Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?


Hausarbeit, 2017
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen/Annahmen

3. Marx´ Entfremdungstheorie
3.1 Einführung
3.2 Zusammenfassung

4. Das bedingungslose Grundeinkommen
4.1 Begriffsklärung
4.2 Historie
4.3 Begründungen für ein bedingungsloses Grundeinkommen
4.4 Kritik
4.5 Aktuelle Entwicklungen in Europa

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Name Karl Marx ist den meisten Menschen in unserem Land bekannt. Sein Name ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt Chemnitz verbunden, die von 1953 bis 1990 Karl-Marx-Stadt hieß und deren Wahrzeichen das Karl-Marx-Monument ist. Marx´ Ideen waren es, die später die ideologischen Grundlagen des Kommunismus und damit auch der sozialistischen Politik der Deutschen Demokratischen Republik bildeten.

Eine seiner Feststellungen war die Entfremdung der Menschen von ihrer Arbeit und ihrem Gattungswesen in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Der Mensch würde nicht für sich arbeiten, um sich selbst zu verwirklichen, sondern er müsse Zwangsarbeit leisten, um seine Existenz zu sichern. Was Marx genau unter dem Begriff der Entfremdung versteht und wie er diese Erscheinung der kapitalistischen Gesellschaft beschreibt, soll im ersten Teil der Arbeit dargestellt werden. Zunächst muss jedoch geklärt werden, welche Annahmen und welches Menschenbild Marx’ Denken zu Grunde liegen. Nur auf diese Weise lässt sich seine Entfremdungstheorie erfassen.

Nach der Analyse dieser Fragen soll anschließend darauf eingegangen werden, wie der Zustand der entfremdeten Arbeit überwunden werden kann. Marx hat dazu die Revolution der unterdrückten Klasse, des Proletariats, als Lösung gesehen. Mit dieser Arbeit soll aber nicht die Revolution als Instrument der Überwindung der Entfremdung, sondern das bedingungslose Grundeinkommen analysiert werden. Das bedingungslose Grundeinkommen hat eine sehr lange Ideengeschichte. Es soll jedem Bürger einer Gesellschaft ohne Gegenleistung (bedingungslos) zur Sicherung der Existenz ausgezahlt werden. Damit sollen die Menschen vom Zwang zur Arbeit befreit und ihnen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung gegeben werden. Die Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen in einer kapitalistischen Gesellschaft das Potenzial besitzt, den Zustand der entfremdeten Arbeit aufzuheben, soll zum Abschluss dieser Arbeit beantwortet werden. Zuvor wird das Konzept sowie die historische Entwicklung des Grundeinkommens vorgestellt. Außerdem werden Kritikpunkte aber auch Argumente für das bedingungslose Grundeinkommen und erste Ergebnisse des Experiments aus Finnland dargestellt.

2. Voraussetzungen/Annahmen

Marx` Entfremdungstheorie muss sich auf eine Annahme darüber stützen, wie eine ideale Beziehung des Arbeiters zu den von ihm produzierten Produkten auszusehen hat. Das heißt, dass Entfremdung nur als Problem gesehen werden kann, wenn ein entsprechendes Menschenbild zugrunde liegt und eine Vorstellung über die ideale Arbeitsweise vorhanden ist. Joachim Israel führt dazu aus, dass der Mensch im marxistischen Sinn als aktives Wesen seine Geschichte selbst entwirft. Seine Geschichte ist also nicht von vornherein festgelegt, sondern der Mensch produziert alle gesellschaftlichen Bedingungen als aktives Subjekt selbst. Diese Bedingungen seien jedoch veränderlich. Aus diesem Grund gäbe es keinen ökonomischen Determinismus, wie es manche Marxisten und Marx-Kritiker behaupteten würden (Israel, 1985, S. 106).

Marx` Menschenbild ist vornehmlich durch Vertreter des deutschen Idealismus, wie Hegel und Feuerbach, geprägt. Von Feuerbach übernahm Marx vor allem den anthropologischen Materialismus. Darauf verweist Marx in der Vorrede seiner Schrift „Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844“ selbst:

„Von Feuerbach datiert erst die positive humanistische und naturalistische Kritik. Je geräuschloser, desto sicherer, tiefer, umfangsreicher und nachhaltiger ist die Wirkung der Feuerbachischen Schriften, die einzigen Schriften seit Hegels Phänomenologie und Logik, worin eine wirkliche theoretische Revolution enthalten ist“ (Marx, 2017, S. 5).

Israel sieht als ersten Teil von Marx` Theorie vom Menschen die Vorstellung vom Menschen als Naturwesen. Damit ist gemeint, dass der Mensch ein aktives Subjekt, wie bereits oben erwähnt, sowie biologisches und gesellschaftliches Wesen ist. Als zweiten Teil sieht Israel die Ansicht von Marx, dass der Mensch über einen gesellschaftlichen Charakter verfüge und auf Grund dessen ohne gesellschaftliche Beziehungen nicht existieren könne. Marx würde der Ansicht widersprechen, dass es zwischen dem einzelnen Menschen und der Gesellschaft einen Konflikt gäbe. Das Besondere an der Marxschen Entfremdungstheorie sei, dass sie den Konflikt innerhalb der Gesellschaft und zwischen den verschiedenen sozialen Klassen sehen würde (Israel, 1985, S. 115 ff.). Aus diesem Grund wird der Marxismus auch Klassentheorie genannt. Als dritten Teil der Theorie benennt Israel die Rolle der Arbeit im gesamten Produktionsprozess als Mittel zur Selbstverwirklichung und nicht zuletzt auch als Unterschied zwischen Mensch und Tier. Der Mensch könne im Vergleich zum Tier „innerhalb einer universellen Perspektive und unabhängig von unmittelbaren Bedürfnissen produzieren“ und die Natur humanisieren (ebd., S. 118). Der Mensch kann also zu jeder Zeit Nahrung und dergleichen suchen oder produzieren, unabhängig von gerade verspürten Trieben. Er kann planvoll und mehr produzieren, als er für sich und seine Familie braucht. Der Mensch macht daher seine Lebenstätigkeit, also die Arbeit, zum „Gegenstand seines Wollens und seines Bewusstseins“ (Marx, 2017, S. 54). Als vierten Teil von Marx´ Theorie führt Israel die „Totalität des Menschen“ an, die einerseits bedeute, dass der Mensch über alle Fähigkeiten verfüge, die der Weiterentwicklung der Gesellschaft nützlich sein könnten. Andererseits meine Totalität, dass das Individuum unter den gesellschaftlichen Voraussetzungen alle seine Talente und Fertigkeiten realisieren könne (Israel, 1985, S. 119). Israel deutet damit den totalen Menschen als „Menschen, der seine Sinne, seine Wahrnehmung, sein Denken und seine Triebkräfte zur ‚Aneignung der Welt’ verwendet“ (ebd., S. 121).

Der Mensch wird also als totales, universell produzierendes und gesellschaftliches Wesen beschrieben. Darüber hinaus spricht Marx auch vom Menschen als Gattungswesen. Von Adam Schaff wurden 1965 in seinem Buch „Marxismus und das menschliche Individuum“ vier Verwendungsweisen des Begriffs „Gattungswesen“ identifiziert. Erstens handele es sich beim Menschen um ein gesellschaftliches, kooperatives Wesen. Nur wenn der Mensch kooperativ handeln könne, würde dies seinem Gattungswesen entsprechen. Dazu gehört auch, dass der Mensch nicht fremdbestimmt handelt, sondern dass seine Tätigkeiten „freie Tätigkeiten“ sind (Marx, 2017, S. 54). Zweitens würde Marx den Begriff Gattungswesen zur Charakterisierung des Menschen als Exemplar der Menschheit gebrauchen. Laut Schaff sei dies aber eine eher nicht geläufige Auslegung. Drittens meine der Begriff Gattungswesen, dass der Menschen ein bewusst handelndes, seine Tätigkeiten planendes Wesen sei, wie bereits dargestellt wurde. Und viertens würde Marx unter Gattungswesen den Idealtyp eines Menschen begreifen, der alle seine angeborenen Fähigkeiten, verwerten kann (Schaff, 1970, S. 33ff.).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für Marx der Mensch ein gesellschaftliches, Wesen ist, das sich durch seine in Freiheit getroffenen Entscheidungen für bestimmte Tätigkeiten, die er planvoll für sich oder andere verrichtet, selbst zu verwirklichen versucht. Was diesem Idealbild im Kapitalismus entgegen steht, wird im nächsten Kapitel beleuchtet.

3. Marx´ Entfremdungstheorie

3.1 Einführung

In seinen „Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten“ aus dem Jahre 1844 erläutert Marx vier verschiedene Ergebnisse entfremdeter Arbeit. Er zeigt auch auf, wie seiner Ansicht nach der Kapitalismus notwendig diese Entfremdung hervorruft – nämlich, indem der Mensch zur Sicherung seiner Existenz zur Arbeit gezwungen sei und damit nicht mehr frei über seine Lebenstätigkeit entscheiden könne. Dabei produziert er immer mehr Reichtum auf der Seite einer ihm fremden Macht, die ihn für seine Tätigkeit einen Lohn zahle. Auf diese Weise sei er auch an der Produktion von Privateigentum beteiligt, die von der „Nationalökonomie“ unbegründet als „Faktum“ angesehen werde (Marx, 2017, S. 48 ff.). Im Folgenden sollen die vier Ebenen der entfremdeten Arbeit nach Marx näher dargestellt werden.

3.1.1 Entfremdung im Verhältnis zu den Produkten seiner Arbeit

Rahel Jaeggi interpretiert Marx in diesem Punkt auf zweierlei Art. Erstens wäre der Arbeiter unfähig, sich mit dem von ihm hergestellten Produkt „sinnhaft“ zu identifizieren und zweitens wäre er unfähig, über seine Tätigkeit „Kontrolle auszuüben“ (Jaeggi, 2016, S. 33). Der Arbeiter könne zum einen nicht mehr kontrollieren, was auf dem Markt mit dem von ihm hergestellten Produkt geschehe und unter welchen Bedingungen es getauscht würde. Das Produkt gehört dem Arbeiter nicht, er kann nicht darüber verfügen. Dies sieht Jaeggi als Kontrollverlust bzw. Enteignung an. Andererseits würde Entfremdung auch heißen, dass der Arbeiter auf Grund von Arbeitsteilung und Spezialisierung „keine Beziehung zum Produkt seiner Arbeit als Ganzem“ habe (Jaeggi, 2016, S. 33). Zur Veranschaulichung greift Jaeggi auf Adam Smiths Stecknadel-Beispiel zurück. Smith erklärte daran die Vorteile der Arbeitsteilung, die über Spezialisierung zu höherer Produktivität und damit zu mehr Wohlstand führen würde. Die Schattenseite dessen ist jedoch, dass sich für den Arbeiter „das Produkt seiner spezifischen Arbeit […] nicht zu einem sinnvollen Ganzen“ zusammenfügen würde (ebd., S. 34). Darüber hinaus sieht der Markt den Arbeiter auch selbst als Ware an, weil „die Arbeit sich selbst und den Arbeiter als eine Ware“ produziert (Marx, 2017, S. 49).

Zur Verdeutlichung kann hier der Fließbandarbeiter als Beispiel dienen, der beim Bau eines Autos jeden Tag immer das gleiche Bauteil an die Karosserie schraubt. Nach Marx hat dieser Arbeiter keine Beziehung zum fertig hergestellten Automobil, weil er einerseits über die Marktbedingungen keine Kontrolle hat und andererseits, weil er eben nur zu einem kleinen Teil an der Herstellung des Autos mitgewirkt hat. Außerdem ist dieser Fließbandarbeiter für den Markt ein Produktionsfaktor, eine Ware, die durch andere Arbeiter austauschbar ist.

3.1.2 Die Entfremdung von der Tätigkeit als dem Arbeiter nicht angehörige Tätigkeit

Diese doppelte Bedeutung der Entfremdung von Sinnlosigkeit und Kontrollverlust trifft auch für das Verhältnis des Arbeiters zu seiner Tätigkeit, der Produktion, zu. Laut Marx ist die Arbeit für den Arbeiter Zwangsarbeit, weil sie nicht freiwillig geschieht. Sie dient nicht der unmittelbaren Befriedigung der Bedürfnisse selbst, sondern ist nur ein Mittel zur Existenzsicherung (Marx, 2017, S. 54). Der Mensch hat keine Wahl. Im kapitalistischen System ist er gezwungen, für eine ihm fremde Macht, einen fremden Menschen zu arbeiten, um sich vom erhaltenen Lohn die Dinge kaufen zu können, die er zum Überleben braucht. Die Lebenstätigkeit führt laut Jaeggi dazu an, dass der entfremdeten Arbeit der Selbstzweck fehle und sie damit gewissermaßen als sinnlos empfunden wird. „Man identifiziert sich nicht mit dem, was man tut“ (Jaeggi, 2016, S. 35). Aber auch die Spezialisierung der Produktionsprozesse führt zur Entfremdung von der Tätigkeit. Analog zur Entfremdung vom Produkt führt die Arbeitsteilung, die Kleinschrittigkeit zu einer gewissen Verarmung der Handlungen, zu „Beschränktheit und Stumpfheit der Arbeit“ (ebd., S. 34).

Der Fließbandarbeiter in unserem Beispiel würde nach Marx seine Handlungen in der Produktion als stumpfsinnig und fremdbestimmt empfinden. Er kann die Handlungsabläufe nicht selbst bestimmen und er arbeitet nicht am Fließband, weil er ein intrinsisches Motiv für diese Tätigkeit hätte. Er arbeitet am Fließband, weil er vom Lohn seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, seine Nahrung, Kleidung und Wohnung davon bezahlen kann. Diese Arbeit ist nach Marx damit nicht freiwillig, sondern von außen erzwungen. Der Arbeiter würde sich deshalb und weil er sich nach seinen Fähigkeiten nicht frei entfalten kann mit seiner Tätigkeit unglücklich fühlen und sich wünschen, diesem Zustand entkommen zu können. „Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich“ (Marx, 2017, S. 52).

3.1.3 Selbstentfremdung

Das Gattungsleben der Menschen bedeutet nach Marx, dass diese, genauso wie Tiere, von der unorganischen Natur leben würden. Das heißt, dass der Mensch von der Natur lebt, in dem er Pflanzen, Tiere usw. ver- und bearbeitet, um rein physisch überleben zu können. Darüber hinaus ist die Natur für den Menschen aber auch Teil seines geistigen Lebens, z. B. als Gegenstand der Naturwissenschaften oder in der Kunst. Während Tiere jedoch ihre Tätigkeiten rein auf die Befriedigung von physischen Bedürfnissen ausrichten würden, würde der Mensch frei und bewusst von diesen Bedürfnissen produzieren (ebd., S. 54 f.). Diese „freie und bewußte Tätigkeit ist der Gattungscharakter des Menschen“ (ebd., S. 54). Weil nun die Zwangsarbeit die Menschen von Produkt und Produktion entfremdet, die Arbeit selbst aber eine grundlegende Tätigkeit der Gattung Mensch sei, würde ebenfalls das Gattungsleben „zu einem Mittel für seine Existenz“ herabgesetzt (ebd., S. 55). Der Mensch entfremdet sich also nicht nur von Produkt und Produktion, sondern auch von sich selbst, weil er durch die Lohnarbeit nicht mehr frei und bewusst handeln kann, seine Tätigkeiten nur noch reines Mittel zum Überleben sind und er somit dem Wesen seiner Gattung zuwiderhandelt.

3.1.4 Entfremdung von der Gesellschaft

Wenn der Mensch vom Produkt, seiner Lebenstätigkeit (der Produktion) und von sich selbst (seinem Gattungswesen) entfremdet ist, so ist er dies auch zu anderen Menschen (ebd., S. 56). Für Marx ist dies eine logische Konsequenz aus den vorangegangen Entfremdungsarten. Wenn der Mensch zu sich selbst entfremdet ist, kann er nicht zur Gesellschaft nicht entfremdet sein. Wenn der Mensch für eine ihm fremde Macht und nicht mehr für sich selbst produziert und sich mit seinem Produkt und der Tätigkeit an sich nicht mehr identifizieren kann, so kann er seine Tätigkeit auch in keinen sinnvollen gesellschaftlichen Zusammenhang stellen. Die Entfremdung von der Gesellschaft bildet den Höhepunkt von Marx´ Entfremdungstheorie. Der Arbeiter erzeugt durch seine entfremdete Arbeit „das Verhältnis eines der Arbeit fremden und außer ihr stehenden Menschen zu dieser Arbeit“ selbst und das Resultat dessen ist die Existenz von Privateigentum (Marx, 2017, S. 58). „Arbeitslohn ist eine unmittelbare Folge der entfremdeten Arbeit, und die entfremdete Arbeit ist die unmittelbare Ursache des Privateigentums“ (ebd., S. 59). Der Arbeiter bzw. die Gesellschaft könne sich aus diesem Zustand der „Knechtschaft“ nur durch „Arbeiteremanzipation“, also eine Revolution befreien (ebd., S. 59).

3.2 Zusammenfassung

Anhand der Ausführungen lässt sich festhalten, dass die von Marx kritisierte Entfremdung mehrere Ursachen hat. Dabei sieht Marx das Privateigentum nicht als Ursache, sondern als Ergebnis der Entfremdung von Produkt, Tätigkeit und Gattungswesen an. Entfremdung selbst hat als Ursache einerseits die Besitzlosigkeit oder Armut, die die Arbeiter zwingt, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihre Existenz zu sichern. Damit ist es ihnen nicht möglich, sich gemäß ihren Fähigkeiten und Talenten selbst zu verwirklichen, was nach Marx das Ziel sein sollte, weil es in der Natur, im Wesen des Menschen liegen würde. Für eine fremde Macht arbeitend ist der Mensch in seiner Arbeit fremdbestimmt (Jaeggi, 2016, S. 34). Darüber hinaus wird der Arbeiter durch das Anbieten seiner Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt selbst zur Ware degradiert, was seinem Gattungswesen widerspricht. Ein wichtiger Punkt für die Entstehung von Entfremdung ist die Arbeitsteilung, die zur Folge hat, dass nicht mehr jeder Arbeiter alles herstellen kann, was Marx´ Menschenbild eines totalen, universell produzierenden und gesellschaftlichen Wesens entgegensteht.

4. Das bedingungslose Grundeinkommen

Während Marx als einzigen Weg aus den kapitalistischen Klassenverhältnissen die Revolution sah, die zum Ziel haben sollte, den Kapitalismus und damit das Privateigentum durch eine sozialistische Gesellschaftsordnung abzulösen, soll nun im Folgenden ein anderer Lösungsansatz diskutiert werden. Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist älter als der Marxismus. Bereits 1796 schlug Thomas Spence als erster die regelmäßige Zahlung eines Grundeinkommens an alle Mitglieder einer Gesellschaft vor, um Armut abzuschaffen (Spence, 1797). Auch heute wird sich besonders seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts und gerade aktuell in Deutschland im Hinblick auf sich verändernde Arbeitsbedingungen in Bezug auf Industrie 4.0 verstärkt damit auseinandergesetzt. Zunächst soll der Begriff geklärt werden. Anschließend werden verschiedene Modelle vorgestellt und über aktuelle Erkenntnisse aus dem Experiment in Finnland berichtet.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V471380
ISBN (eBook)
9783668952690
ISBN (Buch)
9783668952706
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundeinkommen, mittel, auflösung, arbeit
Arbeit zitieren
Antje Meyer (Autor), 2017, Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471380

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