In Deutschland liegt das Risiko im Verlauf des Lebens an einer Psychose zu erkranken, die als Schizophrenie diagnostiziert wird bei etwas unter einem Prozent. Bezieht man auch die leichten Formen der Krankheit mit ein, wie zum Beispiel die paranoiden
Wahnkrankheiten, steigt das Risiko bereits auf zwei Prozent. Zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr, tritt diese/ treten diese bevorzugt auf. In der ICD10-Klassifikation ist die Schizophrenie als F20 bekannt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einordnung und Epidemiologie der Schizophrenie
2 Symptomatik
3 Verschiedene Formen der Schizophrenie
3.1 Der paranoide Typus (F20.0)
3.2 Der hebephrene Typus (F20.1)
3.3 Der katatone Typus (F20.2)
4 Risikofaktoren
5 Schizophrenie im Alter
6 Aufgaben der Sozialen Arbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das Krankheitsbild der Schizophrenie, beleuchtet deren verschiedene Formen und Risikofaktoren und analysiert insbesondere die Herausforderungen und Aufgaben der Sozialen Arbeit bei der Betreuung betroffener Menschen, speziell im höheren Lebensalter.
- Epidemiologie und diagnostische Einordnung der Schizophrenie
- Differenzierung der klinischen Hauptformen (paranoider, hebephrener und katatoner Typus)
- Risikofaktoren und Verlaufsmuster der Erkrankung
- Spezifische Symptomatik und Herausforderungen bei Schizophrenie im Alter
- Interventionsmöglichkeiten und Beratungsaufgaben der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
3 Verschiedene Formen der Schizophrenie
Da die Schizophrenie viele verschiedene Formen annimmt, ist sie in drei Haupttypen einzuteilen. Diese sind „nach den Hauptmerkmalen, die sie kennzeichnen, auf vielerlei Weise klassifiziert worden“ (Arieti, 2001, S. 66), auch wenn sich in der Praxis viele verschiedene Mischformen finden lassen, die nicht eindeutig einem Schema zuzuordnen sind.
3.1 Der paranoide Typus (F20.0)
Der Kern des paranoiden Typus ist das Misstrauen. Betroffene Personen gehen davon aus, dass ihnen andere Menschen nichts Gutes wollen, weshalb sie ständig aufpassen und vorsichtig sind, was sie von sich preisgeben. (Sachse, 2013).
Das Misstrauen führt oft zu einer Fehleinschätzung von Dingen und Ereignisse. „Der paranoide Schizophrene externalisiert sofort sein vorherrschendes Gefühl in [Bezug] auf sich selbst und nimmt es als negative Wertung wahr, die andere von ihm haben“ (Arieti, 2001, S. 67). Fühlt sich der Patient beispielsweise minderwertig oder unbeholfen, entsteht bei ihm der Eindruck (und später die Gewissheit), von allen ausgelacht zu werden. Der paranoide Patient leidet häufig an Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Diese Form der Schizophrenie tritt oftmals auch bei Erkrankungen im fortgeschrittenen Alter auf (Arieti, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einordnung und Epidemiologie der Schizophrenie: Dieses Kapitel erläutert die Prävalenz der Schizophrenie in Deutschland und benennt die klassische ICD-10-Klassifikation F20 sowie die bevorzugten Alterszeiträume für den Ausbruch der Erkrankung.
2 Symptomatik: Hier werden die Kernsymptome wie Halluzinationen, Denkstörungen und Wahn beschrieben sowie die Schwierigkeiten einer frühzeitigen Diagnose durch schleichende Verlaufsformen thematisiert.
3 Verschiedene Formen der Schizophrenie: Das Kapitel differenziert die Störung in die drei Haupttypen paranoider, hebephrener und katatoner Typus und erläutert deren spezifische Ausprägungen.
4 Risikofaktoren: Die Ausführungen behandeln genetische Faktoren, Substanzmissbrauch und soziale Hintergründe als potenzielle Begünstiger einer schizophrenen Erkrankung.
5 Schizophrenie im Alter: Dieses Kapitel fokussiert auf die Manifestation der Krankheit bei älteren Menschen und beleuchtet Zusammenhänge zwischen Lebenskrisen, Suizidalität und dem erhöhten Risiko im Alter.
6 Aufgaben der Sozialen Arbeit: Abschließend werden die zentralen Handlungsfelder der Sozialarbeit definiert, insbesondere die Rolle als Vermittler und die Notwendigkeit der Angehörigenberatung.
Schlüsselwörter
Schizophrenie, Psychose, Symptomatik, paranoider Typus, hebephrener Typus, katatoner Typus, Risikofaktoren, Schizophrenie im Alter, Soziale Arbeit, Prävention, psychische Erkrankung, Angehörigenberatung, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, klinische Sozialarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das Krankheitsbild der Schizophrenie, deren Klassifikation, Symptome und Ursachen sowie deren Implikationen für die Soziale Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Differenzierung der Schizophrenie-Formen, die Risikofaktoren, die Besonderheiten der Erkrankung im Alter und die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für das Schizophreniespektrum zu schaffen und aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter im klinischen Umfeld professionell intervenieren und unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller fachwissenschaftlicher Quellen, um das Krankheitsbild und die notwendigen sozialarbeiterischen Kompetenzen theoretisch herzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die klinische Symptomatik, die verschiedenen Unterformen der Krankheit, biologische und soziale Risikofaktoren sowie spezifische Herausforderungen bei der Behandlung älterer Patienten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen neben der Schizophrenie selbst die Begriffe Psychose, Soziale Arbeit, klinische Symptome, Prävention und psychosoziale Beratung.
Warum ist die Arbeit speziell für Sozialarbeiter relevant?
Sie vermittelt notwendiges Hintergrundwissen, um im Berufsalltag frühzeitig Warnsignale zu erkennen, professionell an Fachpersonal zu vermitteln und Angehörige angemessen zu begleiten.
Wie unterscheidet sich die Schizophrenie im Alter von der bei jüngeren Erwachsenen?
Im Alter manifestiert sich die Erkrankung oft chronischer und kann durch sensorische Defizite oder Lebensverlustereignisse wie den Tod des Ehepartners begünstigt werden, wobei die Suizidrate in dieser Altersgruppe besonders kritisch zu betrachten ist.
- Quote paper
- Ina Jäger (Author), 2019, Schizophrenie im Alter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471098