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Was sagt Richter 19 den Frauen?

Título: Was sagt Richter 19 den Frauen?

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2018 , 68 Páginas , Calificación: 1,66

Autor:in: Anna Artarian (Autor)

Teología - Estudio bíblico
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Die vorliegende Arbeit widmet sich der Leitfrage "Was sagt Richter 19 den Frauen?". Daher soll die leidtragende Frau aus Ri 19 Bat Shever genannt werden, um die Leserinnen und Leser an das Schicksal vieler Frauen zu erinnern, welche ebenfalls wie sie an der zugefügten Gewalt zerbrochen sind. Die Erzählung von Bat Shever enthüllt Informationen über die Stellung der Frauen innerhalb der in Richter 19 präsentierten Gesellschaft. Da ein Anteil der Leserschaft Frauen sind, ist es umso interessanter ihre Perspektive einzunehmen und die indirekten Botschaften an Frauen herauszufinden.

Die Beantwortung der Leitfrage soll durch mehrere Schritte erreicht werden. Zunächst werden in Kapitel zwei folgende Unterpunkte aus der theologische Perspektive betrachtet und erläutert: Da Bat Shever zum Opfer von sexueller Gewalt wurde, soll in Kapitel 2.1 eine theologische Auseinandersetzung mit dem Thema: "sexuelle Gewalt gegen Frauen" erfolgen. So soll zunächst die Relevanz dieses Themas verdeutlicht werden. Daraufhin wird definiert, was ein sexueller Missbrauch ist und welche Folgen eine Vergewaltigung für das Opfer hat. Dadurch soll den Leserinnen und Lesern eine bessere Empathie in Bat Shevers Lage ermöglicht werden. Zudem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie das Leid der Opfer gelindert werden kann. Dabei wird auch auf das Potential der biblischen Texte eingegangen. So soll die Frage beantwortet werden, wie kirchliche Institutionen aktiv einen Beitrag dazu leisten können, um auf das Thema "sexuelle Gewalt gegen Frauen" aufmerksam zu machen und Widerstand zu leisten.

In Kapitel 2.2 soll die Notwendigkeit einer feministischen Exegese aufgezeigt werden. Dabei soll geklärt werden, was ein Patriarchat ist und welche Stellung Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft einnehmen. Zudem soll erklärt werden, warum es notwendig ist, dass speziell Frauen sich mit dem biblischen Texten auseinandersetzten sollten. Abschließend soll in diesem Kapitel die Frage beantwortet werden, welche Methoden die feministischen Exegetinnen verwenden. Im Folgenden Kapitel Kapitel 2.3 wird erörtert, ob JHWH den Patriarchat befürwortet oder ablehnt. Daraufhin erfolgt in Kapitel 3 eine Textanalyse. Abschließend soll in Kapitel 4 ein Fazit erfolgen, in der die Leitfrage beantwortet und theologische Perspektiven eines konstruktiven Umgangs mit solchen Gewalttexten aufgezeigt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theologische Überlegungen

2.1 Eine theologische Auseinandersetzung mit dem Thema „sexuelle Gewalt gegenüber Frauen“

2.2 Warum ist eine feministische Exegese notwendig?

2.3 Wie steht JHWH zum Patriarchat?

3. Textanalyse

3.1 Der Übersetzungsvergleich von Ri 19

3.2 Die traditionelle Auslegung von Ri 19

3.3 Feministische Deutungen zu Ri 19

3.4 Zusammenführung der Ergebnisse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die biblische Erzählung in Richter 19 mit dem Ziel, die spezifische Perspektive der darin vorkommenden namenlosen Frau – von der Verfasserin als „Bat Shever“ bezeichnet – herauszuarbeiten und die gesellschaftlichen sowie theologischen Implikationen ihrer Gewaltgeschichte zu hinterfragen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie der Text als patriarchale Erzählung zu bewerten ist und welche Botschaften er an Frauen vermittelt.

  • Die Thematisierung sexualisierter Gewalt gegenüber Frauen in biblischen Texten.
  • Die Notwendigkeit und Methoden einer feministischen Exegese.
  • Ein vergleichender Blick auf verschiedene Bibelübersetzungen und deren Einfluss auf das Textverständnis.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Auslegungen und patriarchalen Strukturen innerhalb des Richterbuches.
  • Die Reflexion über kirchliche Verantwortung und den Umgang mit Gewalttexten.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Unendlich die Zahl der Bilder und Geschichten […]. Kein Erzählwerk der Welt enthält solch eine Fülle von Motiven, Situationen, Charakteren […] und existentiellen Entscheidungen. […] Das menschlichste, das vielfältigste, das wichtigste, das tiefste und höchste Erzählwerk der Welt ist die alt-neue Bibel noch immer […]1, erklärt Rudolf Augstein.

Das Buch der Richter (Ri) stellt die Geschichte Israels in einer vorstaatlichen Zeit dar, in der noch kein König herrschte. Dennoch wird dieses Buch in der modernen Forschung nicht als Produkt dieser Zeit, sondern als Geschichtsfiktion einer späteren Zeit erachtet.2 Das Buch zeigt sozial und politisch angespannte Zustände auf. So muss sich das Volk Israel mit der militärischen Bedrohung durch andere kriegerische Stämme auseinandersetzen. Doch innerhalb dieser schwierigen Lebensverhältnisse wirken mutige Männer und Frauen3, „die von Gott zur Errettung seines Volkes [,]erweckten[’] Werkzeuge.“4 Jedoch zeigt sich, dass auch diese Helden Israel nicht langfristig retten können.5

Fischer betont, dass die Leserinnen und Leser in Ri 19 der brutalsten und grausamsten Erzählung des Ersten Testamentes begegnen.6 Phyllis Trible bezeichnet dieses Kapitel als „Text of Terror“, als Erzählung des Schreckens.7 Obwohl das Buch der Richter eine Rettersammlung als Erzählkern aufweist8, scheinen die letzten drei Kapitel 19-21 (Tora-Propheten Redaktion)9 sich dadurch auszuzeichnen, dass das Ausmaß der Gewalt sich fortlaufend steigert.10 Ilse Müller betont: „Diese Erzählung kennt keine Helden.“11

So wird in Ri 19 von dem Schicksal einer namenslosen Frau berichtet, die von ihrem eigenen Ehemann an brutale Männer der Stadt Gibea ausgeliefert wird (vgl. V.25). Ihr Mann gibt sie preis, um sich selbst vor sexuellen Missbrauch zu schützen. Obwohl die Gibeatiter nach ihm verlangen (vgl. V.22), geben sie sich mit ihrem Körper zufrieden. Nachdem die Frau die ganze Nacht sexuell missbraucht wird, lassen die Männer sie erst am folgenden Morgen gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Erzählung von Richter 19 ein und erläutert die Relevanz einer kritischen Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen in biblischen Texten.

2. Theologische Überlegungen: In diesem Kapitel werden theologische Perspektiven auf sexuelle Gewalt sowie die Notwendigkeit feministischer Exegese und das Verhältnis Gottes zum Patriarchat erörtert.

3. Textanalyse: Dieses Kernstück der Arbeit umfasst einen sprachlichen Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, stellt traditionelle Auslegungen dar und diskutiert feministische Interpretationen, bevor die Ergebnisse zusammengeführt werden.

4. Fazit: Das Fazit beantwortet die Leitfrage der Arbeit und fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die Rolle der Frau und patriarchale Machtstrukturen in Richter 19 zusammen.

Schlüsselwörter

Richter 19, Bat Shever, sexuelle Gewalt, Patriarchat, feministische Exegese, Unterdrückung, Machtmissbrauch, biblische Gewalttexte, Geschlechtergerechtigkeit, Theodizee-Frage, Opferrolle, biblische Hermeneutik, Frauengestalten, androzentrische Sprache, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erzählung in Richter 19, die den Missbrauch und die Tötung einer Frau schildert, und analysiert diese unter feministisch-theologischen Gesichtspunkten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Themen sexualisierte Gewalt, patriarchale Machtstrukturen, das Bild der Frau in biblischen Erzählungen und die Rolle der Kirche bei der Aufarbeitung solcher Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, was dieser spezifische Text Frauen heute zu sagen hat und wie man theologisch mit solch gewalttätigen Bibelstellen konstruktiv umgehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der feministische Exegese mit historisch-kritischen Methoden sowie Erkenntnissen aus der Psychologie und Literaturwissenschaft kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Textanalyse, einen Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen sowie die Diskussion traditioneller und feministischer Auslegungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Gewalt gegen Frauen, Patriarchat, feministische Exegese, Opferstatus, Machtmissbrauch und theologische Befreiungshermeneutik.

Warum wird die Frau in der Arbeit „Bat Shever“ genannt?

In Anlehnung an Cheryl Exum wird der namenlosen Frau aus dem biblischen Text dieser Name verliehen, um ihre Würde zu betonen und ihre Anonymität innerhalb der Erzählung aufzuheben.

Wie steht die Verfasserin zum Verhalten des Ehemannes in Richter 19?

Das Verhalten des Ehemannes wird als eigennützig, herzlos und als ein Ausdruck männlicher Arroganz gewertet, da er die Frau wie ein Objekt behandelt, um sein eigenes Überleben zu sichern.

Final del extracto de 68 páginas  - subir

Detalles

Título
Was sagt Richter 19 den Frauen?
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen
Calificación
1,66
Autor
Anna Artarian (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
68
No. de catálogo
V471033
ISBN (Ebook)
9783668958968
ISBN (Libro)
9783668958975
Idioma
Alemán
Etiqueta
Feministische Exegese Richter Altes Testament
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Artarian (Autor), 2018, Was sagt Richter 19 den Frauen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471033
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