In meinem theologischen Projekt stand das Beten von und mit jungen Erwachsenen im Fokus. Unter dieser Thematik fand ein Projekt mit jungen Menschen statt, das sich darauf bezog, die eigene Gebetspraxis zu reflektieren und das Gebet in unterschiedlichen Settings und Formen einzuschließen, um so den Stellenwert und die Wirkung des Gebets hervorzuheben.
In der vorherigen Studienleistung wurden hierzu die Gedankengänge von Stephan Sigg in seinem Buch "Beten mit Jugendlichen" aufgegriffen und zusammengefasst. Als Ausgangsbasis für das Theologisieren mit Jugendlichen und die Berücksichtigung ihrer Glaubensvorstellungen wurde das Buch "Theologische Gespräche mit Jugendlichen [...]" von Prof. Dr. Petra Freudenberger-Lötz (2012) herangezogen.
Aus dem Abstract der Studienleistung ging hervor, dass im Voraus kein Ziel auf inhaltlicher Ebene definiert werden sollte, sondern die Ergebnisse bei den Übungen/Aktivitäten offen gelassen und der Fokus auf die Aktivität der jungen Menschen gelegt werden sollte. Daher ist das Ziel des theologischen Projekts, Erkenntnisse über die Gebetspraxis junger Erwachsener zu erlangen und diese gegebenenfalls durch Anregungen und Inspirationen zu erweitern. Am Ende des Projekts wird auf dieser Grundlage ermittelt, ob sich Veränderungen in der Gebetspraxis der TeilnehmerInnen oder in dessen Reflexion eingestellt haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das theologische Projekt
2 Durchführung des theologischen Projekts
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Ablauf der Projekttage
3 Reflexion des theologischen Projekts
3.1 Eigener Standpunkt
3.2 Theologizität des Projekts
3.3 Ergebnisse der Übungen/Aktivitäten
3.4 Auswertung der Fragebögen
3.5 Kritische Gesamteinschätzung des Projekts
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses theologischen Projekts ist es, Erkenntnisse über die Gebetspraxis junger Erwachsener zu gewinnen, diese durch gezielte Anregungen zu erweitern und zu reflektieren, ob sich durch das Projekt Veränderungen in der individuellen Gebetspraxis oder in deren Wahrnehmung ergeben haben.
- Reflexion der persönlichen Gebetspraxis junger Erwachsener
- Erprobung alternativer Gebetsformen jenseits klassischer Strukturen
- Untersuchung des Zusammenhangs von Gebet, Alltag und Lebenswelt
- Förderung der Bewusstwerdung über Gebet als Dialog mit Gott
- Analyse der Wirkung von spirituellen Impulsen auf die religiöse Haltung
Auszug aus dem Buch
3.3 Ergebnisse der Übungen/Aktivitäten
Während der Übungen/Aktivitäten habe ich mir Notizen zum Verlauf und zu den Äußerungen der TeilnehmerInnen gemacht, um diese im Folgenden wiedergeben zu können.
Die Absicht hinter der Geschichte, die am ersten Projekttag vorgelesen wurde, haben die TeilnehmerInnen schnell und qualitativ gut erkannt. Der Inhalt von Valeries Gebet wurde von einer Teilnehmerin selbstständig mit dem Aspekt in Verbindung gebracht, dass das Mädchen/die junge Frau in der Geschichte für sich selbst betet, weil sie einen Wunsch hat. Dieser soll durch ihr Gebet in Erfüllung gehen. Der Kern des Problems in der Geschichte wurde erkannt. So sagte ein Teilnehmer: „Ich glaube das Problem ist, dass sie sich eine Freundin wünscht, aber nichts dafür tut. Also sie meint beten heilt das Problem von allein, aber da steht ja ständig, sie antwortet knapp, redet mit keinem und will nicht auf die Party. Sie will also eigentlich keinen Kontakt, aber wünscht sich eine Freundin. Das ist ein Widerspruch.“ (sinngemäße Wiedergabe). Eine ähnliche Aussage war, dass Valerie für etwas betet, aber nichts dafür tut und es deshalb sehr naiv sei. Diese Aussagen sprechen dafür, dass die jungen Erwachsenen zumindest nicht die Auffassung haben, dass alle Gebete in Erfüllung gehen müssen. Damit ist das Verständnis vorhanden, dass Gott sich nicht funktionalisieren und instrumentalisieren lässt und dass auch Gott so wie den Menschen eine gewisse Freiheit obliegt. Dennoch kann hierdurch noch nicht der These von Sigg widersprochen werden, dass ein zentraler Aspekt der Hinterfragung des Betens die Frage ist, warum nicht alle Gebete in Erfüllung gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das theologische Projekt: Dieses Kapitel erläutert die thematische Fokussierung auf die Gebetspraxis junger Erwachsener und definiert die Zielsetzung, Erkenntnisse über deren Gebetsverhalten zu erlangen und weiterzuentwickeln.
2 Durchführung des theologischen Projekts: Hier werden die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Auswahl der Teilnehmenden sowie der zeitliche und inhaltliche Ablauf der zwei Projekttage detailliert beschrieben.
3 Reflexion des theologischen Projekts: Dieses Hauptkapitel umfasst die persönliche Haltung der Autorin, die theologische Einordnung, die Auswertung der durchgeführten Aktivitäten und Fragebögen sowie eine kritische Gesamtschau des Projekterfolgs.
Schlüsselwörter
Gebetspraxis, Junge Erwachsene, Religionspädagogik, Theologisches Projekt, Alltagstheologie, Gebetsformen, Religiöse Bildung, Glaube, Reflexion, Gotteserfahrung, Dialog, Spiritualität, Lebensweltorientierung, Glaubenspraxis, Katholische Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert ein theologisches Projekt, das die Gebetspraxis von jungen Erwachsenen in den Fokus stellt und verschiedene Formen des Betens in deren Lebenswelt integriert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Reflexion des eigenen Gebetsverständnisses, die Bedeutung des Gebets im Alltag sowie die Erprobung und kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Gebetsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Einsichten in das Gebetsleben der TeilnehmerInnen zu erhalten und zu prüfen, ob das Projekt durch Impulse und Reflexion zu einer bewussteren Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt qualitative Methoden wie die Beobachtung von Gruppenprozessen während der Aktivitäten sowie die Auswertung von Fragebögen vor und nach dem Projekt zur Erfassung von Tendenzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der konkrete Projektablauf, die theologische Fundierung, die Ergebnisse der verschiedenen Übungen (z.B. kreative Gestaltung, Kirchenbesuch, Entspannung) sowie die Auswertung der Fragebögen detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Gebetspraxis, Junge Erwachsene, Religiöse Bildung, Reflexion und Alltagstheologie.
Wie reagierten die Teilnehmer auf das Thema Gebet?
Die Teilnehmer zeigten eine hohe Bereitschaft zur Reflexion und zur aktiven Teilnahme an den Übungen, wobei sich ihre Ansichten über das Gebet als Mittel zur persönlichen Lebensgestaltung deutlich artikulierten.
Welche Bedeutung hatte der Kirchenraum für das Projekt?
Der Besuch der Basilika diente als Ort der Ruhe und Inspiration, wobei die Wahrnehmung des Raumes und die gemeinsame Gestaltung eines Gästebucheintrages das Gemeinschaftserleben stärkten.
Konnte eine Veränderung der Gebetspraxis festgestellt werden?
Die Auswertung deutet darauf hin, dass die Teilnehmer ihre Gebetspraxis nach dem Projekt bewusster reflektierten und teilweise eine veränderte Einstellung zur Bedeutung des Betens entwickelten.
- Citation du texte
- Sandra Knierbein (Auteur), 2018, Bericht über das theologische Projekt "Beten von und mit jungen Erwachsenen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470752