Das schlanke äußere Erscheinungsbild nimmt einen hohen Stellenwert in den Medien und im Internet ein. Fettleibige Kinder entsprechen diesem Ideal nicht und werden häufig gemobbt. Die betroffenen Jungen und Mädchen leiden daher neben der physischen auch unter der nicht zu unterschätzenden psychischen Belastung.
Die Prävalenz von Adipositas im Kindesalter steigt weltweit. In den letzten 40 Jahren wuchs die Zahl der Erkrankungen um das Zehnfache an. Adipositas im Kindesalter entwickelt sich oft zu Adipositas im Erwachsenenalter. Es ist deshalb außerordentlich wichtig, Adipositas durch Bewegungstherapien bereits im frühen Kindes- und Jugendalter einzudämmen.
Die Autorin Annalena Keller klärt über mögliche Ursachen von Adipositas und die Folgekrankheiten auf. Sie stellt dar, wie wichtig es ist, Adipositas im Kindesalter zu behandeln und zeigt, wie betroffene Eltern und Fachkräfte den Krankheitsverlauf rechtzeitig durchbrechen können. Keller berücksichtigt dabei den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder, betrachtet die Möglichkeiten der Bewegungstherapie und entwickelt niederschwellige Sporteinheiten, die leicht in den Alltag integrierbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Problemstellung
1.1 Vorgehensweise
THEORETISCHE GRUNDLAGEN VON ADIPOSITAS
2 Definition von Adipositas
3 Diagnose von Adipositas im Kindes- und Jugendalter
4 Epidemiologie
5 Ursachen von Adipositas bei Kinder und Jugendlichen
5.1 Erhöhte Energieaufnahme und Essverhalten
5.2 Geringer Energieverbrauch
5.2.1 Der Grundumsatz
5.2.2 Die Thermogenese
5.2.3 Körperliche Aktivität
5.3 Genetische Faktoren
5.4 Einfluss der Eltern
5.5 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
6 Folgen von Adipositas
6.1 Psychische Folgen von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
6.2 Sekundärerkrankungen in Folgen von Adipositas
7 Therapiemöglichkeit Bewegung
7.1 Bedeutung von Bewegung bei adipösen Kindern und Jugendlichen
7.2 Bewegungsmangel
7.3 Auswirkungen von Bewegung bei adipösen Kindern und Jugendlichen
7.3.1 Auswirkungen auf den Stoffwechsel und auf das Immunsystem
7.3.1.1 Auswirkungen auf den Stoffwechsel
7.3.1.2 Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel und auf den Cholesterinwert
7.3.1.3 Auswirkungen auf Diabetes mellitus
7.3.2 Auswirkungen auf die Psyche bei Kindern und Jugendlichen
7.4 Sinnvolle Arten von Bewegung
8 Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen
METHODISCHER TEIL DER ARBEIT: Motivation zur Gewichtsreduktion durch Bewegung – Studien im Vergleich
9 Motivation im Zusammenhang mit Bewegung
10 Motivationen zur Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen
10.1 Methode der Datenerhebung
11.1.1 Ergebnisse
11.1.2 Kritik
11 Adipositas Programme die zur Bewegung motivieren oder Motivation zur Gewichtsreduktion schaffen
11.1 Motivierende Umgebungen
12.1.1 Methode des Programms
12.1.2 Ergebnisse
12.1.3 Kritik
11.2 Empfehlungen für den Lebensstil
12.2.1 Interventionen
12.2.2 Ergebnis
12.2.3 Kritik
11.3 Unterstützung durch Tiere
12.3.1 Methode der Therapie
12.3.2 Ergebnisse
12.3.3 Kritik
11.4 Selbsthilfe in der Familie
12.4.1 Methode des Programms
12.4.2 Ergebnisse
12.4.3 Kritik
11.5 Arztgestütztes Programm
12.5.1 Ablauf der Methode
12.5.2 Ergebnisse
12.5.3 Kritik
11.6 Elterntrainingsprogramm
12.6.1 Der Ablauf des Programms
12.6.2 Ergebnisse
12.6.3 Kritik
11.7 Kindergarten- und Schulprogramm
12.7.1 Durchführung des Programms
12.7.2 Ergebnisse
12.7.3 Kritik
12 Motivationstypen der Adipositas Programme
13 Spezifische Studienvergleiche
13.1 Studienvergleich motivierende Umgebung & Kindergarten und Schulprogramm
13.2 Studienvergleich Selbsthilfe in der Familie & Elterntrainingsprogramm
14 Zusammenfassung der methodischen Grundlagen im Zusammenhang mit der Fragestellung
Gesamtfazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die steigende Prävalenz von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten, diese durch gezielte Bewegungsprogramme und Motivationsstrategien einzudämmen. Ziel ist es, effektive Ansätze zu identifizieren, die Betroffene zu einem aktiveren Lebensstil motivieren und langfristig zur Gewichtsreduktion beitragen können.
- Epidemiologie und Ursachen von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
- Die Rolle von Bewegung und Sport als Therapiemöglichkeit
- Analyse von Motivationsfaktoren (intrinsisch vs. extrinsisch)
- Vergleich und Evaluation verschiedener Adipositas-Programme
- Bedeutung der elterlichen Unterstützung und des sozialen Umfelds
Auszug aus dem Buch
10 Motivation im Zusammenhang mit Bewegung
Wie können sich Kinder selbst zur Therapiemöglichkeit Bewegung motivieren?
Bewegung ist mit persönlicher körperlicher Anstrengung verbunden. Von Motivation ist daher die Rede, wenn Energie von den Kindern für körperliche Aktivität aufgebracht wird. Es sind aktivierende Prozesse, die zur Motivation führen, welche durch einen Anreiz, durch ein Motiv oder durch kognitive Prozesse entstehen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
Intrinsische Motivation wird durch Neugier, durch einen Anreiz oder durch eine Erfolgserwartung ausgelöst. Neugier entsteht bei Kindern, wenn eine passende Inkongruenz zwischen alten und neuen Informationen, zwischen einfachen und schwierigen Aufgaben und zwischen Ungewissheit und Sicherheit herrscht. Diese neuen Erlebnisse führen dann zu Verblüffung oder zu einer Überraschung bei den Kindern. Ein Beispiel dafür ist eine Aktivität, welche die Kinder noch nie ausgeübt haben, die sie jedoch gerne ausprobieren würden, wie z.B. ein Tag im Kletterwald. Wenn dieses neugierige Verhalten häufiger in ähnlicher Weise stattfindet, wird dahingehend persönliche Interesse geweckt und beispielsweise gerne vermehrt geklettert. Ein Anreiz entsteht bei Kindern, wenn Gefühle entstehen, die Bedürfnisse hervorrufen. Ein Exempel hierfür ist eine Werbezeitschrift für ein Schwimmbad. Das Kind erhält durch die Illustration die Vorstellung dieses Schwimmbads, durch welche das Motiv Schwimmen gehen zu wollen entwickelt wird und folglich Motivation entsteht. Eine Erfolgserwartung löst durch einen emotionalen Ansporn ebenfalls eine intrinsische Motivation aus, indem Kinder selbst von einem persönlichen Erfolg ausgehen. D.h. wenn ein Kind oft auf Erfolge spekuliert und diese auch erreicht, ist es leistungsmotiviert. Ein Junge gewinnt beispielsweise häufig einen Zweikampf beim Ski-Langlaufen. Dadurch wird er motiviert sich beim nächsten Rennen wieder anzustrengen, da er auf seinen Sieg hofft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Problemstellung: Diese Einleitung beleuchtet die weltweite Zunahme von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und definiert die Fragestellung sowie das Vorgehen der Arbeit.
2 Definition von Adipositas: Das Kapitel grenzt Übergewicht von Adipositas ab und definiert Adipositas als eine durch übermäßige Fettmasse gekennzeichnete gesundheitsrelevante Erkrankung.
3 Diagnose von Adipositas im Kindes- und Jugendalter: Hier werden anthropometrische Methoden, insbesondere der BMI und Perzentilkurven, als Diagnoseinstrumente vorgestellt.
4 Epidemiologie: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Prävalenz von Adipositas in Deutschland und weltweit unter Berücksichtigung verschiedener Risikogruppen.
5 Ursachen von Adipositas bei Kinder und Jugendlichen: Die multifaktoriellen Ursachen wie Essverhalten, Energieverbrauch, Genetik und das soziale Umfeld werden analysiert.
6 Folgen von Adipositas: Hier werden die physischen und psychischen Begleiterkrankungen, die mit Adipositas einhergehen, detailliert beschrieben.
7 Therapiemöglichkeit Bewegung: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen und psychischen Vorteile körperlicher Aktivität bei der Behandlung von Adipositas.
8 Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen: Eine konzise Wiederholung der wichtigsten theoretischen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln.
9 Methodischer Teil der Arbeit: Motivation zur Gewichtsreduktion durch Bewegung – Studien im Vergleich: Die Zielsetzung des zweiten Teils der Arbeit, die sich mit der praktischen Anwendung von Motivationsstudien befasst.
10 Motivation im Zusammenhang mit Bewegung: Einführung in die theoretischen Grundlagen der intrinsischen und extrinsischen Motivation im sportlichen Kontext.
11 Motivationen zur Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen: Eine Analyse von Studienergebnissen zu Beweggründen und Methoden adipöser Kinder beim Abnehmen.
11 Adipositas Programme die zur Bewegung motivieren oder Motivation zur Gewichtsreduktion schaffen: Ein Überblick über verschiedene Interventionsstudien, von motivierenden Umgebungen bis zu Elterntrainings.
12 Motivationstypen der Adipositas Programme: Eine systematische Kategorisierung der vorgestellten Programme nach intrinsischen und extrinsischen Motivationsansätzen.
13 Spezifische Studienvergleiche: Ein direkter Vergleich und eine kritische Analyse ausgewählter Studien zur Wirksamkeit verschiedener Ansätze.
14 Zusammenfassung der methodischen Grundlagen im Zusammenhang mit der Fragestellung: Die Synthese der Studienergebnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
Gesamtfazit: Das abschließende Urteil der Autorin über die Bedeutung frühzeitiger Interventionen und die notwendige Einbindung der Eltern in den Behandlungsprozess.
Schlüsselwörter
Adipositas, Kinder und Jugendliche, Bewegungsmangel, körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion, Motivation, BMI, Prävalenz, Ernährungsverhalten, Verhaltenstherapie, elterliche Unterstützung, Gesundheitsförderung, Stoffwechsel, psychische Folgen, Lebensstilinterventionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik der Adipositas im Kindes- und Jugendalter, beleuchtet deren Ursachen und Folgen und untersucht, wie betroffene Kinder durch Bewegung zur Gewichtsreduktion motiviert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die medizinischen und psychischen Grundlagen der Adipositas, die Bedeutung von körperlicher Aktivität, die Rolle der elterlichen Erziehung sowie die Wirksamkeit verschiedener Motivationsprogramme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Folgekrankheiten und Ursachen zu klären und die Frage zu beantworten, wie adipöse Kinder und Jugendliche effektiv zur Bewegung motiviert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Themas in Kombination mit einem methodischen Vergleich verschiedener Studien, um Best-Practice-Ansätze zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Adipositas sowie einen methodischen Teil, in dem acht verschiedene Programme zur Gewichtsreduktion anhand von Studien verglichen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Adipositas, körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion, Motivation und elterliche Unterstützung stehen im Fokus der Untersuchung.
Warum ist die Einbeziehung der Eltern bei der Therapie so wichtig?
Die Arbeit stellt fest, dass Eltern die Rahmenbedingungen (Ernährung, Freizeitgestaltung) schaffen und als wichtige Vorbilder fungieren; ohne ihre Unterstützung laufen Kinder Gefahr, in alte, inaktive Verhaltensmuster zurückzufallen.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation?
Die Autorin betont, dass intrinsische Motivation (aus eigenem Antrieb) wesentlich nachhaltiger ist als extrinsische (durch Belohnung oder Druck von außen), da sie langfristige Verhaltensänderungen wahrscheinlicher macht.
- Arbeit zitieren
- Annalena Keller (Autor:in), 2019, Adipositas und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470644