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Die Anfechtbarkeit von Darlehen wegen Unentgeltlichkeit in der Insolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter

Analyse der Rechtslage vor und nach dem MoMiG

Titel: Die Anfechtbarkeit von Darlehen wegen Unentgeltlichkeit in der Insolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter

Seminararbeit , 2016 , 30 Seiten , Note: 9,00

Autor:in: Daniel Gassner (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte mehrfach in seiner Rechtsprechung zu Rechtsfragen der Doppelinsolvenz Position zu beziehen. Im Falle einer Doppelinsolvenz hatte er im Jahre 2008 Stellung zu nehmen, inwieweit das Stehenlassen eines Gesellschafterdarlehens der Schenkungsanfechtung unterliegen könne. Nunmehr konnte er im Jahr 2016 ein zweites Mal nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) zu einem Fall der Doppelinsolvenz judizieren, inwieweit die Auszahlung eines Gesellschafterdarlehens der Schenkungsanfechtung unterliegen könne, mit im Hinblick auf das Ergebnis seines erstes Urteil konträr wirkenden Ergebnissen: Im ersten Urteil bejahte er, dass das Stehenlassen eines Gesellschafterdarlehens in der Gesellschaft der Schenkungsanfechtung unterliege. Dagegen verneinte er in seinem zweiten Urteil die Anfechtbarkeit der Auszahlung eines Gesellschafterdarlehens an eine Gesellschaft. Diese auf den ersten Blick diametral gegensätzlichen Entscheidungen sollen im Rahmen dieser Arbeit einzeln und danach als historische Einheiten kritisch auf ihre Unterschiede analysiert und anhand der den Urteilen zugrundeliegenden Literatur-, Gesetzes- und Rechtsprechungs-materialien aufgearbeitet werden, um zu untersuchen, welche Motive und rechtlichen Gesichtspunkte den BGH in seinen beiden Urteilen zur Doppelinsolvenz zu so gegenläufigen Ergebnissen kommen ließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Die Rechtsprechung des BGH zur Doppelinsolvenz

II. Die Einzel- und Doppelinsolvenz

1. Die Einzelinsolvenz im Verfahren der Insolvenzordnung

2. Die Doppelinsolvenz in der Insolvenzordnung

III. Das Recht der Insolvenzanfechtung

IV. Die alte Rechtslage vor dem MoMiG

1. Der Dualismus im alten Eigenkapitalersatzrecht

2. Eigenkapitalersatz- und Insolvenzrecht im alten Recht

3. Die Terminologie des Eigenkapitalersatzrechts

a) Der Begriff der eigenkapitalersetzenden Darlehen

b) Das Tatbestandmerkmal des „Stehenlassen“

a. Die subjektiven Anforderungen

b. Die anfechtbare Rechtshandlung.

V. Das gemeinsame Thema in den Judikaturen des BGH

1. Das erste Urteil

a) Der dem Urteil zugrundeliegende Sachverhalt

b) Die Entscheidung des BGH

c) Stellungnahme zum Urteil.

2. Das zweite Urteil

a) Der dem Urteil zugrundeliegende Sachverhalt

b) Die Entscheidung des BGH

3. Die Überleitung in das neue Kapitalersatzrecht

a) Insolvenzrechtliche Lösung

b) Sachlicher Anwendungsbereich

c) Zeitlicher Anwendungsbereich

d) Das neue Regelungskonzept

4. Stellungnahme zum Urteil

VI. Fazit und Ausblick zur Rechtsprechungslinie des BGH

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Schenkungsanfechtung bei Gesellschafterdarlehen im Kontext der Doppelinsolvenz. Dabei wird untersucht, wie sich die rechtliche Bewertung durch das Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) verändert hat und welche Motive den BGH zu gegenläufigen Entscheidungen in den Jahren 2008 und 2016 führten.

  • Analyse der insolvenzrechtlichen Behandlung von Gesellschafterdarlehen in der Doppelinsolvenz.
  • Gegenüberstellung und kritische Würdigung der BGH-Rechtsprechung vor und nach dem MoMiG.
  • Untersuchung des Wandels vom gesellschaftsrechtlich geprägten Eigenkapitalersatzrecht zum insolvenzrechtlichen Regelungskonzept.
  • Herausarbeitung der Kriterien für die Schenkungsanfechtung und Billigkeitserwägungen.

Auszug aus dem Buch

b) Die Entscheidung des BGH

Der BGH entschied, zugunsten der GmbH & Co KG, dass die als Eigenkapitalersatz (§ 32a Abs. 1 GmbHG a.F.) stehengelassene Darlehensvaluta mittels einer Schenkungsanfechtung (§ 134 InsO) zurückgefordert werden könne (ebd. Rn. 4). Die GmbH & Co KG unterlasse nicht lediglich den Erwerb oder die Mehrung ihres Vermögens durch das Stehenlassen des Darlehens, sondern ihr Vermögen werde - durch den insolvenzbedingten Eintritt der Nachrangigkeit ihres Gesellschafterdarlehens und damit ihres Rückzahlungsanspruchs - dergestalt gemindert, als würde sie eine Leistung an die GmbH erbringen, die sofort deren Eigenkapital ersetzen würde (ebd. Rn. 15). Die Überlassung stehengelassener eigenkapitalersetzender Mittel in der Krise bewirke den Rangrücktritt des Anspruchs auf Rückzahlung, was in der Insolvenz in aller Regel dessen wirtschaftliche Wertlosigkeit zur Folge habe. Hierdurch werden die Gläubiger des Gesellschafters objektiv zumindest mittelbar benachteiligt (ebd. Rn. 16). Deswegen sei das Stehenlassen der eigenkapitalersetzenden Valuta als anfechtbare Rechtshandlung im Sinne eines Unterlassens (§ 129 Abs. 2 InsO) der GmbH & Co KG zu werten (ebd. Rn.20).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Rechtsprechung des BGH zur Doppelinsolvenz: Einleitung in die Problematik diametraler BGH-Entscheidungen zur Schenkungsanfechtung bei Doppelinsolvenzen im zeitlichen Verlauf.

II. Die Einzel- und Doppelinsolvenz: Erläuterung der systemischen Unterschiede zwischen der klassischen Einzelinsolvenz und der komplexeren Doppelinsolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter.

III. Das Recht der Insolvenzanfechtung: Kurze Einführung in die Grundlagen der Insolvenzanfechtung, insbesondere der Schenkungsanfechtung nach § 134 InsO.

IV. Die alte Rechtslage vor dem MoMiG: Darstellung des früheren Eigenkapitalersatzrechts und des Dualismus zwischen richterrechtlichen und gesetzlichen Vorschriften.

V. Das gemeinsame Thema in den Judikaturen des BGH: Detaillierte Analyse der beiden zentralen BGH-Urteile zur Anfechtbarkeit von Gesellschafterdarlehen und deren dogmatische Überleitung.

VI. Fazit und Ausblick zur Rechtsprechungslinie des BGH: Zusammenfassung der durch das MoMiG bewirkten Rechtsänderungen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Anfechtungspraxis.

Schlüsselwörter

Doppelinsolvenz, Gesellschafterdarlehen, Schenkungsanfechtung, Insolvenzanfechtung, MoMiG, Eigenkapitalersatzrecht, Kapitalersatzrecht, Gläubigerbenachteiligung, Unentgeltlichkeit, Rangrücktritt, Insolvenzmasse, Krisenfinanzierung, Rechtsprechungsregeln, Insolvenzordnung, BGH-Rechtsprechung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anfechtbarkeit von Gesellschafterdarlehen im Falle einer Doppelinsolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter und wie sich diese Rechtslage durch das MoMiG gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit fokussiert auf das Insolvenzrecht, das Eigenkapitalersatzrecht, die Schenkungsanfechtung sowie die spezifische Rolle und Haftung von Gesellschaftern in der Krise.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, wie der BGH in zwei unterschiedlichen Zeitpunkten zu so gegensätzlichen Ergebnissen hinsichtlich der Schenkungsanfechtung bei Gesellschafterdarlehen in der Doppelinsolvenz kommen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt die juristische Analyse von BGH-Urteilen, Gesetzesmaterialien, Kommentaren sowie aktueller Fachliteratur, um die dogmatischen Grundlagen der Anfechtungsentscheidungen kritisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das alte und das neue Kapitalersatzrecht gegenübergestellt, die zwei maßgeblichen BGH-Urteile im Detail analysiert und die Auswirkungen der MoMiG-Reformen auf die anfechtungsrechtliche Praxis bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind unter anderem Doppelinsolvenz, Schenkungsanfechtung, Gesellschafterdarlehen, MoMiG und Insolvenzmasse.

Warum bejahte der BGH im ersten Urteil die Anfechtbarkeit, im zweiten jedoch nicht?

Dies ist auf die tiefgreifenden gesetzlichen Änderungen durch das MoMiG zurückzuführen, das das frühere, gesellschaftsrechtlich geprägte Eigenkapitalersatzrecht durch ein einheitliches insolvenzrechtliches Regelungskonzept ersetzte.

Welche Rolle spielt die Billigkeitsabwägung in dieser Arbeit?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass der BGH im ersten Urteil eine Billigkeitsabwägung zwischen den Gläubigerinteressen vornahm, während im zweiten Urteil die neue gesetzliche Systematik des MoMiG die Entscheidung maßgeblich prägte und eine solche Abwägung in den Hintergrund rückte.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Anfechtbarkeit von Darlehen wegen Unentgeltlichkeit in der Insolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter
Untertitel
Analyse der Rechtslage vor und nach dem MoMiG
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht)
Veranstaltung
Seminar im Kapitalgesellschaftsrecht
Note
9,00
Autor
Daniel Gassner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
30
Katalognummer
V470729
ISBN (eBook)
9783668953444
ISBN (Buch)
9783668953451
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschafterdarlehen MoMiG Anfechtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Gassner (Autor:in), 2016, Die Anfechtbarkeit von Darlehen wegen Unentgeltlichkeit in der Insolvenz von Gesellschaft und Gesellschafter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470729
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Leseprobe aus  30  Seiten
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