Theorie des Aufwärmens - Allgemein und spezifisch im Badminton


Seminararbeit, 2005
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsdefinition: WAS ist „Aufwärmen“?

2 WOZU „Aufwärmen“? – Physische und psychische Hintergründe

3 Methodik: WIE sollte das Aufwärmen aufgebaut sein?5
3.1 Das vierstufige Aufwärmmodell
3.2 Die zehn goldenen Regeln eines richtigen Aufwärmens

4 Didaktik: WAS sollte ein Aufwärmprogramm im Badminton beinhalten?
4.1 Anforderungsprofil Badminton
4.2 Spezielles Aufwärmen im Badminton

5 Literaturverzeichnis

1 Begriffsdefinition: WAS ist „Aufwärmen“?

Sobald die körperliche Aktivität im Sport den Rahmen von Alltagsaktivitäten überschreitet, sollte zuvor eine gezielte Aufwärmarbeit erfolgen. Darunter sind Maßnahmen zu verstehen, „die den Sporttreibenden im physischen und psychischen Bereich auf die bevorstehende Belastung (…) vorbereiten (de Marées & Mester, 1990, S. 69). Dabei wird das aktive vom passiven Aufwärmen unterschieden.

Das aktive Aufwärmen umfasst aktiv ausgeführte Bewegungsprogramme. Sie bestehen einerseits aus allgemeinen, andererseits aus sportartenspezifischen Bewegungsabläufen und bewirken eine schnelle Erhöhung der Körperkerntemperatur. Im Rahmen des aktiven Aufwärmens können außerdem mentale Maßnahmen zu einer psychischen Vorbereitung dienen. Letzteres findet vor allem in der heutigen Zeit immer größeren Zuspruch, so werden nicht nur in den USA ganze Baseballmannschaften von speziell ausgebildeten Mentaltrainern betreut, sondern neuerdings auch die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Beim passiven Aufwärmen wird die Wärme nicht vom Muskel selbst entwickelt, sondern von außen zugeführt. Dies kann durch Saunabesuche, heiße Bäder oder Bestrahlungen erreicht werden. Bei dieser Prozedur entfallen im Gegensatz zum aktiven Aufwärmen viele Vorteile. Die Körperkerntemperatur steigt zum Beispiel deutlich langsamer an. Aus diesem Grund sollte die passive Aufwärmarbeit als Vorbereitung auf die sportliche Aktivität nur in Kombination mit dem aktiven Aufwärmen angewendet werden.

2 WOZU „Aufwärmen“? – Physische und psychische Hintergründe

Das Aufwärmen wird häufig unterschätzt und in manchen Fällen sogar nur als „Last“ oder „Zeitverschwendung“ angesehen. Dabei vermindert es nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern wirkt auch leistungssteigernd und hat damit einen direkten Einfluss auf die sportliche Aktivität. So verbessert man beispielsweise seine 100m Zeit durch eine richtige Aufwärmarbeit um etwa 0,3 bis 0,4 Sekunden, auf einer 800 Meter langen Strecke ist sogar eine Leistungssteigerung um bis zu sechs Sekunden möglich (vgl. de Marées & Mester, 1990, S. 70). Natürlich spielen solche Verbesserungen im Schulsport eine kleinere Rolle, doch das Aufwärmen bietet den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus weitere Vorteile:

Herz-Kreislauf

Durch das aktive Aufwärmen wird die Herztätigkeit beschleunigt. Das erhöhte Atem- und Herzminutenvolumen ermöglicht eine größere Energieversorgung des Muskels mit Sauerstoff. Gleichzeitig wird der Abtransport von Abfallstoffen (zum Beispiel Kohlenmonoxid) verbessert. Die Beschleunigung des Stoffwechsels bewirkt außerdem eine vermehrte Ausschüttung wichtiger Hormone (z. B. Glukagon), die für die Energiegewinnung notwendig sind. Erfolgt das Aufwärmen nicht oder nur ungenügend, kann es aufgrund einer mangelhaften Sauerstoffversorgung zu einer Übersäuerung des Muskels kommen. Dies kann zu einem plötzlichen Leistungsabfall und später zu starkem Muskelkater führen.

Muskulatur

Durch Öffnung der Kapillaren wird der beanspruchte Muskel besser durchblutet. Außerdem verringern sich durch die Temperaturerhöhung die Reibungswiderstände, wodurch der Muskel geschmeidiger und elastischer wird. Bei kalten, beziehungsweise wenig elastischen Muskeln, kommt es bei plötzlichen Belastungen (wie sie im Badminton häufig vorkommen) viel häufiger zu Muskelzerrungen oder –rissen.

Reizleitung/Nerven

Durch die beschleunigten Stoffwechselvorgänge erhöht sich auch die Wahrnehmungs- und Weiterleitungsgeschwindigkeit der Nerven. Dies hat wiederum eine höhere Reaktionsfähigkeit und eine verbesserte Koordination zur Folge. Nach einer ungenügenden Aufwärmarbeit sind die Reaktions- und Koordinationsmechanismen noch nicht an die sportliche Aktivität angepasst. Dadurch kann es zu fehlerhaften Bewegungsausführungen und somit zu einer erhöhten Verletzungsgefahr kommen.

Psychische Auswirkungen

Gerade im Schulsportunterricht dürfen psychische Aspekte nicht vernachlässigt werden. Positive Auswirkungen auf das Empfinden der Schülerinnen und Schüler sind allerdings nicht automatisch das Produkt eines einfachen Aufwärmprogramms. Wenn die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel aufgefordert werden am Anfang des Unterrichts drei Runden um den Sportplatz zu laufen, trägt diese eher langweilige Variante nicht unbedingt zu ihrem Wohlbefinden bei. Sie „sehen in ihrer sportlichen Tätigkeit eine Möglichkeit, sich auszutoben, neue Bewegungsformen zu lernen, miteinander etwas zu tun, Erlebnisse mit nach Hause zu nehmen“ (Katzenbogner, 2002, S. 211). Wenn das Aufwärmprogramm mit kleineren Spielen oder abwechslungsreichen Materialien nach diesen Vorgaben gestaltet wird, kann der angestaute Bewegungsdrang schon von Beginn an mit Freude entladen werden. Außerdem wird die Schulklasse auf diese Weise für den späteren Unterrichtsverlauf motiviert und Kommunikations- sowie Wettbewerbsbedürfnisse werden befriedigt.

3 Methodik: WIE sollte das Aufwärmen aufgebaut sein?

3.1 Das vierstufige Aufwärmmodell

In welchem Umfang und mit welcher Intensität das Aufwärmen stattfinden soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Untrainierte können und sollen auch gar nicht die gleiche Belastung auf sich nehmen wie Hochleistungssportler. Außerdem spielt die Tageszeit eine Rolle. Am Morgen ist eine längere Aufwärmarbeit notwendig als abends, da die Muskeln und Gelenke vormittags mangels Bewegung noch nicht so gut eingespielt sind. Hinzu kommt das Wetter: Bei niedrigen Umgebungstemperaturen sollte das Aufwärmen deutlich länger erfolgen als bei hohen. Ein weiterer Faktor ist das Alter des Sportlers: Ein Kind braucht weniger lange, bis sich die Organfunktionen umstellen, als ein Erwachsener.

Trotz dieser vielen Faktoren lässt sich als Faustregel sagen, dass die gesamte Aufwärmphase mindestens 15 Minuten dauern sollte. In dieser Zeit sollte es gelingen, einen optimalen Anstieg der Muskeltemperatur von 2°c zu erreichen. Eine längere Aufwärmarbeit von bis zu 30 Minuten hat dagegen den Vorteil, dass sich inzwischen auch die Körperkerntemperatur erhöhen konnte, die wiederum stabilisierend auf die Muskeltemperatur wirkt. Somit sind auch während des Sporttreibens kleinere Pausen möglich. Allerdings lässt der Effekt der Aufwärmarbeit schon nach einer circa fünf-minütigen Pause nach. Nach spätestens 45 Minuten hat der Körper wieder seinen ursprünglichen „kalten“ Zustand erreicht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Theorie des Aufwärmens - Allgemein und spezifisch im Badminton
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V47070
ISBN (eBook)
9783638441070
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Seminararbeit wird der Frage nachgegangen, warum das Aufwärmen notwendig ist, welche Prozesse sich dabei abspielen und wie ein typisches Aufwärmen im Badmintonunterricht in der Schule aussehen könnte.
Schlagworte
Theorie, Aufwärmens, Allgemein, Badminton
Arbeit zitieren
Michel Allendörfer (Autor), 2005, Theorie des Aufwärmens - Allgemein und spezifisch im Badminton, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47070

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