Was heißt Nachhaltigkeit? Und wie lässt sich dies in Bezug auf den Konsum verdeutlichen?
In dieser Arbeit wird ein nachhaltiger Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende analysiert. Dabei wird mich folgende vergleichend-deskriptive Forschungsfrage leiten: Wie lässt sich die Bedeutung eines nachhaltigen Ernährungskonsums am Beispiel der Tragik der Allmende beschreiben?
Im Folgenden werde ich dem Konzept der Nachhaltigkeit normativ zu Grunde gehen, indem ich den Begriff und dessen Bedeutung definiere und anschließend auf die Rolle der Sustainable Development Goals (SDGs) eingehe.
Anschließend werden die Merkmale einer nachhaltigen Ernährung analysiert, um danach die Relevanz eines nachhaltigen Ernährungskonsums anhand der Theorie der Tragik der Allmende zu konkretisieren.
Der Begriff der Nachhaltigkeit wird immer häufiger verwendet, sowohl in der Wissenschaft, in der Politik, als auch im Alltag. Nicht nur Konsumenten und Verbraucher beschäftigen sich mit einer nachhaltigen Entwicklung bzw. mit einem nachhaltigen Konsum, auch immer mehr Unternehmen versuchen dieses Konzept für sich zu proklamieren.
In der Tat sehen sich Zivilgesellschaften mit der grundsätzlichen Problematik konfrontiert, mit begrenzten Ressourcen zu haushalten und dabei nicht mehr zu konsumieren, als erwirtschaftet werden kann. Gleichzeitig spielt die demographische Komponente mit: Laut sämtlichen Prognosen wird die Weltbevölkerung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten steigen, wenn auch asymmetrisch.
So scheint es, dass die Bevölkerungsanzahl beispielsweise im Kontinent Europa zurückgehen, aber diese im asiatischen oder indischen Raum steigen wird. Im Bereich der nachhaltigen Entwicklung stellt der nachhaltige Konsum somit ein entscheidendes Element dar, um die Zukunftsfähigkeit des Lebens aller Menschen nicht zu gefährden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Nachhaltigkeit im Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende
2.1 Nachhaltigkeit als normatives Konzept
2.1.1 Bedeutung und Definition von Nachhaltigkeit
2.1.2 Funktion der Sustainable Development Goals
2.2 Nachhaltige Ernährung
2.3 Die Relevanz der Nachhaltigkeit im Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des nachhaltigen Ernährungskonsums unter theoretischer Einbeziehung der Tragik der Allmende, um die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich die Bedeutung eines solchen Konsums beschreiben lässt.
- Normative Grundlagen der Nachhaltigkeit
- Bedeutung und Funktion der Sustainable Development Goals (SDGs)
- Merkmale und Definitionen einer nachhaltigen Ernährung
- Die Theorie der Tragik der Allmende im Kontext des Ressourcenkonsums
- Verantwortung von Konsumenten und Produzenten
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Relevanz der Nachhaltigkeit im Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende
Berühmt wurde die Theorie der „Tragedy of the Commons“ (Die Tragik der Allmende) von Garrett Hardin (1968; 1970) (Helfrich et. al., 2012).
Ein Allmendegut zählt zur Klasse der öffentlichen Güter, für die gilt, dass ein Ausschluss bestimmter Konsumenten sehr schwierig oder zumindest sehr teuer und ineffizient ist und die durch eine Rivalität des Konsums charakterisiert sind (Rinderle, 2013: 5f.). Dazu gehören also alle knappen Güter, die gemeinschaftlich genutzt werden, bei denen es allerdings keinen Anreiz gibt, den jeweils eigenen Nutzen dessen einzuschränken. Beispiele für natürliche Allmendegüter wären Fischbestände, Regenwälder, die Erdatmosphäre, Wasser oder Wiesenflächen (ebd.: 7). Bei näherer Betrachtung beispielsweiße einer gemeinsam genutzten Weide durch die Mitglieder einer Dorfgemeinschaft, fällt auf, dass dieses Gut von der Natur zur Verfügung gestellt wird, es also keiner kooperativ organisierten Bereitstellung des Guts bedarf (ebd.: 9); somit besteht die Möglichkeit, dass der Konsument direkt einen positiven Vorteil aus dem bereitgestellten Gut entnimmt (ebd.: 10).) Die Allmendegüter prägen immer die Aneignung eines individuellen Vorteils und eine damit einhergehende Verringerung der Konsumchancen realer oder potentieller Rivalen als charakteristisches Merkmal (ebd.).
Teilbare Güter, zu denen zunächst mal alle Zugang haben, bringen schnell Konflikte mit sich, die nur durch Kooperationen gelöst werden können. Werden keine Kooperationen eingegangen, so führt dies bei endlichen Ressourcen zu einer Übernutzung öffentlicher Güter, was langfristig nachteilig für alle Beteiligten ist, sowohl in der ökonomischen, als auch in der ökologischen und sozialen Dimension. Um beim Konsum von Allmendegütern einer nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden, muss also erneut auf das Drei-Dimensionen-Modell geachtet und dieses eingehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Begriffs der Nachhaltigkeit ein, stellt die Forschungsfrage zur Beschreibung nachhaltigen Ernährungskonsums anhand der Tragik der Allmende und skizziert das methodische Vorgehen.
2. Nachhaltigkeit im Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende: Das Kapitel definiert Nachhaltigkeit normativ, erläutert die Rolle der SDGs, analysiert Merkmale nachhaltiger Ernährung und setzt diese in Beziehung zur Theorie der Tragik der Allmende.
2.1 Nachhaltigkeit als normatives Konzept: Hier wird der Nachhaltigkeitsbegriff historisch hergeleitet, definiert und durch das Drei-Dimensionen-Modell (Ökologie, Soziales/Kultur, Ökonomie) in seiner Komplexität veranschaulicht.
2.1.1 Bedeutung und Definition von Nachhaltigkeit: Dieser Unterpunkt differenziert zwischen nachhaltiger Entwicklung und Nachhaltigkeit und beleuchtet die historischen Ursprünge sowie zentrale Prämissen wie die Generationengerechtigkeit.
2.1.2 Funktion der Sustainable Development Goals: Hier wird die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen vorgestellt, wobei der Fokus auf den Zielen liegt, die für den nachhaltigen Ernährungskonsum von besonderer Relevanz sind.
2.2 Nachhaltige Ernährung: Dieses Kapitel erörtert die Definition nachhaltiger Ernährung aus Konsumperspektive und beleuchtet die ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen sowie die Interdependenz zwischen Konsum und Produktion.
2.3 Die Relevanz der Nachhaltigkeit im Ernährungskonsum am Beispiel der Tragik der Allmende: Dieser Abschnitt analysiert das Trittbrettfahrerproblem und die Übernutzung von Allmendegütern am Beispiel des Fleisch- und Fischkonsums und fordert kooperatives, verantwortungsbewusstes Handeln.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit der Beachtung des Drei-Dimensionen-Modells und der Tragik der Allmende für einen nachhaltigen Ernährungskonsum zusammen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Ernährungskonsum, Tragik der Allmende, nachhaltige Entwicklung, Sustainable Development Goals, SDGs, Allmendegüter, Trittbrettfahrerproblem, ökologische Dimension, ökonomische Dimension, soziale Dimension, Verantwortung, Konsum, Produktion, Ressourcen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des nachhaltigen Ernährungskonsums und dessen praktische Herausforderungen unter Anwendung der politikwissenschaftlichen Theorie der Tragik der Allmende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Nachhaltigkeit, die Sustainable Development Goals (SDGs), die Merkmale nachhaltiger Ernährung sowie die Problematik knapper, gemeinschaftlich genutzter Ressourcen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: „Wie lässt sich die Bedeutung eines nachhaltigen Ernährungskonsums am Beispiel der Tragik der Allmende beschreiben?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einem vergleichend-deskriptiven Ansatz, bei dem theoretische Konzepte der Nachhaltigkeit und ökonomische Theorien auf den Ernährungskonsum angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Drei-Dimensionen-Modell der Nachhaltigkeit, die Rolle der SDGs sowie die Anwendung der Allmende-Theorie auf den Konsum von Gütern wie Fleisch und Fisch analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, Ernährungskonsum, Tragik der Allmende, Ressourcen und Verantwortungsbewusstsein.
Inwiefern spielt das Drei-Dimensionen-Modell eine Rolle?
Es dient als normative Grundlage, um die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte eines nachhaltigen Ernährungskonsums ganzheitlich zu bewerten und Konflikte zwischen diesen Dimensionen aufzuzeigen.
Was ist das „Trittbrettfahrerproblem“ im Kontext der Arbeit?
Es beschreibt das Dilemma, dass Konsumenten zwar von einer nachhaltigen Ressourcennutzung profitieren, aber individuell keinen Beitrag (wie Verzicht oder höhere Preise) zur langfristigen Sicherung dieser Ressourcen leisten wollen.
- Citation du texte
- Christian Ramspeck (Auteur), 2018, Die Tragik der Allmende. Nachhaltiger Ernährungskonsum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470780