Mit Innovationen Probleme in Schulen lösen. Am Beispiel Schulabsentimus


Hausarbeit, 2019
10 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Innovationen in Schulen

3. Schulverweigerung / Schulabsentismus

4. Der APFEL
4.1 Knowledge
4.2 Persuasion
4.3 Decision
4.4 Implementation
4.5 Confirmation
4.6 Vor- und Nachteile
4.6.1 Vorteile
4.6.2 Nachteile

5. Zusammenfassung

6. Quellenverzeichnis:

1. Einführung

Im Zuge der Lehrveranstaltung „Projekt Schul- und Unterrichtsentwicklung“ lernten wir Vorgehensweisen und Ansätze kennen, wie Innovationen an Schulen eingesetzt und durchgeführt werden können. Wir bekamen die Aufgabe, einer dieser Ansätze an einem Beispiel (Probleme in Schulen und im Unterricht) praktisch umzusetzen und eine Idee zu entwickeln, welche Innovationen eingesetzt werden könnten, um diese Probleme zu lösen. Meine Gruppe entschied sich dafür, das Schulschwänzen von SchülerInnen näher unter die Lupe zu nehmen und eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie dem entgegen gewirkt werden kann.

In dem vorliegenden Paper möchte ich mich näher mit dieser sehr interessanten Aufgabestellung auseinandersetzten und unsere Gruppenarbeit vorstellen, erweitern und analysieren, also die Vor- und Nachteile auflisten, die dieses Projekt mit sich bringen kann.

Beginnen möchte ich mit einem kurzen theoretischen Input, in dem Informationen zum Thema „Innovationen in Schulen“ gegeben werden. Danach gehe ich auf das Thema Schulabsentismus näher ein und beschreibe die Idee APFEL, die wir ausgearbeitet haben. Zum Schluss möchte ich, wie bereits erwähnt, Vor- und Nachteile dieser Innovation näher erläutern und eine kurze Zusammenfassung geben.

2. Innovationen in Schulen

Eine geeignete Definition für den Begriff Innovation zu finden, erweist sich als schwer, da es zahlreiche verschiedene, mehrdimensionale und vielschichtige Beschreibungen in der Literatur gibt. Ich möchte mich jedoch nur auf eine davon beschränken, da eine nähere Auseinandersetzung den Rahmen sprengen würde.

In der wörtlichen Übersetzung bedeutet Innovation Neuerung: neue Verfahren, neue Maßnahmen, neue Methoden, neue technische Geräte, neue Organisationsformen, etc. Jeder neue Einfall, jeder neue Gedanke oder jedes neue Verhalten wird in der Fachliteratur dementsprechend als Innovation definiert, sie hebt sich qualitativ von den gerade bestehenden Formen ab und beschreibt etwas Neues. (vgl. Hunneshagen 2005, 14)

Hunneshagen gibt eine Definition an, die er für seine Arbeit heranzieht, und die mir als sehr gelungen erscheint:

Innovationen sind geplante Prozesse, mit dem Ziel einer wünschenswerten Veränderung bzw. Verbesserung, die zu einer signifikanten Änderung im Status quo führen. Innovationen beinhalten eine Innovationsstrategie und einen Innovationsprozess und müssen in einem systemischen Zusammenhang gesehen werden. (Ebd., 17)

Es geht also um eine Veränderung des Status quo, natürlich mit der Absicht, Verbesserungen dadurch zu erlangen. Zudem ist es wichtig, eine Strategie und einen Prozess zu beschreiben, die sich mit Einführung, Verbreitung und Adoption von Innovationen beschäftigen. Hier möchte ich das Prozessmodell von Rogers (1995) heranziehen und für die Innovation APFEL anwenden:

In der ersten Stufe des Prozesses geht es darum, dass Personen die Innovation kennenlernen (Knowledge), danach müssen sie von dieser überzeugt werden (Persuasion), sich dann für oder gegen die Innovation entscheiden (Decision), sie als vorletzter Stufe implementieren, sie also einführen (Implementation) und als Letztes die Innovationsentscheidung bestätigen, sie weiter nutzen oder nicht (Confirmation). (vgl. Holtappels 2013, 49)

Bei diesem Prozess werden also die einzelnen Schritte beschrieben, wie eine Innovation in der Schule ein- und durchgeführt werden kann, um sie danach weiter nutzen zu können.

3. Schulverweigerung / Schulabsentismus

Lernunlust und Abneigung gegen die Schule treten bei den meisten Schülern hin und wieder auf. Auf Grund länger nicht beachteter Auslöser und verstärkender Faktoren, die individuell verschieden sein können und oft nicht nur schulische Vorgänge betreffen […] verfestigt sich bei manchen diese Schulaversion und kann dann bis zur Schulverweigerung führen. (Helbock 2012, 2)

Schulschwänzen, Schulverweigerung und Schulabsentismus kommen in vielen Schulen immer wieder vor und werden von einigen SchülerInnen aus den unterschiedlichsten Gründen praktiziert. In der Kurzinformation über Schulverweigerung und Schulabsentismus des Landesschulrats für Vorarlberg (2012) wird das Augenmerk auf mögliche Ursachen und Hintergründe von Schulschwänzen und Schulschwänzern gelegt, wie frühe Symptome erkannt werden können, Hinweise für die Schulleitung gegeben und pädagogische Maßnahmen und Interventionen beschrieben, die hilfreich im Umgang mit Schulverweigerung sein können.

Ich möchte mich jedoch hauptsächlich auf eine von unserer Gruppe ausgearbeitete Idee (Innovation) spezialisieren, die es ermöglichen sollte, notorisches Schulschwänzen zu unterbinden, beziehungsweise zu verringern.

4. Der APFEL

4.1 Knowledge

Wichtig ist natürlich zuerst das Gespräch mit Lehrpersonen und mit der Schulleitung zu suchen um herauszufinden, ob es in den unterschiedlichen Klassen und den verschiedenen Fächern SchülerInnen gibt, die viele Fehlstunden (entschuldigt oder unentschuldigt) vorweisen. Stellt sich heraus, dass dies ein von mehreren Lehrpersonen gesehenes Problem darstellt, sollte auf die Problematik und die Wichtigkeit einer geeigneten Innovation hingewiesen und eine Versammlung einberufen werden, in der über mögliche Vorgehensweisen gesprochen werden kann.

In dieser Versammlung sollte eine Präsentation der Innovation erfolgen, um die anderen Lehrpersonen über die Idee zu informieren:

Der APFEL steht für die Abkürzung „Arbeitsplattform für engagierte Lernende“ und ist eine, wie der Name bereits verrät, Online-Plattform, auf den Lehrpersonen und SchülerInnen Zugang haben. Auf dieser Plattform werden unterschiedliche Aufgaben und Tätigkeiten aufgelistet, die in der Schule zu verrichtet werden sind:

- Arbeiten in der Bibliothek (Bücher sortieren, Ausleiharbeiten, Zusammenräumen, Putzen,…)
- Schülerlotsen (nach Altersgruppe abhängig)
- Hilfe bei diversen Veranstaltungen (Sessel aufstellen, schmücken, aufräumen,…)
- Aufgaben im Turnsaal (Turngeräte wegräumen, Turnschränke ordnen,…)
- Hausmeister oder Putzfrauen helfen (Mistkübel entleeren, kleine Putz- oder Reparaturaufgaben,…)
- Klassenordner (Tafel löschen, Trennwände holen, Zettel austeilen,…)
- Nachhilfe (jüngeren oder „schlechteren“ SchülerInnen beim Lernen helfen)
- etc.

Diese Aufgaben sind nun für zwei Arten von SchülerInnen gedacht: diejenigen, die gerne freiwillig diese Tätigkeiten ausführen und helfen wollen und die SchülerInnen, die eine bestimmte Anzahl von Fehlstunden aufweisen (ca. zehn). Alle SchülerInnen haben auf den APFEL Zugriff und können sich für die unterschiedlichen Aufgaben eintragen, um sie dann zu einem ihnen mitgeteilten Zeitraum zu absolvieren (Zeit sollte auf Plattform aufgelistet sein). SchülerInnen mit Fehlstunden MÜSSEN sich für eine Aufgabe eintragen, um ihre verpassten Stunden auf eine andere Art und Weise hereinzuholen (trotzdem sind verpasste Hausübungen, Schulübungen etc. natürlich nachzumachen). Für SchülerInnen, die ärztliche Entschuldigungen vorgelegt haben, gibt es Sonderregelungen und es ist möglich, sie von diesen Aufgaben zu befreien, auch wenn sie mehr als zehn Fehlstunden aufweisen. Sie haben aber trotzdem die Möglichkeit, sich freiwillig für Tätigkeiten zu melden.

Natürlich ist es auch wichtig, die SchülerInnen über dieses Vorhaben genauestens zu informieren und ihnen, genauso wie den Lehrpersonen, den Zugang zu der Plattform zu erklären, damit der Umgang damit reibungslos vonstattengehen kann.

4.2 Persuasion

Nachdem Lehrpersonen und SchülerInnen über die wichtigsten Informationen zum APFEL Bescheid wissen, wäre es natürlich von Vorteil, die positiven Seiten und die Chancen, die mit dieser Innovation verbunden sind, aufzuzeigen und somit die Betroffenen von der Idee zu überzeugen.

Lehrpersonen haben die Möglichkeit, auf die Plattform zuzugreifen und Aufgaben auf diese zu „posten“, bei denen sie Hilfe von SchülerInnen brauchen könnten. Sie können jedoch auch Tätigkeiten auflisten, die sie für Kinder und Jugendliche als geeignet empfinden oder von denen sie der Überzeugung sind, dass sie von Vorteil für diese sein könnten. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass SchülerInnen, die immer wieder Fehlstunden anhäufen, weniger in der Schule fehlen, da, zusätzliche zu allen Arbeiten, die nachgeschrieben werden müssen, weitere Aufgaben zu erledigen sind.

Für die betroffenen SchülerInnen könnte ein möglicher Vorteil der Innovation sein, dass viele Aufgaben sich als spannend, interessant oder sogar lustig erweisen können und sie diese gerne erledigen. Außerdem ist es eine gute Alternative zu unterschiedlichen anderen Bestrafungen (Hausordnung abschreiben, Nachsitzen,…). Deshalb werden diese Aufgaben zur Abarbeitung der Fehlstunden von uns nicht als Bestrafung angesehen, sondern als Ausgleichsleistungen .

Um sich für oder gegen diese Innovation entscheiden zu können, sollte man auch die Eltern mit ins Boot holen und auch sie über den APFEL informieren. Dabei wird ihnen nahe gelegt, dass auch SchülerInnen von diesen Ausgleichsleistungen Gebrauch machen müssen, die mehrere entschuldigte Fehlstunden aufweisen, da es oft schwierig erscheint, zwischen „echten und unechten“ Entschuldigungsschreiben zu unterscheiden. Doch auch wenn es sich um entschuldigte Fehlstunden handelt und die SchülerInnen gewisse Tätigkeiten des APFELS vollziehen müssen, bringen sie doch einen Mehrwert für die ganze Klasse und die Schule und dadurch, dass die Betroffenen aus unterschiedlichen Aufgaben wählen können, die noch nicht besetzt sind, ist die Chance groß, eine Aufgabe zu verrichten, die den Kindern und Jugendlichen auch wirklich Spaß macht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Mit Innovationen Probleme in Schulen lösen. Am Beispiel Schulabsentimus
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Autor
Jahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V471364
ISBN (eBook)
9783668936812
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule, Bildungswissenschaften, Innovationen, Innovationen in Schulen, Innovation in Schulen
Arbeit zitieren
Marlene Untersteiner (Autor), 2019, Mit Innovationen Probleme in Schulen lösen. Am Beispiel Schulabsentimus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471364

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