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Der Kommunitarismus. Solidarität und Gemeinsinn im Zentrum einer modernen Gesellschaftskritik

Titre: Der Kommunitarismus. Solidarität und Gemeinsinn im Zentrum einer modernen Gesellschaftskritik

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2015 , 14 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Jonathan Loos (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Die steigenden Zahlen von Asylbewerbern haben in Deutschland intensive Debatten über den Umgang mit Asylsuchenden ausgelöst. Dabei stellen die aktuellen Flüchtlingsbewegungen den europäischen Kontinent nicht nur materiell, sondern auch ideell vor immense Herausforderungen. Mit Blick auf den Umgang mit Migranten rückt auch die Frage nach einer angemessenen Gesellschaftsform wieder stärker in das Blickfeld. Brennende Asylunterkünfte und zunehmender Fremdenhass auf deutschen Straßen zeigen deutlich, dass es notwendig ist, sich laufend mit den grundlegenden Prinzipien unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Schließlich müssen die Fragen nach einer gerechten politischen Ordnung immer wieder aufs Neue beantwortet werden. Wie können Gerechtigkeitsgrundsätze innerhalb einer Gesellschaft gefunden werden, die angemessen auf aktuelle Herausforderungen reagieren?

Die wohl umfassendste Gesellschaftstheorie der Gegenwart beschreibt John Rawls‘ politischer Liberalismus. In seinem Hauptwerk a theory of justice beschreibt er eine sozial-politische Grundordnung, die auf dem Wert der Gleichheit beruht und in der das Zusammenleben durch festgesetzte Gerechtigkeitsgrundsätze geordnet ist. Im Mittelpunkt seiner Theorie steht das Individuum als zentraler Entscheidungsträger. Rawls‘ Theorie hat eine Vielzahl von Reaktionen hervorgerufen. So entstand auch der Kommunitarismus in den 1980er Jahren als kritische Reaktion auf die liberale Philosophie Rawls. Die kommunitaristische Theorie betont in bewusster Abgrenzung zum Liberalismus die Verantwortung des Individuums gegenüber seiner Umgebung und die Bedeutung sozialer Bindungen eines jeden Menschen. Eine der zentralen Fragen des Kommunitarismus ist die, wie viel gemeinsame Identität zwischen den Mitgliedern einer Gesellschaft vorhanden sein muss, damit ein reibungsloses Zusammenleben funktioniert.

Im Folgenden sollen die Kritikpunkte des Kommunitarismus an der gesellschaftlichen Konzeption von Rawls‘ politischem Liberalismus aufgezeigt werden. Die Kritik an Rawls‘ Theorie entzündet sich dabei an verschiedenen Aspekten und ist auch innerhalb der kommunitaristischen Theorie sehr heterogen.

Abschließend stellt sich die Frage, wie die kommunitaristischen Kritikpunkte mit Blick auf die aktuelle politische Realität bewertet werden können. Ob die Befürchtungen sowie generell die radikale Kritik am politischen Liberalismus aus heutiger Sicht gerechtfertigt sind, soll deshalb zum Abschluss der Arbeit ebenfalls untersucht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die kommunitaristische Kritik an Rawls‘ politischem Liberalismus

1. Das Individuum in der Gesellschaft

2. Die Vorstellung einer gerechten Gesellschaft

3. Prioritätensetzung im politischen System

4. Moralvorstellungen als universelles Gut?

5. Bewertung der kommunitaristischen Kritik

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die kommunitaristische Kritik an John Rawls’ politischem Liberalismus, insbesondere dessen Konzeption des "ungebundenen Selbst", und untersucht deren Relevanz sowie Anwendbarkeit vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise.

  • Liberale Gesellschaftstheorie vs. kommunitaristische Kritik
  • Das Individuum als "ungebundenes Selbst" vs. soziales Wesen
  • Der Vorrang des Gerechten vor dem Guten
  • Zusammenhang zwischen Gemeinschaftsbildung und Identität
  • Politische Anwendbarkeit kommunitaristischer Ansätze in der Migrationspolitik

Auszug aus dem Buch

1. Das Individuum in der Gesellschaft

Ein zentraler Aspekt des politischen Liberalismus, der vor allem vom US-amerikanischen Philosophen Michael Sandel kritisiert wurde, ist die liberale Konzeption des Individuums als ungebundenes Selbst. Rawls orientiert sich bei seiner Gesellschaftstheorie an den Vertragstheorien und begibt sich zur Findung von validen Gerechtigkeitsgrundsätzen in ein Gedankenexperiment. In einem imaginären, idealen Urzustand wird hinter einem Schleier des Nichtwissens bezüglich gesellschaftlicher Stellung, familiärer Bindungen oder Nationalität eine faire Ausgangssituation geschaffen, in der über die Gerechtigkeitsgrundsätze und gemeinschaftlichen Werte entschieden wird, die in einer Gesellschaft gelten sollen. „Die Prinzipien, die wir in einer solchen Situation vernünftigerweise wählen würden, sind nach Rawls die Prinzipien der Gerechtigkeit“ (Reese-Schäfer, 1994, S. 15). Rawls‘ Theorie geht davon aus, dass der Mensch sich im politischen Raum frei von eigenen Interessen und Zielen machen kann und als ungebundenes Selbst unabhängig von der eigenen Tradition und Kultur sowie von persönlichen Zielen und Werten über Gerechtigkeitsgrundsätze entscheiden kann. „Rawls‘ Selbst ist ‚vor seinen Zielen da‘, es ist nicht gemeinschaftlich konstituiert und durch Werte, Auffassungen des Guten und gemeinschaftliche Bindungen definiert, sondern ‚wählt‘ seine Ziele und Werte nach subjektiven Präferenzen“ (Forst, 1993, S. 184).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle gesellschaftspolitische Relevanz der Debatte um den Liberalismus ein und skizziert die Fragestellung zur kritischen Auseinandersetzung mit John Rawls’ Gesellschaftskonzeption.

II. Die kommunitaristische Kritik an Rawls‘ politischem Liberalismus: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die zentralen Kritikpunkte am Liberalismus, darunter das Konzept des Individuums, die Frage der Gerechtigkeit, die Prioritätensetzung im System sowie das Verhältnis von Moral und Ethik.

1. Das Individuum in der Gesellschaft: Es wird die liberale Vorstellung des "ungebundenen Selbst" der kommunitaristischen Sicht gegenübergestellt, nach der der Mensch maßgeblich durch soziale Bindungen konstituiert wird.

2. Die Vorstellung einer gerechten Gesellschaft: Das Kapitel untersucht die unterschiedlichen Konzeptionen einer gerechten Ordnung und kritisiert das von Rawls angeführte Differenzprinzip aus einer gemeinschaftstheoretischen Perspektive.

3. Prioritätensetzung im politischen System: Hier wird der liberale Vorrang des Gerechten vor dem Guten kritisiert, der nach kommunitaristischer Auffassung die Bedeutung gemeinsamer Werte für die Gesellschaft vernachlässigt.

4. Moralvorstellungen als universelles Gut?: Es wird dargelegt, dass im Kommunitarismus Moral und Ethik untrennbar mit der Gemeinschaft verbunden sind, während Rawls eine universelle, kontextunabhängige Moral postuliert.

5. Bewertung der kommunitaristischen Kritik: Dieses Kapitel prüft die Praxistauglichkeit der kommunitaristischen Kritik anhand aktueller Herausforderungen wie der Flüchtlingsproblematik.

III. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und zieht das Fazit, dass der Kommunitarismus wertvolle Denkanstöße für eine kontextbezogene Politik liefert, auch wenn er keine umfassende Gegen-Theorie bietet.

Schlüsselwörter

Kommunitarismus, Politischer Liberalismus, John Rawls, Gerechtigkeit, Ungebundenes Selbst, Gemeinschaft, Soziale Identität, Flüchtlingskrise, Moral, Ethik, Gesellschaftskritik, Individuum, Differenzprinzip, Migrationspolitik, Werte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Kontroverse zwischen dem politischen Liberalismus, wie er von John Rawls formuliert wurde, und der daraus erwachsenen kritischen Bewegung des Kommunitarismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Individuums, das Wesen einer gerechten Gesellschaft, das Verhältnis von Gerechtigkeit und dem "Guten" sowie die Bedeutung gemeinschaftlicher Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die kommunitaristischen Kritikpunkte an Rawls herauszuarbeiten und zu bewerten, inwieweit diese Kritik vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Probleme, wie der Flüchtlingsfrage, gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, bei der zentrale Positionen der politischen Philosophie (vornehmlich Rawls, Sandel, Walzer) gegenübergestellt und kritisch auf ihre praktische Anwendbarkeit geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf thematische Abschnitte, die das Menschenbild, Gerechtigkeitsvorstellungen, politische Prioritäten und das Verständnis von Moral/Ethik analysieren und schließlich in eine Bewertung münden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kommunitarismus, Liberalismus, das "ungebundene Selbst", Gemeinschaftsethik und die Anwendung dieser Konzepte auf die Migrationsproblematik.

Wie positioniert sich der Autor zur "Realitätsferne" der liberalen Theorie?

Der Autor teilt die kommunitaristische Auffassung, dass Rawls’ Liberalismus aufgrund seiner Abstraktion und der Vernachlässigung realer sozialer Bindungen Schwierigkeiten hat, als alleinige Basis für Lösungen in konkreten Krisen zu dienen.

Welchen Stellenwert nimmt die Flüchtlingsproblematik in der Untersuchung ein?

Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel im letzten Abschnitt des Hauptteils, um die abstrakte philosophische Kritik an Rawls auf eine aktuelle, praktische politische Herausforderung anzuwenden.

Wie bewertet die Arbeit den Kommunitarismus als politische Theorie?

Die Arbeit würdigt den Kommunitarismus als wichtige Mahnung zur Rückbesinnung auf den gesellschaftlichen Basiskonsens, erkennt jedoch an, dass er primär als kritische Ergänzung zum Liberalismus fungiert und weniger als voll ausgearbeitetes eigenständiges politisches System.

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Résumé des informations

Titre
Der Kommunitarismus. Solidarität und Gemeinsinn im Zentrum einer modernen Gesellschaftskritik
Université
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Note
1,3
Auteur
Jonathan Loos (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
14
N° de catalogue
V471304
ISBN (ebook)
9783668936799
ISBN (Livre)
9783668936805
Langue
allemand
mots-clé
Kommunitarismus Liberalismus John Rawls politische Ideengeschichte politischer Liberalismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jonathan Loos (Auteur), 2015, Der Kommunitarismus. Solidarität und Gemeinsinn im Zentrum einer modernen Gesellschaftskritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471304
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Extrait de  14  pages
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