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Der SINN des Daodejing - Erläuterung des Begriffs »Dao« anhand zweier von Laotse verwendeten Bilder

Title: Der SINN des Daodejing - Erläuterung des Begriffs »Dao« anhand zweier von Laotse verwendeten Bilder

Seminar Paper , 1999 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Martin Kutschke (Author)

Philosophy - Philosophy Beyond Occidental Tradition
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Summary Excerpt Details

Das Daodejing, die grundlegende Schrift des Daoismus entstand vor fast dreitausend Jahren. Vom Verfasser dieses Werkes weiß man nur, daß er gegen Ende des siebten vorchristlichen Jahrhunderts geboren wurde und eine Zeit lang das Amt eines Archivars am kaiserlichen Hofe innehatte. Der Sage nach verließ er den Hof des Kaisers um den damals herrschenden Unruhen zu entgehen. Als er den Grenzpaß Han Gu erreichte, wollte der Grenzbeamte Yin Hi ihn nur passieren lassen, wenn er ihm ein schriftliches Zeugnis seiner Weisheit hinterlassen würde. So schrieb er das zirka 5000 Schriftzeichen umfassende Daodejing und wurde seitdem nicht mehr gesehen.
Trotzdem dieses Buch im Vergleich zu anderen chinesischen Klassikern von ehr bescheidenem Umfang ist, stellt es neben dem I Ging und den Werken des Kungtse eine der bedeutendsten und einflußreichsten philosophischen Schriften des alten China dar.
Wenn man sich mit dem Daodejing beschäftigt, so wird sehr schnell die Frage nach der Bedeutung der Begriffe Dao und De auftauchen. De wurde in einigen Übersetzungen mit »Tugend« wiedergegeben, was jedoch nur einen sehr begrenzten Teilaspekt der vollen Bedeutung trifft und ist daher für sinnvolle Übertragung von Laotses Gedanken unzureichend.
Was aber heißt nun Dao? In der Übersetzung von Richard Wilhelm ist es wiedergegeben mit »SINN«. Da sich in der chinesischen Sprache die genaue Bedeutung eines Wortes erst durch den Kontext ergibt, in dem es verwendet wird, entstehen für eine Übersetzung des Daodejing gravierende Probleme. Die 81 Kapitel sind keine genauen philosophischen Abhandlungen, sondern vielmehr Aphorismen, vieldeutige Sinnsprüche. Dadurch wird es quasi unmöglich, die volle Bedeutung des Textes in einer westlichen Sprache wiederzugeben. Es ist vielmehr immer bloß die Interpretation des jeweiligen Übersetzers. Dies mag auch der Grund sein, daß derart viele unterschiedliche westliche Ausgaben existieren und auch immer wieder neue hinzukommen.
In dieser Arbeit soll nun, soweit es möglich ist, anhand zweier Bilder, mit denen Laotse das Dao umschreibt, dargelegt werden, welche Bedeutung hinter dem Begriff Dao steht oder vielmehr, warum hinter diesem Begriff keine Bedeutung stehen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Laotses Werk vom Dao und vom De

2.Das unnennbare Dao

2.1 Namen als Strukturierung von Einzeldingen

2.2 Das Verhältnis des Dao zu Sein und Nicht-Sein

2.3 Die Grenzen des menschlichen Denkens

2.4 Die Bedeutung von Namen im alten China

3. Das allüberströmende Dao

3.1 Das ewig strömende Wesen des Dao

3.2 Das ewige Strömen als Wechselwirkung dynamischer Größen

3.3 Die Weisheit aus dem Buch der Wandlungen

4.Was also bedeutet nun Dao?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das philosophische Konzept des »Dao« aus dem Daodejing, indem sie die Unmöglichkeit einer präzisen begrifflichen Definition aufzeigt und stattdessen die metaphorischen Bilder des »Namenlosen« und des »allüberströmenden Dao« analysiert, um das Verhältnis von Sprache, Denken und dem Absoluten zu ergründen.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Übersetzbarkeit des Begriffs Dao.
  • Die Funktion von Namen und Sprache als Strukturierungselemente der Wirklichkeit.
  • Die dialektische Wechselwirkung von Sein und Nicht-Sein.
  • Der Vergleich daoistischer Konzepte mit modernen physikalischen Auffassungen von Relativität.
  • Die Bedeutung des I Ging für das Verständnis des ewigen Wandels.

Auszug aus dem Buch

2.1 Namen als Strukturierung von Einzeldingen

Ein grundlegendes Bild, das Laotse bereits im ersten Kapitel des Daodejing für das Dao verwendet, ist das des Namenlosen. Die in diesem Kapitel dargelegte Anschauung des Dao zieht sich durch das gesamte Werk und in mehreren Kapiteln wird dieses Bild wiederholt verwendet.

Nennbare Namen existieren nur auf der Ebene der Dinglichkeit. Sie dienen dazu, einzelne Dinge voneinander zu unterscheiden. Dadurch erhalten diese Bedeutungen, Bezüge, Assoziationen, die sie voneinander abgrenzen. Hat etwas einen Namen, so ist es bestimmt. Im zweiten Satz des ersten Kapitels heißt es: »Der Name der sich nennen läßt, ist nicht der ewige Name.« Wenn ein Name ausgesprochen ist, so nimmt er Bezug auf ein reales Ding und unterscheidet sich dadurch von anderen Namen. Er ist somit selbst ein einzelner, bestimmter Teil der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit jedoch ist in ständiger Bewegung. Alles was entsteht, muß auch wieder vergehen. Daher kann ein ausgesprochener Name als einzelner Teil der Wirklichkeit nicht ewig sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Laotses Werk vom Dao und vom De: Einführung in die Entstehungsgeschichte des Daodejing und die Problematik der Übersetzung der zentralen Begriffe Dao und De.

2.Das unnennbare Dao: Analyse der Unmöglichkeit, das Dao zu benennen, und Untersuchung der Funktion von Namen als Begrenzung im Vergleich zum namenlosen Ursprung.

3. Das allüberströmende Dao: Erörterung der dynamischen Natur des Dao als ewiger Kreislauf von Sein und Nicht-Sein sowie dessen Reflexion im Buch der Wandlungen.

4.Was also bedeutet nun Dao?: Abschließende Zusammenfassung, dass die Frage nach der Bedeutung des Dao auf einer unsinnigen Ebene geführt wird, da es sich jeder Festlegung durch Denken und Sprache entzieht.

Schlüsselwörter

Dao, Daodejing, Laotse, Nicht-Sein, Sein, Name, Sprache, Wandlung, I Ging, Unendlichkeit, Relativität, Yin, Yang, Philosophie, Metaphorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Bedeutung des Begriffs »Dao« im Kontext des chinesischen Klassikers Daodejing.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Unbenennbarkeit des Dao, der Funktion von Sprache bei der Konstitution von Wirklichkeit sowie der Dynamik von Sein und Nicht-Sein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erläutern, warum der Begriff Dao bewusst nicht als feststehender philosophischer Terminus, sondern als vieldeutiger Ausdruck verwendet wird, der sich dem menschlichen Verstand entzieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, indem er Laotses Verwendung von Bildern (das Namenlose, das Strömende) untersucht und diese mit Kommentaren und zeitgenössischen Erkenntnissen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des »namenlosen Dao« und des »allüberströmenden Dao«, wobei insbesondere die Grenzen menschlichen Denkens gegenüber dem Absoluten thematisiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Dao, Daodejing, Sein und Nicht-Sein, Name, Wandlung, Sprache und Unendlichkeit sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich das daoistische Verständnis von einer schöpferischen Instanz?

Im Gegensatz zu westlichen Gottesvorstellungen ist das Dao kein Schöpfergott, sondern ein Prinzip, dem auch Götter und alles Seiende unterworfen sind.

Welchen Bezug stellt der Autor zur modernen Physik her?

Der Autor sieht Parallelen zwischen der daoistischen Relativität der Gegensätze und Einsteins Relativitätstheorie, in der Raum, Zeit und Materie als dynamische Größen interagieren.

Warum wird im Text ein Vergleich zu Computersystemen gezogen?

Der Vergleich dient dazu, das Verhältnis zwischen dem »wahren Namen« (der Realität an sich) und der bloßen Bezeichnung (dem Wort »Dao«) als metaphorischen Verweis ohne direkten Zugriff auf das Absolute zu verdeutlichen.

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Details

Title
Der SINN des Daodejing - Erläuterung des Begriffs »Dao« anhand zweier von Laotse verwendeten Bilder
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Grade
sehr gut
Author
Martin Kutschke (Author)
Publication Year
1999
Pages
16
Catalog Number
V47189
ISBN (eBook)
9783638441889
ISBN (Book)
9783640859351
Language
German
Tags
SINN Daodejing Erläuterung Begriffs Laotse Bilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Kutschke (Author), 1999, Der SINN des Daodejing - Erläuterung des Begriffs »Dao« anhand zweier von Laotse verwendeten Bilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47189
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