Welchen Einfluss haben Geschlechterrollen (Ideologien) auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?


Hausarbeit, 2019
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Zentrale Begriffe und Definition
2.1 Geschlechterrollen
2.2 Familie
2.3 Familiengerechte Arbeitsbedingungen
2.4 Vereinbarkeit
2.5 Gender Pay Gap

3 Ausgangslage von Vereinbarkeit für Familien
3.1 Wandel der Geschlechterrollen
3.2 Kinderbetreuung in Deutschland
3.3 Geburtenraten in Deutschland

4 Aktueller Forschungsstand
4.1 Hypothese zur Familienpolitik
4.2 Hypothese zum Verfall in alte Muster
4.3 Hypothese zur Vereinbarkeit
4.4 Hypothese zur höheren Bildung der Frauen

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abkiirzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Durch den Zeitungsartikel „Wie Geschlechterrollen unser Verhalten bestimmen“ (Deutschlandfunk, 2018) bin ich auf die Problematik der Geschlechterrollen aufmerksam geworden und möchte mich daher, mit der nachfolgenden Forschungsfrage beschäftigen:

Welchen Einfluss haben Geschlechterrollen (Ideologien) auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Mit dieser Hausarbeit möchte ich überprüfen, ob Geschlechterrollen Einflüsse auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben. Es soll untersucht werden, wie die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau aussieht, ob Vorbzw. Nachteile bei den unterschiedlichen Geschlechtern herrschen und ob sich ideologischen Geschlechterrollen im Wandel der Jahre verändert haben.

2 Zentrale Begriffe und Definition

Bevor wir uns mit der Untersuchung des Problems beschäftigen, sollen Begrifflichkeiten definiert werden.

2.1 Geschlechterrollen

Wenn wir den Begriff Geschlechterrollen verwenden, sprechen wir in der Regel von Idealen, bzw. Normen. Dies bedeutet, dass Frauen und Männer über Jahrzehnte in gewissen Kategorien eingeordnet und Erwartungen an Geschlechter gerichtet wurden. Klassisch wird zwischen Frau und Mann unterschieden. Derzeit unterziehen sich die klassischen Geschlechterrollen Veränderungen.

Das klassische Bild der Frau bzw. des Mannes war bis in die 1970er unverändert und galt bis dahin als Leitbild für die Geschlechter. Die Struktur sah damals vor, dass jung geheiratet, viele Kinder in jungen Jahren gezeugt wurden, die Frau bzw. Mutter sich um den Haushalt kümmerte und der Mann allein erwerbstätig war. (Neubauer, 2010, p. 248 f.) Inzwischen haben sich die Geschlechterrollen weiterentwickelt und verharren nicht stur auf den zuvor genannten Genderrollen.

In Industrienationen haben sich fünf Modelle der Geschlechterrollen etabliert; (Lang, 2004, p. 23. f.)

- Familienökonomisches Model – Beide Elternteile arbeiten im Unternehmen, welches von
- Traditionelles bürgerliches Modell – Die Frau ist für den Haushalt zuständig und der Mann muss primär die finanzielle Versorgung gewährleisten
- Modernisiertes bürgerliches Modell – In diesem Modell arbeiten beide Elternteile, einer in Teilzeit und der andere in Vollzeit
- Egalitär-erwerbsbezogenes Modell – Hier wird von der familialen Arbeitsteilung gesprochen, beide Ehepartner kümmern sich zu jeweils gleichen Anteilen um den Haushalt und das Einkommen. Kinder werden in staatlichen Einrichtungen großgezogen
- Egalitär-familienbezogenes Modell – Selbiges Model wie zuvor, Kinder werden aber nicht ganztags durch den Staat betreut, sondern die Elternteile kümmern sich abwechselnd um die Betreuung

2.2 Familie

Wie wir bereits erfahren haben, wurde in der Vergangenheit sehr früh geheiratet, dementsprechend konnte die Familienplanung schnell vorangetrieben werden. Betrachten wir die heutigen Geburtenraten und das Alter der heiratenden Paare, fällt auf, dass Familien im Vergleich zu damals, später gegründet werden. Anhand der Geburtenrate lässt sich erschließen, dass heutzutage Kinder und Familiengründung in den Hintergrund rücken und keine übergeordnete Rolle einnehmen; bekam eine Frau 1963 noch durchschnittlich 2,53 Kinder, beträgt die Geburtenrate 2015 pro Frau nur noch 1,50 Kinder. (Auskunftsbereich Demografie, 2018)

2.3 Familiengerechte Arbeitsbedingungen

Auch aus Arbeitnehmersicht steigen die Ansprüche an Unternehmen und bei der Arbeitsgestaltung rückt familienbewusste Unternehmenspolitik in den Fokus. Dies haben auch die Unternehmen begriffen und versuchen ihren Arbeitnehmern ein familiäres Umfeld zu bieten oder familienfreundlicher Arbeitszeiten anzubieten. Heutzutage ist es keine Seltenheit, wenn Großunternehmen über firmeninterne Kindergärten verfügen und Mitarbeitern angeboten wird vormittags im Büro und nachmittags von zu Hause aus zu arbeiten. Viele Arbeitgeber gewähren daher auch komplette Home-Offices. Dieser Wechsel hingehend zu familiengerechten Arbeitsbedingungen, ist dem stark gewachsenen Anteil der Mütter zu verdanken, welche Familie und Beruf besser vereinen wollen. (Klenner & Schmidt, 2007) (Klenner, et al., 2013, p. 2 f.)

2.4 Vereinbarkeit

Beschreibt den Versuch eine für uns persönlich vertretbare Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie zu finden. Durch eine Vielzahl an politisch motivierten Diskussionen, besteht die Familienpolitik größtenteils seit den 80er Jahren daraus Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie zu schaffen. (Oelkers, 2010, p. 99 f.) (Claudia Finke, 2017)

Es existieren Ansätze der Bundesregierung Vereinbarkeit zu verbessern, mehrere Beschlüsse zielen z.B. auf den Ausbau der Kinderbetreuung ab oder erbrachten den Beschuss das ElterngeldPlus auszugeben. Das ElterngeldPlus sieht z.B. vor, beide Partner in Elternteilzeit gehen zu lassen und abwechselnd in Teilzeit zu arbeiten.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Deutschland am schlechtesten bewertet, hierzulande haben wir verglichen mit anderen europäischen Ländern die niedrigsten Geburtenraten, der Lohnabstand, auf welchen wir in Kapitel 2.5 weiter eingehen werden, zwischen den Geschlechtern ist sehr hoch. Alleinerziehende Eltern haben ein gesteigertes Armutsrisiko, in welches sie nach einer Scheidung, Trennung oder auch dem Verlust des Partners geraten können. (Böllert, 2010, p. 103 f.)

2.5 Gender Pay Gap

Sprechen wir vom Gender Pay Gap ist eine geschlechts-spezifische Einkommenslücke gemeint. Der Gender Pay Gap beschreibt die Differenz des durchschnittlichen Brutto-Stundenlohns von Männern und Frauen. Unterschieden wird zwischen unbereinigtem und dem bereinigtem. Der unbereinigte Gender Pay Gap umfasst Arbeitnehmer in Voll-, Teil-Zeit, Praktikanten, Auszubildende und geringfügig Beschäftige, der bereinigte Gender Pay Gap hingegen vergleicht nur Arbeitnehmer mit gleichen Voraussetzungen. Die Gründe für geschlechtsspezifische Lohnlücken sind Segregation des Arbeitsmarktes bzw. des Arbeitsmarktsegmentes, Erwerbsunterbrechung durch Schwangerschaften und die Gestaltung des beruflichen Werdegangs. Kritiker des Gender Pay Gaps sagen, dass der tatsächliche Verdienstunterschied weitaus geringer ausfällt und der Vergleich überschätzt wird. Die nachfolgende Grafik soll die unterschiedlichen Brutto-Verdienste in Vollzeit aufzeigen. Die Tabelle macht die Unterschiede des Verdienstes zwischen Frau und Mann sehr deutlich. (Busch, 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildun g 1 Verdienste Männer und Frauen, Quelle: http://www.bpb.de/izpb/198038/ungleichheiten-zwischen-frauen-und- m aennern?type = galerie & sho w= i m age & k =2

Anhand dieser Grafik wird ersichtlich, dass Männer im Jahre 2011 in westlichen Bundesländern ein Bruttogehalt von 4002 € beziehen, wohingegen Frauen für dieselbe Arbeit nur 3186 € erhalten.

3 Ausgangslage von Vereinbarkeit für Familien

Die unterschiedlichen Definitionen von Familie und Vereinbarkeit wurden bereits herausgestellt. Nachfolgend sollen die derzeitigen Probleme untersucht und der Wandel der Geschlechterrollen betrachtet werden. Anschließend müssen die Anforderungen an Familien und Arbeit überprüft werden.

3.1 Wandel der Geschlechterrollen

Die Definitionen der unterschiedlichen Geschlechterrollen wurden in Kapitel 2.1 behandelt. Betrachten wir die Modelle, ist die Frau in fast allen Modellen berufstätig. Dies bedeutet nicht, dass sie zwangsläufig Vollzeit beschäftigt ist, aber im Vergleich zu früher ist der Großteil der Frauen mindestens in Teilzeit beschäftigt. Durch eine Umfrage des Delta Instituts für Sozialund Ökologieforschung wird deutlich, dass 85 Prozent der 2000 befragten Frauen gerne in Teilzeit arbeiten und keine Vollzeitbeschäftigung anstreben. Frauen sind sich bewusst, dass ihr geschmälerter Verdienst durch die Teilzeitstelle weniger Rente erwirtschaftet und sie somit Gefahr laufen, später in der Altersarmut zu landen und eine hohe Abhängigkeit zu ihrem Partner zu entwickeln. Nichtsdestotrotz wollen sie aber nicht wieder in Vollzeit arbeiten. (Delta Institut, 2018) (Seith, 2018) (Zeit Online, 2018)

Frauen und Männer wurden in ihren individuellen Vorhaben ab den 1970ern bestärkt, da durch den Einstieg der Frau in der Arbeitswelt auch ein Demografischer Wechsel vollzogen wurde. Dieser sorgte z.B. dafür, dass die Geburtenrate sank, die Alterserwartung stieg, die gesellschaftliche Akzeptanz für alleinerziehende Lebensund Haushaltsformen stieg, zusätzlich wurden Ehen später geschlossen, da keine Notwendigkeit mehr einer frühzeitigen Eheschließung bestand. (Anon., 1989, p. 14 f)

In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass Frauen sich nicht mehr mit der klassischen Rolle als Hausfrau zufriedenen geben. Früher galt es als erstrebenswert Hausfrau zu sein und für die Familie auf Karriere zu verzichten. Ebenfalls war das Alleinversorgermodel durch den Mann zu diesem Zeitpunkt am lukrativsten, da dieser in der Regel einen höheren Bildungsabschluss hatte und somit gesteigerte Perspektiven auf ein erhöhtes Einkommen waren. Inzwischen erlangen die Frauen meist höhere Bildungsabschlüsse als Männer, was wiederum den Frauen einen theoretischen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt verschafft. Zusätzlich muss erwähnt werden, dass sich nicht nur Frauen aus ihren klassischen Rolle lösen, sondern Männer ebenfalls aus ihren alten Rollenmustern herausbrechen wollen, somit wurde das Alleinversorgermodel der Vergangenheit durch den Doppelverdiener-Haushalt abgelöst. (Stark, 2010, p. 384 f.)

Betrachten wir nachfolgende Grafik wird deutlich, dass Frauen die Männer in Sachen Bildung bereits abgehängt haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Höchster Schulabschluss, Quelle: https://www.boeckler.de/52377.htm

Die Grafik lässt erkennen, dass Frauen inzwischen bereits mehr Aufwand in Bildung investieren und dadurch höhere Bildungsabschlüsse erzielen als Männer. Früher hingegen hatten die Männer noch höhere Bildungsabschlüsse als Frauen, was dazu führte, dass Männer aufgrund höherer Bildung, besser bezahlte Berufe ausüben konnten. Somit war früher die Entscheidung einfacher, ob der Mann zu Hause bleibt oder die Frau, da die Frauen aber heutzutage aufgrund ihrer höheren Bildung einen Vorteil gegenüber den Männern auf dem Arbeitsmarkt haben, bleibt die Frage, ob der Mann als Alleinverdiener noch zeitgerecht ist oder ob die Frau schnellstmöglich wieder Vollzeit arbeiten sollte, da aufgrund des Doppelverdiener-Haushaltes ein höheres Einkommen erzielt werden kann. (Neubauer, 2010, p. 254 f)

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Welchen Einfluss haben Geschlechterrollen (Ideologien) auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V471273
ISBN (eBook)
9783668956384
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welchen, einfluss, geschlechterrollen, ideologien, vereinbarkeit, familie, beruf
Arbeit zitieren
Sebastian Moussa (Autor), 2019, Welchen Einfluss haben Geschlechterrollen (Ideologien) auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471273

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