Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Französische Philologie - Linguistik

Die Grammatikalisierung von "la" im Guadeloupe-Kreol

Titel: Die Grammatikalisierung von "la" im Guadeloupe-Kreol

Bachelorarbeit , 2018 , 42 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jana Hesselfeld (Autor:in)

Französische Philologie - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beinhaltet zunächst einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Guadeloupe-Kreol und bietet dann eine allgemeine Einführung in die Grammatikalisierungstheorie. Dabei wird erklärt, welche allgemeinen Merkmale bei Grammatikalisierungsprozessen zu finden sind und wie Grammatikalisierung festgestellt werden kann. Darüber hinaus werden auch die Spezifika der Grammatikalisierung benannt, die im Rahmen der Kreolisierung eine Rolle spielen. Die darauf folgenden Kapitel dienen der konkreten Analyse der Partikel "la" und dessen Funktionen und Verkommen im gesprochenen Französisch, sowie im Guadeloupe Kreol. Dazu wurde unter anderem ein kreolsprachiger Korpus erstellt, der Daten aus zwei unterschiedlichen Quellen, einem Buch sowie Äußerungen von Informanten, beinhaltet. Die Analyse der Funktionen kann dann im letzten Kapitel, der Ergebnisdiskussion, in Rückbezug auf die zuvor beschriebenen Theorie und die im Korpus gesammelten Daten mögliche auf Grammatikalisierung beruhende Zusammenhänge untersuchen.

Guadeloupe-Kreol ist eine Kreolsprache, die aufgrund ihrer politischen Verbundenheit, im engen Sprachkontakt mit ihrer Lexifizierersprache, dem Französischen, steht. Dieser Sprachkontakt kann Auswirkungen auf das betreffende Sprachsystem haben, die sich in der Grammatikalisierung bestimmter sprachlicher Elemente zeigen. Über einen solchen auf Grammatikalisierung beruhenden Zusammenhang zwischen den beiden Sprachen scheinen "là" (Französisch) und "la" (Guadeloupe-Kreol) zu verfügen. Diese Partikel kommt sowohl im Französischen als auch im Guadeloupe-Kreol eine Vielzahl an Funktionen und Bedeutungen zu, die zum Teil ähnliche semantische und/oder ähnliche morphosyntaktische Eigenschaften aufweisen.

Ziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, wie genau diese unterschiedlichen Funktionen zusammenhängen, ob es sich dabei tatsächlich um Grammatikalisierung handelt und welche Grammatikalisierungsprozesse gegebenfalls stattgefunden haben (können).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Entstehung des Guadeloupe-Kreol

3. Grammatikalisierung

3.1 Parameter der Grammatikalisierung

3.2 Unidirektionalität von Grammatikalisierung

3.3 Reanalyse und Grammatikalisierung

3.4 Kreolisierung und Grammatikalisierung

4. Funktionen von là in gesprochenen Französisch

4.1 Das pragmatische là

4.2 Das grammatische là

5. Funktionen von la im Guadeloupe Kreol

5.1 Aktuelle Forschung und Hypothesen

5.2 Die grammatischen Funktionen von la

5.2.1 la als nachgestellter definiter Determinierer

5.2.2 la als Teil des Demonstrativdeterminierers

5.3 la als pragmatischer Marker

5.4 la als allgemeiner restriktiver Marker

5.5 la als Marker restriktiver Relativsätze

6. Ergebnisdiskussion

6.1 Korpusauswertung

6.2 Diskussion der Hypothesen zur Grammatikalisierung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Partikel la im Guadeloupe-Kreol und analysiert deren vielfältige Funktionen im Kontext von Grammatikalisierungsprozessen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Funktionen zusammenhängen und ob sie auf tatsächliche Grammatikalisierungsprozesse zurückzuführen sind, wobei insbesondere der Einfluss von Sprachkontakt und afrikanischen Substratsprachen berücksichtigt wird.

  • Grammatikalisierungstheorie und ihre Anwendung auf Kreolsprachen
  • Vergleich der Partikel la (Guadeloupe-Kreol) und là (Französisch)
  • Analyse der Funktionen als Determinierer und pragmatischer Marker
  • Untersuchung der Rolle von la als Marker restriktiver Relativsätze
  • Auswertung eines kreolsprachigen Korpus zur Validierung theoretischer Hypothesen

Auszug aus dem Buch

3.1 Parameter der Grammatikalisierung

„Grammaticalization is the gradual drift in all parts of the grammar toward tighter structures, toward less freedom in the use of linguistic structures at all levels.“ (Haspelmath 1998: 318)

Haspelmath nennt mit dieser Definition das grundlegende Merkmal von Grammatikalisierung, den graduellen Wandel von grammatischen Strukturen. Diese Definition bedarf allerdings einer Erweiterung und Erklärung. So kann allgemein von einem graduellen Sprachwandelprozess gesprochen werden, bei dem aus einem lexikalischen Zeichen ein grammatisches wird oder eine bereits grammatische Form noch grammatischer wird (vgl. Schon 2016: 54). Hopper (1991: 22) formuliert für eine genauere Definition der Grammatikalisierung fünf allgemeine Prinzipien

1) Layering: Die durch Grammatikalisierung entstandene neue Bedeutung eines Elements verdrängt nicht notwendigerweise sofort die Bedeutung der Form, aus der sie hervorgegangen ist, sondern es kann für eine bestimmte Zeit zu einer Koexistenz kommen.

2) Divergence: Durchläuft ein lexikalisches Element einen Grammatikalisierungsprozess, aus dem dann ein grammatisches Element hervorgeht, so kann die Ursprungsform als autonomes lexikalisches Element erhalten bleiben. Die Funktionen der neuen Form divergieren also von der Funktion der ursprünglichen Form. Dies kann auch als ein spezieller Fall des Layerings verstanden werden.

3) Specialization: Das grammatikalisierte Element erfährt eine Spezialisierung, der Gebrauch der grammatikalisierten Form wird dadurch in bestimmten Kontexten immer obligatorischer und eine Beschränkung der freien Distribution des Elements stellt sich ein.

4) Persistence: Es besteht eine Relation zwischen der Bedeutung und Funktion der grammatikalisierten Form und der lexikalischen Form, aus der das Element hervorgeht. Diese Polysemie ist zunächst noch erkennbar, wird allerdings im Zuge der Grammatikalisierung opak.

5) Decategorialization: Durch Grammatikalisierung verliert eine Form ihre Zugehörigkeit zu der Wortart, der sie zuvor angehörte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Rolle des Guadeloupe-Kreols und die zentrale Forschungsfrage nach der Grammatikalisierung der Partikel la im Vergleich zum Französischen.

2. Zur Entstehung des Guadeloupe-Kreol: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese des Guadeloupe-Kreols und die sprachkontaktbedingten Entwicklungen unter französischem Einfluss.

3. Grammatikalisierung: Es werden theoretische Grundlagen der Grammatikalisierung, inklusive wichtiger Parameter und Mechanismen wie Layering und Reanalyse, erläutert.

4. Funktionen von là in gesprochenen Französisch: Das Kapitel analysiert die duale Verwendung von là im gesprochenen Französisch als pragmatischer Marker und grammatisches Morphem.

5. Funktionen von la im Guadeloupe Kreol: Hier werden die verschiedenen Funktionen von la im Guadeloupe-Kreol, vom Determinierer bis hin zum Relativsatzmarker, detailliert beschrieben.

6. Ergebnisdiskussion: Die Korpusauswertung und die anschließende Diskussion prüfen die theoretischen Hypothesen anhand praktischer Beispiele aus der Sprache.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt la als eine Partikel mit stark grammatikalisierten Funktionen, wobei die Rolle der Substratsprachen hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Grammatikalisierung, Guadeloupe-Kreol, Sprachkontakt, Kreolisierung, Definitheitsmarker, Relativsatz, pragmatischer Marker, Unidirektionalität, Reanalyse, morphosyntaktischer Wandel, Sprachwandel, Demonstrativdeterminierer, Substratsprachen, Typologie, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Partikel la im Guadeloupe-Kreol und analysiert deren Funktion im Rahmen der Grammatikalisierungstheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Grammatikalisierungstheorie, dem Sprachkontakt zwischen Guadeloupe-Kreol und Französisch sowie der spezifischen Analyse morphosyntaktischer Funktionen der Partikel la.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie die verschiedenen Funktionen von la zusammenhängen und ob diese durch einen Prozess der Grammatikalisierung erklärt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen aus der Grammatikalisierungsforschung sowie eine empirische Korpusanalyse von authentischen Textquellen und Informantendaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der französischen Partikel là, eine detaillierte Untersuchung der Funktionen von la im Kreol und eine anschließende Auswertung des Korpus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Grammatikalisierung, Guadeloupe-Kreol, Sprachkontakt, Relativsatzmarker und Determinierer.

Inwiefern beeinflussen afrikanische Substratsprachen die Entwicklung von la?

Die Arbeit diskutiert, dass der Einfluss afrikanischer Sprachen möglicherweise eine tragende Rolle bei der Etablierung spezifischer Konstruktionen, wie etwa restriktiver Relativsätze mit la, spielt.

Warum wird eine „copying-rule“ im Kontext von Relativsätzen diskutiert?

Die „copying-rule“ wird herangezogen, um das Auftreten des definiten Determinierers am Ende von Relativsätzen zu erklären, da sich dieses Phänomen durch bloße Übernahme aus dem Französischen nur schwer begründen lässt.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Grammatikalisierung von "la" im Guadeloupe-Kreol
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Romanistik)
Note
1,3
Autor
Jana Hesselfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
42
Katalognummer
V470633
ISBN (eBook)
9783668954076
ISBN (Buch)
9783668954083
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grammatikalisierung guadeloupe-kreol
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Hesselfeld (Autor:in), 2018, Die Grammatikalisierung von "la" im Guadeloupe-Kreol, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470633
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  42  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum