In dieser Facharbeit wird zunächst geklärt, was Konflikt und Konfliktmanagement bedeuten. Danach werden die theoretischen Hintergründe auf das Eskalationsmodell und Konfliktbewältigung beschränkt. Im anschließenden Kapitel werden die Instrumente auf ihre Brauchbarkeit in der Organisation geprüft. Das Ziel ist es, auf Basis der Eskalationsstufen Methoden darzulegen, die durch eine Drittpartei ermöglicht werden. Zum Schluss wird sich kritisch mit dieser Thematik auseinandergesetzt.
Im beruflichen Alltag gewinnt das Arbeiten im Team zunehmend an Bedeutung, da sich die verschiedenen Mitarbeiter mit ihrem Spezialwissen ergänzen können. Jedoch könnte es durch das Aufprallen von unterschiedlichen Persönlichkeiten, abweichenden Sichtweisen, Erwartungen, Interessen und Wünschen zu Spannungen kommen und somit auch zu Konflikten führen. In Organisationen besteht nicht nur deshalb ein erhöhtes Konfliktpotential.
Konflikte sind ein Teil des Lebens und in jeder Handlungsebene menschlichen Zusammenlebens etwas kaum Vermeidbares. Dabei wird das Wort "Konflikt" für die unterschiedlichsten Situationen wie Ehekonflikt, Generationenkonflikt, Nahostkonflikt usw. genutzt. Somit sind Konflikte also sowohl im politischen und gesellschaftlichen, als auch im privaten und beruflichen Umfeld präsent. Es ist klar, dass Konflikte im Privatbereich verharrende Folgen haben können. Auch in Organisationen könnten nicht rechtzeitig wahrgenommene und gelöste Konflikte z.B. zu einem schlechteren Betriebsklima, der Verschwendung von Ressourcen, der Minderung von Leistung, erhöhter Personalfluktuation oder Unzufriedenheit führen. Mit Konflikten wird für gewöhnlich etwas Negatives verbunden, allerdings sind sie nicht per se etwas Schlechtes. Denn sie deuten auf bestehende Dissonanzen hin und dienen der Veränderung und Entwicklung. Konflikte an sich sind nicht das Hauptproblem, sondern der Umgang mit ihnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Bedeutung Konflikt und Konfliktmanagement
2.2 Forschungsansätze: Eskalationsmodell, Konfliktbewältigung
3. Lösungsansatz: Konfliktbewältigung durch eine Drittpartei
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Entstehung von Konflikten im beruflichen Umfeld und untersucht, wie diese mithilfe des Eskalationsmodells nach Glasl sowie spezifischer Interventionsmethoden durch externe Drittparteien effektiv bewältigt werden können.
- Grundlagen des Konfliktmanagements in Organisationen
- Analyse des Eskalationsmodells nach Friedrich Glasl
- Methoden der Konfliktbewältigung (Flucht, Machtstrategie, Konsens)
- Einsatz von Drittparteien wie Moderatoren und Mediatoren
- Instrumente zur Prozessbegleitung und Schiedsverfahren
Auszug aus dem Buch
2.2 Forschungsansätze: Eskalationsmodell, Konfliktbewältigung
Eskalationsmodell: Da Konflikte als dynamische Prozesse gelten, verlaufen sie unterschiedlich. Dennoch konnte Glasl ein Eskalationsmodell entwickeln. Konflikte lassen sich somit besser, aufgrund der sichtbaren Symptome analysieren und es hilft dabei, eine effektivere Reaktion einzuleiten. Neun Stufen werden in drei Ebenen zusammengefasst, wobei diese die Konfliktlösungsqualität darstellen.
Erste Ebene: Win-win (Beide Konfliktpartner könnten noch „gewinnen“)
1. Verhärtung: Unterschiedliche Standpunkte prallen aufeinander und Spannungen bzw. Reibungen werden bewusst. Diese Phase ist ein alltäglicher Prozess und es wird davon ausgegangen, dass die Spannungen durch Gespräche und Kooperationen gelöst werden können.
2. Polarisation und Debatte: Die Parteien versuchen ihren Standpunkt mit strategischen Argumenten und Konfrontation durchzusetzen. Aus Gesprächen entwickeln sich polarisierende Debatten, in der die Reizbarkeit zunimmt. Dritte werden involviert und die verbale Gewalt beeinflusst die Kommunikation sowie das soziale Klima. Das Misstrauen und der Druck wachsen.
3. Taten statt Worte: Der Konflikt verschärft sich, aufgrund der mangelnden Kommunikation und dem erhöhten Druck. Es wird auf nonverbale Signale geachtet und das wahrgenommene Verhalten interpretiert. Dabei kann es zu Fehlinterpretationen kommen. Die Partner versuchen durch Taten ihren Standpunkt zu vertreten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Teamarbeit im beruflichen Alltag und die damit einhergehende Notwendigkeit, entstehende Konflikte konstruktiv zu bewältigen.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Konfliktbegriff, erläutert das Eskalationsmodell nach Glasl in neun Stufen und stellt verschiedene Strategien zur Konfliktbewältigung vor.
3. Lösungsansatz: Konfliktbewältigung durch eine Drittpartei: Hier wird untersucht, wie externe Instanzen wie Moderatoren oder Mediatoren je nach Eskalationsgrad unterstützend eingreifen können.
4. Schlussbetrachtung: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung des Eskalationsmodells zur Analyse von Konflikten und betont, dass die Einbeziehung Dritter in fortgeschrittenen Stadien für eine Deeskalation unumgänglich ist.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Eskalationsmodell, Friedrich Glasl, Konfliktbewältigung, Win-Win, Mediation, Moderation, Prozessbegleitung, Schiedsverfahren, Drittpartei, soziale Konflikte, Kommunikation, Organisationsklima, Teamentwicklung, Machtstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Management von Konflikten in Organisationen und wie diese durch systematisches Verständnis und externe Unterstützung gelöst werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Eskalationsdynamik nach Glasl, den verschiedenen Reaktionsweisen von Konfliktparteien und den Interventionsmöglichkeiten durch Dritte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis des Eskalationsmodells Methoden darzulegen, die durch eine Drittpartei ermöglicht werden, um Konflikte konstruktiv zu steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende Modelle der Konfliktforschung (speziell von Glasl und Berkel) zusammenführt und auf ihre praktische Anwendbarkeit prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Konflikten, die detaillierte Darstellung des Eskalationsmodells und die Vorstellung spezifischer Lösungsansätze wie Mediation und Schiedsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Konfliktmanagement, Eskalationsmodell, Mediation, Moderation und Konfliktlösungsqualität.
Wie unterscheidet sich die Mediation von einem Schiedsverfahren?
Während bei der Mediation auf ein einvernehmliches Ergebnis (Konsens) abgezielt wird, trifft bei einem Schiedsverfahren eine Drittpartei eine bindende Entscheidung.
Wann ist die Methode der Moderation besonders geeignet?
Moderation eignet sich vor allem bei Konflikten in einem niedrigen Eskalationsstadium, bei denen die Parteien noch selbstständig und regelgeleitet zu einer Lösung finden können.
Warum ist das Eskalationsmodell nach Glasl für Führungskräfte relevant?
Es dient als Diagnoseinstrument, um den Stand eines Konfliktes frühzeitig zu erkennen und die passende Interventionsmethode zu wählen.
Welche Rolle spielt die „Delegation“ im Kontext der Konfliktbewältigung?
Die Delegation beschreibt den Prozess, bei Scheitern der direkten Verständigung eine neutrale dritte Instanz hinzuzuziehen, um den Konflikt zu bearbeiten.
- Arbeit zitieren
- Shkurte Rashiti (Autor:in), 2016, Konflikte im Betrieb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471282