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Kulturtransfer zwischen den USA und der Sowjetunion. Resonanz und Rezeption des Jazz in der UdSSR

Título: Kulturtransfer zwischen den USA und der Sowjetunion. Resonanz und Rezeption des Jazz in der UdSSR

Tesis (Bachelor) , 2019 , 27 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Elena Zakharova (Autor)

Medios / Comunicación - Comunicación intercultural
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Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Prozesse des Kulturtransfers zwischen den USA und der Sowjetunion am Beispiel des Jazz zu untersuchen. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Wie wurde der Jazz in der UdSSR rezipiert und welche Resonanz rief er in der Gesellschaft hervor?

Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird zuerst die Geschichte der Entstehung des Jazz in den USA kurz dargestellt. Im Anschluss werden die Vermittlung als auch die Rezeption dieser Musikrichtung in der sowjetischen Gesellschaft analysiert. Die Analysemethodik der Bücher "Transkulturalität. Realität, Geschichte, Aufgabe" von Wolfgang Welsch sowie "Interkulturelle Kommunikation. Interaktion, Fremdwahrnehmung, Kulturtransfer" von Hans-Jürgen Lüsebrink wird zur Darstellung des Sachverhaltes verwendet.

In der Arbeit findet die Autorin die kulturelle Verflechtung des amerikanischen und sowjetischen Jazz und die Anpassung an die Gesellschaft der UdSSR heraus. Zusammenfassend lässt es sich sagen, dass der Jazz auf scharfe Kritik seitens der sowjetischen Regierung stieß, aber vor allem bei jungen Menschen viel Anklang fand.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Transkulturalität und Interkulturelle Kommunikation

2. Einführung in die Jazz-Geschichte

3. Der Jazz in der UdSSR

3.1. Die Musik ist unter Kontrolle

3.2. Die erste Begegnung mit dem Jazz in der Sowjetunion

3.2.1. Die Vermittlung des Jazz

4. Die gesellschaftlich-politische Aufnahme des Jazz

4.1. Die sorgenfreie Zeit des Jazz

4.1.1. Die kulturelle Elite der UdSSR

4.1.2. Die Jazzband auf der Theaterbühne

4.2. Der Jazz und der ideologische Hintergrund

4.2.1. Terror und Hungersnot

4.2.2. Keine Freiheit in der Kultur

4.2.3. Kurze Entspannung zwischen 1932-1936

4.2.4. 1936-1941: Die Säuberungspolitik

4.2.5. Eiserner Vorhang

5. Der sowjetische Jazz und seine Vertreter

5.1. Die Jazztöne der Parnach-Band

5.1.2. Leopold Teplitski

5.2. Weitere Schritte zu dem sowjetischen Jazz

5.2.1. Tsfasman und AMA Jazzband

5.2.2. Leonid Utesow und der Thea-Jazz

5.2.3. Tänze zu Jazzmelodien

5.2.4. Das Staatliche Jazzorchester der UdSSR

5.3. Neue Entwicklungsstufe

5.3.1. Die Stiliagi

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prozesse des Kulturtransfers zwischen den USA und der Sowjetunion am Beispiel des Jazz. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie der Jazz in der UdSSR rezipiert wurde und welche Resonanz diese Musikrichtung in der sowjetischen Gesellschaft vor dem Hintergrund politischer Repression und kultureller Ideologiebildung hervorrief.

  • Konzepte der Transkulturalität und Interkulturalität als theoretischer Rahmen
  • Geschichte der Jazz-Entstehung und Verbreitung
  • Politische Instrumentalisierung und Unterdrückung von Jazzmusik in der Sowjetunion
  • Analyse bedeutender Vertreter wie Walentin Parnach, Alexander Tsfasman und Leonid Utesow
  • Rolle der Subkultur der "Stiliagi" als Ausdruck individueller Freiheit

Auszug aus dem Buch

4.2.2. Keine Freiheit in der Kultur

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ (Starr 1990:77) lautete der Slogan der nationalen Politik. 1928 wurde auch die Kultur der Sowjetunion einer strengen Zensur unterworfen. Das Hauptziel zwischen 1928 und 1932 war, Russland von den westlichen Einflüssen in allen Lebensbereichen zu befreien und eine ideologisch richtige Kunst, vor allem Musik zu erfinden. Aus diesem Grund wurde die bereits 1925 gegründete Vereinigung Proletarischer Musiker von dem Zentralkomitee offiziell akzeptiert. Daraus gingen neue Regelungen hervor, die besagten, dass sowohl Privatorganisationen als auch Amateurgruppen aus der kulturellen Szene gebannt werden mussten.

Bald wurde der Jazz seitens der Organisation angegriffen. Als Grundlage für die Argumente gegen ihn diente der Essay „Über die Musik der Degeneration“ des Schriftstellers Maxim Gorki. Obwohl er einige Jahre bis 1928 in der Emigration in Italien verbracht hatte, kam er mit der westeuropäischen Gesellschaft nicht zurecht, weswegen sein Artikel mit Hass gegen den Westen erfüllt war. Gorkis Meinung nach wurden der Jazz und der Foxtrott nur von Degenerierten, die ein frivoles Leben führten, geliebt. Außerdem sah Gorki im Jazz ein Mittel der Kapitalisten, die mit der Musik das Volk manipulierten, um ihre Herrschaft zu verstärken. Bald wurde diese Aussage zur offiziellen Position der sowjetischen Regierung. So wurde der Jazz offiziell verboten (Starr 1990:77-86).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Transkulturalität und Interkulturelle Kommunikation: Vorstellung der theoretischen Grundlagen nach Welsch und Lüsebrink zur Analyse interkultureller Verflechtungen.

2. Einführung in die Jazz-Geschichte: Kurzer Überblick über die Ursprünge und stilistischen Merkmale des Jazz in den USA.

3. Der Jazz in der UdSSR: Untersuchung der verzögerten Verbreitung der Musik aufgrund von Krieg, Isolation und staatlicher Kontrolle.

4. Die gesellschaftlich-politische Aufnahme des Jazz: Analyse der wechselhaften Phasen zwischen Duldung durch die NEP, ideologischer Verfolgung und staatlichen Anpassungsversuchen.

5. Der sowjetische Jazz und seine Vertreter: Porträtierung prägender Musiker und Orchester sowie der Einfluss der Stiliagi-Subkultur.

6. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur Rolle des Jazz als sprachliches Phänomen des Volkes trotz politischer Widerstände.

Schlüsselwörter

Jazz, UdSSR, Kulturtransfer, Transkulturalität, Interkulturalität, Sowjetunion, Walentin Parnach, Alexander Tsfasman, Leonid Utesow, Stiliagi, Zensur, Musikgeschichte, Ideologie, Jazzorchester, Musik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Kulturtransfer des Jazz von den USA in die Sowjetunion und untersucht, wie die neue Musikrichtung trotz ideologischer Widerstände in der UdSSR rezipiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Geschichte des Jazz, die politische Instrumentalisierung von Kunst, die Rolle staatlicher Zensur und die Entwicklung sowjetischer Jazz-Ensembles.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie der Jazz in der UdSSR aufgenommen wurde und welche gesellschaftlichen Resonanzen er in einem politisch kontrollierten Umfeld hervorrief.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden theoretische Konzepte der Transkulturalität von Wolfgang Welsch und der interkulturellen Kommunikation von Hans-Jürgen Lüsebrink als Analysemethodik herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Vermittlungsprozesse, der politisch-gesellschaftlichen Bedingungen unter dem stalinistischen Regime sowie die Vorstellung maßgeblicher Musiker und Subkulturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Jazz, Kulturtransfer, UdSSR, Stiliagi, ideologische Zensur und künstlerische Adaption.

Wie reagierte die sowjetische Führung auf Jazzmusik?

Die Reaktion war zwiegespalten: Während der NEP-Ära wurde Jazz teilweise geduldet, später jedoch unter Stalin als "dekadent" gebrandmarkt, verboten und durch staatliche Orchester zu ersetzen versucht.

Wer waren die wichtigsten Akteure in der sowjetischen Jazzszene?

Zu den prägenden Persönlichkeiten zählen Walentin Parnach als Pionier, Alexander Tsfasman als Bandleader der AMA-Jazzband und Leonid Utesow, der den theatralischen Jazz populär machte.

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Detalles

Título
Kulturtransfer zwischen den USA und der Sowjetunion. Resonanz und Rezeption des Jazz in der UdSSR
Universidad
University of Vienna  (Zentrum der Translationswissenschaft)
Calificación
1
Autor
Elena Zakharova (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
27
No. de catálogo
V471077
ISBN (Ebook)
9783668954779
ISBN (Libro)
9783668954786
Idioma
Alemán
Etiqueta
kulturtransfer sowjetunion resonanz rezeption jazz udssr transkulturalität interkulturelle kommunikation Lüsebrink Welsch USA transculturalism kulturelle adaption culture
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Zakharova (Autor), 2019, Kulturtransfer zwischen den USA und der Sowjetunion. Resonanz und Rezeption des Jazz in der UdSSR, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471077
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