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Die EU-Osterweiterung - Konturen einer Instabilität für die Europäische Union?

Title: Die EU-Osterweiterung - Konturen einer Instabilität für die Europäische Union?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 2,8

Autor:in: Oliver Rolofs (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Nach dem Fall des „Eisernern Vorhangs“ im Jahr 1989 ist mit dem 1. Mai 2004 ein bisher beispielloser Integrationsprozess in Europa vorerst beendet worden. Mit dem Beitritt acht mittel- und osteuropäischer Länder: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn, Slowenien sowie Malta und Zypern ist die Europäische Union auf 25 Staaten mit nunmehr 450 Millionen Einwohnern drastisch erweitert worden. Die Osterweiterung der EU stellt eine gewaltige politische, wirtschaftliche und soziale Herausforderung für ganz Europa dar. Diese wird nicht nur als die größte, chancenreichste und umfassendste Erweiterungsstufe, sondern auch als die schwierigste und risikoreichste, in die Geschichte der EU eingehen. Auch wenn nun seit fast einem Jahr in ganz Mittelosteuropa die europäische Flagge weht, die eine Einheit der großen europäischen Familie symbolisieren soll, ist für die Zukunft unklar, ob die EU-Osterweiterung nicht doch einen Import von Instabilität für die Europäische Union bedeutet und die europäische Einheit bedroht? Insbesondere diese Frage soll in dieser Arbeit vordergründig behandelt werden, in dem analytisch auf drei von mir ausgewählte relevante Politikfelder der Europäischen Union eingegangen wird. Dies geschieht anhand einer Analyse der EU-Politikbereiche Gemeinsame Außen-und
Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Strukturpolitik sowie der Betrachtung einer europäischen Identitäts- und Integrationsbildung, die besonders durch eine Herleitung der beiden ersten Politikfelder Schlüsse auf die generelle Fragestellung einer möglichen, drohenden Instabilität in der Union durch die Osterweiterung geben soll.
Abschließend ist hervorzuheben, dass diese Arbeit sich nicht als Kritik gegen die Osterweiterung der Europäischen Union richtet, sondern vielmehr die unzureichende Gestaltung dieses für die Zukunft der Union entscheidende Integrationsprojekt aufzeigen soll.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die EU: Zwischen Herausforderung und Handlungsfähigkeit?

2.1. Motive und Hintergründe der EU-Erweiterungsstrategie

2.2 Ist der Acquis communitaire durch die Erweiterung mitsamt der Union in Gefahr?

2.3. Ungeahnte Herausforderungen für die Union?

3. Ausgewählte Politikfelder und ihr Format in einer erweiterten Union

3.1 Eine divergente GASP nach der Osterweiterung und die Rolle der USA

3.2 Osteuropäische Ökonomien zwischen Integration und Peripherisierung

3.3 Europäische Identitätsbildung und Integration ohne Konflikte?

4. Schlusswort

5. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert kritisch, ob die EU-Osterweiterung das Risiko eines Stabilitätsimports für die Europäische Union birgt und inwiefern das bisherige integrative Gefüge durch diesen Prozess gefährdet sein könnte.

  • Analyse der EU-Osterweiterung als größte und schwierigste Erweiterungsstufe.
  • Untersuchung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) im Kontext divergierender Interessen.
  • Betrachtung der ökonomischen Herausforderungen und der Entstehung einer osteuropäischen Peripherie.
  • Erörterung der europäischen Identitätsbildung und der Rolle des gegenseitigen Vertrauens.
  • Reflektion über die Gefahr eines "Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten".

Auszug aus dem Buch

3.2. Osteuropäische Ökonomien zwischen Integration und Peripherisierung

In den letzten Jahren war immer die Rede davon, dass die EU-Osterweiterung für die beizutretenden Länder und Europa in ihrer Gesamtheit eine einmalige Chance darstellt. Sicher ist, dass mit der Öffnung der Märkte in Mittel- und Osteuropa und eine damit verbundene vollwertige Einbindung in das Wirtschaftssystem der Europäischen Union ein weiterer Schritt getan wurde, um als europäische Wirtschaftsmacht im Globalisierungsprozess zu bestehen.

Fraglich ist hierbei, inwiefern die mittelosteuropäischen Ökonomien nach über einem Jahrzehnt der Transformation und Übernahme eines neoliberalen Wirtschaftsmodells tatsächlich als kompatibel für Europa begriffen werden kann, sieht man trotz beachtlichen Wirtschaftswachstums aller Beitrittskandidaten die Aspekte der weiter andauernden Bewältigung des damaligen sozialistischen Wirtschaftssystems.

Auch ist die wirtschaftliche und soziale Kluft sowie das Leistungsniveau zwischen den Ländern Mittel- und Osteuropas und den bisherigen Ländern der EU nach wie vor gewaltig. Ein Beleg dafür ist allein die aktuelle EU-Arbeitslosenquote, die im Januar 2005 8,9 Prozent betrug, wobei Irland die niedrigste Quote mit 4,3 und Polen die höchste mit 18,3 Prozent und einer 40prozentigen Jugendarbeitslosigkeit zu verbuchen hatte. Mit der Osterweiterung der EU wird daraus eine Zunahme des Wohlstandsgefälles deutlich sichtbar.

Aus struktureller Sicht ist die große Kluft zwischen den westeuropäischen EU-Staaten und den Beitrittsländern eindeutig wahrzunehmen. So ist in den neuen EU-Mitgliedsstaaten neben der starken Fixierung auf den landwirtschaftlichen Sektor, der in der EU 15 nur 2,3 Prozent zum BIP beisteuert, aber in Ost- und Mitteleuropa je nach Nationalstaat zwischen 4,5 bis 10 Prozent zum BIP beiträgt, die Schwerindustrie als Erbe der sozialistischen Planwirtschaft ein signifikantes Merkmal für den strukturellen Unterschied und eine große strukturelle Schwäche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Dimension der Osterweiterung und führt in die Fragestellung ein, ob diese eine Gefahr für die Stabilität und Einheit der EU darstellt.

2. Die EU: Zwischen Herausforderung und Handlungsfähigkeit?: Dieses Kapitel beleuchtet die strategischen Hintergründe der Erweiterung und hinterfragt die Umsetzbarkeit des Acquis communitaire unter den neuen Bedingungen.

3. Ausgewählte Politikfelder und ihr Format in einer erweiterten Union: Hier werden drei zentrale Bereiche – Außenpolitik, Wirtschaft und Identität – analysiert, um die spezifischen Risiken des Erweiterungsprozesses zu identifizieren.

4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Analyseergebnisse zusammen und warnt vor einem unabwendbaren "Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten" sowie der Notwendigkeit einer vorsichtigeren Integrationspolitik.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die für die Arbeit herangezogene wissenschaftliche Literatur und die verwendeten Online-Quellen auf.

Schlüsselwörter

EU-Osterweiterung, Europäische Union, Integrationsprozess, Instabilität, Acquis communitaire, GASP, Transformation, Wirtschaftskluft, Identitätsbildung, Peripherisierung, Kohäsionsverpflichtung, Neumitglieder, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten, Sozialismus, Wirtschaftsmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der EU-Osterweiterung des Jahres 2004 auf die politische und wirtschaftliche Stabilität der Europäischen Union.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Autorin bzw. der Autor konzentriert sich auf die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), die wirtschaftliche Strukturpolitik sowie die europäische Identitätsbildung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die Osterweiterung als "Import von Instabilität" für die EU zu verstehen ist und ob das bisherige integrative Modell zukunftsfähig bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf Basis bestehender Literatur und aktueller Daten Entwicklungen in den erweiterten Politikfeldern gegenüberstellt.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert, warum die bisherige EU-Politik bei der Integration der mittel- und osteuropäischen Staaten an ihre Belastungsgrenzen stößt und wo spezifische Bruchlinien entstehen.

Welche zentralen Begriffe charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Acquis communitaire, Transformationsprozess, Peripherisierung, Wohlstandsgefälle und das Konzept der "utilitaristischen" gegenüber der "affektiven" europäischen Identität.

Wie wirkt sich die Integration der neuen Staaten auf die Außenpolitik der EU aus?

Laut Arbeit erschwert der Beitritt die Konsensfindung in der GASP, da die neuen Mitglieder teilweise eine stärkere pro-amerikanische Ausrichtung zeigen, was zu Reibungen mit dem deutsch-französischen Tandem führt.

Welche wirtschaftlichen Folgen der Osterweiterung identifiziert der Autor?

Die Arbeit identifiziert eine zunehmende wirtschaftliche Dualisierung und Peripherisierung, wobei die neuen Mitgliedsstaaten Schwierigkeiten haben, die harten neoliberalen Vorgaben mit ihrer sozialistischen Erblast zu vereinbaren.

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Details

Title
Die EU-Osterweiterung - Konturen einer Instabilität für die Europäische Union?
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Course
Die ostmitteleuropäischen EU-Mitgliedsstaaten
Grade
2,8
Author
Oliver Rolofs (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V47206
ISBN (eBook)
9783638442039
Language
German
Tags
EU-Osterweiterung Konturen Instabilität Europäische Union EU-Mitgliedsstaaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Rolofs (Author), 2005, Die EU-Osterweiterung - Konturen einer Instabilität für die Europäische Union?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47206
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