil er das Gespräch möglichst schnell beenden möchte und sich dadurch gezwungen fühlt, Zustimmung zu äußern, obwohl er die Meinung der beiden nicht teilt. Abgesehen davon scheint er sich mit einer absoluten Selbstsicherheit in jede Situation einzubringen, ohne durch einen inneren Konflikt gehemmt zu sein (siehe II.2.b Absatz 3).

Michels innerer Konflikt wird im Wesentlichen durch seine Frau ausgelöst, die von ihm erwartet, dass er auf ihrer Seite steht (vgl. S. 38f.), und äußert sich in einer unterwürfigen Rückratlosigkeit. So teilt er beispielweise eigentlich die Meinung Annettes, dass Beleidigungen auch eine Form von Aggression sind, zieht seine zuvor geäußerte Zustimmung allerdings auf Ermahnung seiner Frau hin zurück (vgl. S. 42). Doch auch bei ihm löst sich im Verlauf der Handlung dieser innere Konflikt. Hervorgerufen wird sein Sinneswandel durch eine Nebenhandlung, die zugleich eine weiter Ebene von Gewalt veranschaulicht. Michel hat den Hamster seines Sohnes auf die Straße ausgesetzt. Zwar hat er schnell bemerkt, dass der Hamster sich im Freien wider Erwarten nicht wohl fühlt, doch aus Angst vor Nagetieren konnte er ihn nicht wieder einfangen, sodass dieser höchstwahrscheinlich gestorben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Thematik der Gewalt-Zivilisations-Opposition in Yasmina Rezas Werk und Formulierung der Fragestellung bezüglich der handlungsbestimmenden Funktion dieses Konflikts.

II. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung des dramatischen Konflikts, unterteilt in die Analyse der Ausgangssituation, der eskalierenden zwischenmenschlichen Interaktionen sowie der individuellen psychischen Konflikte der Charaktere.

II.1 Die Funktion des dramatischen Konflikts: Definition und theoretische Einordnung des dramatischen Konflikts als Instrument zur Steuerung der Handlung und der Charakterbeziehungen.

II.2 Die Konflikte in Le Dieu du carnage: Analyse der handlungsbestimmenden Prinzipien, die durch die gegensätzlichen Pole Gewalt und Zivilisation definiert werden.

II.2.a Der Ausgangskonflikt: Untersuchung der Auseinandersetzung zwischen den Söhnen als Auslöser für das Zusammentreffen der Eltern und die Initialisierung des Urteilskonflikts.

II.2.b Zwischenmenschliche Konflikte: Analyse der dynamischen Spannungsfelder zwischen den Ehepaaren, insbesondere der Rolle von Alain und Véronique als Repräsentanten gegensätzlicher Weltanschauungen.

II.2.c Innere Konflikte: Beleuchtung der psychischen Belastungen und des Kontrollverlusts der vier Figuren, die zum Zusammenbruch der zivilisierten Fassade führen.

II.3 Symbole für den Konflikt zwischen Gewalt und Zivilisation: Interpretation zentraler Symbole wie Schrift, Kunst, Blumen und religiöser Verweise als Spiegel der Unvereinbarkeit von zivilisierten Idealen und menschlichen Trieben.

III. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die das Scheitern von Kommunikation und die Unausweichlichkeit der Gewalt als Kern des Stücks bestätigen.

Schlüsselwörter

Yasmina Reza, Le Dieu du carnage, dramatischer Konflikt, Gewalt, Zivilisation, zwischenmenschliche Konflikte, innere Konflikte, Kommunikation, Rollenbilder, Schuld, Verantwortung, Symbolik, Theateranalyse, Psyche, Eskalation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die fundamentale Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt in Yasmina Rezas Stück "Le Dieu du carnage" und zeigt, wie dieser Gegensatz als zentraler dramatischer Motor die Handlungen der Figuren bestimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Untersuchung des dramatischen Konflikts, die Analyse zwischenmenschlicher und innerer Konfliktlinien sowie die Deutung symbolischer Elemente wie Kunst und Sprache, die den Zerfall zivilisierter Umgangsformen illustrieren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die vermeintlich zivilisierten Akteure in einer Situation des Drucks ihre Fassade verlieren und Gewalt als unausweichlicher Bestandteil menschlichen Verhaltens zum Vorschein kommt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt in der Arbeit zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Dramenanalyse, um Konfliktstrukturen zu dekonstruieren und die psychologische sowie symbolische Ebene des Stücks auf Basis aktueller Forschungsliteratur zu erschließen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des dramatischen Konflikts, die detaillierte Untersuchung der Ausgangs- und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen sowie eine eingehende Betrachtung der inneren psychischen Verfassung der Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Gewalt, Zivilisation, dramatischer Konflikt, psychische Belastung, Kommunikationsscheitern sowie die symbolische Aufladung von Kunst und Religion innerhalb des Stückes.

Warum spielt die Kunst im Stück laut der Analyse eine zentrale Rolle?

Kunst fungiert sowohl als Symbol für den Zivilisationsanspruch der Figuren als auch als Maske, die versucht, die unkontrollierbare menschliche Gewalt zu ästhetisieren und zu verdecken.

Welche Rolle spielt das Scheitern der Kommunikation in der Argumentation?

Die Arbeit führt das Scheitern der Kommunikation als einen wesentlichen Aspekt der Zivilisations-Gewalt-Opposition an, da Kommunikation einerseits Teil der Zivilisation ist, andererseits aber selbst als Medium verbaler Gewalt genutzt wird.

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Details

Titel
Die Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt als dramatischer Konflikt in Yasmina Rezas "Le Dieu du carnage"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Romanistik)
Note
1,0
Autor
Jana Hesselfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V470628
ISBN (eBook)
9783668943278
ISBN (Buch)
9783668943285
Sprache
Deutsch
Schlagworte
opposition zivilisation gewalt konflikt yasmina rezas dieu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Hesselfeld (Autor:in), 2018, Die Opposition zwischen Zivilisation und Gewalt als dramatischer Konflikt in Yasmina Rezas "Le Dieu du carnage", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470628
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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