Diese Bachelorarbeit befasst sich mit einer anästhologisch-pflegerischen Komplikation, der bis zu neun von zehn Personen ausgesetzt sind, der perioperativen Hyperthermie. Sinkt die Körperkerntemperatur während einer Operation auch nur um wenige Grade ab, drohen schwerwiegende Komplikationen.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, anästhesiologisch-pflegerische Interventionen zur Vermeidung einer intraoperativen Hypothermie zu detektieren. Es sei darauf hinzuweisen, dass die perioperative Hypothermie, trotz der vorrangigen Behandlung in dieser Arbeit, kein ausschließlich anästhesiologischer Problembereich ist, sondern im Gesamtumfang eine interprofessionelle und interdisziplinäre Herausforderung darstellt.
Zunächst wird das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben, sowie die Signifikanz und Aktualität des Themas dargelegt. Es folgt die Beschreibung des theoretischen Bezugsrahmens der erklärten Problematik. Die Beschreibung erfolgt mit Begriffsdefinitionen, den physikalischen Prinzipien eines Wärmeverlustes, den resultierenden Komplikationen und endet mit einer Einführung in die Messmethodik. Als Methodik wird die systematische und strukturierte Vorgehensweise, entsprechend der Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit, deskribiert.
Schließlich werden die Ergebnisse dargestellt, die auf recherchierter und aktueller Datenlage aufbauen. Es lassen sich aktive, fluide und passive Interventionen identifizieren, welche in Bezug auf Effizienz, PatientInnensicherheit, Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit in der Literatur verglichen werden. Die herausgearbeiteten Ergebnisse werden kritisch diskutiert sowie Schlussfolgerungen getroffen und realisierbare Implikationen der Ergebnisse für die Pflegepraxis im anästhesiologischen Bereich benannt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problembeschreibung
2.1 Zielsetzung und Fragestellung
3 Theoretischer Bezugsrahmen
3.1 Die akzidentelle Hypothermie
3.2 Physikalische Prinzipien des Wärmeverlustes
3.2.1 Radiation
3.2.2 Konvektion
3.2.3 Evaporation
3.2.4 Konduktion
3.3 Einfluss der Anästhesie auf die Thermoregulation
3.3.1 Die Phase der Redistribution
3.3.2 Lineare Phase
3.3.3 Plateauphase
3.4 Konsequenzen der Hypothermie
3.4.1 Kardiovaskuläre Geschehen
3.4.2 Störungen der Blutgerinnung
3.4.3 Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen
3.4.4 Pharmakokinetik und -dynamik
3.4.5 Postoperatives Shivering und Wohlbefinden
3.5 Einführung in die Messmethodik
3.5.1 Messungen der Körperkerntemperatur
3.5.2 „Nearcore“ – Verfahren
3.5.3 Sonstige Verfahren
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Suchstrategie
4.1.1 Suchbegriffe
4.1.2 Datenbanken
4.1.3 Ein- und Ausschlusskriterien
4.2 Strategie der Literaturauswahl
4.3 Studienbewertung
5 Ergebnisse
5.1 Aktive Wärmemethoden
5.1.1 Konvektive Wärmeverfahren
5.1.2 Konduktive Wärme
5.2 Passive Wärmemaßnahmen
5.3 Fluide Interventionen
6 Diskussionen und Schlussfolgerungen
6.1 Analyse und Interpretation
6.2 Grenzen und Limitationen
6.3 Praktische Umsetzung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die systematische Detektion und Analyse evidenzbasierter anästhesiologisch-pflegerischer Interventionen zur Vermeidung der akzidentellen intraoperativen Hypothermie. Dabei wird untersucht, welche Wärmemanagement-Strategien unter Berücksichtigung von Effizienz, Patientensicherheit, Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit die besten Ergebnisse in der Pflegepraxis liefern.
- Evidenzbasierte Prävention der akzidentellen Hypothermie
- Vergleich aktiver (konvektiver/konduktiver) und passiver Wärmmethoden
- Einfluss von Infusionswärmung auf das Patientenergebnis
- Bedeutung der interprofessionellen Entscheidungsfindung im intraoperativen Setting
- Ökonomische und klinische Konsequenzen perioperativer Wärmestörungen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Radiation
Mittels Radiation wird von einem warmen Körper Energie in alle Richtungen abgestrahlt. Diese Energie wird dabei von der Umgebung reflektiert, während die verbleibende Energie absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. Die Menge der abgegebenen und reflektierten Wärme hängt von den verschiedenen Objekten ab und endet in einem Gleichgewicht der Körperschaften (Annaratone, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der perioperativen Hypothermie ein und definiert das Ziel sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Problembeschreibung: Das Kapitel beleuchtet das hohe Risiko einer unbeabsichtigten Hypothermie, deren Ursachen und die klinische sowie ökonomische Bedeutung für das Gesundheitswesen.
3 Theoretischer Bezugsrahmen: Hier werden die physiologischen Grundlagen der Thermoregulation, physikalische Wärmeverlustmechanismen und die Auswirkungen der Anästhesie erläutert.
4 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das systematische Vorgehen bei der Literaturrecherche, die Suchstrategien sowie die angewandten Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienselektion.
5 Ergebnisse: Hier erfolgt eine strukturierte Darstellung und Bewertung der identifizierten aktiven, passiven und fluiden Wärmemethoden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit.
6 Diskussionen und Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, Schlussfolgerungen für die Praxis abgeleitet und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben.
Schlüsselwörter
Hypothermie, Wärmemanagement, intraoperativ, Anästhesie, Pflegewissenschaft, perioperative Pflege, Wärmeverlust, Forced Air Warming, Patientensicherheit, Evidenzbasierte Praxis, Thermoregulation, Prävention, Infusionswärmung, Operationssaal, postoperative Erholung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Prävention der akzidentellen Hypothermie während Operationen unter Allgemeinanästhesie aus einer pflegerischen und anästhesiologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die physikalischen Ursachen des Wärmeverlusts, die Auswirkungen der Anästhesie auf die Körpertemperatur und die Wirksamkeit verschiedener aktiver und passiver Wärmestrategien.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, evidenzbasierte Interventionen zu identifizieren, die eine intraoperative Hypothermie vermeiden, und deren Anwendung in der Praxis hinsichtlich Effizienz und Sicherheit zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in medizinischen Fachdatenbanken (u.a. PubMed, CINAHL, Cochrane) unter Anwendung wissenschaftlicher Qualitätskriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert physikalische Prinzipien, Auswirkungen der Anästhesie, verschiedene Wärmmethoden wie konvektive oder konduktive Systeme und die Bedeutung der Infusionswärmung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Hypothermie, intraoperatives Wärmemanagement, Patientensicherheit und perioperative Pflegewissenschaft.
Warum wird die Rolle der Pflege im Wärmemanagement besonders betont?
Pflegende tragen die Verantwortung in der direkten Patientenversorgung und bei der Anwendung der Wärmetechnik; ihr Bewusstsein und ihr Handeln sind entscheidend für ein erfolgreiches Wärmemanagement.
Welchen Einfluss haben Infusionen auf die Körpertemperatur?
Die Zufuhr von raumtemperierten Infusionslösungen kann die Körpertemperatur signifikant senken, weshalb die Verwendung von Wärmegeräten bei größeren Infusionsmengen empfohlen wird.
Wie bewerten die Autoren die "Gold-Standard"-Methoden?
Konvektive Verfahren gelten als internationaler Standard, wobei die Effizienz stark von der Auflagefläche und der Dauer der Anwendung abhängt.
Welche Limitationen werden für die Forschung genannt?
Limitationen sind unter anderem die teilweise mangelnde Vergleichbarkeit verschiedener Settings, heterogene Patientenpopulationen (ASA-Scores) und unterschiedliche Umgebungsbedingungen im Operationssaal.
- Quote paper
- Bianca Strassgietl (Author), 2018, Intraoperatives Wärmemanagement zur Prävention der akzidentiellen Hypothermie aus einer anästhesiologisch-pflegerischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471425