Der Anspruch des Textes ist es, den Gegenstand Face-to-Face-Fundraising zu beleuchten und eine Orientierung für die Beantwortung der Frage zu geben, ob der Einsatz von Face-to-Face-Fundraising für gemeinnützige Organisationen wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Dabei wird untersucht, ob dabei das Risiko, Imageschäden zu erleiden, zu hoch ist und, ob für Face-to-Face-Maßnahmen ein externer Dienstleister beauftragt oder eine eigene, interne Kampagne aufgebaut werden sollte. Es wird auch auf die Aspekte eingegangen, auf die beim Aufbau einer Inhouse-Lösung zu achten ist. Zudem werden die Vorteiler einer Agentur und einer internen Lösung verglichen und erläutert, ob Face-to-Face-Fundraising nebenbei zu testen oder vorausschauend zu planen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick F2F-Fundraising
2.1 Definition
2.2 Umstrittenheit
2.3 Effektivität
3. Worauf ist beim Aufbau von einer F2F-Kampagne zu achten?
3.1 Prozesse bei der Planung und Durchführung
3.1.1 Standplätze
3.1.2 Materialien
3.1.3 Personal
3.1.4 Motivation
3.1.5 Spenderbetreuung
3.2 Die Wichtigkeit der Langfristigkeit
3.3 Zielsetzungen und Kapazitäten
4. Weitere Entscheidungskriterien
4.1 Vorteile F2F-Agentur
4.2 Nachteile F2F-Agentur
4.3 Vorteile F2F-Inhouse
4.4 Nachteile F2F-Inhouse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay beleuchtet das Face-to-Face-Fundraising aus einer strategischen Management-Perspektive, um gemeinnützigen Organisationen bei der Entscheidungsfindung zwischen dem Aufbau einer eigenen Inhouse-Lösung und der Beauftragung einer externen Agentur als Orientierungshilfe zu dienen.
- Wirtschaftliche Einordnung und Effektivität von F2F-Fundraising
- Herausforderungen und kritische Erfolgsfaktoren bei der operativen Planung
- Analyse der Kernprozesse: Standorte, Personalakquise und -motivation
- Vergleichende Bewertung von Inhouse-Strategien versus externen Dienstleistern
- Strategische Bedeutung der Langfristigkeit im Fundraising
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Personal
Die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche F2F-Apparate stellt das Personal dar, welches verschiedene Eigenschaften erfordert (vgl. Röhr 2016, S.8). Bspw. sind für einen F2F-Fundraiser am Tag ca. 1000 Kontaktversuche notwendig, um 50-100 Gespräche führen zu können, aus denen dann im Schnitt 5-10 Fördermitglieder resultieren. Ein Fundraiser ist also mit Abweisung konfrontiert und jene kann auf Dauer ziemlich demotivierend sein. Zusätzlich bedarf es bestimmter kommunikativer Kompetenzen, um einen Passanten in einer Alltagssituation anzuhalten und in einem kurzen Gespräch davon zu überzeugen, sich längerfristig für eine NGO zu engagieren. Ein F2F-Fundraiser muss aus den genannten Gründen „freundlich, dynamisch, redegewandt, extrovertiert, empathisch, sympathisch, konsequent, emotional gefestigt und vor allem mit hoher Frustrationstoleranz ausgestattet sein“ (Urselmann 2014, S.200). Es scheint offensichtlich, dass nicht jeder Bewerber diese Eigenschaften mitbringen kann. Einige dahingehende Schritte sind dementsprechend die „Generierung hoher Bewerberzahlen über unterschiedliche Kanäle (Internet, Print, persönliche Empfehlung usw.), Vorauswahl durch Homepage und Hotline, [ein] persönlicher Bewerbungstermin (Talent-Check), Anmeldeverfahren, theoretische und praktische Einschulung (Verkauf), Vereinsschulung (Inhalte), Training on the Job, Seminare, Personalentwicklung von leitenden Mitarbeitern“ (Wissmann 2016, S.7).
Zusätzlich zur der Personal-Akquise steht außerdem dessen Koordination. Viele F2F-Kampagnen finden bundesweit statt (allein deshalb, weil Standgenehmigungen normalerweise wöchentlich wechseln, siehe 3.1.1) und es ist deshalb von hoher Wichtigkeit, das flexible Personal effektiv zu koordinieren. Es wird betont, dass auch die Gruppendynamik für den Erfolg eines F2F-Teams nicht unterschätzt werden sollte, was den Koordinierungsprozess um eine Herausforderung erweitert (vgl. Wissmann 2016, S.8).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Zielsetzung des Essays und definiert die synonyme Verwendung der Begriffe für gemeinnützige Organisationen.
2. Überblick F2F-Fundraising: Hier wird der Begriff Face-to-Face-Fundraising definiert, die gesellschaftliche Umstrittenheit erläutert und die hohe wirtschaftliche Effektivität trotz kritischer Stimmen hervorgehoben.
3. Worauf ist beim Aufbau von einer F2F-Kampagne zu achten?: Dieses Kapitel analysiert die operativen Kernprozesse, von der Genehmigungsplanung bis hin zur Personalmotivation, und unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen strategischen Ausrichtung.
4. Weitere Entscheidungskriterien: Hier werden die Vor- und Nachteile von externen Agenturen gegenüber internen Inhouse-Lösungen systematisch gegeneinander abgewogen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass F2F-Fundraising ein effektives, aber komplexes Instrument ist, dessen Erfolg stark von der professionellen Planung und der gewählten Organisationsform abhängt.
Schlüsselwörter
Face-to-Face-Fundraising, NGO, Inhouse-Lösung, Agentur, Dauerspender, Fundraising-Management, Kampagnenplanung, Personalmanagement, Return-On-Investment, Sondernutzungsgenehmigung, Spenderbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinnützige Organisation, Fundraising-Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Face-to-Face-Fundraising als Mittel zur Gewinnung von Dauerspendern und analysiert die strategische Management-Entscheidung zwischen eigenen internen Strukturen und externen Dienstleistern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Feldern gehören die Definition und Effektivitätsmessung des F2F-Fundraising, die operativen Planungsprozesse sowie eine Nutzen-Risiko-Analyse bei der Wahl des Durchführungspartners.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, gemeinnützigen Organisationen Orientierung bei der Entscheidung „Inhouse-Lösung oder Agentur“ zu geben, basierend auf Faktoren wie Kapazität, Kosten und Risiko.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein wissenschaftliches Essay, das auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Praxisbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Anforderungen für den Aufbau von Kampagnen – wie Personal, Standorte und Material – sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der strategischen Optionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Face-to-Face-Fundraising, Inhouse-Lösungen, Agentursteuerung, ROI und strategisches Fundraising-Management geprägt.
Warum ist die Wahl zwischen Inhouse und Agentur ein strategisches Risiko?
Das Essay verdeutlicht, dass Agenturen zwar sofortige Schlagkraft bieten, aber zu Abhängigkeiten führen, während Inhouse-Lösungen langfristig kontrollierbarer, jedoch anfänglich mit höheren Investitionsrisiken verbunden sind.
Welche Rolle spielt die Personalmotivation im F2F-Fundraising?
Personalmotivation wird als kritischer Erfolgsfaktor eingestuft, da die Arbeit des Fundraisers aufgrund der hohen Ablehnungsquote an der Tür oder auf der Straße eine hohe psychische Belastbarkeit erfordert.
- Quote paper
- Klaus Gotthard (Author), 2017, Strategisches Fundraising-Management. Eine Beleuchtung des Face-to-Face-Fundraising, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470955