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Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?

Titre: Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?

Dossier / Travail , 2017 , 20 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Antje Meyer (Auteur)

Philosophie - Divers
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Der Name Karl Marx ist den meisten Menschen in unserem Land bekannt. Sein Name ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt Chemnitz verbunden, die von 1953 bis 1990 Karl-Marx-Stadt hieß und deren Wahrzeichen das Karl-Marx-Monument ist. Marx´ Ideen waren es, die später die ideologischen Grundlagen des Kommunismus und damit auch der sozialistischen Politik der Deutschen Demokratischen Republik bildeten.

Eine seiner Feststellungen war die Entfremdung der Menschen von ihrer Arbeit und ihrem Gattungswesen in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Der Mensch würde nicht für sich arbeiten, um sich selbst zu verwirklichen, sondern er müsse Zwangsarbeit leisten, um seine Existenz zu sichern. Was Marx genau unter dem Begriff der Entfremdung versteht und wie er diese Erscheinung der kapitalistischen Gesellschaft beschreibt, soll im ersten Teil der Arbeit dargestellt werden. Zunächst muss jedoch geklärt werden, welche Annahmen und welches Menschenbild Marx’ Denken zu Grunde liegen. Nur auf diese Weise lässt sich seine Entfremdungstheorie erfassen.

Nach der Analyse dieser Fragen soll anschließend darauf eingegangen werden, wie der Zustand der entfremdeten Arbeit überwunden werden kann. Marx hat dazu die Revolution der unterdrückten Klasse, des Proletariats, als Lösung gesehen. Mit dieser Arbeit soll aber nicht die Revolution als Instrument der Überwindung der Entfremdung, sondern das bedingungslose Grundeinkommen analysiert werden. Das bedingungslose Grundeinkommen hat eine sehr lange Ideengeschichte. Es soll jedem Bürger einer Gesellschaft ohne Gegenleistung (bedingungslos) zur Sicherung der Existenz ausgezahlt werden. Damit sollen die Menschen vom Zwang zur Arbeit befreit und ihnen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung gegeben werden.

Die Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen in einer kapitalistischen Gesellschaft das Potenzial besitzt, den Zustand der entfremdeten Arbeit aufzuheben, soll zum Abschluss dieser Arbeit beantwortet werden. Zuvor wird das Konzept sowie die historische Entwicklung des Grundeinkommens vorgestellt. Außerdem werden Kritikpunkte aber auch Argumente für das bedingungslose Grundeinkommen und erste Ergebnisse des Experiments aus Finnland dargestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VORAUSSETZUNGEN/ANNAHMEN

3. MARX´ ENTFREMDUNGSTHEORIE

3.1 Einführung

3.2 Zusammenfassung

4. DAS BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN

4.1 Begriffsklärung

4.2 Historie

4.3 Begründungen für ein bedingungsloses Grundeinkommen

4.4 Kritik

4.5 Aktuelle Entwicklungen in Europa

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht, ob das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens das Potenzial besitzt, den von Karl Marx beschriebenen Zustand entfremdeter Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu überwinden oder zumindest abzumildern.

  • Analyse der Marxschen Entfremdungstheorie und ihres Menschenbildes
  • Konzeptualisierung und Ideengeschichte des bedingungslosen Grundeinkommens
  • Diskussion von Argumenten und Gegenargumenten für ein Grundeinkommen
  • Betrachtung von arbeitsweltlichen Veränderungen durch Industrie 4.0
  • Evaluation aktueller Modellversuche, insbesondere des Experiments in Finnland

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Entfremdung im Verhältnis zu den Produkten seiner Arbeit

Rahel Jaeggi interpretiert Marx in diesem Punkt auf zweierlei Art. Erstens wäre der Arbeiter unfähig, sich mit dem von ihm hergestellten Produkt „sinnhaft“ zu identifizieren und zweitens wäre er unfähig, über seine Tätigkeit „Kontrolle auszuüben“ (Jaeggi, 2016, S. 33). Der Arbeiter könne zum einen nicht mehr kontrollieren, was auf dem Markt mit dem von ihm hergestellten Produkt geschehe und unter welchen Bedingungen es getauscht würde. Das Produkt gehört dem Arbeiter nicht, er kann nicht darüber verfügen. Dies sieht Jaeggi als Kontrollverlust bzw. Enteignung an. Andererseits würde Entfremdung auch heißen, dass der Arbeiter auf Grund von Arbeitsteilung und Spezialisierung „keine Beziehung zum Produkt seiner Arbeit als Ganzem“ habe (Jaeggi, 2016, S. 33). Zur Veranschaulichung greift Jaeggi auf Adam Smiths Stecknadel-Beispiel zurück. Smith erklärte daran die Vorteile der Arbeitsteilung, die über Spezialisierung zu höherer Produktivität und damit zu mehr Wohlstand führen würde. Die Schattenseite dessen ist jedoch, dass sich für den Arbeiter „das Produkt seiner spezifischen Arbeit […] nicht zu einem sinnvollen Ganzen“ zusammenfügen würde (ebd., S. 34). Darüber hinaus sieht der Markt den Arbeiter auch selbst als Ware an, weil „die Arbeit sich selbst und den Arbeiter als eine Ware“ produziert (Marx, 2017, S. 49).

Zur Verdeutlichung kann hier der Fließbandarbeiter als Beispiel dienen, der beim Bau eines Autos jeden Tag immer das gleiche Bauteil an die Karosserie schraubt. Nach Marx hat dieser Arbeiter keine Beziehung zum fertig hergestellten Automobil, weil er einerseits über die Marktbedingungen keine Kontrolle hat und andererseits, weil er eben nur zu einem kleinen Teil an der Herstellung des Autos mitgewirkt hat. Außerdem ist dieser Fließbandarbeiter für den Markt ein Produktionsfaktor, eine Ware, die durch andere Arbeiter austauschbar ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein, verortet Karl Marx' Denken und stellt die Forschungsfrage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen die Entfremdung der Arbeit aufheben kann.

2. VORAUSSETZUNGEN/ANNAHMEN: Dieses Kapitel erläutert das marxistische Menschenbild und die theoretischen Grundlagen, die notwendig sind, um das Konzept der Entfremdung zu verstehen.

3. MARX´ ENTFREMDUNGSTHEORIE: Hier werden die vier Ebenen der Entfremdung (vom Produkt, von der Tätigkeit, Selbstentfremdung, von der Gesellschaft) detailliert analysiert.

4. DAS BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN: Dieses Kapitel definiert den Begriff, betrachtet die historische Entwicklung der Idee und diskutiert aktuelle Debatten, Befürworterargumente, Kritiken sowie Praxisbeispiele.

5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, inwieweit das Grundeinkommen als Mittel gegen Entfremdung dienen kann und welche Herausforderungen weiterhin bestehen.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, Marx, Entfremdung, Lohnarbeit, Arbeitsteilung, Selbstverwirklichung, Kapitalismus, Industrie 4.0, Existenzsicherung, Sozialsystem, Finnland, Arbeitsmarkt, Freiheit, Gattungswesen, Arbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Verbindung zwischen der Marxschen Entfremdungstheorie und der modernen Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens als Lösungsansatz für eine entfremdete Arbeitswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das marxistische Menschenbild, die ökonomische und soziale Entfremdung, die Historie des Grundeinkommens sowie die aktuellen Herausforderungen durch Digitalisierung und Industrie 4.0.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu beantworten, ob das bedingungslose Grundeinkommen in einer kapitalistischen Gesellschaft das Potenzial besitzt, den Zustand der entfremdeten Arbeit tatsächlich aufzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur zur marxistischen Theorie sowie eine Analyse aktueller Konzepte und Modellversuche zum Grundeinkommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der vier Formen der Entfremdung bei Marx sowie eine umfassende Diskussion des Grundeinkommens inklusive Definition, Historie, Pro- und Contra-Argumenten und praktischen Entwicklungen in Europa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bedingungsloses Grundeinkommen, Entfremdung, Marx, Kapitalismus, Arbeitsteilung, Selbstverwirklichung und Existenzsicherung.

Warum wird Marx' Entfremdungstheorie in diesem Zusammenhang betrachtet?

Marx' Theorie dient als philosophischer Ausgangspunkt, um die Probleme der Lohnarbeit (Zwangsarbeit, Sinnlosigkeit, Kontrollverlust) zu identifizieren, die ein Grundeinkommen theoretisch beheben soll.

Kann das Experiment in Finnland als Beleg für die Wirksamkeit dienen?

Die Autorin weist darauf hin, dass das finnische Modell mit 560 Euro monatlich nicht existenzsichernd ist und daher nicht die volle befreiende Wirkung entfaltet, die im theoretischen Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens gefordert wird.

Welche Rolle spielt die Industrie 4.0 für die Argumentation?

Die durch die Digitalisierung und Automatisierung entstehenden Veränderungen am Arbeitsmarkt dienen als ökonomische Begründung für die Notwendigkeit, Einkommen von Erwerbsarbeit zu entkoppeln.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin im Fazit?

Das Fazit schließt, dass ein Grundeinkommen zwar Handlungsspielräume vergrößern und Selbstverwirklichung erleichtern kann, jedoch zusätzliche gesellschaftliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind, um die Entfremdung nachhaltig zu überwinden.

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Résumé des informations

Titre
Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?
Université
Technical University of Chemnitz
Note
1,0
Auteur
Antje Meyer (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
20
N° de catalogue
V471380
ISBN (ebook)
9783668952690
ISBN (Livre)
9783668952706
Langue
allemand
mots-clé
grundeinkommen mittel auflösung arbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Antje Meyer (Auteur), 2017, Das bedingungslose Grundeinkommen als Mittel zur Auflösung entfremdeter Arbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471380
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Extrait de  20  pages
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