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Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht

Welchen Stellenwert hat das Kindeswohl?

Title: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonathan Loos (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Ziel der vorliegenden Arbeit soll sein, die aktuellen aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen (Stand 2016) von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) bei der Einreise nach Deutschland zu beschreiben und mit Blick auf den Vorrang des Kindeswohls als Leitprinzip im Umgang mit UMF zu bewerten. Dafür wird zunächst ein statistischer Überblick über die Lage der UMF in Deutschland gegeben und anschließend auf die rechtlichen Besonderheiten im Umgang mit UMF im Aufenthaltsrecht eingegangen. Anhand der rechtlichen Grundlagen erfolgt jeweils eine Überprüfung, welchen Stellenwert das Kindeswohl bei den einzelnen Regelungsbereichen in Theorie und Praxis einnimmt.

Aufgrund der sich stetig verändernden Gesetzeslage im Asylrecht, aber auch im Kinder- und Jugendhilferecht in Deutschland fällt eine umfassende Bewertung der Lebenssituation von UMF allerdings schwer. Zum Einen werden sich die Auswirkungen der zahlreichen Gesetzesänderungen erst im Laufe der Zeit zeigen. Zum Anderen wird die Lebenssituation von UMF durch unterschiedlichste Rechtsgebiete bestimmt, wobei insbesondere das Zusammenspiel von Aufenthalts- und Jugendhilferecht eine zentrale Rolle spielt.

Die besondere Schutzbedürftigkeit von UMF hat sich in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in das Bewusstsein der Bevölkerung und der politischen Verantwortungsträger eingeprägt. Als Meilenstein wird in diesem Zusammenhang die Zurücknahme des deutschen Vorbehalts gegenüber der UN-Kinderrechtskonvention betrachtet. Seitdem soll der Vorrang des Kindeswohls auch im deutschen Asylrecht ohne Einschränkungen gelten, was sich auch in besonderer Weise auf die Situation von UMF auswirkt.

So wurden im Asylrecht in den letzten Jahren zahlreiche Gesetzesänderungen vorgenommen, um die Situation von unbegleiteten Minderjährigen im Asylverfahren sowie bei der Unterbringung und Betreuung zu verbessern und damit den Anforderungen des Kindeswohls gerecht zu werden. Wichtige Schritte waren etwa die Abschaffung der asylrechtlichen Handlungsfähigkeit von Jugendlichen ab 16 Jahren sowie die Formulierung von Mindestbedingungen bei der Abschiebung. Dennoch sehen viele Nichtregierungsorganisationen und Wohlfahrtsverbände nach wie vor Handlungsbedarf bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, besonders wenn es um aufenthaltsrechtliche Regelungen geht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kindeswohl im internationalen Recht und die Relevanz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

3. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

3.1. Definition „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“

3.2. Fluchtgründe

3.3. Zahlen zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland

3.4. Zusammensetzung

4. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht

4.1. Verfahrensgarantien nach der Dublin III-Verordnung

4.2. Identifizierung

4.3. Verteilung

4.4. Vormundschaft

4.5. Clearing-Verfahren

4.6. Altersfeststellung

4.7. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Asylverfahren

4.7.1. Zuständigkeit Deutschlands nach der Dublin III-Verordnung

4.7.2. Anhörung

4.7.3. Entscheidung im Asylverfahren

4.8. Schutzgewährung außerhalb eines Asylverfahrens

4.9. Aufenthaltstitel

5. Bewertung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, die aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) in Deutschland zu analysieren und kritisch mit dem Leitprinzip des Kindeswohls zu bewerten, um festzustellen, inwieweit der Schutz dieser vulnerablen Gruppe in der Praxis gewährleistet wird.

  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen für UMF in Deutschland
  • Bewertung des Stellenwerts des Kindeswohls in Theorie und Praxis
  • Untersuchung der Herausforderungen bei Identifizierung, Verteilung und Altersfeststellung
  • Evaluierung der Rechtsposition und der Möglichkeiten zur Erlangung eines Aufenthaltstitels

Auszug aus dem Buch

4.1. Verfahrensgarantien nach der Dublin III-Verordnung

Ein besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des Kindeswohls legt insbesondere die Dublin III-Verordnung, die zentrale Verfahrensgarantien für den Umgang mit UMF festlegt. Art. 6 Abs. 1 macht zunächst den Vorrang des Kindeswohls zum zentralen Leitprinzip, das sich auf alle Bereiche im Umgang mit UMF, insbesondere auch auf die aufenthaltsrechtlichen Verfahren auswirken soll.

Um diesem Prinzip gerecht zu werden, legt die Dublin III-Verordnung in den folgenden Bestimmungen unverrückbare Verfahrensgarantien für UMF unabhängig des Aufenthaltsstatus fest. So haben die Mitgliedstaaten nach Art. 6 Abs. 2 dafür zu sorgen, „dass ein unbegleiteter Minderjähriger in allen Verfahren, die in dieser Verordnung vorgesehen sind, von einem Vertreter vertreten und/oder unterstützt wird“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Kindeswohls im deutschen Asylrecht und skizziert die Problematik zwischen gesellschaftlicher Debatte und der besonderen Schutzbedürftigkeit von UMF.

2. Das Kindeswohl im internationalen Recht und die Relevanz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Kindeswohls auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention und erläutert dessen völkerrechtliche Verankerung sowie die Relevanz für geflüchtete Kinder.

3. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland: Es erfolgt eine Definition des Begriffs UMF sowie ein Überblick über Fluchtgründe, aktuelle statistische Daten und die demografische Zusammensetzung dieser Gruppe.

4. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die verschiedenen aufenthaltsrechtlichen Prozeduren wie Verteilung, Vormundschaft, Identifizierung und Asylverfahren unter dem Fokus des Kindeswohls.

5. Bewertung und Ausblick: Das Fazit zieht eine Bilanz der rechtlichen Fortschritte bei der Behandlung von UMF und weist auf bestehende Defizite in der praktischen Umsetzung der Kinderschutzstandards hin.

Schlüsselwörter

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Kindeswohl, Aufenthaltsrecht, Asylverfahren, UN-Kinderrechtskonvention, Vormundschaft, Clearing-Verfahren, Dublin III-Verordnung, Schutzbedürftigkeit, Altersfeststellung, Aufenthaltstitel, Integration, Rechtssicherheit, Jugendhilfe, Flüchtlingsschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der aufenthaltsrechtlichen Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland und untersucht, welchen Stellenwert das Prinzip des Kindeswohls dabei in der Praxis einnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die rechtliche Definition von UMF, das Asylverfahren, die Rolle der Jugendhilfe, die Vormundschaft, die Altersfeststellung sowie die verfahrensrechtlichen Schutzmechanismen nach der Dublin III-Verordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Bewertung der Frage, ob die aktuellen aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen dem Anspruch des Vorrangs des Kindeswohls tatsächlich gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftlich orientierte Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Sachstandsberichten von Hilfsorganisationen sowie der Analyse relevanter gesetzlicher Regelungen und Rechtsprechung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Verfahrensschritte wie Identifizierung, Verteilung, Altersfeststellung, Vormundschaft, Clearing-Verfahren und die Bedingungen zur Erlangung eines Aufenthaltstitels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), Kindeswohl, Aufenthaltsrecht, Asylverfahren, Vormundschaft und Clearing-Verfahren.

Warum ist das Clearing-Verfahren für UMF so wichtig?

Im Clearing-Verfahren wird die individuelle Situation des Minderjährigen untersucht, um den Bedarf an Hilfeleistungen zu planen und festzustellen, ob ein Asylantrag die sinnvollste Perspektive bietet.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Altersfeststellung?

Da oft keine Dokumente vorliegen, ist die Altersbestimmung fehleranfällig; sowohl medizinische als auch nicht-medizinische Methoden werden kritisch diskutiert, da sie oft ungenau sind oder eine hohe Belastung für die Jugendlichen darstellen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Vormunds?

Der Vormund nimmt eine zentrale Schlüsselrolle bei der rechtlichen und persönlichen Betreuung ein, wobei der Autor betont, dass eine umfassende Schulung der Vormünder unerlässlich ist, um die Rechte der Minderjährigen gegenüber Behörden effektiv zu vertreten.

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Details

Title
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht
Subtitle
Welchen Stellenwert hat das Kindeswohl?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Grade
1,0
Author
Jonathan Loos (Author)
Publication Year
2016
Pages
32
Catalog Number
V471302
ISBN (eBook)
9783668953390
ISBN (Book)
9783668953406
Language
German
Tags
Unbgleitete minderjährige Flüchtlinge UMA UMF Migrationspolitik Kindeswohl Menschenrechte Flüchtling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonathan Loos (Author), 2016, Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Aufenthaltsrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471302
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